Shinto/Shintoismus

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Hekate
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Shinto/Shintoismus

#1

Beitrag von Hekate » Sa 30. Mär 2019, 11:41

Shinto/Shintoismus

Die Staatsreligion von Japan.

Eine Mischung von Animismus + ostasiatischen Vorstellungen.

Mit der Zeit, wird hier ein Sammlung entstehen.

Gruß

Hekate
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Kagemura
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Re: Shinto/Shintoismus

#2

Beitrag von Kagemura » Di 2. Apr 2019, 14:15

Uuuuuuh finde ich gut Hekate. 😊 an was hast du dabei alles gedacht?
Willst du Antworten, musst du Fragen!

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Hekate
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Re: Shinto/Shintoismus

#3

Beitrag von Hekate » Di 2. Apr 2019, 18:05

Kagemura hat geschrieben:
Di 2. Apr 2019, 14:15
Uuuuuuh finde ich gut Hekate. 😊 an was hast du dabei alles gedacht?
Gute Frage.

An vieles.

Aber in dt. Sprache.
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
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Re: Shinto/Shintoismus

#4

Beitrag von Hekate » Di 2. Apr 2019, 18:13

Also ein erster Text von mir:

Shinto/Shintoismus

Shinto ist ein Synkretismus aus, Taoismus, Konfuzismus, Buddhismus und eine Form eines Animismusses.

Wobei der Animismus zum Teil als Ursprungsbegründung einer Herrschaft benutzt wird, aber auch als Abgrenzung dient.

Ein Animismus hat im Regelfall keinen Stifter, kein Heiliges Buch.
Damit auch keinen "Drang" zur Missionierung.

Shinto/Shintoismus
# Keinen Stifter
# kein Heiliges Buch
# kein Veganismus
# keine Missionierung
# kein Weg zum Heil, kein gottgefälliges Werk
# Tod ist nicht das Ziel des Weges (Buddhismus), sondern ein Teil des Lebens.

Dafür:
# Ahnen/Ahnenkult, die göttlich sind
# viele Wesen/Götter


=> Nur das Kaiserhaus + gewisser Adel war Buddhistisch.
ABER jeder offizielle Shinto-Priester ist buddhistischer Priester.
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
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Re: Shinto/Shintoismus

#5

Beitrag von Hekate » Di 2. Apr 2019, 18:23

Achtung:
Christlicher, westlicher Einfluss, besonders seit 1854 + 2. WK. Davor, seit 1700 - die Portugiesen/Jesuiten.
Z. B. Das man nun auch Rindfleisch isst.
Das Rind war davor NUR Zugtier, besonders beim Reisanbau, aber man hat es nicht gegessen.

Ach ja.
Der Buddhismus hat zwar im 7. Jahrhundert versucht, den Veganismus gesetzlich einzuführen.
Aber Fisch war nicht dabei. Und viele Kleintiere wurden einfach zu Fisch erklärt.

Und lt den alten Abfallgruben, die die japanischen Archelogen ausgraben, hat sich niemand an das Fleischverbot gehalten. Ausser Buddhisten Klöster + der Kaiserhof.

Statt dessen hatten sie noch dem Kniff, das sie speziell Fleischgerichte "erfanden, die den Status - Medizin hatten.

UND
Walfleisch - ist Notnahrung, im Sinne von Rüben, siehe 1. WK in Deutschland.
Walfleisch kam breit in Japan nur auf den Tisch, wenn eine Hungersnot war. (Seit dem 17. Jahr).
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Re: Shinto/Shintoismus

#6

Beitrag von Hekate » Mi 3. Apr 2019, 11:48

Shinto ist ein Diesseitskult.
Das hier + Jetzt ist wichtig.

Es kennt keine Ablassbriefe,
keine Ablassgebette usw.
Kein Weg zum Heil,
Kein gottgefälliges Tun

UM nach den Körperlichen Tot die Belohnung zu bekommen.

