Lebensbejahung und Tod

Nirreaneid
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Re: Lebensbejahung und Tod

#21

Beitrag von Nirreaneid » Sa 9. Nov 2019, 20:09

Naja, zumindest laut buddhistischer Vorstellung führt ein lebhaftes Sexleben eher dazu, als Mensch wiedergeboren zu werden. Zur tierischen Wiedergeburt führt wohl eher Trägheit und Faulheit... frag mir gerade ob ich mir Sorgen machen sollte, so von wegen Trägheit😂

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atemkristall
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Re: Lebensbejahung und Tod

#22

Beitrag von atemkristall » Mo 11. Nov 2019, 15:40

Ist es nicht so, dass wenn wir uns umschauen, das Leben immer aus dem Tod und der Tod immer aus dem Leben hervorgeht, ständig, jetzt und überall und hier? Für mich hat das mit der Polarität zu tun, in deren Spannungsfeld sich das Leben und alles Existierende entfaltet. Wie oben, so unten. Wie im Kleinen, so im Großen. Dann gilt das also für alle Bereiche unserer Existenz, auch für unser Bewusstsein, für unser Selbst, für unser Ich.
Beste Grüße vom
atemkristall

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Hagezorn
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Re: Lebensbejahung und Tod

#23

Beitrag von Hagezorn » Mo 11. Nov 2019, 15:51

Theoretisch hast Du recht.....
Leider trägt der Mensch auf dem Friedhof nix mehr zum Leben dazu.
Die Leichen sind so vergiftet,das noch nicht mal die Würmer drangehen.....die verseifen im Boden.
Deshalb überlegt man hinter verschlossenden Türen Friedhöfe als Sondermülldeponie zu deklarieren....
Menschen brauchen einen Glauben,sonst hätte Ihre Existenz keinen Sinn....

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Bodecea
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Re: Lebensbejahung und Tod

#24

Beitrag von Bodecea » Di 12. Nov 2019, 09:24

Hagezorn hat geschrieben:
Mo 11. Nov 2019, 15:51
Leider trägt der Mensch auf dem Friedhof nix mehr zum Leben dazu.
Die Leichen sind so vergiftet,das noch nicht mal die Würmer drangehen.....die verseifen im Boden.
Hallo,

Das hat mit irgendwelchen Giften nichts oder nur wenig zu tun, sondern entsteht dann, wenn die Leichen ohne Sauerstoffzufuhr verwesen (oder dann halt nicht verwesen, sondern zu "Wachsleichen" mumifizieren). Das liegt an zu feuchten/schweren Böden und zum Teil auch an zu massiven Särgen bzw., solchen aus Kunstmaterial, die nicht verwesen. Siehe auch https://www1.wdr.de/wissen/mensch/wachs ... f-100.html

Viele Grüße
Bodecea
Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

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Re: Lebensbejahung und Tod

#25

Beitrag von izento » Di 12. Nov 2019, 09:25

Hagezorn hat geschrieben:
Mo 11. Nov 2019, 15:51
Leider trägt der Mensch auf dem Friedhof nix mehr zum Leben dazu.
Ist das nicht sehr nihilistisch gedacht? Wenn du natürlich Lebewesen auf ihre fleischliche Hülle reduzierst, wird kein Nutzen bleiben.
Wichtig am Tod ist aber auch, daß er "Platz" für neues Leben schafft ... und für neue Gedanken.
Nirreaneid hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 18:18
Über die tatsächlichen Ursprünge des Christentums als mögliche Erkenntnisreligion können wir heute nur spekulieren. Ursprünglich war da aber wohl weder Fegefeuer noch Hölle angelegt, dass sind neuere Zusätze die evt. auch durch einflüsse ursprünglich europäischer Religionen geprägt sind.
Das stimmt so nicht!
Auch in den Urreligionen im Zweistromland (vor 3000-8000 Jahren) gab es immer schon ein Totenreich, aus dem es kein Entkommen (Reinkarnation) gab.
Einzige Ausnahme war wohl Innana, die aber einen Stellvertreter finden musste.
Auf diesen Vorstellungen basiert das Alte Testament der Christen.

Erst mit dem Zusammenschluß verschiedener christlicher Strömungen, ca. 500 n.Chr., wurde aus dem zornigen Gott JHWH der "liebe Gott" und als böser Gegenspieler mußte der "Teufel" herhalten. Das Totenreich wurde unterteilt in "Himmel und Hölle", so daß man die Gläubigen schon zu Lebzeiten zur Einhaltung der Gebote zwingen konnte.
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
Follow your dreams and be TRUE to yourself.
Der alte Narr sagt: Ich bin ein alter Weiser. Der alte Weise sagt: Ich bin ein alter Narr.

Nirreaneid
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Re: Lebensbejahung und Tod

#26

Beitrag von Nirreaneid » Mi 13. Nov 2019, 15:30

Izento,

na generell die Vorstellung eines Ortes, an dem sich die Toten aufhalten ist sicher älter als es in irgendeiner Form durch Schrift oder Artefakte dokumentiert ist.

Aber ein geteiltes Totenreich mit einer angenehmen Abteilung für die Braven und Folgsamen und einer anderen, total fiesen Abteilung für die Bösen, und evt. einer Durchgangsstation für die Normalos, die nicht ganz böse waren, wo sie durch Leiden geläutert werden? Aber ok, ich bin keine Theologin und nicht mal religiös aufgewachsen.

Generell finde ich diese strikte Trennung von Leben und Tod eher schwierig. Existenz ist ein ständiger Prozess des Werdens und Vergehens.

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