Grundsätzliches zum christlichen Glauben

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izento
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#121

Beitrag von izento » Di 23. Mai 2017, 11:51

Oh je, jetzt steht man wieder mal als Atheist zwischen den Stühlen ...und weiß nicht so recht wo man anfangen soll, wenn schon alle aufeinander rumhacken.
simon magus hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 05:37
Ich persönlich kann nicht sagen, dass ich die Religion nicht mag oder jene nicht, ich kann nur sagen, dass ich jenen Menschen mag oder diesen nicht.
Also ich persönlich kann durchaus sagen, daß ich bestimmte Religionen, ihre Inhalte und Ethiken, nicht mag.
Bei Menschen ist das etwas anderes. Eine Antipathie habe ich nicht gegen einen Menschen oder seine Herkunft an sich.
Eine Antipathie kann sich aber gegen die Einstellungen und Handlungen eines Menschen richten. Dazu kann u.a. auch die Religionszugehörigkeit gehören.

Konkret: Ein Nazi kann durchaus ein netter Mensch sein.
Wenn er aber eben dieser Ideologie anhängt und entsprechend handelt, hat er sich trotzdem meinen Respekt verspielt.

BTW. Der "antisemitische Dolch" wurde mir hier mal wieder zu schnell gezückt. Leider wird inzwischen jede Kritik an der Politik des Staates Israel und jeder Kontakt mit politischen Gegnern sofort als "Antisemitismus" ausgelegt. :keule:

Stadteule hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 10:44
... aber ich sehe keinen Grund gegen ein System zu rebellieren, das mich nicht gefangen hält. Ich konnte doch gehen, als ich wollte.
Dann kannst du dich aber glücklich schätzen, daß du nicht durch familiäre oder gesellschaftliche Zwänge "gefangen gehalten" wurdest.

Ein Kirchenaustriit ist zwar in Deutschland schon (oder erst?) seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts möglich. Es ist aber im Prinzip nur ein Austritt mit „nur bürgerlicher Wirkung“, für den auch noch Gebühren kassiert werden, die sich auch nicht unbedingt jeder leisten kann bzw. will.

Ob der Austritt nach Kirchenrecht anerkannt wird obliegt der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Bei den Katholiken soll das umstritten sein.
Bei den Moslems ist das wohl garnicht möglich, was Konvertiten enorme Probleme bringen kann.
http://www.wer-weiss-was.de/t/wie-aus-d ... /1631404/8
So besteht beispielsweise bei den christlichen Kirchen übereinstimmend die Auffassung, dass die Taufe nicht rückgängig gemacht werden kann, ein evangelisch oder katholisch getaufter Christ also stets getauft bleibt.
Also kann man durchaus von einer "Gefangenschaft" reden, gegen die es sich lohnt zu "rebellieren".

Von der Diskriminierung von Atheisten möchte ich hier jetzt garnicht erst anfangen ...

dunkle Grüsse
izento
(getaufter, gottloser Nichtmehrchrist - auch gerne als "Satanist" beschimpft.)
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#122

Beitrag von Stadteule » Di 23. Mai 2017, 12:10

izento hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 11:51
So besteht beispielsweise bei den christlichen Kirchen übereinstimmend die Auffassung, dass die Taufe nicht rückgängig gemacht werden kann, ein evangelisch oder katholisch getaufter Christ also stets getauft bleibt.
Also kann man durchaus von einer "Gefangenschaft" reden, gegen die es sich lohnt zu "rebellieren".
Eine Taufe ist eine Initiation, also selbstverständlich kann sie nicht rückgängig gemacht werden. Aber eine Taufe ist genauso viel oder wenig eine "Gefangenschaft" wie jede andere Initiation (sogar weniger als viele andere Initiationen, denn der Getaufte legt kein Versprechen ab, sondern die Paten) und auch getauft kann man der Religionszugehörigkeit den Rücken kehren. Zum Glück besteht in unserem Staat keine rechtliche Pflicht einer bestimmten Religion zu zugehören.

