Shinto/Shintoismus

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Peregrin
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Re: Shinto/Shintoismus

#11

Beitrag von Peregrin » Mo 8. Apr 2019, 20:59

Rafael_Chiron hat geschrieben:
Mo 8. Apr 2019, 20:41
Der durchschnittliche Japaner ist daher eher areligiös.
Beziehungsweise: Religion ist ihnen ihm meist nur in Hinblick auf bestimmte Riten - vor allem rites de passage - von Bedeutung. (Geburt, Hochzeit, Neujahr, regionale (Fruchtbarkeits-)Feste und so weiter.)
Wobei dann "traditionell" bestimmte Religionen für die jeweiligen Riten in Anspruch genommen werden. Abtreibung/Tod wird buddhistisch geklärt, das meiste andere shintoistisch.)
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Rafael_Chiron
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Re: Shinto/Shintoismus

#12

Beitrag von Rafael_Chiron » Mo 8. Apr 2019, 22:03

Peregrin hat geschrieben:
Mo 8. Apr 2019, 20:59
Beziehungsweise: Religion ist ihnen ihm meist nur in Hinblick auf bestimmte Riten - vor allem rites de passage - von Bedeutung. (Geburt, Hochzeit, Neujahr, regionale (Fruchtbarkeits-)Feste und so weiter.)
@Peregrin: rites de passage, interessante Bezeichnung. :thumbup:

Nun, eine gewisse Ausnahme gibt es. Das ist der sogenannte Sekten- Shinto, der sich in der Abgrenzung zum offiziell anerkannten Schrein- oder Staats- Shinto Ende des 19. Jahrhunderts bildete. Unter "Sekte" versteht man hier einen Shinto, der in einer Religionsgemeinschaft praktiziert wird. (Diese Bewegungen gehen nach dem Zweiten Weltkrieg fließend in verschiedene neureligiöse Gruppierungen über.) Für Aikido spielt hier der Omoto- Kyo eine besondere Rolle, d.h. der Aiki- Schrein in Iwama ist genaugenommen kein normaler Shintoschrein, sondern ein Omoto- Kyo- Schrein.

Das besondere am Omoto- Kyo ist, dass bestimmte spirituelle Praktiken, die bisher ausschließlich Shintopriestern vorbehalten waren, jetzt von allen Anhängern der Gemeinschaft praktiziert werden können. Eine bestimmte Schlüsselfigur im Omoto- Kyo war der charismatische Shintopriester Onisaburo Deguchi, der persönliche spirituelle Lehrer und Mentor von Morihei Ueshiba. Auf diese Weise beeinflussten bestimmte Shintopraktiken die Entstehung von Aikido und bilden bis heute das spirituelle Fundament von Aikido.

:liebegrüße: Rafael Chiron

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Re: Shinto/Shintoismus

#13

Beitrag von Peregrin » Mo 8. Apr 2019, 22:56

Rafael_Chiron hat geschrieben:
Mo 8. Apr 2019, 22:03
@Peregrin: rites de passage, interessante Bezeichnung. :thumbup:
Ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Ist ein Standartbegriff in der Ethnologie. Und in der Psychologie meines Wissens auch.
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Re: Shinto/Shintoismus

#14

Beitrag von Satyr » Di 9. Apr 2019, 08:42

Rafael_Chiron hat geschrieben:
Mo 8. Apr 2019, 22:03
Für Aikido spielt hier der Omoto- Kyo eine besondere Rolle, ....

Auf diese Weise beeinflussten bestimmte Shintopraktiken die Entstehung von Aikido und bilden bis heute das spirituelle Fundament von Aikido.

Hallo,

von einem ehemaligen Kampfkunsttrainer habe ich gehört und auch gelesen, dass die Oomoto Sekte (gegründet 1892) eine Sonderstellung in den Shinto Sekten einnimmt, weil diese nicht nur spirituell orientiert, sondern auch politisch war. Zumindest Anfang des 20. Jh.
Wie es heute ist weiß ich nicht, hab mich da nicht weiter informiert. Seit 1950 ist diese Sekte wieder aktiv.
In der Anfangszeit war diese radikal nationalistische Sekte sehr populär, weil sie die Verbreitung des westlichen Kapitalismus eindämmen und kontrollieren wollte. Die jap. Landbevölkerung litt sehr unter diesen Veränderungen, was diese Haltung verständlich macht.
Ziel der Sekte war eine neue Weltordnung. Damit sie global installiert werden kann, lernten die Mitglieder Esperanto.
Oberste Führung sollte der Kaiser von Japan sein und die Monarchie die Staatsform in deren Hierarchien jeder seinen Platz hat und für alle "gesorgt" ist. Ich denke da wird die Angst vor der Veränderung deutlich, die sicher für viele bedrohlich war, existenziell wie auch das Weltbild betreffend.
1925 Versuchte die Bewegung in der Mandschurei einen eigenen Gottesstaat zu gründen. Es gab ein entsetzliches Blutbad, denn die japanische Armee kooperierte mit ihrem Feind, der chinesischen Armee und ließ die Anhänger der Bewegung abschlachten, bis auf ein paar Wenige. U.a. Ueshiba Morihei, der als engster Vertrauter und Leibwache der Führung dabei war.
Nur eine Vermutung: Dies muss für den Begründer des Aikido eine sehr traumatisierte Erfahrung gewesen sein, weshalb er sich im Nachhinein sehr für einen friedlichen Weg einsetzte.
Die Sekte kritisierte den Kaiser und versuchte ihn vorzuschreiben, wie er zu regieren hätte, weshalb er wahrscheinlich 1935 die radikal nationalistische Sekte mit fadenscheinigen Gründen verbot.

