Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

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Schneewoelfin
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Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#1

Beitrag von Schneewoelfin » Sa 24. Jun 2017, 22:13

Hi,

ich möchte für ein Ritual Räucherkugeln anstatt Kegel verwenden, bzw aus den vorhandenen Kegeln Kugeln machen (wg Rauchmeldern, die nicht entfernt werden können)
Dazu habe ich ein Rezept gefunden, bei dem das Räucherwerk mit geschmolzenem Stearin oder Sojawachs vermischt und dann zu Kugeln geformt wird.

- hat da jemand Erfahrung bzgl des Mengenverhältnisses Wachs - Räucherwerk?
- kann ich da auch Bienenwachs verwenden, anstatt Stearin/Sojawachs?
- da es in einem Raum mit Rauchmelder benutzt werden soll nehme ich besser ein Tongefäss, das ich mit einer Kerze von unten erhitze oder ist die Rauchentwicklung bei einem Metallgefäss nicht sooo heftig?

LG Schnee
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Stadteule
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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#2

Beitrag von Stadteule » Sa 24. Jun 2017, 23:39

Vorab: ich habe keine Erfahrung mit Wachsräucherkugeln. Aber mich wundert die Angabe in dem Rezept man könne Sojawachs oder Stearin nehmen, da beide Wachssorten sehr unterschiedlich hart sind und sich die Schmelzpunkte unterscheiden. Irgendwie seltsam zwei so unterschiedliche Wachsarten anzugeben.

Stearin besteht normalerweise immer aus einer Mischung von Stearin- und Palmitinsäure, aber es gibt keine bindende Vorschrift in welchem Verhältnis zueinander die Mischung vorliegen soll. Daher variiert auch der Schmelzpunkt zwischen 60 und 70°C. Insgesamt ist Stearin auch nicht immer einfach zu verarbeiten, weil es sehr hart ist und schnell erstarrt. Man muss es daher entsprechend heiß verarbeiten und beim Abfüllen schneller sein als die Abkühlung.
Sojawachs ist weicher, daher auch leichter zu verarbeiten und hat einen Schmelzpunkt um die 50°C, weshalb es z.B. auch gerne für so Dufttörtchen genommen wird, die man in der Duftlampe schmelzen kann.

Bienenwachs ist an sich angenehm zu verarbeiten, wäre aber nicht meine erste Wahl für etwas, das ich in einer Duftlampe schmelzen möchte, da es auch einen recht hohen Schmelzpunkt (62- 65°C) hat.

Was ist denn das für ein Rezept? So ungefähr?


LG, Stadteule
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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#3

Beitrag von Schneewoelfin » So 25. Jun 2017, 00:36

Hi Stadteule :)

danke schonmal für die Infos :girlie-nick:

hab nochmal nachgeschaut, ist kein genaues Rezept, sondern eine Anleitung ohne Mengenangaben:
Zutaten

Räucherstoffe wie Harze (z. B. Weihrauch oder Myrrhe), Hölzer (bspw. Sandelholz, Zeder), Kräuter, Blüten etc.
(ätherische Duftöle)
reines Palmwachs (Stearin) oder Sojawachs
Formen für Pralinen (Silikonförmchen)

Anleitung

Zuerst werden alle Räucherstoffe zerkleinert bzw. klein gemahlen (bspw. mit Mörser und Stößel, Küchemaschine, Kaffeemühle).
Danach wird das Palmwachs in einem Topf eingeschmolzen.
Jetzt mische die Räucherstoffe und ggf. die ätherischen Öle unter das flüssige Wachs. Dann rühre alles gut um.
Anschließend gieße diese flüssige Mischung in die Pralinenförmchen.
Nachdem alles abgekühlt ist, kann das fest gewordene Räucherkonfekt aus den Formen gedrückt werden.
https://www.raeucherguru.info/raeucherw ... rpralinen/

auf i-einem Mittelaltermarkt habe ich mal welche gekauft, bei denen die Kräuter iirc in garkeine Wachsphase sondern nur in eine Öl/Fettphase eingearbeitet waren....hmmm............ vllt suche ich mir einfach ein Geruchs- neutrales Öl/Fett, das bei Raumtemperatur noch fest ist und einen Schmelzpunkt von ca 30-40°C hat

LG Schnee
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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#4

