Ethische Banken - Eure Meinung

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Schneewoelfin
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Ethische Banken - Eure Meinung

#1

Beitrag von Schneewoelfin » So 15. Apr 2018, 16:54

Hi Ihr :)

vorhin habe ich mich wieder daran erinnert, dass ich schon vor ein paar Jahren zu einer ethischen Bank wechseln wollte. Hatte mich damals für die GLS Bank entschieden, bei der man jedoch nur über die VR Banken (gegen die ich persönliche Vorbehalte habe :worried: ) auf sein Konto zugreiffen kann, ebenso gehört die "Ethik Bank" zu einer VB :aufkopf: - und bei der Alternative der Triodos Bank steht nix dabei ...

https://utopia.de/ratgeber/alternative-gruene-bank/

An dieser Stelle möchte ich nur vorsichtshalber darauf hinweisen, dass der Thread im Earth Path, also im öffentlichen Bereich ist...

ich habe mich dann für die Sparkasse entschieden. Wie man mir dort versicherte, werden mit dem Geld auf dem Girokonto zB keine Warentermingeschäfte oder ähnliche mMn unethische, ausbeuterische Geldgeschäfte getätigt und man hat dort immer noch Kontakt mit Menschen, weswegen ich auch gerne die Kontoführungsgebühren zahle.
Im Gegensatz zu den Banken, die kostenfreie GiroKonten anbieten, denn meist wird das über imo zweifelhafte Geldgeschäfte, wie eben Hedgefonds etc finanziert :girlie-oh-my-god:

Wie seht Ihr das? Achtet Ihr auch bei Eurer Kohle auf Nachhaltigkeit? (ich lieeebe Wortspiele :girlie-mr-miyagi: )

LG Schnee
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Peregrin
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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#2

Beitrag von Peregrin » So 15. Apr 2018, 17:25

Schneewoelfin hat geschrieben:
So 15. Apr 2018, 16:54
... oder ähnliche mMn unethische, ausbeuterische Geldgeschäfte getätigt und man hat dort immer noch Kontakt mit Menschen, weswegen ich auch gerne die Kontoführungsgebühren zahle.
Äh... reden wir von der deutschen Sparkasse, die immer mehr Filialen einstampft, da das Geschäft mit Kleinkunden nicht gewinnbringend ist, trotz ungerechtfertigter Kontogebühren, bei der man bei jeder Kontobewegung bezahlt, wenn eine Maschine virtuelles Geld von A nach B schiebt? Die sich im Großen Spiel verspekuliert haben und darum den nicht gewinnbringenden Teil - Privatkunden - abstoßen wollen?

Meine Elterngeneration bekommen gerade mit, wie "ethisch" das ist. Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr lange laufen oder Radfahren können, die kein Auto haben und zehn mal überlegen, ob sie von ihrer kleinen Rente den Bus zahlen und da immer die Mühe mit dem Rollator haben beim Einstieg. Denen hat man die letzte Filiale im Stadtteil zugemacht und nicht mal einen Geldautomaten gelassen. (Der kostet ja auch was in der Wartung.) Zu denen wird schulterzuckend gesagt: "Sie können ja Onlinebanking machen!" Achtzigjährige, die weder mit Handy noch mit PC umgehen können! Die einzige Möglichkeit für die Nachbarin an ihr Geld zu kommen besteht darin, dass mein Vater sie mit dem Auto in die Innenstadt fährt.

Sorry, aber "ethische Banken" ist ein Oxymoron für mich.

Ich glaube nicht, das irgendeine Bank ethisch handelt. Volksbanken, Raiffeisenbanken, Genossenschaftsbanken und kirchliche Banken waren das mal zur Zeit ihrer Gründung. Aber das ist lange, lange her.

Nette Anekdote am Rande: Ich hatte mal eine Kollegin, die zehn Jahre für eine kirchliche Bank gearbeitet hatte. Ihre Erfahrungen da haben sie nicht nur dazu gebracht den Job aufzugeben und umzuschulen, sondern auch ihre Konfession zu wechseln.

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Schneewoelfin
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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#3

Beitrag von Schneewoelfin » So 15. Apr 2018, 17:55

Peregrin hat geschrieben:
So 15. Apr 2018, 17:25
Meine Elterngeneration bekommen gerade mit, wie "ethisch" das ist.
ja, da merkt man halt, wie unterschiedlich die einzelnen Bezirke sind: bei uns wurden wirklich kleine Filialen in kleinen Käffern geschlossen, die Mitarbeiter sah ich dann in der neu eröffneten grösseren Zentrale wieder und es wurden auch viele barrierefreie Schalterzentralen eröffnet
Klar haben sie auch Personal eingespart, aber nicht in dem Ausmass, wie die anderen ...
Peregrin hat geschrieben:
So 15. Apr 2018, 17:25
Sorry, aber "ethische Banken" ist ein Oxymoron für mich.

und was ist Deine Meinung bzgl der in dem Link beschriebenen Banken? denn ich würde gerne in diesem Thread mit Euch über eben diese mich austauschen :)

LG Schnee
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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#4

Beitrag von Hekate » So 15. Apr 2018, 17:56

Sorry, aber "ethische Banken" ist ein Oxymoron für mich.
Peregrin, drückt damit aus, was ich, bei dem Thema - fühle.