Sondern, man geht dann zu den eigenen Ahnen.
Wird zu einem Ahnen und damit Götter gleich.
Für die eigene Familie usw.
PUNKT

:girlie-gfk:

Interessant ist vielleicht:

Für einen Japaner ist es kein Widerspruch,
Im täglichen Alltag - shintoistisch zu leben.
Christlich zu Heiraten.
Und sich dann buddhistisch beerdigen zu lassen.
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Re: Shinto/Shintoismus

#7

Beitrag von Rafael_Chiron » Fr 5. Apr 2019, 23:09

Hi Hekate,

hier mal ein bisschen Input von mir...
Hekate hat geschrieben:
Sa 30. Mär 2019, 11:41
Die Staatsreligion von Japan.
Das mit der "Staatsreligion" finde ich etwas problematisch, da der ursprüngliche Shintoismus aus ganz unterschiedlichen Glaubensformen und Kulten bestand. Je nach Region wurden in verschiedenen Schreinen ganz unterschiedliche Gottheiten (=Kami) verehrt. Eine gewisse "Kanonisierung" des Shinto als Staatsreligion fand eigentlich erst während in der Meiji-Restauration (= Abschaffung des Shogunats und Wiedereinführung des Tenno), also ab ca. Mitte des 19. Jahrhunderts, statt. Im Gegenzug dazu bildete sich aber der sogenannte "Sekten- Shinto", wobei man als Sekte hier eher einen in "Glaubensgemeinschaften" praktizierten Shinto verstehen sollte.
Hekate hat geschrieben:
Di 2. Apr 2019, 18:13
# kein Heiliges Buch
Auch wenn Shinto keine Buchreligion im Sinne der monotheistischen Religionen ist, so gibt es doch zwei sehr wichtige Bücher, die durchaus auch als heilige Texte aufgefasst werden. Das Kojiki und das Nihongi. Ersteres erzählt die Entstehung Japans aus mythischer Sicht, d.h. als verschiedene Gottheiten (=Kami) personifiziert, letzteres die Geschichte Japans aus mehr "historisierender" Sicht. Beide Werke sind in altjapanisch verfasst und für moderne Japaner nur noch sehr schwer zu verstehen. Sie enthalten jedoch viele Grundlagen und versteckte Hinweise auf bestimmte shintoistische Praktiken.

Ich persönlich finde es sehr schwierig Shinto als Nichtjapaner wirklich zu durchdringen. Allerdings durfte ich durch Aikido einige Aspekte davon kennenlernen... ;)

:liebegrüße: Rafael Chiron

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Re: Shinto/Shintoismus

#8

Beitrag von Hekate » Sa 6. Apr 2019, 14:14

Moment!

1) Den Staatsshinto gabs es bereits, vor der Shogun Zeit.
Das der Kaiserhof + die meisten Adligen Buddhisten waren, spielte keine Rolle.
(Anfang des 8. Jahrhunderts wurde das Kaiserhaus buddhistisch. Bereits 40 Jahre später erließ der amtierende Kaiser ein Edikt, wo der Tenno betont, das er niemals die Verehrung der Götter {Shinto} versäumt. Und er das Volk anhält, dies auch zu tun.)
Shinto diente bereits da zur Abgrenzung.
(Im Grunde mindestens 2120 Jahre schon.)
UND mit der normalen Bevölkerung verbunden zu sein.

2) Das Kaiserhaus + Hof war NIE abgeschafft.
(1. Tenno ca. 660 v. CH.).
Es war in der Shogunzeit - entmachtet.
Das Kaiserhaus hatte da nichts zusagen.
Und der Shogun + der Kaiserhof (mit Beamtenadel) stritten sich mal mehr offen, mal weniger.

3) Restauration
Den Sturz des Shogunats, war nur durch die USA/England möglich. Und im Grunde auch von ihnen gemacht, gewollt.
Der Kaiserhof hätte allein niemals die Kraft dazu gehabt.

Fortsetzung folgt
Zuletzt geändert von Hekate am Mo 8. Apr 2019, 07:43, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Shinto/Shintoismus

#9

Beitrag von Hekate » Sa 6. Apr 2019, 15:13

4) "Heiliges Buch"
Shinto hat kein "Heiliges Buch" - Punkt.

Aber im Grunde tritt hier ein altes Problem auf.
Volksglauben (Glauben der normalen Japaner + normaler Alltag) + Scholastiker/Tempel/Priester (= die auch Buddhisten sind.)
(Wie der Adel auch).

