Blutdrachen

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Schneewoelfin
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Re: Blutdrachen

#11

Beitrag von Schneewoelfin » Mi 12. Sep 2018, 16:56

Lakeisha hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 16:18
Das Verhältnis im Traum erinnert mich irgendwie an den Film Dragonheart.....
ging mir auch so :girlie-nick:
"Wenn du einen Fehler in deinem Bruder siehst, so ist der Fehler, den du in ihm siehst, in dir selbst." Jalal Ad DIn Rumi

Knufflon
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Re: Blutdrachen

#12

Beitrag von Knufflon » Mi 12. Sep 2018, 17:13

Ich kenne den Drachen auch als Symbol der (entwickelten) Seele im Sinne von voll entwickelten ich-Kräften. Eine Art innerer Sicherheit, no-bullshit-attitude, klare Ziele und Visionen und ein Wissen darum, wie diese zu erreichen sind.

Interessant in diesem Zusammenhang: in der europäischen Sagenwelt sind Drachen meist etwas, was besiegt, getötet werden muß (St. Georg) - was zu dem Anspruch der Herrschenden aller Zeiten passt, bloß keine Individuation der Einzelnen zu fördern, zuzulassen, denn das würde letztlich die Menschen in die Freiheit und Eigenverantwortung führen, was den Mächtigen gefährlich werden würde. Die Ich-Kräfte, die Seelenkräfte waren zu unterdrücken.

In der (Ost-)asiatischen Mythologie dagegen waren die Drachen ätherische Wesen, die verehrt wurden, sich auf Darstellungen beschützend um Gebäude, Waffen, Kleidung etc wanden. Dort wurde in manchen esoterischen/spirituellen Strömungen eben auch die Lösung des Menschen von allen äußeren Anhaftungen - damit auch von Machtstrukturen -, die Entwicklung der Erkenntnis durch Meditation, die Perfektion des Körpers durch (Energie-) Gymnastik (was später zum Kampfsport wurde) gelehrt und unter den Praktizierenden gefördert.

Die Mehrheit dürfte in beiden Fäleln einfach die Symbolik übernommen haben, ohne sie zu verstehen. Das blieb - wie heute auch noch - den Suchenden vorbehalten.

Es grüßt Euch das
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Re: Blutdrachen

#13

Beitrag von KiraNeko64 » Mi 12. Sep 2018, 18:08

Hui, so viel Feedback hatte ich gar nicht erwartet. Habt vielen, vielen dank dafür :D
Rafael_Chiron hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 15:52
...vielleicht scheint aber genau das "Dein Blutopfer" zu sein, die Dissonanz zwischen "warmherzig" und "aggressiv" zuzulassen. Beides sind Anteile von Dir.
Als ich das gelesen habe, hat echt was geklingelt bei mir. Auch Hekate hatte per PN nochmal soetwas ähnliches angesprochen. Es stimmt, ich bin häufig im Konflikt mit mir, gerade, was meinen Beschützerinstinkt angeht. Ich habe es in verbalen Streitigkeiten bereits erlebt, dass ich zum Berserker werden kann, wenn es nicht um mich, sondern jemanden geht, der mir wichtig ist (z.B. sag nie was gegen meine Eltern, das könnte tödlich enden).
Gleichzeitig will ich besonnen bleiben und Konflikte am Besten vollständig ohne Verluste auf beiden Seiten austragen (der Pazifist in mir). Deswegen ist mir auch unwohl bei dem Gedanken, dass der Drache "gerufen wird" wenn ich in einen Konflikt gerate.
Jetzt wo ich das gerade schreibe, wird mir erst klar, dass es ein Konflikt zwischen meiner instinktiven (tierischen) und meiner ideellen Seite ist.... hmmm
Knufflon hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 17:13
in der europäischen Sagenwelt sind Drachen meist etwas, was besiegt, getötet werden muß
Nur kurz: als ich dass gelesen habe, dachte ich nur "nein, ich will ihn nicht töten!". Ich weiß, das war auch nicht deine Aussage, aber das zeigt mir gerade, dass mir der "Blutdrache", selbst wenn ich noch nicht völlig furchtlos bin, trotzdem wichtig ist irgendwie.
Knufflon hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 17:13
Ich kenne den Drachen auch als Symbol der (entwickelten) Seele im Sinne von voll entwickelten ich-Kräften. Eine Art innerer Sicherheit, no-bullshit-attitude, klare Ziele und Visionen und ein Wissen darum, wie diese zu erreichen sind.
Gut, ich kann nicht sagen, dass ich mich wirklich weiterentwickelt fühle xD zur Zeit bin ich mir prinzipiell in fast allem unsicher, mit mir selbst im Streitgespräch und stehe gefühlt im Urwald meiner Seele (auch wenn ich an dem letzten Punkt gerade arbeite)

