Grundsätzliches zum christlichen Glauben

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Stadteule
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#141

Beitrag von Stadteule » Di 23. Mai 2017, 20:17

izento hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 15:57
Versuch' einfach mal zum Julfest/Mittwinter frei zu bekommen und dafür an Weihnachten arbeiten zu gehen.
Das habe ich jahrelang so getan, als ich noch angestellt war ;)
izento hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 15:57
Versuch' dich mal gegen das frühmorgentliche, sonntägliche Gebimmel der nahen Kirche zu wehren, das dich an deinem freien Tag aus dem Bett wirft.
Warum sollte ich das denn? Kirchen sind Teil unser Kultur und Gesellschaft und ich wehre mich genauso wenig gegen ihr Geläut, wie ich mich gegen die Sternsinger wehre oder gegen feiernde Zünfte an Fastnacht. Das ist Teil unserer bunten Gesellschaft, ebenso wie ich einer bin. Mich hat noch niemand angezeigt oder sich auh nur beschwert, egal was und wie laut oder seltsam ich gefeiert habe - aber ich denke, man begegnet sich eben gegenseitig mit Respekt und Aufgeschlossenheit (oder eben nicht).
Wenn ich nie versuche an meinen Feiertagen frei zu haben und statt dessen in mich rein murre, dass diese Gesellschaft ja SO ungerecht mit meiner Andersartigkeit umgeht, dann ist klar, dass ich Aufgeschlossenheit nicht erlebe.


LG, Stadteule
Wer sie nicht kennte, Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister. (J.W.v.Goethe)

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abendhirsch
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#142

Beitrag von abendhirsch » Di 23. Mai 2017, 21:15

Hei,

ich möchte mich jetzt doch zu ein paar Punkten äußern:

jüdischer Fischerverein
atemkristall hat geschrieben:
Mo 22. Mai 2017, 21:18
Aber kann man denn wirklich von dem Ausdruck "jüdischer Fischerverein", für das Christentum auf eine antisemitische Haltung schliessen, simon magus?
Ich selbst halte die Bezeichnung "jüdischer Fischerverein" nicht für anti-jüdisch sondern eher für anti-christlich, da sie die christlichen Geueltaten im Mittelalter und später nur sehr indirekt mit dem jüdischen Glauben verknüpft, dafür aber die christliche Religionsgemeinschaft eigentlich als jüdische Sekte degradiert, die sie ursprünglich wohl war, von der sie sich allerdings im Laufe der Zeit "emanzipiert" hat.
Mir reicht für die Ironie durch aus die Bezeichnung "Fischerverein" ... Wie sage ich doch zuweilen den Jugendlichen: "Wenn es nur einer nicht als Spaß versteht, dann ist es kein Spaß." Da wird dann auch nicht mehr diskutiert.

Goj

Tja, im Grunde bedeutet "Goj" das gleiche wie "deutsch": nämlich "Volk" bzw. "dem Volk zugehörig". Es ist also zunächst gar keine Diskriminierung. Aber ... es wurde / wird nunmal zuweilen auch beleidigend benutzt ... Da sind wir schon wieder bei: "Wenn es nur einer nicht als Spaß versteht, dann ist es kein Spaß." Da wird dann auch nicht mehr diskutiert. Hier hat sich nun lediglich der Blickwinkel verändert.
simon magus hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 05:37
...und welchen Ausdruck gibt es gleich noch mal für gruppenbezogene Antipathien...?
Taufe / verhaftet bleiben / Lösen können
Stadteule hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 13:40
Die Initiation (ob Taufe oder etwas anderes) bleibt selbstverständlich bestehen und bleibt auch ein Teil der eigenen Persönlichkeitsentwicklung.
Das habe ich jahrelang auch so gedacht und sah es als an mir haftendes Makel an getauft zu sein. Inzwischen sehe ich das so, dass die Christen dem an Bedeutung beimessen können, wie sie wollen ... Für mich hat es keine Bedeutung, also bin ich frei.
izento hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 15:57
Und da eine "Kirche" und "christliche Politiker" unser Land prägen, wirst du mit einem anderen als einem abrahamitischen Glaubensbekenntnis immer in deiner Freiheit beschränkt werden. Das fängt schon damit an, daß du als "konfessionslos" gilst, obwohl du vielleicht initiierte Wicce bist.
Das ist wohl war und wird vermutlich auch noch lange so bleiben, da "Wicca (BTW), Freifliegende, Pagane, Magie Praktizierende und schamanisch arbeitende Leute" sehr individualistisch sind und sich eben nicht zu einer starken Interessenvertretung zusammenfinden.

