Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

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Peregrin
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Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#1

Beitrag von Peregrin » Fr 17. Jan 2020, 20:54

Interessante Fiktion:

https://www.youtube.com/watch?v=TVQPboHiNlY

Kein Käse? Ähh... haben die noch nie wetas von Analogkäse gehört, den es als veganen Käse jetzt schon in allen Geschmacksrichtungen gibt?
Große Umstellung, da es keine Butter mehr gibt..? :shocked: Was ist mit Margarine, die die meisten im Blindtest geschmacklich nicht mal von Butter unterscheiden können?

Was die Kleidung betrifft: Kennen die keine Baumwolle - oder noch besser: Hanf, Leinen, Nesselstoffe und andere Stoffe aus pflanzlichen Fasern, die einheimisch wie Unkraut wachsen würden? Brennesselstoffe wären industriell billig herzustellen, wenn der Absatzmarkt groß wäre.

Vitamin B nur als Pillen? Ein wenig Entwicklung - die in der fiktiven Welt sicher vorangetrieben werden würde - und man hat neue leckere Gerichte mit Sachen aus Seetang. (Oder *gasp! how shocking!* :umfall: - man stelle sich vor, man würde Pflanzen ohne Pestizide anbauen und den da natürlich lebenden B12 produzierenden Bakterien einen Booster verpassen, so das das alleine reicht..!?

Und warum Ananasleder, wenn in der fiktiven Welt Leder tragen sicherlich genauso naserümpfend gesehen werden würde, wie heute schon das Tragen von Pelz, da die Menschen in so einer Welt sicher nicht nur mehr selbstbetrügerisch denken würden: "Der arme gequälte Fuchs, die arme Babyrobbe!" sondern auch "Das arme Rind, das arme Schwein!", da in Hinsicht auf Tiere die selbstbetrügerische Unterscheidung zwischen: "Die Rasse ist knuddels- und verhätschelnswert, die sind meine Freunde!" und "Die Rassen sind fleischproduzierende Organismen und Gaumenschmeichler" wegfallen würde.

Und was ist mit im Labor gezüchtetem Fleisch, für Leute, die definitiv nicht verzichten wollen? Kostet dann vielleicht etwas mehr, ist aber definitiv möglich in einer Welt, in der es bereit jetzt künstlich gezüchtete Organe gibt!

Liebe Filmermacher, etwas mehr out of the box Denken für ein glaubwürdiges Zukunftszenario sollte schon drin sein. :socool:
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Rotfuchs
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Re: Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#2

Beitrag von Rotfuchs » So 19. Jan 2020, 13:33

Galileo: *bringt mal wieder einen "gesellschaftlich relevanten" Beitrag*
Ich so: https://www.youtube.com/watch?v=eXs9yHC ... utu.be&t=7
Can Wisdom be put in a silver rod?
Or Love in a golden bowl?

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Peregrin
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Re: Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#3

Beitrag von Peregrin » So 19. Jan 2020, 17:49

Was mich in der Hinsicht höchstens wundert, ist die Tatsache, das der Fakt, was für ein Umweltkiller die Tierhaltung ist, bereits so weit nach unten gesickert ist, dass man sich dazu nicht einmal mehr mit dem Thema speziell beschäftigen muss. Es ist längst in den populären Medien angekommen und springt einen aus allen Medien an.

Und dennoch entscheiden sich die Leute, daran "nicht zu glauben". (M anderen Worten: die Fakten bewusst nicht wahr haben zu wollen.)

Ich kann die Verweigerungshaltung in Bezug auf Wahrhaben wollen bei Themen, die einen ängstigen, verstehen - Themen, die mit Krankheit, Krieg, Tod und so weiter zu tun haben. Aber hier geht es nur um ein Genussmittel!

Das verstehe ich nicht und finde ich absurd...
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Hagezorn
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Re: Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#4

Beitrag von Hagezorn » Mo 20. Jan 2020, 12:28

Habe es nicht gesehen.
Kann also kaum mitreden.
Würde mich aber freuen,wenn sich weniger gestritten und konsequenter gelebt würde.
Die Fleischzucht in der Fabrik in Nährlösung erfordert mehr Einsatz von Antibiotika. Und wohin die Abwässer?
Ist also auch nicht durchdacht.
Menschen brauchen einen Glauben,sonst hätte Ihre Existenz keinen Sinn....

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Re: Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#5

Beitrag von Solasard » Mo 20. Jan 2020, 17:08

Nutztiere die wir nicht nutzen sterben aus. Viele alte Nutztier - Rasen sind schon verschwunden.

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Peregrin
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Re: Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#6

Beitrag von Peregrin » Mo 20. Jan 2020, 17:39

Hagezorn hat geschrieben:
Mo 20. Jan 2020, 12:28
Die Fleischzucht in der Fabrik in Nährlösung erfordert mehr Einsatz von Antibiotika.
Ein in steriler Umgebung geschaffenes Eiweiß-Wasser-Fett-Gewebe braucht kein Antibiotika. (Da vertust du dich gedanklich vielleicht, da ich was von gezüchteten Organen für den Menschen sagte. Wir wollen die Leber ja aber nicht implantieren, sondern essen. ;) )

@ Solarsad: Die alten Nutztierrassen sind ausgestorben, weil sie nicht mehr genutzt wurden, da die heutigen mehr Fleisch/Milch/Wolle produzieren und auch sonst kostengünstiger in der Nutzung sind.