Oh je, da habe ich jetzt völlig wirr geschrieben, ich hoffe, es ist noch verständlich.
Auf jeden Fall nochmal vielen Dank an alle, ihr habt mich schon ein riesen Stück weiter gebracht :liebegrüße:

Liebe Grüße
Tina^^

PS:
Lakeisha hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 16:18
Das Verhältnis im Traum erinnert mich irgendwie an den Film Dragonheart.....
Ich liebe diesen Film :green:
Lass dein Herz erstrahlen, es erklingen.
Packe es in warme Töne, von Farben und Formen umschmeichelt,
geleitet es dich durch jeden Raum.
Mit Worten kaum zu beschreiben,
doch allein der Versuch lässt Wunder gescheh'n. [...]
;)

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Re: Blutdrachen

#14

Beitrag von Rafael_Chiron » Mi 12. Sep 2018, 19:27

KiraNeko64 hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 18:08
Jetzt wo ich das gerade schreibe, wird mir erst klar, dass es ein Konflikt zwischen meiner instinktiven (tierischen) und meiner ideellen Seite ist.... hmmm
@Tina: Ich glaube nicht, dass es um einen Konflikt zwischen Deiner tierischen und ideelen Seite geht. Das ist eher eine intellektuelle Einordnung... Ist es nicht so, dass Deine "tierische Seite" erst dann erwacht, sobald Du z.B. Ungerechtigkeit gegenüber Freunden im Außen erlebst? Tierische und ideele Seite sind also gar nicht getrennt.

Ich denke, dass es um das Thema "Opfer" geht. Erlebst Du im Außen wie Freunde ungerecht behandelt werden etc., so leidest Du innerlich mit, wirst also selbst zum Opfer. Wird "Dein Drache" aktiv, um dieses Innere in Dir zu schützen, so wirst Du darunter leiden, im Außen zum Täter geworden zu sein. Das ist es auch, was Dir Dein Drache erklärt hat:
KiraNeko64 hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 15:58
...dass es manchmal unvermeidlich ist, andere zu verletzen, wenn man jemanden beschützen möchte. Daher muss ich mir eines überlegen "Möchtest du Beschützer oder Beschützter sein?
...doch eigentlich bist Du beides: Beschützer und Beschützter, denn Du beschützt Dein Inneres, indem Du den Anderen beschützt.

Mir fällt hier noch das alchemistische Bild des Pelikans ein, von dem es heißt, dass er seine Jungen mit dem Blut aus seiner eigenen Brust nährt...

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Re: Blutdrachen

#15

Beitrag von Peregrin » Mi 12. Sep 2018, 19:40

Knufflon hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 17:13
Interessant in diesem Zusammenhang: in der europäischen Sagenwelt sind Drachen meist etwas, was besiegt, getötet werden muß (St. Georg) []... Die Ich-Kräfte, die Seelenkräfte waren zu unterdrücken.
Meist, :girlie-nick: aber ja nicht nur. Es gibt auch den Drachen der für das tierische, triebhafte im Menschen steht, der überwunden werden muss, damit der Mensch zum wahren Menschen werden kann.

