Die Zauberin - Taisha Abelar

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Litha Menan
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Die Zauberin - Taisha Abelar

#1

Beitrag von Litha Menan » Mi 24. Okt 2018, 13:15

Die magische Reise einer Frau auf dem Weg des toltekischen Wissens

Dieses Buch fesselt mich gerade. Es ist von einer Frau geschrieben, die allem gegenüber skeptisch war, ein deprimierendes Leben voller Selbstmitleid führte und auf schicksalhafte Weise ihren Weg in die Zauberei fand.

Das Buch ist voll von altem - teils befremdlichen - Wissen und zwar als Roman geschrieben, aber dennoch so, dass man viele Übungen nachvollziehen und ausprobieren kann. Vor allem viele Atemübungen und "Zaubergesten" (wie sie es nennen) sind erklärt.

Die toltekischen Zauberer suchen den Weg in die Freiheit, lösen sich von allem weltlichen und stärken ihren energetischen "Doppelgänger" so sehr, dass sie unglaubliche Dinge bewirken können.

Als Heilerin kann ich mir da ein paar spannende Dinge herausziehen und bin mir sicher dass sich dieses Wissen auch mit anderen Richtungen gut kombinieren lässt.

Man fiebert richtig mit der Frau mit und wird mit unerwarteten Wendungen konfrontiert. Taisha wird zu einer "Pirscherin" ausgebildet und ist genauso ahnungslos wie die Leser. Mir bleibt eigentlich gar keine Zeit zum Bücher lesen, aber das Buch hab ich verschlungen.

Grüße :herz2:
Litha

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Rafael_Chiron
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Re: Die Zauberin - Taisha Abelar

#2

Beitrag von Rafael_Chiron » Mi 24. Okt 2018, 19:41

Hi Litha Menan,

ich möchte Dir das Buch nicht vermiesen, auch meine damalige Freundin hat es förmlich verschlungen und sogar begonnen, die dort beschriebenen Übungen zu machen, wie z.B. das Rekapitulieren. Taisha Abelar gehört in das Umfeld von Carlos Castaneda und schildert dessen Lehren aus weiblicher Sicht. Allerdings sollte man mit den Lehren & spirituellen Konzepten, die sie beschreibt, äußerst kritisch umgehen und dazu einige Hintergründe kennen... :girlie-oh-my-god:

Taisha Abelar - ihr echter Name ist übrigens Maryann Simko - war eine der Gefährtinnen und Geliebten von Castaneda. Einen Tag, nachdem dieser am 27. April 1998 an Leberkrebs verstarb, verschwand sie spurlos und mit ihr vier weitere seiner Gefährtinnen. Es ist perfide, dass dies als das Eingehen in die andere Wirklichkeit gedeutet werden kann. Denn aus Sicht der toltekischen Lehre, stirbt ein Zauberer nicht, sondern geht mit seiner gesamten Leiblichkeit in die andere Wirklichkeit ein. Der Haken an der Geschichte ist nur, dass im Jahr 2006 im Death Valley Knochenüberreste gefunden wurden, die von der DNA her eindeutig Patricia Partin, einer der verschwundenen Gefährtinnen, zugeordet werden konnten. Daher geht man mittlerweile davon aus, dass Castanedas Gefährtinnen kollektiven Selbstmord begangen haben. (Siehe auch: Carlos Castaneda and the Suicide Women.)

Das Problem an Castanedas Lehre ist, dass sie - auch wenn sie in ihrer Gesamtheit gefakt ist - viele Übungen und Konzepte enthält, die für sich genommen tatsächlich funktionieren. Allerdings können diese Methoden auch als eine Art Gehirnwäsche verwendet werden. Es gibt Hinweise, dass Castaneda unter seinen engeren Anhängern eine Art Sektenstruktur errichtet hat. Amy Wallace - eine frühere Gefährtin Castanedas - berichtet darüber in ihrem Buch Sorcerer's Apprentice: My Life with Carlos Castaneda. Siehe dazu auch den Artikel Schlafen mit Carlos in der Süddeutschen Zeitung. Es ist also äußerst fraglich, ob es in Taisha Abelar: Die Zauberin wirklich um "weibliche Selbstbestimmung und wahre innere Freiheit" geht, wie es der Text bei Amazon suggeriert.

Anbei noch ein interessanter englischer Youtube- Videoclip zum Thema.

:liebegrüße: Rafael Chiron

Litha Menan
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Re: Die Zauberin - Taisha Abelar

#3

Beitrag von Litha Menan » Mi 24. Okt 2018, 22:23

Huhu Rafael,

das ist jetzt tatsächlich überraschend, wundert mich auf der anderen Seite aber dann doch gar nicht so sehr. Ein bisschen schade finde ich das schon. Es ist aber auch nicht so, als hätte ein Buch einen großen Einfluss auf meinen eigenen Weg. Ich nehme mir tatsächlich keine Zeit um Hintergründe von Romanen zu erforschen, verschlinge solche Bücher aber immer mit einer gewissen Distanz. Ich kenne die Euphorie, die Bücher und Filme auslösen können, davon hab ich mich schon vor langer Zeit gelöst. Auch das im Buch beschriebene Ziel der toltekischen Schamanen (egal ob wahr oder nicht) wäre nicht mein Ziel, jedenfalls nicht auf diese Weise.

Was mir gefallen hat waren ganz grundlegende Gedanken über den energetischen Körper, über das Thema Loslassen, über die Möglichkeiten von Atemübungen und das Ansammeln von Energie. Vieles davon kam mir aus meinem Qi Gong Unterricht bekannt vor, daher kann ich mir gut vorstellen, wie intensiv solche Dinge vielleicht werden und wirken können. Es hat mir ein paar Anstöße über eine alltagspraktischere Verwendung solcher Übungen gegeben. Es ist ja bekannt dass man über das Atmen den Energiekörper heilen kann und ich lasse selbst oft meine Schützlinge zu meinen Händen atmen. Im Buch fand ich genau solche Dinge bildlich sehr schön beschrieben. Mein Weg sieht ganz anders aus, aber ich mag diese Schnittstellen. Manche Dinge findet man auf allen entlegenen Winkeln der Welt wieder, egal in welchen Traditionen. Als wären die selben Räder immer wieder neu erfunden worden, nur mit anderen Speichen. Ich lese gerne über andere Konzepte, weil diese Schnittstellen für mich einen wichtigen Kern der Heilung darstellen.

Schade dass da solche Sachen dahinter stecken. Dann bleibt es eben nur ein spannendes Buch. :nixweiss: Aber danke für den Hinweis! :liebegrüße:

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