Intoleranz

Was ich aber schlimmer finde ist die monotheistische Intoleranz, die sich vom jüdischen Glauben über den christlichen hin zum islamischen stetig verfestigt hat und somit aus einem "sollst keine anderen Götter neben mir haben" zu einem "es gibt keine anderen Götter" entwickelt hat. Götter, die nicht verdrängt oder assimiliert werden konnten, werden schlechtgeredet:
simon magus hat geschrieben:
Mo 22. Mai 2017, 20:17
Der Islam verneint zwar sehr wohl die Existenz jeglicher Gottheit außer Allah.
Alle anderen Gottheiten werden als Wathan bezeichnet, das sind Wesenheiten, die fälschlicherweise vorgeben Gottheiten zu sein, und dafür am jüngsten Tag im Höllenfeuer brennen werden.
Vorsicht: Stolpersteine
ArionCGN hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 20:01
Anders als die Schwulen sind die Juden sehr aggressiv in ihrer Siedlungspolitik und verfolgen und diskriminieren heute selbst. Darüber hinaus verhältst Du Dich hier wie die Axt im Walde und bist sehr beleidigend. Schalt mal lieber einen Gang zurück, denn Dein Verhalten hier ist absolut deplatziert.
Ich schließe mich dem Wunsch nach dem Gang zurückschalten absolut an.
Danke auch für den wichtigen Hinweis, dass das Thema Homophobie noch längst nicht ausgestanden ist.
Eine Bitte habe ich aber noch ... Ich kann es im Eifer des Gefechtes, wenn die Emotionen wegen anderer Äußerungen hochkochen, sogar nachvollziehen, möchte aber dennoch vor unzulässigen Gleichsetzungen warnen: Bitte nicht den jüdischen Glauben, die jüdische Mystik, die jüdische Kultur, das jüdische Volk, den jüdischen Staat in einen Topf werfen. Es gibt viele gläubige Juden, die mit der Politik Israels nicht einverstanden sind.

Fragen
simon magus hat geschrieben:
Mo 22. Mai 2017, 21:07
Und für das, was Christen sog. "Heiden" angetan haben, können Juden nichts!
Was bitteschön sind sog. "Heiden"? Ich bin Heide, nicht sogenannter und nicht "Heide".
Bodecea hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 08:21
Und da muss der Heide an sich auch aufpassen
Was ist der Heide an sich?
Gut dass ich nur ein dahergelaufener Wald- und Wiesenheide bin!

Klarstellung

Nein, ich fühle mich durch keine oben gemachte Äußerung beleidigt oder angegriffen. Dafür hage ich viel zu viel Selbstironie in mir und viel Gelassenheit.

Gelassenheit, liebe Freunde, Gelassenheit!

Liebe Grüße & Bright Blessings
abendhirsch


PS.: Ups, das ist jetzt länger geworden als geplant.

PPS.: Edit sagt: Wer da oben zwei Tippfehler findet, darf sie behalten. Ich ändere da jetzt nix mehr!
)O( Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als unsere Wissenschaftler uns erklären können.

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#143

Beitrag von FreieAtem » Di 23. Mai 2017, 22:05

Puh...

Ich weiss jetzt nicht ob das noch was zum Verständnis beiträgt. Aber ich denke hier ging es ursprünglich nicht darum jemanden eine voll idealisierte antisemitische Haltung zu unterstellen. (Zu mal ich weiss, dass du Schneewölfin die auch nicht hast!! ).