Informationen auf die Gründungszeit der Sekte findet man hier:
eine Buchbesprechung zu: Ulrich LINS: Die Omoto-Bewegung und der radikale Nationalismus in Japan

https://www.oag.uni-hamburg.de/noag-arc ... /rez-2.pdf

Auf die Zeit in der Mandschurei und politische Aktivitäten findet man oft nur Andeutungen wie hier:
Im Februar 1925 brach er mit Onisaburo in Richtung Mandschurei auf, um dort eine auf religiösen Geboten basierende neue Weltregierung aufzubauen. Durch eine Verschwörung wurden Morihei und vier Mitstreiter zum Tode verurteilt und konnten nur durch die Intervention des japanischen Konsuls sicher nach Japan zurückkehren.
Quelle: https://www.aikido-weiler.de/wer/war-morihei-ueshiba/

ich dachte, diese Zusätze wären bei dem Thema Shinto / Sekten / Oomoto ganz interessant.

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Re: Shinto/Shintoismus

#15

Beitrag von Rafael_Chiron » Di 9. Apr 2019, 15:12

Satyr hat geschrieben:
Di 9. Apr 2019, 08:42
von einem ehemaligen Kampfkunsttrainer habe ich gehört und auch gelesen, dass die Oomoto Sekte (gegründet 1892) eine Sonderstellung in den Shinto Sekten einnimmt, weil diese nicht nur spirituell orientiert, sondern auch politisch war.
@Satyr: Guter Einwand. :thumbup: Meist wird die Geschichte vom Omoto- Kyo und dem Begründer nämlich ziemlich einseitig positiv dargestellt...
Satyr hat geschrieben:
Di 9. Apr 2019, 08:42
Oberste Führung sollte der Kaiser von Japan sein und die Monarchie die Staatsform in deren Hierarchien jeder seinen Platz hat und für alle "gesorgt" ist.
Zuerst war der Omoto- Kyo eher eine spirituelle Bewegung, die aber dann recht schnell zu einer politischen Bewegung wurde. Treibende Kaft war ihr charismatischer Führer Onisaburo Deguchi. Tatsächlich wollte Deguchi Einfuß auf das Kaiserhaus nehmen, westliche Elemente wie die Demokratisierung zurückdrängen und stattdessen eine Art spirituelle Monarchie schaffen. Man könnte das auch als eine Art spirituellen Faschismus bezeichnen. (Das Ganze hat übrigens gewisse Parallelen zu den Bestrebungen von Julius Evola in Italien, wo aus der magischen Gruppe von Ur schließlich eine faschistisch- elitäre Weltanschauung wurde!)
Satyr hat geschrieben:
Di 9. Apr 2019, 08:42
Im Februar 1925 brach er mit Onisaburo in Richtung Mandschurei auf, um dort eine auf religiösen Geboten basierende neue Weltregierung aufzubauen. Durch eine Verschwörung wurden Morihei und vier Mitstreiter zum Tode verurteilt und konnten nur durch die Intervention des japanischen Konsuls sicher nach Japan zurückkehren.
Das mit der "neuen Weltregierung" halte ich für etwas übertrieben. Tatsächlich wurden Onisaburo und Ueshiba hier eher instrumentalisiert, denn Japan versuchte schon immer, einen bestimmten kolonialen Einfluß auf das asiatische Festland zu etablieren, was schließlich 1931 auch zur auch zur sogenannten Mandschurei- Krise führte. Jedoch hatte Ueshiba auf dieser Mission bei einem Hinterhalt ein Art Erleuchtungserlebnis, das für die spätere Entstehung von Aikido nicht unwesentlich war.

Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft, begann Deguchi eine Art Netzwerk aufzubauen. Er unterwanderte z.B. systematisch Verlage und Zeitungsagenturen. Auch Ueshiba war ursprünglich ein Teil dieses Netzwerkes. Er wurde von Ayabe, dem Hauptsitz der Bewegung, nach Tokyo geschickt, um dort seine neue Kampfkunst zu etablieren und wurde so zu einer wichtigen Kontaktperson für Militärs, die auch für die Bewegung gewonnen werden sollten. Deshalb trainierten in dieser Frühphase auch so viele Generäle und Admirale bei ihm. Glücklicherweise hatte sich Ueshiba bereits etwas von Deguchi distanziert, so dass er ab 1935 von der Verhaftungswelle verschont blieb, als die japanische Regierung von den Putschbestrebungen Onisaburos Wind bekam und den Omoto- Kyo hochgehen lies. (Wikipedia spricht hier etwas lapidar von schwerer Verfolgung und Verbot!)

Ueshiba entkam nur durch äußerst glückliche Umstände einer Verhaftung. Trotzdem blieb er den spirituellen Lehren des Omoto- Kyo weiterhin verbunden und verschmolz sie mit seinem Aiki- Budo, das schließlich zu Aikido wurde. Während des zweiten Weltkriegs zog er sich nach Iwama aufs Land zurück, wo er den Aiki- Schrein errichten lies und eine Lebensphilosophie verwirklichte, die Spiritualität, Budo und Landwirtschaft miteinander verband; was wohl auch der ursprünglichen Philosophie des Omoto- Kyo entsprach. Für mich ist die Entstehungsgeschichte von Aikido ist ein schönes Beispiel dafür, wie spirituelle Bewegungen in Gefahr geraten können, in den Elitarismus abzugleiten. Ueshiba hat hier gerade noch mal die Kurve gekriegt.

Übrigens ist es in Japan immer noch so, dass es unter den Kampfkünsten bestimmte Gruppierungen gibt, die außerordentlich rechtslastig sind. Auch die Sonnensymbolik des Shinto spielt da keine unwesentliche Rolle. Auch das frühe Aikido - damals hieß es noch Aiki- Budo - hatte eine gewisse faschistoide Tendenz, was man auch in den alten Aikidovideos sehen kann, wo meist die japanische Fahne im Hintergrund zu sehen ist. In Japan wurde die Vergangenheit bei weitem nicht so aufgearbeitet, wie bei uns in Deutschland!

Ich persönlich glaube, dass es auf das exzessive Üben von bestimmten Shintopraktiken zurückzuführen ist, dass Onisaburo gewissermaßen größenwahnsinnig wurde und sich selbst schließlich sogar als eine Art Weltenerlöser sah. Ähnliche Tendenzen können wir auch bei Aleister Crowley beobachten, der sich zum Weltenheiland ausrufen lies. Israel Regardie warnt in seinem Spätwerk, The Complete Golden Dawn System of Magic (Deutsch: Das magische System des Golden Dawn) ausdrücklich vor den Gefahren des Größenwahnsinns bzw. der Ich- Inflation, die durch okkulte Praktiken ausgelöst werden können. Interessanterweise hat Ueshiba die ursprünglichen Shintopraktiken des Omoto Kyo für sich selbst zwar weiterhin praktiziert, war aber mit der Weitergabe dieser Methoden äußerst zurückhaltend.

:liebegrüße: Rafael Chiron
Zuletzt geändert von Rafael_Chiron am Di 9. Apr 2019, 20:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Shinto/Shintoismus

#16

Beitrag von Satyr » Di 9. Apr 2019, 15:36

Hallo Rafael ,
Danke für Deine Infos. Ich denke, wenn man so offen und nicht einseitig (verherrlichend) mit der Vergangenheit umgeht, kann man wirklich konstruktiv mit den Themen umgehen und aus der Vergangenheit lernen.
Übrigens wollte ich gar nicht weltregierung sondern „neue Weltordnung“ schreiben. Das hätte es wohl besser umschrieben.
Es war meinerseits übrigens gar nicht als Einwand, sondern als Ergänzung gedacht.
Und bei all dieser Entwicklung bin ich selbst ein großer Fan der Aikido Kampfkunst (oder „nicht - Kampf“ - Kunst) :)
Auch wenn ich selbst nur einmal einen Einstiegskurs belegt hab.
LG
Satyr

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Re: Shinto/Shintoismus

#17

Beitrag von Peregrin » Di 9. Apr 2019, 16:08

Rafael_Chiron hat geschrieben:
Di 9. Apr 2019, 15:12
Man könnte das auch als eine Art spirituellen Faschismus bezeichnen. (Das Ganze hat übrigens gewisse Parallelen zu den Bestrebungen von Julius Evola in Italien, wo aus der magischen Gruppe von Ur schließlich eine faschistisch- elitäre Weltanschauung wurde!)
[OT]

Och, man braucht ja nicht mal bis Italien zu gucken. Das deutschsprachige Äquivalent waren Ariosophen, Thulegesellschaft und ihre Ableger, H.A. Weishaar und seine Jünger, "Deutsche Christen" und so weiter und so fort.