Beitrag von Rewa » So 25. Jun 2017, 01:28

Ich nutze bevorzugt Fichten- oder Kirschharz, aber das hat zwei Nachteile. Erstens habe ich nie genug davon und zweitens muss es mindestens zwei Jahre lagern weil es sonst furchtbar qualmt. Alle weiteren Zutaten werden recht klein gehackt oder im Mörser zerstampft und dann im Verhältnis Phi mal Daumen mit den Harz gemischt. Kugeln daraus formen zu wollen habe ich aufgegeben. Mit einem Holzspatel kommt ein Klacks auf ein Brombeerblatt, wird darin eingerollt und getrocknet. So lässt es sich auch gut lagern, ohne dass alles aneinander kleben bleibt.
Die Alternative ist für mich Bienenwachs. Das muss auch nicht so sehr rein sein, ein wenig Honig darin ist sogar ganz angenehm. Da ich viel mit Bernstein arbeite habe ich immer reichlich feinstes Bernsteinpulver vom Schleifen. Wenn das Bienenwachs mit den anderen Zutaten vermischt ist, rolle ich die Kügelchen in dem Schleifpulver. Dadurch kleben sie nicht mehr und die erste Duftnote beim Räuchern ist sehr angenehm.
Auch hier wird rein nach Gefühl gemischt, aber wirklich etwas falsch machen kann man dabei eigentlich nicht.
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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#5

Beitrag von Sarf » So 25. Jun 2017, 13:02

Schneewoelfin hat geschrieben:
Sa 24. Jun 2017, 22:13
da es in einem Raum mit Rauchmelder benutzt werden soll nehme ich besser ein Tongefäss, das ich mit einer Kerze von unten erhitze oder ist die Rauchentwicklung bei einem Metallgefäss nicht sooo heftig?
Bei dieser Räuchermethode handelt es sich im Gegensatz zur normalen Methode (Kohle in einer Schale) nicht um eine Verbrennung, sondern um eine Verdampfung. (Vergleiche mit normalen Zigaretten und modernen Vaporizern) Aus diesem Grund sollte es keinen Rauch (eine homogene Mischung aus festen und gasförmigen Bestandteilen), sondern nur Dampf geben.

Als Bindemittel würde ich eher keine Wachse nehmen. Je nach Mischung reichen auch einige Tropfen Wasser/Wein oder Honig. Sehr schön ist es auch, wenn man Myrrhetinktur benutzt. Der Alkohol verdampft und hinterlässt einen klebrigen Film aus Myrrheharz. Der Vorteil ist, dass diese Methode nicht nur die Mischung zusammenhält, sondern auch noch gut riecht. Auch eine Propolistinktur oder reines Propolis würde sich gut eignen und riecht deutlich besser als Wachs. (Fruchtbäume haben kein Harz, sondern eher eine Art Gummi)

Ansonsten würde ich statt einer festen Räucherung eher eine flüssige machen. Ist dann zwar weniger Räuchern und mehr Duftlampe, aber das sollte nicht stören.
"Mit der Maid spiel im Dunkeln: manch Auge hat der Tag.
Das Schiff ist zum Segeln, der Schild zum Decken gut,
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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#6

Beitrag von Stadteule » So 25. Jun 2017, 20:43

Sarf hat geschrieben:
So 25. Jun 2017, 13:02
Sehr schön ist es auch, wenn man Myrrhetinktur benutzt. Der Alkohol verdampft und hinterlässt einen klebrigen Film aus Myrrheharz.
Das ist ja eine schöne Idee, danke! :liebegrüße:

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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#7

Beitrag von Schneewoelfin » So 25. Jun 2017, 22:31

hmmm....
Sarf hat geschrieben:
So 25. Jun 2017, 13:02
Als Bindemittel würde ich eher keine Wachse nehmen. Je nach Mischung reichen auch einige Tropfen Wasser/Wein oder Honig. Sehr schön ist es auch, wenn man Myrrhetinktur benutzt. Der Alkohol verdampft und hinterlässt einen klebrigen Film aus Myrrheharz. Der Vorteil ist, dass diese Methode nicht nur die Mischung zusammenhält, sondern auch noch gut riecht. Auch eine Propolistinktur oder reines Propolis würde sich gut eignen und riecht deutlich besser als Wachs. (Fruchtbäume haben kein Harz, sondern eher eine Art Gummi)