So wie ich Simon magus verstanden hatte, ging es ursprünglich mal darum auf eine unachtsame Sprache aufmerksam zu machen, die Menschen (Juden) verletzt, weil sie in abwertender Weise benannt werden, ohne aber sachlich gemeint zu sein.
Das Juden sich zu Unrecht vom "jüdischen Fischerverein" angesprochen fühlen, finde ich naheliegend, auch wenn sie eigentlich nicht gemeint sind.

Ich kann das gut nachvollziehen. Ich bekomme ähnlichen Black auf den Zähnen, wenn Leute etwas Blödes synonym mit " ist ja voll behindert..." beschreiben.
Dass sich da 80% der Fälle nichts weiter bei denkt, die meisten einem Rolli-fahrer gerne weiter helfen, ein kleiner Teil davon wo möglich sogar auf einer linken Demo mitspatziert, das ist sicher trotzdem so.
Den aller meisten Leuten, die auf ihren diskriminierenden Sprachgebrauch aufmerksam gemacht werden, ist der abwertende Vergleich, zu den wirklich Betroffenen, nicht bewusst und war auch nicht in ihrer Absicht!
Ändert aber nichts daran, dass es 1. verletzen kann und 2. sich Vorurteile auch deshalb so hartnäckig halten, weil Randgruppen "nebenbei" in unsachlichen Zusammenhängen und in abwertender Weise benannt werden, oder sogar synonym für die Abwertung/Vorurteil benutzt werden, obwohl es eigentlich um was anderes geht... Das "voll schwule" rosa Tütü - ich kenne mehr Leute die das "schwul" finden, als Schwule die es tragen würden. Ich finde das darf schon zu denken geben. Klar kann man das unter Freunden evtl. mit Humor nehmen. Es gibt aber sicher auch andere Situationen, da ist dieses Bild vom schwulen Freund, für Homosexuelle alles andere als lustig.

Mir gehts allerdings nicht darum, von einem unbewussten, unachtsamen Sprachgebrauch gleich auf eine persöhnliche Geisteshaltung zu schließen.
Aber bewusst auf Sprache zu achten, auch mal bewusst hören wo und wie negative Vergleiche zu welchen Menschen gezogen werden, sich damit auseinandersetzten find ich wichtig. Dabei finde ich es zimmlich gleich obs um Behinderte, Schwule, Juden, Schwarze, Türken oder Frauen geht.


LG FreieAtem
... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#144

Beitrag von Bodecea » Mi 24. Mai 2017, 07:27

Hallo Abendhirsch,

erst mal Danke für den Hinweis:
abendhirsch hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 21:15
möchte aber dennoch vor unzulässigen Gleichsetzungen warnen: Bitte nicht den jüdischen Glauben, die jüdische Mystik, die jüdische Kultur, das jüdische Volk, den jüdischen Staat in einen Topf werfen. Es gibt viele gläubige Juden, die mit der Politik Israels nicht einverstanden sind.
Ohne das hier vertiefen zu wollen - der aggressiven und auch im eigenen Land umstrittenen Siedlungspolitik Israels (es sind bestimmte Politiker, bestimmte Parteien dort - aber nicht "die Juden". Die Partei XY ist ja auch nicht "die Deutschen") stehen ja durchaus anderer Mächte gegenüber, die den Staat nicht anerkennen und gerne von der Landkarte getilgt wissen möchten. Das ganze ist eben nicht einfach und schwarz-weiß zu deuten. Ich maße mir daher in der Nahostpolitik kein Urteil an, nur sollte man im Hinterkopf behalten - Schuld an der ganzen Situation sind historisch gesehen zum einen die Europäer generell mit ihrer Kolonialpolititk, aber auch und vor allem die Deutschen, denn der Massenmord an den Juden führte zu dem verstärkten Auswanderung nach Israel und dem (sehr nachvollziehbaren) Wunsch nach einem eigenen Staat, wo man sich sicher fühlen kann. Ich empfehle allen zum Thema dieses Buch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Eine_Gesc ... Finsternis
Sehr spannend, lustig und traurig, ein tolles Buch.