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#123

Beitrag von izento » Di 23. Mai 2017, 12:28

Stadteule hat geschrieben:SORRY Izento!!! Ich wollte Dich zitieren und habe Deinen Beitrag statt dessen weg editiert!!!!
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#124

Beitrag von Stadteule » Di 23. Mai 2017, 13:40

izento hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 12:28
So ist das bei vielen Initiationen und auch bei Wicca wird man mit der Initiation in die Gemeinschaft eingegliedert (und als Priester/in geweiht). Das muss aber doch niemanden hindern, wieder andere Wege zu gehen. Die Initiation (ob Taufe oder etwas anderes) bleibt selbstverständlich bestehen und bleibt auch ein Teil der eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Man radiert ja auch nicht Erlebnisse aus seiner Biographie - was stattgefunden hat, hat stattgefunden. Die Frage ist, ob man dabei bleibt oder weiter gehen möchte. Sich von der christlichen Kirche "gefangen" zu fühlen, halte ich für ein jeweils persönlich hausgemachtes "Problem".

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#125

Beitrag von Bodecea » Di 23. Mai 2017, 14:10

izento hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 11:51
BTW. Der "antisemitische Dolch" wurde mir hier mal wieder zu schnell gezückt. Leider wird inzwischen jede Kritik an der Politik des Staates Israel und jeder Kontakt mit politischen Gegnern sofort als "Antisemitismus" ausgelegt. :keule:
Hm - eigentlich wurde hier ja nur kritisiert, dass bei der Ablehnung des Christentums explizit auf dessen jüdische Wurzeln verwiesen wird. Von irgendeiner Kritik am Staat Israel war doch gar nicht die Rede hier.
Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#126

Beitrag von Bodecea » Di 23. Mai 2017, 14:13

Stadteule hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 13:40
Sich von der christlichen Kirche "gefangen" zu fühlen, halte ich für ein jeweils persönlich hausgemachtes "Problem".
Denke ich auch, so lange wir von den normalen Kirchen in Deutschland sprechen, auch wenn es sicher bei manchem recht turbulente familiäre Nachwirkungen haben dürfte, wenn er/sie der Kirche/dem Glauben den Rücke kehrt; schlimmer natürlich bei den diversen Hardliner-Sekten.

LG
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#127

Beitrag von Stadteule » Di 23. Mai 2017, 14:35

Bodecea hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 14:13
Denke ich auch, so lange wir von den normalen Kirchen in Deutschland sprechen, auch wenn es sicher bei manchem recht turbulente familiäre Nachwirkungen haben dürfte, wenn er/sie der Kirche/dem Glauben den Rücke kehrt; schlimmer natürlich bei den diversen Hardliner-Sekten.
Ja und das individuelle Verhalten ist dann wieder die Verantwortung der beteiligten Personen und nicht der Religion. Hardliner-Sekten ausgenommen, völlig klar.


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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#128

Beitrag von simon magus » Di 23. Mai 2017, 14:46

izento schrieb
lso ich persönlich kann durchaus sagen, daß ich bestimmte Religionen, ihre Inhalte und Ethiken, nicht mag.
Bei Menschen ist das etwas anderes. Eine Antipathie habe ich nicht gegen einen Menschen oder seine Herkunft an sich.
Eine Antipathie kann sich aber gegen die Einstellungen und Handlungen eines Menschen richten. Dazu kann u.a. auch die Religionszugehörigkeit gehören.

Konkret: Ein Nazi kann durchaus ein netter Mensch sein.
Wenn er aber eben dieser Ideologie anhängt und entsprechend handelt, hat er sich trotzdem meinen Respekt verspielt.
Willst Du jetzt allen Ernstes die jüdische Religion, auf die sich das oben Geschriebene u.a. bezog, mit Nazis in einen Topf werfen?

Ich hoffe, ich habe dich jetzt ganz einfach falsch verstanden...

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#129

Beitrag von izento » Di 23. Mai 2017, 15:23

simon magus hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 14:46
izento schrieb
lso ich persönlich kann durchaus sagen, daß ich bestimmte Religionen, ihre Inhalte und Ethiken, nicht mag.
Bei Menschen ist das etwas anderes. Eine Antipathie habe ich nicht gegen einen Menschen oder seine Herkunft an sich.
Eine Antipathie kann sich aber gegen die Einstellungen und Handlungen eines Menschen richten. Dazu kann u.a. auch die Religionszugehörigkeit gehören.

Konkret: Ein Nazi kann durchaus ein netter Mensch sein.
Wenn er aber eben dieser Ideologie anhängt und entsprechend handelt, hat er sich trotzdem meinen Respekt verspielt.
Willst Du jetzt allen Ernstes die jüdische Religion, auf die sich mein Zitat u.a. bezog, mit Nazis in einen Topf werfen?