Gruß

Hekate
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Re: Shinto/Shintoismus

#10

Beitrag von Rafael_Chiron » Mo 8. Apr 2019, 20:41

Hekate hat geschrieben:
Sa 6. Apr 2019, 14:14
Den Staatsshinto gabs es bereits, vor der Shogun Zeit.
@Hekate: Selbst der Begriff Staatsshinto wurde ursprünglich erst von westlichen Religionwissenschaftlern geprägt und später dann auch in Japan übernommen. Was aber tatsächlich alt ist, ist der Mythos der Sonnengöttin Amaterasu und seine Verbindung zum Kaiserhaus. Nur hatte dieser Kult lange Zeit keine so zentrale Bedeutung. Auf dem Land spielte z.B. Inari, die Reisgöttin, eine viel wichtigere Rolle.
Hekate hat geschrieben:
Sa 6. Apr 2019, 15:13
Shinto hat kein "Heiliges Buch" - Punkt.
Wenn Du das an den monotheistischen Religionen misst, hast Du sicher recht. Was aber die religiöse Praxis (auf die ich später noch genauer eingehe!) angeht, so sind die beiden von mir angegebenen Texte von großer Bedeutung.
Hekate hat geschrieben:
Sa 6. Apr 2019, 15:13
Volksglauben (Glauben der normalen Japaner + normaler Alltag) + Scholastiker/Tempel/Priester (= die auch Buddhisten sind.)
Das Problem ist, dass man den Shintoismus nicht mit unserem westlichen Religionsverständnis vergleichen kann. Es gibt keine eigentliche Religionspraxis, keine religiöse Lehre, nicht einmal eine religiöse Gemeinschaft.

Den Shintopriester kann man eher mit einem Schamanen vergleichen, der bestimmte Dienstleistungen anbietet. Bei einen unerfüllten Kinderwunsch geht man z.B. in einen geeigneten Schrein, bittet dort um einen Fruchtbarkeitssegen und spendet dafür Geld. Viele Japaner gehen an Neujahr in einen Schrein, um den Segen für das kommende Jahr zu erwirken oder nehmen an bestimmten saisonalen Festivitäten eines lokalen Schreins teil. Das war's dann aber auch schon mit der religiösen Praxis oder zum Volksglauben. Die eigentliche kultische Praxis bleibt dem Shintopriester selbst vorbehalten. Der durchschnittliche Japaner ist daher eher areligiös.

Als ich selbst in Japan war, habe ich etwas Eigenartiges feststellen können, es scheint zwei verschieden Arten von Japanern zu geben. Einmal den "jungen" oder modernen Japaner westlicher Ausprägung in Schlips & Krawatte, wie wir ihn auch als Touristen kennen. Und dann sehr viel seltener den "alten Japaner", der jedoch eine besondere Würde oder Autorität bei den "Jüngeren" besitzt.

Die meisten wirklich religiösen Japaner findet man oft im Zusammenhang mit bestimmten traditionellen Künsten, wozu v.a. die Kampfkünste wie Aikido, Iaido (=Weg des Schwertes) oder Kyudo (=Weg des Bogenschießen) etc. gehören. Für Frauen gibt es explizit Naginatado (=Weg der Lanzenklinge) oder die Kunst des Ikenbana bzw. Kado (=Weg der Blumen). Alle diese Künste waren ursprünglich den Samurai- oder Adelsfamilien vorbehalten und werden heute noch vorwiegend von Nachkommen aus solchen Familien geübt. Hier findet man den Typus "alter Japaner" am häufigsten.

Die meisten dieser Küste oder Übungs- Wege (=Do/ Michi) stehen auch in einem Bezug zum "Shin-To" (=Weg der Götter) und werden mit einem bestimmten Schrein assoziiert. Hintergrund von Aikido ist z.B. der Aiki-Schrein in Iwama, der vom Begründer des Aikido Morihei Ueshiba errichtet wurde. (Anbei der Link zu einem interessanten Bericht dazu!) Während bestimmte Schwertschulen mehr mit dem Shinto im Zusammenhang stehen, hat der Weg des Stocks (=Jodo) einen mehr buddhistischen Bezug; denn buddhistischen Mönchen war es verboten, Waffenkünste zu erlernen.

:liebegrüße: Rafael Chiron
Zuletzt geändert von Rafael_Chiron am Mo 8. Apr 2019, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.

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