abendhirsch hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 21:15
Bodecea hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 08:21
Und da muss der Heide an sich auch aufpassen
Was ist der Heide an sich?
Gut dass ich nur ein dahergelaufener Wald- und Wiesenheide bin!
Das war durchaus mit einem Augenzwinkern zu verstehen, war und ist hier doch viel von "den Juden", "den Christen", "dem Islam" usw. zu hören... aber ich denke schon, dass wir Heiden (auch wir Wald- und Wiesenheiden, lieber Abendhirsch :-D) generell und eben weil wir keine festen Dogmen und Weltanschauungsauslegebehörden haben sehr genau prüfen sollten, was uns da zeitgeschichtlich in unseren Glauben hineinspült und was nicht.

Und egal, ob Heide oder nicht - niemand sollte denken, ach, weil ich ja so XXX bin, kann es mir ja nicht passieren, dass ich rassistisch denke oder diskriminierend oder... auch glaube ich, es ist ein Denkfehler, sich als immun gegen Diskriminierung anzusehen, weil man selbst diskriminiert/diskriminierbar ist. Die Vorurteile müssen sich ja nicht gegen Hautfarbe, sexuelle Ausrichtung oder Religion richten. Aber vielleicht gegen Menschen, die "nur" diesen und jenen Job machen oder gar von Hartz 4 leben, gegen dicke Menschen (faul, undiszipliniert!) oder solche, die eine Partei mit einem C vorne wählen? "Die Politiker", und auch gerne "die (Lügen)Presse"?

Da kann man sich nur selbst beobachten und sehen, wo sofort auf eine Wahrnehmung eine automatisierte Wertung folgt. Und die dann hinterfragen.

Ich fand es ja mal eine nette Idee - weiß nicht mehr, woher das kam, Thelemiten, Chaosmagie? - sich ab und zu auf eine ganz andere Meinung als die eigene einzutunen. Wie würde ich die Welt sehen, wäre ich ein Fundichrist? Ein Konservativer? Ein Kernkraftbefürworter? Ein....

Yoga fürs Gehirn sozusagen :-)

LG
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Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#145

Beitrag von Bodecea » Mi 24. Mai 2017, 07:29

FreieAtem hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 22:05
Mir gehts allerdings nicht darum, von einem unbewussten, unachtsamen Sprachgebrauch gleich auf eine persöhnliche Geisteshaltung zu schließen.
Aber bewusst auf Sprache zu achten, auch mal bewusst hören wo und wie negative Vergleiche zu welchen Menschen gezogen werden, sich damit auseinandersetzten find ich wichtig. Dabei finde ich es zimmlich gleich obs um Behinderte, Schwule, Juden, Schwarze, Türken oder Frauen geht.
Ein wichtiger Punkt, Danke!
Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#146

Beitrag von izento » Mi 24. Mai 2017, 10:40

Obwohl die Diskussion ja jetzt schon viel weiter ist, kann ich dieses nicht unkommentiert stehen lassen!
Da ich mich an einigen Stellen doch persönlich angegriffen fühle.
simon magus hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 15:32
@ izento: "Hypersensibilität", ... entwickelt man vermutlich zwangsläufig, wenn man als Jude in Deutschland lebt, ... Wenn Du Dich darüber wunderst, lässt Du eine gewisse grobe Unsensibilität an Dir erkennen.
Werter Simon,
ich war jahrelang in antifaschistischen Arbeitskreisen aktiv um gegen das "Vergessen" zu wirken. Zum meinem Bekannten gehören auch einige "Menschen jüdischen Glaubens", die Opfer des Holocaust in den Reihen ihrer Verwandten haben, sowohl in Israel als auch in Deutschland. Ich denke daher, daß ich das Thema schon mit einer angemessenen Sensibilität betrachte.

