Umfrage - Wer kann ...

Hier findet alles Platz was mit Medien zu tun hat

Wer kann wie gut englisch?

Ich kann englisch so gut, das ich jede Art von Bücher, schnell, leicht und mühelos lesen kann.
16
22%
Ich kann englisch, aber für spezielle Themen muss ich hin und wieder was nach schlagen.
30
41%
Ich kann englisch, aber für spezielle Themen muss ich viel nach schlagen.
6
8%
Ich kann englisch so gut, das ich Liebesromane und allgemeines leicht lesen kann.
5
7%
Ich kann englisch so gut, das ich allgemein zurecht komme, aber Bücher zu lesen doch anstrengend ist.
6
8%
Ich kann englsich so gut, das es fürs Reisen reicht, aber was darüber hinaus geht.
1
1%
Ich kann nur sehr einfaches Englisch.
3
4%
Ich kann mich zwar mündlich gut in Englisch ausdrücken, aber wenn es ums lesen ganzer Bücher geht.
1
1%
Ich kann nur Schulenglisch.
3
4%
Ich kann überhaut kein Englisch.
2
3%
Sonstiges
1
1%
Umfrage interessiert mich nicht.
0
Keine Stimmen
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 74

Seoras
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Re: Umfrage - Wer kann ...

#21

Beitrag von Seoras » Di 11. Nov 2014, 11:21

Ich bin ja gelernter Übersetzer und habe auch 10 Jahre in Schottland gewohnt, aber ein Wicca-Buch zu übersetzen ist nicht die einfachste Aufgabe, alleine aufgrund der Terminologie, die im deutschsprachigen Raum nicht einheitlich ist.

Nehmen wir alleine das englische Wort "Wiccan", welches im angelsächsischen Sprachraum gang und gebe ist. Im Englischen heißt es z. B. "Africa" (Afrika) und African (AfrikanerIn/afrikanisch), aber viele deutschsprachigen Wicca-AnhängerInnen können "WiccanerIn" bzw. "wiccanisch" nicht ausstehen. ;)

Und dann natürlich die Poesie - oft können nur "professionelle" Dichter diese übersetzen, damit es auch wirklich fließend rüberkommt. Natürlich lässt sich ja über den künstlerischen Wert in der Ursprache oft auch streiten! :D




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Neko
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Re: Umfrage - Wer kann ...

#22

Beitrag von Neko » Di 11. Nov 2014, 11:38

Seoras hat geschrieben:
Und dann natürlich die Poesie - oft können nur "professionelle" Dichter diese übersetzen, damit es auch wirklich fließend rüberkommt. Natürlich lässt sich ja über den künstlerischen Wert in der Ursprache oft auch streiten! :D



Wobei auch das nicht ganz einfach ist: Ich hatte letzthin die Reklamausgabe der göttlichen Komödie in den Fingern, und die Editoren und Übersetzer haben sich bewusst dazu entschieden, mehr nach dem Inhalt als nach dem poetischen zu übersetzen. Dafür klingt es dann halt nicht so schön (von dem her möchte ich schon mal besser Italienisch lernen und mir dann vielleicht eine zweisprachige Ausgabe ausleihen/zulegen).
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Re: Umfrage - Wer kann ...

#23

Beitrag von Alhenai » Di 11. Nov 2014, 15:36

Fakt wäre dann noch, das egal um welches Buch es sich handelt (meistens aber eher Fachbücher) man auch als Muttersprachler da Probleme haben kann. Ich kenne jetzt nicht unbedingt jedes deutsche Wort und so wird es Engländern etc. sicher auch gehen. Allein von den Verschiedenen Ecken und Enden in Deutschland gibts ja schon Unterschiede. Als ich nach Hessen gezogen bin waren manche Wörter für mich selbstverständlich in meinem Sprachgebrauch drin: Ich muss noch flott Milch einkaufen gehen.
Für eben dieses flott wurde ich hier schief angeguckt. :D
Anders herum sagen hier unheimlich viele 'Das nervt mich als schon' - das als steht hier für 'schon die ganze Zeit' oder etwas in die Richtung - ich hab mir das Angewöhnt, aber wenn ich mal wieder in der Heimat bin dann muss ich aufpassen wie ich rede damit ich dort nicht einen schiefen Blick ernte. :green:

Ich hoffe es hat jetzt jeder verstanden was ich damit meine. :mad3:
 
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Re: Umfrage - Wer kann ...

#24

Beitrag von windsong » Mi 12. Nov 2014, 09:53

Ja - prinzipiell könnte ich die ganzen Bücher übersetzen. Wenn es einen Verlag gäbe, der Interesse daran hat, dafür auch etwas zu bezahlen...

Balkis

Re: Umfrage - Wer kann ...