Ich hoffe, ich habe dich jetzt ganz einfach falsch verstanden...
Jepp, genau absolut gegenverdreht verstanden. Mein Beitrag hatte absolut keinen Bezug zur jüdischen Religion!
Ich habe lediglich den "Nazi" als Beispiel gewählt, da wahrscheinlich jeder hier eine Antipathie gegen diese Ideologie hat.
Bodecea hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 14:10
izento hat geschrieben:
Di 23. Mai 2017, 11:51
BTW. Der "antisemitische Dolch" wurde mir hier mal wieder zu schnell gezückt. Leider wird inzwischen jede Kritik an der Politik des Staates Israel und jeder Kontakt mit politischen Gegnern sofort als "Antisemitismus" ausgelegt. :keule:
Hm - eigentlich wurde hier ja nur kritisiert, dass bei der Ablehnung des Christentums explizit auf dessen jüdische Wurzeln verwiesen wird. Von irgendeiner Kritik am Staat Israel war doch gar nicht die Rede hier.
Ich persönlich konnte in der Bemerkung "jüdischer Fischerverein" allerdings keinen expliziten Verweis auf die Ablehnung des Judentums erkennen, wie simon es tat.
Das einzige was ich erkenne, ist bei einigen "Deutschen jüdischen Glaubens" eine gewisse "Hypersensibilität" wenn das Judentum direkt oder indirekt in Zusammenhang mit der Kritik an bestimmten Handlungen steht. (israelische Politik, jüdische Wurzeln des Christentums, etc.)
Diese "Überempfindlichkeit" konnte ich allerdings bei meiner Zusammenarbeit mit "Kollegen" in Israel und meinen Besuchen dort nicht erkennen. Im Gegenteil, die waren relativ "locker" gegenüber einem "Deutschen" wie mir. Da ergaben sich eher freundschaftliche Verhältnisse, da ich ja "auch kein Christ" bin.

PS. Ich hoffe damit jetzt Teile meines Beitrag rekonstruiert zu haben. ;)
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simon magus

Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#130

Beitrag von simon magus » Di 23. Mai 2017, 15:32

@ izento

"Hypersensibilität", wie Du es nennst, entwickelt man vermutlich zwangsläufig, wenn man als Jude in Deutschland lebt, in einem Land, in dem Millionen Menschen jüdischen Glaubens, ebenso wie Sinti, Roma und andere Minderheiten einem industriemäßigen Massenmord zum Opfer gefallen sind. Wenn Du Dich darüber wunderst, lässt Du eine gewisse grobe Unsensibilität an Dir erkennen.
Es ist tatsächlich leichter, als Israeli "locker" mit Deutschen umzugehen als wenn man hier in Deutschland mit abschätzigen Bemerkungen gegen das Judentum konfrontiert wird.
Und ja - ich wünsche Dir, dass Du niemals lernen musst, wie es ist, einen Holocaust zu erleben bzw. in einer Familie aufzuwachsen, die das miterleben musste.

Weisst Du izento - Du magst Dir ja darin gefallen, Dich von der bösen Kirche etc. verfolgt zu fühlen. Weil Du ja den großen Schritt getan hast und ihr den Rücken gekehrt hast. Verstehe ich voll.
Aber es gibt auch Leute, die das Gefühl der Ablehnung (vorsichtig ausgedrückt) ihr ganzes Leben lang ertragen mussten. Und ihre Vorfahren. Jahrhundertelang. Ohne dass sie etwas daran ändern konnten. Und zwar im Fall ihrer Vorfahren, vielleicht noch ihrer eigenen Eltern, echte Verfolgung. Mit Mord, Folter, Sichversteckenmüssen und Angst.
Selbst heute noch ist es für sie gefährlich. Weil sie auch heute noch nicht frei und unbeschwert überall hingehen können. Weil sie nämlich durchaus mancherorts um ihr Leben fürchten müssen. Die vielleicht auch mal Drohbriefe bekommen oder Zeichen des Hasses als Schmierei an ihrer Tür.
Da ist das Ganze dann kein Kokettieren mit der Attitüde des Verfolgtseins, sondern ein sehr ernstes Problem. Bringst Du da vielleicht Deinerseits auch Verständnis auf?
Zuletzt geändert von simon magus am Di 23. Mai 2017, 15:53, insgesamt 1-mal geändert.

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