Bonsai

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Lakeisha
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Re: Bonsai

#51

Beitrag von Lakeisha » Mo 17. Okt 2016, 22:49

Hallo Ihr Lieben,

wechselseitige Beziehungen gibt es ja viele - manche nennen es Symbiose (Idealfall), andere Schmarotzertum (Worst-Case).
Ob ich eine Pflanze (oder auch ein Tier) ihrer Natur beraube oder diese unterstütze, vielleicht sogar beschütze - darin sehe ich eine schmale Gradwanderung....

Ratten oder Affen im Tempel - soweit ich weiß, werden diese in Ruhe gelassen - weder gepflegt (außer vielleicht gefüttert), noch beschmust oder so....
Der Apfelbaum, welcher gepflegt wird, dient dem Menschen zur Ernte. Wer davon den größeren Nutzen hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Tannen im Wald werden entweder beschützt (Försters Werk i.V.m. Baumpfleger - Schädlingsbekämpfer etc.) oder gefällt (Weihnachtsbaummord).
Die Pflanze die mit Nahrung lockt und damit vor Freßfeinden beschützt wird (Apfelbaum), könnte man fast schon symbiontisch mit dem Schützer nennen.... auch eine interessante Betrachtungsweise.

Jedem Lebewesen, welches mir etwas von sich gibt, behandle ich mit höchstem Respekt. Bevor ich etwas esse, danke ich für dieses Geschenk an mich. Bevor ich etwas ernte, frage ich um Erlaubnis. Jedem Tier, was mir Zuneigung entgegenbringt oder Vertrauen, danke ich dafür, etc.. Das ist meine persönliche Art von Demut.

Ganz lieben Gruß,
blessed be,
Lakeisha
Carpe diem & noctem.
Morgengymnastik:
Mit dem richtigen Fuß aufstehen, Fenster seiner Seele öffnen; vor allem was lebt verbeugen; Gesicht der Sonne zuwenden; paar Mal über den eigenen Schatten springen; sich gesund lachen.
Und: :kaffee: ;)

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Krähengold
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Re: Bonsai

#52

Beitrag von Krähengold » Di 18. Okt 2016, 06:13

Lakeisha hat geschrieben:Ob ich eine Pflanze (oder auch ein Tier) ihrer Natur beraube oder diese unterstütze, vielleicht sogar beschütze - darin sehe ich eine schmale Gradwanderung....
Es kommt noch ein weiterer "Konflikt" hinzu, der früher eigentlich nur die Kunst beschäftigte: welche Natur? Die Natur, die selbst schafft. Oder aber die geschaffene (so seiende) Natur.

Man kann eben nicht sagen, dass jemand, der extrem in das vorhandene Gefüge eingreift, widernatürlich handelt. Er handelt nur gegen die im Augenblick in einer bestimmten Weise seiende Natur. Aber Neues zu erschaffen, brutal zu vernichten (auch ein Vulkanausbruch ist natürlich), das ist ebenso natürlich.

Es ist eher widernatürlich, untergehende Arten zu bewahren, die Natur macht das anders. Wer nicht mehr passt, muss gehen. Aber wir tun es eben trotzdem, wir träumen sogar davon, mittels moderner Genetik untergegangene Arten wieder zu beleben. Allerdings hat es auch einen natürlichen Gegenpol, jede Art sorgt excellent für ihre Nachkommen, entweder durch Brutpflege oder durch Masse der Nachkommen. Und aus unserer Sicht ist es wiederum Teil unserer Brutpflege, das Habitat Erde harmonisch zu erhalten.

Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, sich hier auf eine Seite zu schlagen. Sinn macht alles nur, wenn ich bei meiner Herkunft bleibe und möglichst umsichtig und langfristig denke im Interesse der Menschen. Das ist nicht in jedem Fall vorteilhaft für Tiere und Pflanzen, wo heute Häuser stehen, war früher Wald oder Wiese oder zumindest Acker. Aber es ist im Gesamtkonzept bei sinnvollem Handeln weder nur bewahrend noch nur alles umreißend.

Wie immer, die goldene Mitte ist gefragt. Der Bonsai, solange er nicht bloß teures Prestigeobjekt ist, sondern Verehrung auf sich zieht, könnte evtl. ein bißchen ein Lehrer sein. (Aber die Japaner als die Eltern sind sowohl für ihre Naturverehrung wie für partiellen dramatischen Raubbau bekannt, wie immer, der Mensch lebt von seinen Widersprüchen.)

