Hindus über Monotheismus

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Solasard
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Hindus über Monotheismus

#1

Beitrag von Solasard » Mo 30. Okt 2017, 19:30

http://www.hindupost.in/society-culture ... onotheism/

Intressant mal ne andere Blickrichtung.

Gruß Sola

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Peregrin
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Re: Hindus über Monotheismus

#2

Beitrag von Peregrin » Mo 30. Okt 2017, 20:28

Hm. Bei genauerem Nachdenken ließe sich da aber einiges finden, was gegen die These spricht, dass die monotheistische Theologie per se schuld an den im Artikel aufgeführten Umständen sei.

Allem vorweg die Behauptung, dass es im Monotheismus um "God versus the devil" ginge, stimmt so nicht. Im Judentum ist Satan klar der Erfüllungsgehilfe Gottes und die Rolle hatte er auch zu Beginn des Christentums. (Eigentlich sogar immer noch in der strengen Theologie der Hochkirchen. Den "God vs the Devil" Gedanke findet man eher bei christlichen Sekten und in der volkstümlichen Aufassung des Christentums.) Zudem: Die Grundlagen zu späteren Kreuzzügen und Hexenverfolgung stammen aus dem Kampf der Kirche gegen die Ketzer. Die Katharer, die für den Begriff "Ketzer" namensgebend waren, haben ironischer Weise im Gegensatz zur damaligen Kirche einen radikalen Dualismus vertreten, den die Kirche gerade ausgerottet haben wollte!

Ich denke, da spielen viele nicht-theologische Aspekte eine größere Rolle, in der Gut vs. Böse Weltsicht, als die Theologie des Monotheismus an sich.

Viele weltliche Interessen lassen sich nun einmal am besten durchsetzen, wenn man mit einem simplen "wir gegen die" Weltbild und einem eindeutigen Feinbild kommt, da ist Religion häufig nur ein blasser Vorwand. Wie man auch heute wieder sehen kann bei ISIS, deren Mitglieder kein Problem damit haben Moscheen zu überfallen und Anhänger des eigenen Glaubens zu töten.

Sagen wir mal so: Der Artikel hat sicherlich in dem Sinne recht, dass es für einen Polytheisten schwieriger ist, ein "Wir-gegen-die"-Dualismus mit seinem Glauben zu begründen.

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Schneewoelfin
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Re: Hindus über Monotheismus

#3

Beitrag von Schneewoelfin » Mo 30. Okt 2017, 21:35

Hi,

mMn lässt sich die Entstehung des Monotheismus gut in Verbindung bringen mit der Entstehung der Patriarchats - scheint aktuell ein Thema zu sein ;)

kurz gesagt: es gab durch die Ausbreitung der Einöden/Wüsten immer weniger Futter für die - ursprünglich im Konsens lebenden - Gruppen. Um etwas im Konsens zu entscheiden braucht man Zeit, weswegen die Gruppen auch klein waren, damit das Verhältnis Zeit zum Diskutieren, Versorgung ausgeglichen war, das wurde durch die Ausbreitung von Einöden/Wüsten reduziert, es schlossen sich grössere Gruppen zusammen, eine Regulierung wurde notwendig, die dann zu Städten -> Staaten führte.
In einer kleinen Gruppe spielte es kaum eine Rolle, wer der Vater von wem war , wichtig war die Mutter, die Kinder wurden gemeinschaftlich versorgt. Das war nun nicht mehr möglich, weil die Begrenzung des Nahrungsangebots eine Rollenverteilung ur Folge ahtte und der Mann nun wissen wollte, dass er "sein eigenes Kind" und nicht das eines anderen durchfütterte.
Ziemlich zeitgleich kamen auch die monotheistischen Anschauungen auf... das "Judentum" zB war ursprünglich eine kleine Lokalreligion, deren beiden Hauptgötter Jahwe und Aschera waren.
Klar - die Männer wurden zu Versorgen, Soldaten und überwachten die Einhaltung der dann notwendigen Gesetze (weil ja nicht mehr die Zeit zur Konsensfindung gegeben war) - also spiegelte sich das auch in ihrer Religiosität wieder.


Bin vergrippt und kriege das jetzt nicht hin, die Belege/Indizien dafür rauszukramen - mache das noch, wenn ich wieder fitter bin und das Thema noch aktuell ist.

LG Schnee
"Wenn du einen Fehler in deinem Bruder siehst, so ist der Fehler, den du in ihm siehst, in dir selbst." Jalal Ad DIn Rumi

Solasard
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Re: Hindus über Monotheismus

#4

Beitrag von Solasard » Mo 30. Okt 2017, 21:55

Gute besserung wünsche ich dir :liebegrüße:

Gruß Sola

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