HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

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Bodecea
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#21

Beitrag von Bodecea » Sa 10. Mai 2014, 08:59

Bei mir waren es auch Ronja, außerdem Amazonen (ja, habe die "schönsten Sagen des klassischen Altertums" schon im Grundschulalter verschlungen). Ich war ein Fan aller möglicher anderer Lindgrenbücher, außerdem Fantasy (Ende, Tolkien usw.), Schreckenstein auch... und mit 12-13 wollte ich dann Priesterin von Avalon sein. Jawoll.

Zitat: Jetzt würde mich noch interessieren, was für Euch die typischen Eigenschaften Eurer Mädchenheldinnen sind, die sie dazu machen und die nichts mit Eigenschaften zu tun haben, die eher Jungs zugeordnet werden.
Ich hab bei der Frage hier ein bisschen Problemen mit den Schubladen "mädchentypisch - jungentypisch". Was ist denn "mädchenhaft"? Ich fand es sehr mädchenhaft, draußen Lager zu bauen und mir ein großes Messer um die Seite zu binden, als ich 10 war. Wir waren schließlich Amazonen!

Ich habe es schon als Kind nicht eingesehen, wenn man mir bestimmte Verhaltensweisen vorschreiben wollte, nur weil ich ein Mädchen/kein Juinge war. Das war auch ehedem in den 1980ern nicht so angesagt wie heute. Im Grundschulalter hatten wir alle fast immmer die gleiche Latzhosen- und Pulli-Kluft an mit Flicken auf den Knien. Wir tobten zusammen mit den Jungs (oder gegeneinander), udn Mädchen, die lieber brav mit Puppen spielten, sich nie schmutzig machten und lieber drinnen blieben, statt auf Bäume zu klettern, fanden wir wunderlich.

Liebe grüße
Bodecea
Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

Zarina
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#22

Beitrag von Zarina » Sa 10. Mai 2014, 09:36

Mir ist gerade noch ein sehr interessanter Vortrag zu dem Thema eingefallen.
http://www.youtube.com/watch?v=ueOqYebVhtc

Der passt wirklich gut zum Thema und beantwortet auch grob deine Frage, Bodecea :)
Ist zwar auf englisch, aber eigentlich ganz gut verständlich.

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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#23

Beitrag von Ashar Starchild » Sa 10. Mai 2014, 12:18

Hi Bodecea,

habe den Thread ja deswegen eröffnet, weil ich keine "mädchenhaften" Vorbilder hatte, sondern mir mit 8 Jahren - nachdem ich auch die griechischen Sagen gelesen hatte - mir Hercules ´rausgesucht habe und der ist nun so garnicht "mädchenhaft"
Auch wenn das eine Schublade ist, so möchte ich mein Defizit füllen - ich war nämlich kein "kleines Mädchen", sondern ein kleiner Junge, sozusagen
Daher wäre ich sehr dankbar, wenn Ihr "Schubladen" diskutieren wollt, das in einem extra Thread machen würdet :)

LG Schneewölfin
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#24

Beitrag von Stadteule » Sa 10. Mai 2014, 13:11

Bodecea hat geschrieben:Ich hab bei der Frage hier ein bisschen Problemen mit den Schubladen "mädchentypisch - jungentypisch". Was ist denn "mädchenhaft"?
Schneewölfin hat geschrieben:Daher wäre ich sehr dankbar, wenn Ihr "Schubladen" diskutieren wollt, das in einem extra Thread machen würdet :) LG Schneewölfin
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich darüber ebenfalls gestolpert bin -und zwar nicht weil ich genderbezogene Schubladen gerne diskutieren möchte, sondern weil mir nur ansatzweise klar ist, welche Eigenschaften denn "typisch Mädchen" sind. Mir fiel also offen gestanden etwas schwer, Deine Frage gezielt zu beantworten und ich habe mich einfach galant über meine Bedenken hinweg gesetzt und geschrieben, was mir an ronja gefiel in dem Vertrauen, Du würdest Dich schon melden, wenn ich Jungseigenschaften nenne. :mad3:

Was ist denn z.B. Wildheit? Ist das jungenhaft? Und Kreativität? Und ein Freiheitsdrang? das sind ja die Eigenschaften, die mich schon immer sehr ansprachen und ich habe irgendwie Schwierigkeiten, sie einer Geschlechterrolle zuzuordnen.