Museen und Vereine sind schon jetzt kräftig dabei, kleine Herden an Alten Rassen (Schafen, Ziegen und bestimmte Rinder) z.B. zur Landschaftspflege oder in Tierparks wieder einzusetzen. Das kann man fortführen.

Nur dann eben nicht mit der pervers überzüchteten Milchkuh, die ihre 50 Liter Milch pro Tag für den Butterberg produziert anstatt 2 Liter fürs Kalb. Oder das Gefügel, dessen Brust so gigantisch gezüchtet wird, dass es kaum stehen kann. (Diese Qualzüchtungen dürfen m. E. gerne aussterben.) Ansonsten gabs das Argument: "Wenn wir sie nicht nutzen, sterben sie aus!" schon seit der Einführung des Automobils und der Abschaffung der Pferdefuhrwerke. :green:

Bei euren Argumenten fehlt mir vor allem die Alternative. Wenn wir weitermachen wie bisher, sterben Tierarten aus. Nur andere, durch die konventionelle Landwirtschaft und ihre Folgen betroffene. (Ich darf nur mal an die Insekten bei uns und den Regenwald in Südamerika erinnern, der für die Tierfutterproduktion abgeholzt wird?)

Tierrassen-Sterben, Abwasserverschmutzung und Antibiotika-Resistenz durch Übernutzung in der Massentierhaltung ist kein hypothetisch zukünftiges Problem einer hypothetischen veganen Welt sondern ein ganz konkretes heutiges Problem, verursacht durch die Fleischproduktion.
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Re: Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#7

Beitrag von Solasard » Do 23. Jan 2020, 23:04

Kleinbäuerliche Tierhaltung statt Industrieller Massenproduktion. Fleisch ein bis zwei mal die Woche. Färe Preise statt subwentionierter Uberpruduktion. Qualität statt Masse.

Gruß Sola

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Re: Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#8

Beitrag von Solasard » Do 23. Jan 2020, 23:15

@Solarsad: Die alten Nutztierrassen sind ausgestorben, weil sie nicht mehr genutzt wurden, da die heutigen mehr Fleisch/Milch/Wolle produzieren und auch sonst kostengünstiger in der Nutzung sind.

Es gibt unter uns Landwirten immer noch Idealisten die an alten Rassen und im Pflanzenbau, Sorten festhalten. Du musst mir meine eigene Aussage nicht erklären Danke.
Gruß Sola

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Re: Galileo - Was wäre, wenn alle vegan leben würden?

#9

Beitrag von Peregrin » Fr 24. Jan 2020, 06:41

Solasard hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 23:15
Du musst mir meine eigene Aussage nicht erklären.
Das gebe ich mal 1:1 zurück, da ich nämlich weder gesagt noch vertreten hätte, das es unter den Landwirten keine Idealisten gäbe. Ich habe lediglich auf deine Aussage, dass "Nutztiere die wir nicht nutzen aussterben" würden, erklärt, das die Befürchtung unbegründet ist, dass es sehr wohl Leute gibt, die die alten Rassen am Leben erhalten.
Danke.

Generell finde ich jedoch die Haltung, man würde Tierrassen "retten", in dem man den Individuen der Rasse in ihren Jugend- und Kinderjahren das Leben nimmt, generell absurd.

Was "Fleisch nur 2x die Woche betrifft" - fände ich im Prinzip schon mal einen Schritt in die richtige Richtung - nur aber auch als leider nicht ausreichend. (Die Weltbevölkerung zählt ein paar Millionen mehr als damals, als das noch klappte zur relativ umweltfreundlichen Ernährung. Man denke allein an all die Millionen Chinesen, für die Fleisch essen in den letzten Jahren zu eine Trend geworden ist, seinen Wohlstand zu demonstrieren.)

Zudem glaube ich auch nicht, das mit freiwilligem Verzicht etwas erreicht werden kann. Hat die Masse Mensch jemals freiwillig auf etwas hedonistisches verzichtet? Freiwillige Selbstregulierung klappt in keinem Bereich. Es müssen leider Gesetze her, wenn Vernunft und Empathie alleine nicht ausreichen. (Wenn schon im Kreise naturliebender Leute die Ablehnung zu groß ist - wie groß dann erst die der Masse derjenigen ist, die keinen Gedanken an die Natur verschwenden und ihr völlig verfremdet sind, kann man sich ja vorstellen.)

Ansonsten wollte ich hier eigentlich keinen Thread aufmachen, in dem all die Argumente gebracht werden, die schon mal woanders kamen, sondern wollte auf den Film und dessen Inhalte hinweisen.
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