[/OT Ende]
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Re: Shinto/Shintoismus

#18

Beitrag von Hekate » Di 9. Apr 2019, 22:45

Bei euren Posts fallen mir mehrere Sachen auf.

1 Punkt.
Volksglauben und Glauben des Kaiserhofes.
Mindestens seit der Kaiser + Kaiserhof buddhistisch wurden, ist das nicht identisch.
Also weit über 1000 Jahre.

Selbst verständlich spielt da dann im bäuerlichen Volk was anders eine Rolle.

:girlie-gfk:

Die Sonnengöttin ist die Legimitierung des Kaiserhauses.

2.
In Japan gab es 2 Arten von Adel: Kriegsadel + Beamtenadel.
Der Kriegsadel - Shogun.
Beamtenadel - Kaiserhof.

Kaum ein Tenno hatte je was zu sagen. Entweder hatte der Kriegsadel die Macht. Oder der Beamtenadel (die z. B. die offizielle Frau des Tennos bestimmten.).

3.
Ein Shintopriester ist kein Schamane.

4.
Ihr schmeisst wieder mal Sachen zusammen.

5.
...
Gute Nacht
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Re: Shinto/Shintoismus

#19

Beitrag von Hekate » Mi 10. Apr 2019, 11:58

6.
Noch mal zur Sonnengöttin und Legitimierung.

Auch so eine alte Sache. Das sich "alter" Adel
(Und das japanische Kaiserhaus ist nun mal mit fast 2700 Jahren => alter Adel)
Ihre Abstammung auf Göttinnen, göttliche Frauen (ganz alter Adel), Götter (nicht ganz so alter Adel), besondere Frauen oder Heroen (nicht ganz so alter Adel) begründen.
Cäser z. B. - Aneaes (oder wie sich schreibt.
Bei vielen Europäischen Uraltadel, war z. B. Udinen beliebt.
Usw

7.
Die Sonnengöttin hat in Japan noch einen weiteren Zweck - der Vereinigung.
Sie ist die Herrin über alle Ahnen/Familiengötter.
Was uns zum japanischen Ahnenkult bringt.

8.
Jeder normaler Japaner ...
Eltern als Ahnen, Großeltern usw. die als Tote Ahnen sind und damit auch göttlich werden.
Und die man zu Hause, in der "stille" verehrt.
Und man selbst wird dann für die nächsten Generationen.

Über den Familien/Sippennamen werden diese Ahnen quasi gesammelt und gemeinsam verehrt
Da kann dann ein Sippenschrein vorhanden sein.

Und so weiter.

:girlie-gfk:

Darum gibt es z. B. in Korea so wenige Familienname.
Und darum haben koreanisch stämmige Kinder, die ins Ausland kamen, solche Probleme, in die koreanische Kultur zu kommen.- Sie sind kein Teil dieser Struktur.

:girlie-gfk:

Allein durch den Ahnenkult, ist die Sonnengöttin, für jeden Japaner wichtig. Sie ist für jeden, die oberste Ahnin.
ABER es ist halt nicht öffentlich, täglich, sichtbar.


:girlie-gfk:
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Re: Shinto/Shintoismus

#20

Beitrag von Peregrin » Mi 10. Apr 2019, 13:33

Hekate hat geschrieben:
Mi 10. Apr 2019, 11:58
Cäser z. B. - Aneaes (oder wie sich schreibt.Bei vielen Europäischen Uraltadel, war z. B. Udinen beliebt.
Da wirfst du nun mehrere Sachen zusammen.

Europäische Ursprungsmythen hatten meist diverse Ursachen. Eine der Hauptursachen lag darin, dass man im Zuge der Ethnogenese einen gemeinsamen Ursprung für Menschen unterschiedlicher Stämme zu schaffen versuchte, damit die sich als eine Ethnie verstehen konnten.

Eine weitere Ursache war die, dass der Christianisierung der Versuch einer "Aufwertung" der eigenen Herkunft versucht wurde, sowohl was das sakrale als auch was das Alter betraf. (Wenn man schon die eigenen Ahnen nicht auf biblische Gestalten zurückführen konnte, dann wollte man die doch immerhin auf klassische antike Helden zurückführen können.) Das wurde besonders dann unternommen, wenn ein König etabliert wurde, für Gebiete, für die es zuvor diverse Herrscher gegeben. (Darum Aeneas, Brutus, und so weiter.)

Das hatte beidesmal politische Gründe und ist m.E. nicht zu vergleichen mit den Ursprungsmythen einzelner "Clans", die Naturwesen als Ahnen ansahen. Die wären die einzigen, die man bedingt mit den shintoistischen Aspekten vergleichen könnte.
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