Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

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quantenmagier
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Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#11

Beitrag von quantenmagier » Mi 29. Mai 2013, 16:53

Joa ist mir schon klar was du meinst, du meinst durch meine Einstellung mache ich die Krankheit schlimmer als sie sein müßte, aber bei Aggravation geht es ja darum so zu tun alswenn sie schlimmer wäre und nicht darum sie schlimmer zu machen, außerdem stehe ich in Kontakt mit jemandem der die Schilddrüse erst rausgestrahlt hat, was nicht geklappt hat und sie dann rausoperieren mußte und sich jetzt ewig rumquält, weil die Ärzte einfach nicht die richtige Einstellung finden, es ist also nicht so, daß meine Krankheit unbedingt besser ist, wenn die Schilddrüse raus ist.
Außerdem finde ich die Vorstellung den Rest meines Lebens Hormone schlucken zu müssen schlimmer als noch ein par Jahre Medikamente schlucken zu müssen mit der Hoffnung, daß meine Krankheit zurückgeht oder ein neues Medikament auf den Markt kommt wie dieses hier: http://suite101.com/article/advances-in ... nt-a354210
Ich habe lieber Hoffnung, weil ich sonst das Gefühl habe aufzugeben und außerdem einen Teil von mir verliere... :-/

LG
qm
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Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#12

Beitrag von Meridion » Mi 29. Mai 2013, 19:32

quantenmagier hat geschrieben:Joa ist mir schon klar was du meinst, du meinst durch meine Einstellung mache ich die Krankheit schlimmer als sie sein müßte, aber bei Aggravation geht es ja darum so zu tun alswenn sie schlimmer wäre und nicht darum sie schlimmer zu machen, außerdem stehe ich in Kontakt mit jemandem der die Schilddrüse erst rausgestrahlt hat, was nicht geklappt hat und sie dann rausoperieren mußte und sich jetzt ewig rumquält, weil die Ärzte einfach nicht die richtige Einstellung finden, es ist also nicht so, daß meine Krankheit unbedingt besser ist, wenn die Schilddrüse raus ist.
Außerdem finde ich die Vorstellung den Rest meines Lebens Hormone schlucken zu müssen schlimmer als noch ein par Jahre Medikamente schlucken zu müssen mit der Hoffnung, daß meine Krankheit zurückgeht oder ein neues Medikament auf den Markt kommt wie dieses hier: http://suite101.com/article/advances-in ... nt-a354210
Ich habe lieber Hoffnung, weil ich sonst das Gefühl habe aufzugeben und außerdem einen Teil von mir verliere... :-/

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Also würdest du auch lieber Antikörper nehmen als die Schilddrüse entfernen zu lassen? Das ist echt zu krass =) ... Ich mein klar, es ist deine Schilddrüse, aber würdest Du nen entzündeten Blinddarm oder einen eingeklemmten Leistenbruch drin lassen, oder bei ner instabilen Trümmerfraktur mit ner Schiene rumlaufen? Eher nicht, oder?

M

P.S: Ich würd mir vorher Gott weiss was rausoperieren lassen bevor ich mir freiwillig irgendwelche rekombinanten Antikörper spritzen lasse, die dazu noch in irgendeiner Phase III Studie stecken in der Hoffnung, dass sie sonst nix kaputt machen...

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Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#13

Beitrag von quantenmagier » Do 30. Mai 2013, 10:51

Joa wo du Antikörper sagst, eine erfolgversprechende Therapie scheint mir auch Privigen, also intravenöses Immunoglobulin G, denn bei dem TRAK was die Schilddrüse angreift handelt es sich um IgG und das bekommt man im Babyalter ohnehin von der Mutter.
Das IVIG scheint das durchgedrehte IgG im Körper zu regulieren, dazu hab' ich ne Studie gelesen und bei anderen Autoimmunerkrankungen hat sich das ja schon bewährt, deswegen verstehe ich nicht warum man bei der Schilddrüse diese verfluchte Symptombehandlung macht, auch wenn man Thiamazol eine leichte Immununterdrückung nachsagt, aber die ist eher Hypothetisch und ohne bekannten Wirkweg.. :-/

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Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#14

Beitrag von quantenmagier » Do 30. Mai 2013, 11:24

Meridion hat geschrieben:Das ist echt zu krass =) ... Ich mein klar, es ist deine Schilddrüse, aber würdest Du nen entzündeten Blinddarm
Da würde ich hoffen daß es sich wieder beruhigt, vielleicht hilft Ibuprofen, aber mit Blinddarmentzündung hab ich mich nicht beschäftigt, obwohl ich gehört habe daß die tödlich sein kann, aber verstehe nicht warum, weil es nur ein Körperteil am Ende des Darms ist das sowieso kaum Zweck hat. ^^

