schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

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Satyr
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schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#1

Beitrag von Satyr » Mo 24. Sep 2018, 08:22

Hallo,

ich möchte an dieser Stelle einen Beitrag teilen, auf den ich in FB aufmerksam wurde.

https://www.facebook.com/sonia.rainboww ... 9242149264

Eigentlich bin ich gar nicht missionarisch drauf, nur, dieses Thema finde ich teilenswert in der spirituellen Szene, damit vielleicht auch Betreffende darüber nachdenken.
Ich kenne auch jemand, der schon mehrere Ayahuasca Retreats besucht hat.
Es ist zwar nicht das gleiche und es bedeutet mehr Arbeit, aber es gibt auch Alternativen, körpereigene Stoffe zu aktivieren, die spirituelle, transzendentale Erfahrungen oder Innere Prozesse durch Bewusstseinsveränderung zulassen, wie z.b. holotropes Atmen, Quantum Light Breath (QLB) oder der Energie und Atemorgasmus, den ich auf dem HZ-Treffen in einem Workshop vorgestellt habe. In dieser Kategorie zähle ich auch die Todeshaltung von Austin Osman Spare und es gibt sicher noch mehr Möglichkeiten, mit dem Bewusstsein zu arbeiten - auch wenn es oft einen geschützten Rahmen (+Betreuung) bedarf.
Vielleicht als kleine Alternative zur Strategie Drogenpflanzen in Retreats zu konsumieren, was inzwischen massenhaft passiert, um dem Bedürfnis nach spiritueller Erfahrung und Wachstum nachzukommen.

LG
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Peregrin
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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#2

Beitrag von Peregrin » Mo 24. Sep 2018, 12:11

Ich finde es ja besonders absurd, dass wohl ein Großteil der buddhistische Szene in den USA den Gebrauch von Ayahuasca total hyped und das abgesehen von einigen sehr wenigen überhaupt niemand sonderbar vorkommt. (Hallo, ich meine Buddhismus. Das ist die Lehre, die sehr wenige Regeln/Richtlinien hat, aber eine von denen lautet nun mal: "Keine bewusstseinsverändernde Substanzen."

Ich finde ja Brad Warners Äußerungen zu dem Thema wie immer sehr gut: https://www.youtube.com/watch?v=DPBCjpw_fK8 und https://tricycle.org/trikedaily/psychedelics-buddhism/

Ergänzend aus einem seiner Artikel:

"As Nishijima (sein Lehrer) said, these aren’t rules. They are guidelines. If you want to have a better life, follow these guidelines.
Sometimes you may need to do something that goes against these guidelines. When that happens, understand that you’re opening yourself up to trouble and you’ll need to deal with that trouble. So don’t go against the guidelines unless it’s really important.
Whenever you violate these guidelines, your practice will suffer and you will suffer. You’ll set yourself back a little — or a lot, depending on how far you take it.



Aber das ist wohl wie immer. Für irgendetwas, was jemand unbedingt will, da findet er auch eine Ausrede, warum das trotz allem gerechtfertigt ist: Die Häretiker werden verbrannt, damit kein Blut vergossen wird und so wenigstens der Wortlaut der "Du sollst nicht töten" Regel eingehalten wurde, der Frosch opfert sich beim Melken freiwillig für den Tripp.. .äh, ich meine die Erleuchtung des Menschen, Buddha hätte sicher auch ja zu Ayahuasca gesagt, wenn er es nur gekannt hätte (Als ob es zu Buddhas Zeit in Indien keine Drogen gegeben hätte! :rofl: )

Aber he, Hauptsache ein paar Leute machen coole Erfahrungen auf ihren Drogentripps und genügend andere Leute verdienen ein Scheißgeld daran. :aufkopf:

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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#3

Beitrag von Knufflon » Mo 24. Sep 2018, 12:43

Einwurf: Kaffee und Zucker sind auch bewußtseinsverändernd.....Geht Dein gerechter Zorn auch dagegen?
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Peregrin
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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#4

Beitrag von Peregrin » Mo 24. Sep 2018, 12:59

Knufflon hat geschrieben:
Mo 24. Sep 2018, 12:43
Einwurf: Kaffee und Zucker sind auch bewußtseinsverändernd.....Geht Dein gerechter Zorn auch dagegen?
In welchen meiner Aussagen meinst du Zorn zu erkennen? :nixweiss:

Ich habe geschrieben, dass ich es für völlig absurd halte, wenn Leute gegen die fundamentalsten Aussagen der Religion oder Philosophie, der sie folgen, verstoßen und dafür Ausreden erfinden.

Leute, die sich nicht zu den Regeln bekennen, sind von meiner Aussage gar nicht betroffen. Du kannst deinen Kaffee mit Zucker trinken, ohne das ich die Nase darüber rümpfe. ;) (In dem Thread über Alkohol, den ich aufgemacht habe, meine ich auch niemanden dazu geraten zu haben - schon gar nicht zornig - auf ihren Alkoholkonsum zu verzichten, das sollte eigentlich ein Hinweis darauf gewesen sein, dass ich keinen zornerfüllten Feldzug gegen irgendetwas führe. ;) )


Meinst du denn, Knuflon, die Lage was den Anbau von Kaffee und Zucker betrifft, ist mit der von Ayahuasca oder Peyote zu vergleichen? Es wird schon irgendwie gelingen, die Nachfrage der Konsumenten zu decken bevor die Pflanzen ausgerottet werden? Würdest du es befürworten, wenn Plantagen und Froschfarmen angelegt werden würden?