Übrigens: Bille von "Bille und Zottel" war dann so ab 10 auch eine Heldin für mich. Sie war nicht so mainstream wie "Hanni und Nanni", hatte ihr eigenes Pony und war auch irgendwie eben nicht so ein braves Mädchen. Aber mir fällt gerade schwer, ihr spezielle Eigenschaften zuzuordnen.

An ronja kam für mich aber nie eine andere Figur ran und ich finde sehr spannend das jetzt zu betrachten und festzustellen, dass diese Eigenschaften, die ich damals so bewundernswert fand, immer noch für mich einen sehr hohen Stellenwert haben.


LG, Stadteule
Wer sie nicht kennte, Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister. (J.W.v.Goethe)

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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#25

Beitrag von FreieAtem » Sa 10. Mai 2014, 18:13

Hallo Schneewölfin,

Mir ging es bei der Frage ähnlich wie Stadteule und Bordeca. Trotzdem empfinde ich dass es in manchen Eigenschaften, die für beide gelten, Unterschiede geben kann, mehr im Gefühl und der Art und Weise als in der Eigenschaft selbst.
Mutterliebe z.B. fühlt sich für mich anders an als Vaterliebe. Obwohl beide objektiv evtl. gleichweit gehen können, bzw. messen miteinander kann man sie nicht beides ist Liebe.
Auch starke, konfliktbereite Weiblichkeit fühlt sich für mich anders an als die selbe männliche Konfliktbereitschaft.
Was aber nicht bedeutet dass Mann und Frau nicht auch beides haben kann. Ein bischen Mann und ein bischen Frau steckt doch in jedem von uns.
Ich glaube oft ist das Problem eher dass man sich die Eigenschaften der anderen Seite nicht erlaubt (hat). Oder bekrittelt wurde weil einem angeblich diese oder jene Dinge Fehlen.

Ich bin mir nicht sicher ob Ronja sich als totales Mädchen gefühlt hätte, hätte man sie in unserer Welt gefragt.
Sie ist ein Papa Kind, hat Spaß an Dingen, die anderswo eher Jungen zugeordnet worden wären... Wäre sie mit entsprechender Kritik an ihrem Wesen ihrer Rolle aufgewachsen hätte sie sicher auch Schwierigkeiten gehabt ein Mädchen zu sein.
Aber, die Frage tauchte garnie auf. Das war ihr Glück, andere Mädchen gab es nicht und sie hat sich ihr Mädchen selbst gemacht! Sie konnte sich enfalten, wurde aufrichtig geliebt, sicher auch von der Mutter mit mancher Sorge bedacht.
Die Liebe die sie bekam, ihre selbstbewusste Identifikation mit sich selbst, machte sie waschecht. Für ihr Wesen hat sie sich nie entschuldigen müssen, sich auch im Konflikt nicht brechen lassen.
Wenn ich mir die erwachsene Ronja vorstelle, macht sie doch genau das zu einer sehr starken, leidenschaftlichen, wilden, herzlichen und bestimmt auch sinnlichen und liebevollen Frau. Eine wirklich tolle Frau.
Mit der Kosequenz dass andere dann wieder dort Weiblichkeit verbinden, wo sie selbst sich an der Stärke ihres Vaters orientiert hat...

..daher würde ich das "Jungen-Mädchen" nicht nur als Defizit betrachen. Dein Mädchen hat sich einen Helden und Eigenschaften ausgesucht die sie brauchte. Vielleicht hat sie die in einem Männerheld gefunden, weil keine Frauen da waren die ihr die Ansätze dieser Eigenschaften weitergegeben und vorgelebt haben. Sie also dort ein Defizit erlebte?
Du hast das Mädchen in dir komplett gemacht, ergänzt und bewiesen dass diese Power auch in Frauen stecken kann :girlie-nick: .


*so ein Gedanke*

LG
FreieAtem
... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben ...