Aber ich denke ich würde den Blinddarm Notfalls entfernen lassen, aus folgendem Grund...
Meridion hat geschrieben:oder einen eingeklemmten Leistenbruch drin lassen, oder bei ner instabilen Trümmerfraktur mit ner Schiene rumlaufen? Eher nicht, oder?
Wenn das chirurgisch beglichen wird ist man hinterher vermutlich nicht den Rest seines Lebens von Hormonen bzw. Medikamenten abhängig. ;)

Wenn ich keine Schilddrüse mehr hab, kann ich vermutlich nie ne Survival-Weltreise oder so machen, weil ich immer genug Meds bei mir haben muß... :-/

LG
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Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#15

Beitrag von Druvid » Do 30. Mai 2013, 14:43

Hey Quantenmagier.
Ich kann Dir gerne ein paar Antikörper abgeben - hab Hashimoto (also das genaue Gegenteil von Dir) und von der Schilddrüse ist bald nix mehr über...
:green:
Im Ernst: Ist halt bei manchen Sachen/Krankheiten so - hilft nix außer ewig irgendein chemisches Medikament zu schlucken.
Krieg ich im Amazonas Dschungel auch Probleme wahrscheinlich.
Hätte es gerne auch anders.
*FUCK*
Kann mich aber auch verrückt machen, mit einem riesigen Kropf umherlaufen weil die Schulmedizin ist ja soooo schlecht...
:-/
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Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#16

Beitrag von Meridion » Do 30. Mai 2013, 14:45

Wenn man ehrlich ist wird die Zeit so oder so kommen, wenn Du Dich nicht völlig von der modernen Medizin lossagen willst (was Du ja nicht tust), in der Du täglich Medikamente einnehmen musst. Ein Großteil der verlängerten Lebenserwartung der jetzigen Generation(en) liegt dann doch daran, dass diese älteren Herrschaften nicht mehr, wie die Generation vor 150 Jahren, Blutdruck, Zucker, Blutfett etc. einfach entgleisen lassen müssen und dann zwischcen 55 und 65 an ner kardiovaskulären Komplikation versterben.

Zum Thema Antikörpertherapie: Antikörper werden bereits bei schwerwiegenden, zB Bluterkrankungen oder Autoimmun-Hämophilien eingesetzt, sie haben jedoch zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Da Du ja so gerne Rote Hand Briefe linkst (zB bei Metamizol), hier exemplarisch mal für Rituximab [1] (rekombinantes Antikörperkonzentrat zur Behandlung zB von malignen Lymphomen). Antikörpergaben müssen ärztlich überwacht werden, weil sie in vielen Fällen eben gerade die immunogenen Wirkungen haben, die du bei Metamizol so kritisiert hast: Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Schmerzen bis hin zur Magenperforation, Stevens Johnson bzw. Lyell-Syndrom... oder einfach gesagt, die Haut schält sich am ganzen Körper ab, weil Dein Immunsystem entschieden hat, auf die genetisch modifizierten Antikörper überall mit ner Entzündung zu reagieren...

Die Frage, warum eine etablierte Methode bei Morbus Basedow die Schilddrüsenentfernung ist, kann ich Dir beantworten: Weil es eine der mit am wenigsten Komplikationen verbundenen Therapieoption darstellt [2]. Weder die NUklearmediziner noch die Chirurgen haben ein Interesse daran, möglichst viel Drüsen rauszustrahlen/schneiden, und wie ich an anderer Stelle dargelegt habe ist auch L-Thyroxin kein umsatzstarker Posten für die Pharmaindustrie.

Wenn Du Angst hast, die Schulmediziner wollen an deine Drüse aus Eigennutz, überleg Dir, wieviel Kohle mit rekombinanten Antikörpern gemacht wird: 2 fläschchen 100 mg rituximab (der Antikörper von oben) kosten 1000 Euro. Was glaubst Du wieviel ein neuer "Wunderantikörper" gegen autoimmune Schilddrüsenerkrankungen kosten wird und was die Pharmaindustrie damit verdienen könnte. Und welches Interesse daran bestünde, mögliche Nebenwirkungen kleinzureden... Ich hab in anderen Thread von einer Frau berichtet, die 1,3 Millionen Euro an Antikörpertherapie erhalten hat. Nach einer OP war sie "geheilt". Glaubst Du aus wirtschaftlicher Sicht war es profitabel, die Frau zu operieren?