Was du hier aber spielst ist leider wieder die "Erbsündenkarte", indem du jeden nichtjüdischen Deutschen als "schuldig" ansiehst.
Genau das hat aber leider in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, daß die Ablehnung gegenüber dem jüdischen Glauben wieder zugenommen hat.

Ich habe mir nicht ausgesucht als Deutscher geboren zu werden und du bist (vermutlich) auch nicht freiwillig, sondern durch Geburt dem jüdischen Glauben beigetreten.
Wenn du mir also verweigerst mich kritisch mit dem jüdischen Glauben auseinanderzusetzen nur weil ich Deutscher bin, dann bist du .... ein "Rassist"!

simon magus hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 15:32
... Du magst Dir ja darin gefallen, Dich von der bösen Kirche etc. verfolgt zu fühlen. ...Aber es gibt auch Leute, die das Gefühl der Ablehnung (vorsichtig ausgedrückt) ihr ganzes Leben lang ertragen mussten. Und ihre Vorfahren. Jahrhundertelang.
...
Weil sie nämlich durchaus mancherorts um ihr Leben fürchten müssen. Die vielleicht auch mal Drohbriefe bekommen oder Zeichen des Hasses als Schmierei an ihrer Tür.
Da ist das Ganze dann kein Kokettieren mit der Attitüde des Verfolgtseins, sondern ein sehr ernstes Problem. Bringst Du da vielleicht Deinerseits auch Verständnis auf?
Werter Simon,
ich fühle mich weder von der (christlichen) Kirche verfolgt, noch erachte ich sie als "böse".

Ich gehöre einer "Minderheit" an, die nicht familiär weitergegeben wird. Von daher kann ich die "traditionelle Verfolgtheit" natürlich nicht nachvollziehen.
Allerdings durfte ich dadurch die gesellschaftliche Ablehnung / Ausgrenzung schon seit frühester Jugend, auch im familiären Umfeld, ertragen. Deshalb "habe ich auch keine Familie mehr".
Tägliches "Gefrozel" in Familie, Schule und Beruf, Beleidigungen, Schläge, Morddrohungen, Hassbriefe, nachgeworfene Flaschen, usw. sind Dinge die ich selbst erlebe und auch immer wieder von "Leidensgenossen" berichtet werden. Zudem soll es insbesondere in osteuropäischen Länder auch von staatlicher Seite her ziemliche Repressalien geben.
Deine Anmerkung kocht bei mir gerade deshalb ziemlich hoch, weil der zehnte Jahrestag des Mordes an einer "Leidensgenossin" im August dieses Jahres ist.

Da ich hier nicht mit einer "Attitüde des Verfolgtseins" kokettieren will, werde ich mich auch nicht auf weitere Details einlassen.

Ich muß nur noch meiner Irritation Ausdruck verleihen, daß du ausgerechnet hier dieses "Faß aufmachst". In einem Forum für Hexen / Heiden, die wohl alle die gesellschaftliche Ausgrenzung und teilweise sogar Verfolgung kennen.

dunkle Grüsse
izento

PS. Und damit ist dieses Offtopic-Thema für mich durch!
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#147

Beitrag von FreieAtem » Mi 24. Mai 2017, 11:57

izento hat geschrieben:
Mi 24. Mai 2017, 10:40
Ich habe mir nicht ausgesucht als Deutscher geboren zu werden und du bist (vermutlich) auch nicht freiwillig, sondern durch Geburt dem jüdischen Glauben beigetreten.
Wenn du mir also verweigerst mich kritisch mit dem jüdischen Glauben auseinanderzusetzen nur weil ich Deutscher bin, dann bist du .... ein Rassist!
Aber genau darum gings ja nicht.

Es gibt einen ganz wesentlichen Unterschied wenn wir von "Christen", oder von Juden schreiben. Der Unterschied ist, dass "jüdisch-sein" nicht synonym für eine Religion und Geistesgesinnung eingesetzt werden kann. Mant tritt dem jüdischen Glauben nicht bei. Man wird als Jude geboren und dann ist man jüdisch. (Um eine Kritik, an einer differenzierte sachliche Kritik bzgl. des jüdischen Glaubens ging es hier ja nicht!)