- Hermann Hesse aus Stufen -

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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#26

Beitrag von Elexatur » So 11. Mai 2014, 12:34

Alfred Jodokus Quack da er immer mit samtgehmüt an die sache rangegangen ist. Er wirkte Natürlich.
"David der Klabauter" war auch ein großer teil meiner guten jugend sowie "Als die Tiere den Wald verliesen." Mittlerweile schon völlig vergessen. (Untem am Fluss)

Zordrak von Traumstein (Herr der Alpträume)

Geschichten Aus der gruft.

The Vision of Elscaflowne (unzensiert) Dort wird erklärt warum alle wünsche nicht erfüllt werden können und das man Glück nicht Erzwingen kann.

X Die serie (unzensiert) Wie man sein schiksal in eigene hand nimmt.

Darin sind meine helden aus meiner Vergangenheit.

Und die Dunklen hexenmeister aus dem Spiel Warcraft 2 (windows 95)
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Mondgeist
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#27

Beitrag von Mondgeist » So 11. Mai 2014, 13:42

Halllo Schneewölfin,
hab mich mal bei den Kindern der Nachbarschaft umgehöhrt, was / wen sie denn als Identifikationsfigur angeben würden (Frage "wenn Du`s Dir aussuchen könntest, wer würdest Du denn gerne sein?). Mein jüngster (6) wäre gerne ein Tieger (egal ob Männchen oder Weibchen). Der Grosse gerne Ged aus "Erdsee", ganz klar, der kann zaubern. Dann kamen "Tinkerbell" von einer 7-jährigen - die kann fliegen und ist so schlau. Barbie von einer 8-jährigen, tolle Kleider und soooo schöne Haare. Jonas, 6 Jahre wäre gerne Bibi Blocksberg, klar: hex-hex :mad3:. Bella aus den Vampier Tagebüchern von einer 11-jährigen. Den Brecher aber brachte die 8-jährige Tochter meiner Freundin, die wäre gerne Gott.
Das kleine "Interview" hat uns allen viel Spass gemacht. Die Kids verteidigten "ihre" Helden leidenschaftlich. Eigenschaften wurden abgewogen. Allerdings war eins total unwichtig: ob der bevorzugte Charakter männlich oder weiblich ist. Sie identifizierten sich mit den Kräften und Möglichkeiten ihrer Lieblingshelden, vielleicht auch mit dem Aussehen (sooo schöne Haare....), aber das Geschlecht war (in dieser kleinen, nicht räpresentativen Gruppe) nicht relevant. Vllt. noch nicht relevant. Die Pubertät ändert ja so vieles ;) .......
Viele Grüsse, Mondgeist

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Mondgeist
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#28

Beitrag von Mondgeist » So 11. Mai 2014, 14:01

Ach ja, Nachtrag: das Mädel, das "Bella" toll fand, konnte es sich, nach nachfragen, auch gut vorstellen, die Figur einer Vampierin oder einer Werwölfin einzunehmen. :)

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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#29

Beitrag von CatEye » So 11. Mai 2014, 14:28

Hi,

was mir bei meinen Kinderheldinnen besonders gefallen hat ist, das sie frech, ideenreich, entschlossen, mutig und ein kleiner Wildfang im Sinne von trotzig und "geht nicht, gibt's nicht" waren. Sie waren stark, ohne ihren "weichen" kindlichen Kern zu verlieren, soll heißen, sie konnten in die "Schlacht" ziehen und gleichzeitig auch mal ein Tränchen verlieren. Was mir definitiv gefallen hat, ist die Tatsache, dass zunächst "normale" Protagonistinnen im Laufe der Zeit zu wirklichen kleinen "Heldinnen" werden und sie innerhalb der Handlung über sich hinaus wachsen und sich eben weiterentwickeln.
Selbstbestimmtheit ist sicherlich auch ein Schlüsselbegriff.

Ah ja Heidi fand ich auch ganz toll. Und da fällt mir auf, meine Heldinnen waren gern draußen unterwegs, weniger in der Wohnung.

Schnurrende Grüße
CatEye
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#30

Beitrag von Hekate » So 11. Mai 2014, 15:13

Was mir gerade so, wieder mal, auffällt, das ich merke, das ich zu der Generation gehöre, wo Kinderfernsehn, noch nicht so viel war.
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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