#25

Beitrag von Balkis » Mo 17. Nov 2014, 23:30

Ich übersetze, ähnlich wie Dennis, immer wieder Textpassagen für mich selbst.

Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Bedeutungsebenen und meine Reflektion darüber ist intensives Arbeiten, das sehr viel bringt. Allerdings ist dies eine extrem subjektive Art der Übersetzung und sie ist eher mit Textanalyse vergleichbar.

So eine Art von "Bedeutung-Auseinanderklauben" ist weder zeitlich ökonomisch noch geeignet, ein ganzes Buch zu übersetzen. Das ist aber auch nicht Sinn und Zweck.

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Asayah
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Re: Umfrage - Wer kann ...

#26

Beitrag von Asayah » Mi 19. Nov 2014, 15:20

Ich übersetze zwar nur selten (weil mir die Zeit und Anstrengung, die ich aufwenden muss, nicht mit dem Erlös ausgeglichen erscheint) aber ich lektoriere die übersetzen Texte bei einem Verlag. Das ist meist auch wirklich dringend nötig.
Denn der eine Übersetzer kann zwar super englisch, der Text liest sich dann im deutschen aber wie eine Aneinanderreihung von Grundschulkind-Sätzen. Der andere bringt ständig seine eigene Meinung und eine extreme Auslegung des englischen mit hinein, die dann sehr weit vom Durchschnittsverständnis abweicht. Ein weiterer, der Liebling meines Chefs, übersetzt so, dass die deutsche Variante kaum länger ist als das Original. Was dann zu ellenlangen Bandwurmsätzen mit dreifachen Einschüben und merkwürdigsten Wortschöpfungen führt.
Und ganz schlimm sind die Übersetzer, die zwar vom Englischen super viel Ahnung haben, leider vom übersetzten Text aber nicht. Und bekommen beim Übersetzen davon auch wenig mit. Da kommt dann schon mal der (vom Wortsinn richtige) Begriff "winterharte Pflanzen" vor, wenn es um ein tropisches Land geht. Gemeint war "resistente oder genügsame Pflanzen", was dann aber der gleiche englische Begriff ist. Oder ein gelegentlich auftauchendes Fachwort wird jedes Mal anders übersetzt.
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Re: Umfrage - Wer kann ...

#27

Beitrag von Hekate » Mi 19. Nov 2014, 17:16

Jetzt muss ich aber doch noch was dazu schreiben.

@Asayah
ABER das gleiche Problem haben doch Deutsche auch, wenn sie ein Buch in englisch lesen, wenn Englisch nicht die Muttersprache ist UND das dazugehörige englische Fachwissen nicht past.

Haben wir nicht oft genug, in deutscher Sprache das Problem, das der eine unter etwas a versteht und der andere damit b meint?

Gruss

Hekate
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persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Re: Umfrage - Wer kann ...

#28

Beitrag von Asayah » Mi 19. Nov 2014, 18:22

Klar. Nur bei Übersetzungen geht es nicht darum, ob wir verstehen was der Autor meinte. Sondern wir müssen verstehen, was der Übersetzer sich dachte was der Autor gemeint hat. Und das kann sich - zumindest meiner Erfahrung im Verlag nach - ziemlich stark voneinander unterscheiden.

Ich mag gute Übersetzungen! Weil eben dadurch aus Leute, die die Originalsprache nicht verstehen, in den Genuss der Texte deines Autors kommen. Gibt es keine, dann muss man leider hoffen, dass man mit der Sprache, welche auch immer, gut genug klar kommt, um es zu verstehen.

Bei einer schlechten Übersetzung weiß man nie, ob nicht irgendwo ein Fehler steckt und der Autor eigentlich etwas ganz anderes gemeint hat. Oder ob das Verständnis des Übersetzers das gleiche ist, dass man beim Originaltext sich selber erschlossen hätte. Manchmal ist das nicht so schlimm, gelegentlich ist der Grundgedanke aber 180° gedreht.
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Re: Umfrage - Wer kann ...

#29

Beitrag von Shakeksi » Sa 25. Jan 2020, 16:24

Ich mache eine Ausbildung zum synchronsprecher, da merk ich auch immer wieder den unterschied zwischen original und dem was man im Endeffekt spricht, damit es lippensynchron ist. Grade was Wortwitze angeht. Synchro ist erst ab April dran, aber probiere mich schon privat aus.

Mein gelesenes Englisch ist deutlich besser, als mein gesprochenes, da ich es so selten mal aktiv anwende. Je spezifischer das Thema, desto schwieriger finde ich das übersetzen und hab auch gemerkt, wenn man den Autor "kennt", ist es leichter. Hab aber nie viel übersetzt, so das ich kein Maßstab sein sollte

Schlimm wird es erst, wenn eine andere Übersetzung als Basis genommen wird, statt das original zum übersetzen. Stille-Post-effekt halt.

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