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Hagezorn
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Re: Bonsai

#53

Beitrag von Hagezorn » Mo 10. Apr 2017, 12:04

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Re: Bonsai

#54

Beitrag von Krähengold » Mo 10. Apr 2017, 12:16

Ist der schön! :thumbup:

Wird er auch Früchte haben, waren genug Hummeln da?

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Re: Bonsai

#55

Beitrag von Moira » Mo 10. Apr 2017, 15:24

Er sieht einfach nur schön aus. Wie alt ist dein Apflbaum? Ich schätze so 8-9 Jahre auf jeden Fall oder irre ich mich?.

Krähengold, ja, so ein Bonsai ist durchaus in der lage auch Früchte zu tragen. Wichtig ist halt die Bestäubung. Ich hatte früher eine Roßkastanie, die hat auch sehr klein geblüht und dann kleine Igelbälle mit Minikastanien getragen.

Bei dem Apfelbaum bekomme ich richtig Lust wieder anzufangen. Ich habe meine letzten Bäume vor 15 Jahren verkauft, weil ich keine Zeit mehr hatte und auch keine Lust. Mal schauen, wenn ich auf Rente bin werde ich mir vielleicht nochmal einen Babybaum nehmen und formen.
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Re: Bonsai

#56

Beitrag von Hagezorn » Mo 10. Apr 2017, 20:00

Er ist jetzt 15 Jahre alt aber erst 2 Jahre in meiner Pflege.
Die Äpfel sind so groß wie ein kleiner Fingernagel.
Er ist ein Liset-apfel,also etwas anfällig für Pilzerkrankungen.
Und wenn ich verhindern kann,das meine Kater die Hummeln fressen....
Er ist einer von 6 Bäumen.
Für Äpfel scheint mein Balkon der rechte Platz zu sein.
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Re: Bonsai

#57

Beitrag von Moira » Di 11. Apr 2017, 06:41

Also doch schon so alt. Es ist schwer das Alter von Bonsai zu schätzen. Man bohrt sie ja auch ungern an um die Ringe zu zählen.
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Re: Bonsai

#58

Beitrag von Hagezorn » So 18. Jun 2017, 06:43

Die Raupe stammt aus meinem Schmetterlingsbrutkasten.
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Re: Bonsai

#59

Beitrag von Hagezorn » Sa 15. Jul 2017, 09:05

https://www.happygaia.com/de/blog/sex-mit-pflanzen/
nachenkenswert...
Die Erziehung des Menschen durch Pflanzen......
Nun gut,ich plane sogar meinen Umzug nach dem Biorhythmus meiner Bäume.
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Re: Bonsai

#60

Beitrag von Luce » Sa 15. Jul 2017, 11:24

Guten Morgen,

ich finde den Thread hier wirklich spannend. Ich habe ihn von vorne bis hinten durchgelesen und irgendwie spiegelt er auch meine eigene Zerrissenheit, was das Thema angeht, wieder. Grundsätzlich finde ich es spannend, von Experten wie Hagezorn zu lesen - leider waren viele Bilder für mich nicht (mehr?) sichtbar. Ich wüsste eigentlich schon gerne mehr über das Thema.

Ich selber habe mich mal eine zeitlang sehr intensiv mit Feng Shui beschäftigt (bzw richte mich jetzt noch danach) - zum Bonsai habe ich aber nie einen wirklichen Draht bekommen. Für mich lag das vor allem daran, dass er in der Feng Shui-Lehre durchaus "umstritten" ist (wertungsfrei - man weiß einfach nicht wirklich, wohin damit und es gibt viele Abgrenzungen/Unterschiede. So gut kenne ich mich einfach nicht aus) - und daran, dass ich nie in "echt" live einen für mich schönen Bonsai vor mir hatte. Irgendwas verstört mich daran - vermutlich, dass "Baum" in meinem Kopf eigentlich = groß und frei wachsend ist. Bitte nicht falsch verstehen: Das ist das, was ich mir unterstelle - keine Wertung, die ich davon ableite. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich "vom Dorf" komme und "sowatt gibbet da nich". ;)
Aber ich lese gerne mit und freue mich an eurem Wissen.
...und ganz vielleicht habe ich dann ja auch irgendwann einmal eine Idee davon

LG Luce
I can´t go back to yesterday because I was a different person then.
Lewis Carroll, Alice in Wonderland

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