Jude ist man, wie man Deuscher oder Türke ist. Dass da eine Diskussion wie diese schnell etnisch diskriminierend wird und empfindliche Stellen trifft, liegt auf der Hand.
Das es für Juden, auf Grund ihrer Geschichte, die halt (auch wenn das keiner mehr hören mag) immer noch Erfahrungen und Biographie von Betroffenen beeinflusst, ein hochsensibles Thema ist, wie mit ihnen umgegangen wird, ist auch klar...
Ich als junge Deutsche, die diese Zeit nicht mitverursacht hat, wälze mich für ne entsprechende Sensibilität nicht persöhnllich einmal täglich im Dreck ... Aber das Mitgefühl und die Freiheit dem Verständnis entgegen zu bringen, die hab ich schon... und bin entsprechend auch an einer Achtsamkeit interessiert.
Wenn sich ein Betroffener (mal ganz egal aus welcher diskriminierten Randgruppe) verletzt meldet und auf etwas aufmerksam macht ... warum sollte ich dann nicht darauf hören?



Simon magus ist übrigens nicht mehr an Bord.
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#148

Beitrag von Hagezorn » Mi 24. Mai 2017, 12:11

Das Schwimmbad ist offen,wie wäre es mal mit Wandern unter freiem Himmel und Baden gehen?
Wer uns Denken erspart, erspart uns Schmerzen, wie ein Arzt, oder ein Drogenhändler.
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#149

Beitrag von izento » Mi 24. Mai 2017, 12:26

Stadteule hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 20:17
izento hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 15:57
Versuch' einfach mal zum Julfest/Mittwinter frei zu bekommen und dafür an Weihnachten arbeiten zu gehen.
Das habe ich jahrelang so getan, als ich noch angestellt war.
Schön für dich, wenn dein Arbeitgeber das zulässt!
Bei allen meinen bisherigen Arbeitgebern war zu Weihnachten "Betriebsruhe" angeordnet, so daß ich immer einen vorgeschobenen Urlaub nehmen musste. :(
Bei einem durfte ich allerdings mal die verpasste Zeit an Weihnachten von zu Hause aus nacharbeiten :thumbup:. Da war ich allerdings nur kurz.
Stadteule hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 20:17
Kirchen sind Teil unser Kultur und Gesellschaft und ich wehre mich genauso wenig gegen ihr Geläut, wie ich mich gegen die Sternsinger wehre oder gegen feiernde Zünfte an Fastnacht. Das ist Teil unserer bunten Gesellschaft, ebenso wie ich einer bin.
Es hat auch niemand etwas gegen Sternensinger oder feiernde Zünfte, solange die sich an gesetzlich vorgegebene Zeiten und Lärmpegel halten.
Wenn du aber Samstags nachts bis morgens gearbeitet hast und in der Frühe von über 100dB aus dem Schlaf gerissen wirst ...und wenn du dir zum Frühstück dann Musik anmachst, dein Lieblingslied etwas lauter stellst und prompt die Polizei an deine Tür klopft ... dann :wolke:
Die Lärmschutzbestimmungen finden jedoch keine Anwendung beim sakralen Glockengeläut, da das Grundrecht der freien Religionsausübung über dem Ruhebedürfnis eines einzelnen steht, wie die Urteile der Verwaltungsgerichte zeigen [z. B. VG Hannover, 09.11.2005, 12 A 389/04]. Dies führt dazu, dass Anwohner das Läuten von Kirchenglocken hinzunehmen haben [VG Stuttgart, 13.12.2010, 11 K 1705/10], selbst wenn es um sechs Uhr morgens geschieht.
http://www.juraforum.de/ratgeber/zivilr ... cken-laerm
Das hier mit einer christlichen Doppelmoral gearbeitet wird, zeigt sich hieran:
Lärmschutzgutachten gegen Gebets-Ruf: Rendsburg will Muezzin zum Schweigen bringen
https://www.welt.de/politik/deutschland ... ingen.html