Ansonsten würde ich statt einer festen Räucherung eher eine flüssige machen. Ist dann zwar weniger Räuchern und mehr Duftlampe, aber das sollte nicht stören.
.... da bringst Du mich alte Giftmischerin auf eine Idee :D danke Dir! :thumbup:
werde mal mit den verschiedenen Lösungsmitteln (Wasser, Wein, Honig, Alkohol) experimentieren ... ich habe ja bereits die fertigen Kegel und möchte deren Effekt nicht verändern, höchstens ergänzen, mal schaun, was funzt :smilezauber:
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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#8

Beitrag von Schneewoelfin » Mi 26. Jul 2017, 20:53

Habe jetzt 6 Räucherkegel gemörsert, in ca 10mL 90%tigem Alkohol aufgelöst und mit ca 5 mL Mandelöl bedeckt. Nun lasse ich das offen stehen, in der Annahme, dass der Alkohol verdunstet und ich das verbleibende Öl-Pulvergemisch in eine Duftlampe tröpfeln kann, alternativ probiere ich mal, die Mischung direkt auf das Glasschälchen einer Duftlampe zu geben - mal schaun, was funzt ;)

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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#9

Beitrag von Feri » Mi 26. Jul 2017, 21:03

Ich hatte dies hier mal irgendwann vorgemerkt: klick.
Da wird nur Mehl und Zucker benötigt, ich kann mir vorstellen dass das ziemlich wild klebt... Zumindest muss man fürs Ausprobierne keine kostspieligen Zutaten kaufen :green:
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Re: Räucherkugeln/-pralinen selber machen ....?

#10

Beitrag von Peregrin » Mi 26. Jul 2017, 21:19

Ich habe die Wachsvariante mal versucht und kann nur sagen, dass das nach sehr wenig riecht. Ich glaube wenn Wachs so heiß ist, dass er flüssig ist, zerstört er schon viele Duftstoffe. (Und die Herstellung ist ... unfallträchtig. Flüssigen Wachs von Herd und Küchenschränken kratzen, nachdem die Dose, umgekippt ist (da man das Scheißteil ja nur mit Zange oder Ofenhandschuh anfassen kann) und den Abfluss der Spüle aufschrauben, da da ein Wachspropfen drin war, ist seeehr zeitintensiv.)

Nachdem ich gefühlte hunderttausend Rezepte ausprobiert habe, hier mein liebstes Ergebnis:

3 TL Boswelliana cartherii
3 TL Olibanum arden
1 TL Dammar
½ TL Rosenweihrauch

½ TL Wacholderbeeren
¼ TL Kardamomsamen
¼ TL Koriandersamen
1 TL Lemongras
1 TL Zimtrinde
½ TL getrocknete Rosenblätter

8 St. Rosinen in Rotwein
½ TL Waldhonig

Zubereitung

1. Rosinen über Nacht in Rotwein einweichen.
2. Harze im Mörser zerkleinert.
3. Restliche Zutaten zerkleinern und mischen.
4. Alles mit einem Stabmixer weiter verrühren, bis ein fester Brei entstanden ist.
5. Erbsengroße Kügelchen formt und zum Trocknen auf Alufolie legen.
6. Die Kügelchen mindestens 2 Wochen an einem warmen Ort trocknen. (Nicht zu warm, sonst gehen Duftstoffe verloren. Also nicht volle Sonne oder gar Ofen.)
7. Auf einem Sieb oder einer mit Alufolie bedeckten Räucherkohle langsam (nicht verbrennen, sondern eher schmelzen lassen) räuchern.


Riecht himmlisch. Keine dubiosen Stoffe, ist im Prinzip sogar essbar, klebt aber an den Zähnen. :green: Da die Kügelchen eher schmelzen als verbrennen, entwickeln sie sehr wenig Rauch, ist also auch was für Leute mit Rauchmelder. Hält ziemlich lange in einem dunklen Glas, wenn sie einmal trocken sind.

P.S.: Lösungsmittel wie Alkohol bereit halten, um den Mörser von den Harzen zu befreien. (Oder wie ich einen Extramörser nur für Harze haben und die klebrigen Reste einfach drinlassen.)

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