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Re: Blutdrachen

#16

Beitrag von izento » Mi 12. Sep 2018, 20:37

Bei dem Begriff Blutdrachen kommt mir ganz spontan ein existierender Vampir-Kult in den Sinn.
Ich kenne allerdings keine Einzelheiten über diesen Kult und seinen Glauben. Da müßte ich erstmal eine Bekannte aus dem Vampyrumfeld zu befragen.

Das hat aber wahrscheinlich eher wenig mit deinem "Fantasy"-Blutdrachen zu tun.
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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Re: Blutdrachen

#17

Beitrag von <kranich> » Do 13. Sep 2018, 08:35

Also mir kamen natürlich auch erstmal moderne Fantasygames in den Kopf. Dann aber sofort der Vlad Drakul:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_III._Dr%C4%83culea

Sein Beiname Drăculea (deutsch „Der Sohn des Drachen“ von lateinisch draco – „Drache“) leitet sich nach der von Historikern am häufigsten akzeptierten These von der Mitgliedschaft seines Vaters Vlad II. Dracul im Drachenorden Kaiser Sigismunds ab. Der Drache wurde auch im Woiwodensiegel geführt.[2][3] Dieser Beiname wurde bisweilen auch als „Sohn des Teufels“ verstanden, da das rumänische Wort drac Teufel bedeutet.

....

So dürfte Vlad III. auch den irischen Schriftsteller Bram Stoker zu seiner Romanfigur Dracula inspiriert haben.[6]

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Re: Blutdrachen

#18

Beitrag von Rafael_Chiron » Do 13. Sep 2018, 09:10

Peregrin hat geschrieben:
Mi 12. Sep 2018, 19:40
Es gibt auch den Drachen der für das tierische, triebhafte im Menschen steht, der überwunden werden muss, damit der Mensch zum wahren Menschen werden kann.
@Peregrin: In diese Richtung denke ich auch...

Allerdings geht es dabei eben gerade nicht um die Beherrschung oder Unterdrückung der tiebhaften Seite, sondern um eine echte Integration. Will man den Drachen nur im patriachalen Sinne besiegen, indem man ihm den Kopf abschlägt, so wachsen ihm nämlich zwei, vier, acht Köpfe usw. nach...

In der Alchemie wird diese Integration durch die zwei Drachen ausgedrückt, die sich gegenseitig verschlingen. Beide, der untere flügellose (=fixe) Drache und der obere geflügelte (=flüchtige) Dache, zehren sich gegenseitig auf. Das entspricht auch der Symbolik des Pelikans. In der Alchemie ein Gefäß, das so konstruiert war, dass das Destillat immer wieder in einer Art Kreislauf auf seine Ursubstanz zurückgeführt wird, die dadurch immer mehr "aufgelockert" (=umgesättigt) wird.

:liebegrüße: Rafael Chiron

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Re: Blutdrachen

#19

Beitrag von Bodecea » Do 13. Sep 2018, 11:16

Hallo Tina,

Das Buch von Luisa Francia Drachenzeit war auch meine erste Assoziation. Auch mit dem Hintergrund "Der alte Drache" als Beleidigung einer älteren frau, oder der "bösen" Ehefrau. Als olle Emanze sehe ich diesen Aspekt natürlich als eine Kraftquelle, Stichwort Durchsetzungskraft, Mondmagie, Magie mit Mensblut usw...

LG
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Re: Blutdrachen

#20

Beitrag von izento » Fr 14. Sep 2018, 13:27

<kranich> hat geschrieben:
Do 13. Sep 2018, 08:35
Sein Beiname Drăculea (deutsch „Der Sohn des Drachen“ von lateinisch draco – „Drache“) leitet sich nach der von Historikern am häufigsten akzeptierten These von der Mitgliedschaft seines Vaters Vlad II. Dracul im Drachenorden Kaiser Sigismunds ab.
Ach daher hat der Kult der Blutdrachen seinen Namen :patschvorkopf: idea
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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