siehe auch: https://www.ibka.org/presse06/pm0825.html

Und jetzt nicht falsch verstehen. Ich bin FÜR eine bunte Gesellschaft. Darin müssen aber allen Glaubensrichtungen und Ideologien gleiche Rechte zu teil werden. Das ist z.B. in den USA eher der Fall als in Deutschland. Hier herrscht immer noch das Bild der "christlich-humanistischen Leitkultur" , die Andersdenkende zwar "duldet", ihnen aber nicht die gleichen Rechte zuspricht.
Stadteule hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 20:17
Mich hat noch niemand angezeigt oder sich auh nur beschwert, egal was und wie laut oder seltsam ich gefeiert habe ...
Dann kannst du dich als Wicca in deiner Region aber glücklich schätzen. Vielleicht werdet ihr Wicca, mit eurer nachgesagten L&L-Attitüde, aber auch eher belächelt und nicht so sehr als "Bedrohung" aufgefasst.
Unsereiner wird eigentlich immer ausgegrenzt, egal mit wieviel Aufgeschlossenheit und Respekt man den anderen begegnet. Seien es jetzt die Beschwerden über die "Teufelsmusik" oder die vermeintlichen "schwarzen Messen". Jegliche Versuche das Ganze zu erklären scheiterten bisher immer kläglich.
Kann man nicht kapieren, daß Atheisten die nicht an einen Gott glauben auch nicht an einen Teufel glauben können? :wolke:

Und ja, seit etwa 2010 hat es sich ein wenig gebessert (lag wohl an Unheilig), einige Leute sind offener geworden und hören auch mal zu.
Trotzdem bringt man uns immer noch Vorurteile gegenüber. Selbst hier im HZ waren ja einige anfänglich nicht ganz frei davon ...

dunkle Grüsse
izento
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#150

Beitrag von izento » Mi 24. Mai 2017, 12:55

Ich wollte ja eigentlich nichts mehr dazu sagen, aber es passt doch wieder zum Hauptthema.
FreieAtem hat geschrieben:
Mi 24. Mai 2017, 11:57
Aber genau darum gings ja nicht. .... Der Unterschied ist, dass "jüdisch-sein" nicht synonym für eine Religion und Geistesgesinnung eingesetzt werden kann. ...Man wird als Jude geboren und jüdisch-sein ist mehr als Religion.
Doch genau darum ging es - Rassismus!
Einem Menschen der als Deutscher oder als Jude geboren wird, werden (von beiden Seiten) bestimmte Attribute (Stereotypen) angedichtet.
Der Jude siehe: http://www.zukunft-braucht-erinnerung.d ... stereotyp/
Und der Deutsche ist halt immer "der Nazi". Deshalb habe ich mich bei meinen längeren Südamerikabesuchen oft als Holländer oder Belgier ausgegeben, um den ewigen Heilsrufen zu entgehen. ;)
FreieAtem hat geschrieben:
Mi 24. Mai 2017, 11:57
Simon magus ist übrigens nicht mehr an Bord.
Was ich ausserordentlich bedauere, da ich seine Beiträge zu Magie und Spiritualität immer sehr kompetent fand.
Trotzdem verstehe ich seine Hypersensibilität (ich bleibe dabei) in diesem Punkt nicht, da er als "Magier" ja durchaus von anderer Seite heutzutage deutlich mehr Angriffsfläche bietet.
Hagezorn hat geschrieben:
Mi 24. Mai 2017, 12:11
Das Schwimmbad ist offen,wie wäre es mal mit Wandern unter freiem Himmel und Baden gehen?
Ich hab ab drei frei und dann geht es erst nach Hause und dann ab in den Wald :luxhello:

Dann kann mich "der liebe Gott" mal am Allahwertesten ... ;)
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