Gruss

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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#5

Beitrag von LiH » So 15. Apr 2018, 18:00

Hallo Schneewoelfin,

Danke für den Thread, mich interessiert das Thema sehr.
Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, zu einer "etischen"/"grünen" Bank zu wechseln.
Warum ich es bisher nicht getan habe - mir sind nicht genug Erfahrungsberichte bekannt, die ich als vertrauenswürdig einstufe - vielleicht ändert sich das mit diesem Thread ein Stück weit?

Ich habe Zweifel, ob es überhaupt eine ethische Bank gibt, oder ob es nur schlaue Marketingstrategien sind. Ich lasse mich aber sehr gerne eines Besseren belehren!

Hinzu kommt, dass mir auch ethischer Umgang mit mir als Kunde wichtig ist.
Den hatte ich als Privatperson bisher bei meiner Sparkasse schon so haaalbwegs und mindestens das Niveau will ich bei einer anderen Bank auch.

Andererseits habe ich bei unserer Kreissparkasse Dinge erlebt/mitbekommen, die schon lange Grund zum Wechseln wären...wenn ich nur zuverlässige Informationen hätte, wo es besser ist. Beispielsweise hat ein Freund von mir nach einer Privatinsolvenz alle Register ziehen müssen, bis ihm die Sparkasse großzügigerweise erlaubt hat, ein Konto zu eröffnen. Das war eine sehr erniedrigende und langwierige Prozedur. Und er wollte doch keine Almosen, sondern ein Konto, für das er bezahlt. Andererseits war es die einzige Bank überhaupt, bei der es ihm überhaupt möglich war, ein Konto zu eröffnen. Und, als bei unserem kleinen Naturschutzverein der Vorstand gewechselt hat, mussten entsprechend ein paar Daten aktualisiert werden weil ja andere Menschen als vorher auf das Konto zugreifen durften. Klingt nach einer Kleinigkeit? Ich hab mich mit ihnen fast 1 verdammtes Jahr geplagt, bis es fertig war und bekam immer wieder unter die Nase gerieben, wie unwichtig das gerade der Zuständigen ist. Traurigerweise habe ich noch immer keine bessere Alternative zu "meiner" Sparkasse gefunden, den Versprechen im Internet alleine traue ich nicht. Falls jemand eine Bank gefunden hat, die auf eine ethische Art und Weise wirtschaftet UND mit der man als Kunde auch inklusive schwierigerer Zeiten glücklich und zufrieden sein kann - nur her damit. :socool: :D

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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#6

Beitrag von Hekate » So 15. Apr 2018, 18:04

An sich finde ich die Grundidee interessant.

Aber praktisch ist das für mich eher eine "Aufspaltung", wo man Arbeitskräfte im Kernkonzern abbaut und gleichzeitig - eine weitere Gruppe von Kunden aus gliedert (jung + zahlungskräftig).

Gruss

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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#7

Beitrag von LiH » So 15. Apr 2018, 18:09

@Hekate: auf welche Grundidee beziehst Du Dich gerade? Ich stehe etwas aufm Schlauch ...

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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#8

Beitrag von Schneewoelfin » So 15. Apr 2018, 18:12

Also bis jetzt ist mir bekannt, dass ein heidnischer Verein sein Vereinskonto seit einigen Jahren bei der GLS hat und zufrieden ist :thumbup:

aber ja: natürlich kann ich Peregrin´s Emotion und Deine, Hekate, absolut nachvollziehen, aber genau darum geht´s mir ja - bzw was Ihr eben davon haltet und vielen Dank LiH für Deine ausführliche Antwort, die meinem Empfinden recht nahe ist :)

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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#9

Beitrag von Hekate » So 15. Apr 2018, 18:13

Ethik
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Re: Ethische Banken - Eure Meinung

#10

Beitrag von Peregrin » So 15. Apr 2018, 18:25

Schneewoelfin hat geschrieben:
So 15. Apr 2018, 17:55
... und was ist Deine Meinung bzgl der in dem Link beschriebenen Banken? denn ich würde gerne in diesem Thread mit Euch über eben diese mich austauschen :)
Die Idee klingt gut, aber nenn mich ruhig zynisch, wenn ich sage, dass ich nicht glaube, dass eine Organisation die auf Wirtschaftlichkeit achten muss das tatsächlich auch 100 % durchsetzt. In diesem Bereich arbeiten nur wenige Idealisten, meine ich, und je höher und entscheidungsbefugter, um so weniger, fürchte ich.


Ich bin da mit LiH einer Meinung, das klingt beim ersten Lesen doch eher nach Werbung und Marketingstrategie für mich. Müsste man sich mal mehr mit auseinandersetzen. Ich glaube allerdings mit einem Girokonto kann man die Welt nicht verbessern. Will man das finanziell machen, ist es vielleicht wirksamer, sich nach Organisationen umzusehen, die Mikrokredite vergeben an Menschen in benachteiligten Situationen, die sich dadurch ein selbstbestimmtes Leben aufbauen können.

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