Ganz im Ernst jetzt, an Deiner Stelle würd ich weniger versuchen ein Medizinstudium in Eigenregie nachzuholen (wenn mein Auto klappert geh ich ja auch zum KFZ Meistr) und mir viel eher einen Mediziner zu suchen, gerne einen der auch mit nem Heilpraktiker zusammenarbeitet, dem ich vertraue. Nicht mal annähernd alle Schulmediziner sind Verbrecher.

M

1 - http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherh ... 130412.pdf
2 - Brent GA. Clinical practice. Graves' disease. N Engl J Med. 2008 Jun 12;358(24):2594-605

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Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#17

Beitrag von Bodecea » Fr 31. Mai 2013, 09:58

Hallo Quantenmagier,

ich quatsche ja anderen ungern in ihren Medizinkram rein, weil ich der Meinung bin, jedeR muss selbst wissen, was er oder sie sich gesundheitlich antut und was nicht.

Aber darüber:
quantenmagier hat geschrieben: Wenn ich keine Schilddrüse mehr hab, kann ich vermutlich nie ne Survival-Weltreise oder so machen, weil ich immer genug Meds bei mir haben muß... :-/
musste ich dann doch schmunzeln. Schließlich klingt deine bisherige Beschreibung deines Gesundheitszustandes eher so, als ob der nicht mal den alltäglichen Survivel zulässt, sprich einen halbwegs normales halbwegs schmerzfreies Leben...

Ich persönlich halte ja auch manche Auswüchse der Pharmaindustrie für fast schon kriminell (z.B. das Pathologisieren von alltäglichen Schwankungen und kleinen Abweichungen im seelischen und körperlichen Befinden), bin aber trotzdem um die moderne "Schulmedizin" sehr froh. Mit zwei Elternteilen mit schwerer Diabetes Typ II ist die Wahrscheinlichkeit für mich sehr hoch, das auch mal zu bekommen. Auch mit halbwegs gesunder Ernährung, möglichst wenig Stress und Übergewicht, viel Bewegung kann ich da nur begrenzt gegensteuern. So habe ich jetzt noch mit knapp 40 sehr schöne Blutwerte. Aber ich weiß auch, wenn ich mit 50,60 oder 70 Diabetes bekomme, muss ich nicht jämmerlich dran verrecken inklusive Erblindung, sondern kann mit Insulin alt werden. Ein paar Mal am Tag dafür einen Pieks in den Bauch, was ist das schon.

Ich weiß nicht, wie alt du bist, Quantenmagier, aber ich glaube, irgendwann rafft man, dass man im Leben nicht alles, was man sich vielleicht mal erträumt hat, umsetzen kann. Dann heißt es, das Beste aus dem machen, was möglich ist. Und ich denke, ein sinnvolles Leben kann auch mit täglichen Medis und ohne Dschungel-Survivaltour möglich sein. ich habe es ja auch bisher ohne Literaturnobelpreis und Schloss im Wald überlebt ;-).

Liebe grüße
Bodecea
Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

Yeth

Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#18

Beitrag von Yeth » Fr 31. Mai 2013, 12:04

Es ist überhaupt kein Problem eine Survival- Reise zu machen!

Der Vorrat an l- Thyroxin den Du dafür brauchst sprengt kein schmales Reisegepäck. Eine Packung enthält
3x 24 Tabletten und ist kleiner als ne Kippenschachtel!

Man nimmt eine am Tag, somit könntest Du 72 Tage im Dschungel bleiben!

lg

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Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#19

Beitrag von Druvid » Fr 31. Mai 2013, 20:54

HAllo Gast.
Thyroxin brauchst Du bei einer Unterfunktion bzw. Hashimoto: Also das SD Hormon, damit der Körper überhaupt wieder läuft.
Wäre bei Morbus Basedow ziemlich kontraproduktiv, weil da sind ja eh schon zu viele davon am Werk.
Da muß man dann unterdrücken mit Thyreostatika um eben keine Beschwerden zu bekommen.
;)
Kann sich bei Nichtbehandlung aber ins Gegenteil umschlagen...
Bild

Yeth

Re: Morbus Basedow (autoimmune Schilddrüsenüberfunktion)

#20

Beitrag von Yeth » Sa 1. Jun 2013, 10:07

Hallo Druvid,

ich bezog das auf den Zustand nach einer SD- Entfernung, und der Angst dann keine Survival Reise mehr machen zu können.
quantenmagier hat geschrieben:Wenn ich keine Schilddrüse mehr hab, kann ich vermutlich nie ne Survival-Weltreise oder so machen, weil ich immer genug Meds bei mir haben muß... :-/
lg

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