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Satyr
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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#5

Beitrag von Satyr » Mo 24. Sep 2018, 14:02

Knufflon hat geschrieben:
Mo 24. Sep 2018, 12:43
Einwurf: Kaffee und Zucker sind auch bewußtseinsverändernd.....Geht Dein gerechter Zorn auch dagegen?
Ich suche gerade den „zorn“...

Was mich und Kaffee betrifft , ich trinke sehr wenig und wenn dann den Heidelberger Partnerschaftskaffee, der ist bio und fair von der kooperative Soppexcca aus Jinotega - Nicaragua. (Den nehmen wir auch mit, wenn wir unterwegs sind.)
Zucker, versuche ich so wenig wie möglich zu konsumieren, schaff es aber nicht ohne. Schokolade schaff ich auch net zu vermeiden, im Moment fahr ich auf Rapunzel Schokolade ab.
Ist zwar alles schon offtoppic, aber wenn es um Konsum Themen geht, da fang ich bei mir selber an und ich empfinde keinen gerechten Zorn dabei.

Ich war lediglich der Meinung, dass es durchaus in einem Forum, in dem auch Zaunreiter unterwegs sind, inhaltlich erwähnenswert ist, was da in Mittelamerika durch spirituell suchende Menschen passiert.

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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#6

Beitrag von Bodecea » Mo 24. Sep 2018, 17:52

Hallo,

ich finde es (jetzt mal ganz abgesehen von dem ökologischen Schaden) recht krass, dass Menschen sich für ihren Spiritripp so heftige und nebenwirkungsreiche Drogen wie Ayahuasca einfahren (nach allem zumindest, was ich bisher davon gelesen habe).

Ich meine, das kann man doch auch einfacher, weniger risikoreich und angenehmer haben, wenn man schon unbedingt psychedelische Drogen konsumieren will, statt auf anderer Techniken zu setzen wie die von Satyr beschriebenen.

LG
Bodecea
Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#7

Beitrag von Schneewoelfin » Mo 24. Sep 2018, 18:53

Hi Bodecea,
Bodecea hat geschrieben:
Mo 24. Sep 2018, 17:52
Ich meine, das kann man doch auch einfacher, weniger risikoreich und angenehmer haben, wenn man schon unbedingt psychedelische Drogen konsumieren will, statt auf anderer Techniken zu setzen wie die von Satyr beschriebenen.

LG
Bodecea
ich vermute mal, dass das auf solche:
»Ayahuasca ist ein Auflöser von Problemen.«

DON AGUSTÍN RIVAS
(in einem Radiointerview,
Österreichischer Rundfunk, 6/94)


aus dem Kontext, wie ihn Rätsch zB hier

https://www.christian-raetsch.de/Artike ... uasca.html

beschreibt, gerissenen Zitate zurück zu führen sein mag

In dem Artikel beschreibt er, dass und wie die Amazonas EInwohner Ayahuasca leben, nicht nur konsumieren.

Ayahuasca ist eben gerade hip und es ist einfacher, Spiritualistät zu konsumieren ... in ein paar Jahren springen die Eso-Hipster dann auf die nächste Pflanze an..... :girlie-gfk:

Sonia Emilia schreibt auf ihrer FB Page, dass ihr Account nach der Erstveröffentlichung des von Satyr verlinkten Artikels mehrfach gehackt wurde - passt anscheinend einigen nicht, dass sie das so deutlich kommuniziert...

LG Schnee
Zuletzt geändert von Schneewoelfin am Mo 24. Sep 2018, 21:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#8

Beitrag von Peregrin » Mo 24. Sep 2018, 18:58

Schneewoelfin hat geschrieben:
Mo 24. Sep 2018, 18:53
Ayahuasca ist eben gerade hip und es ist einfacher, Spiritualistät zu konsumieren ... in ein paar Jahren springen die Eso-Hipster dann auf die nächste Pflanze an..... :girlie-gfk:
Spätestens, wenn sie Pflanze nicht mehr zu haben ist, da die Nachfrage größer war als als die Wuchsgeschwindigkeit des "Produkts". Aber vielleicht werden dann synthetische Drogen wie LSD wieder chic, wer weiß?

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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#9

Beitrag von Lynx » Mo 24. Sep 2018, 19:38

Meiner Meinung nach sollte man die Finger von allem lassen, was nicht nachhaltig ist. Sei es nun Tier, Gewächs oder Mineral, egal was der Verwendungszweck ist. Das interessiert nur keinen :girlie-gfk: und ist auch nicht immer machbar (bzw zu unbequem... Ich gebs ja zu)

Was Ayahuasca und Co. betrifft:
Mittlerweile rufen diverse ethnobotanische Shops auch dazu auf, die immer seltener werdenden Pflanzen selbst groß zu ziehen (ist bei vielen derweil schwierig bis unmöglich in der Umgebung) oder auf Alternativen auszuweichen, wie zum Beispiel eine gewisse art Schilfrohr (die sogar selbst gepflanzt werden muss).

Das geht den meisten dann wohl aber nicht schnell genug :kaffee:

Knufflon
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Re: schamanische Szene und Ausrottung von Pflanzen

#10

Beitrag von Knufflon » Di 25. Sep 2018, 08:29

Ich suche gerade den „zorn“...
Das bezog sich auf den Post von Peregrin, der mir doch recht erbost vorkam im Grundtenor.
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