Litha verspätet feiern?

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Schneewoelfin
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Re: Litha verspätet feiern?

#11

Beitrag von Schneewoelfin » Sa 23. Jun 2018, 15:21

Hi Lhylyt,

ich feiere die Jahreskreiseste dann, wann es sich für mich dem Anlass passend anfühlt, ich kenne auch Wicca, die am Liebsten "termingerecht" oder lieber danach feiern, wenn es terminlich nicht machbar ist.
Im Nicht-Wicca Kontext sagte eine befreundete Celtoi Recon mal, dass die Götter schon dafür gesorgt hätten dass man an diesen Tagen Zeit hat, wenn es so bedeuted sei (sinngemäß zitiert und auch nicht zu meinem Weltbild gehörend :) )

Hi Chailleagh,
Chailleagh hat geschrieben:
Sa 23. Jun 2018, 09:32
In Anbetracht dessen, dass Litha ein altes Fest ist
hast Du dafür eine Quelle? ich konnte bis jetzt dazu nix in Bezug auf den Jahreskreis finden ... im Wicca wurden die Sonnenfeste erst später hinzugefügt und historisch finde ich nur, dass die Ägypter um den 21.6 herum die Nilschwemme feierten, den Beginn der fruchtbaren Jahreszeit

LG Schnee
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Rafael_Chiron
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Re: Litha verspätet feiern?

#12

Beitrag von Rafael_Chiron » So 24. Jun 2018, 09:53

Hallo alle beieinander,

also, ich konnte z.B. auch erst gestern feiern... :D
Bodecea hat geschrieben:
Fr 22. Jun 2018, 14:02
Nicht immer hat man wirklich genau zu dem Datum Zeit. Darüber hinaus ändert sich die Tageslänge gerade eh nur unmerklich. Früher wurden deshalb die Sonnwenden mangels exaktem Kalender auch am 24. statt am 20-22. gefeiert, weil dann erstmals ein minimaler Unterschied messbar ist (zumindest habe ich das mal so gelesen). Daher sei auch Weihnachten am 24. und das Johannisfest ebenso (24.6.)...
Vielleicht war früher der 24. Juni sogar mal exakter. Ich denke, dass uns heute viel bessere kalendarische Informationen zur Verfügung stehen. Schließlich musste der Kalender ja mehrmals reformiert werden, da es da Verschiebungen gab, bis das mit den Schaltjahren exakt ausgetüpftelt wurde.

:liebegrüße: Rafael Chiron

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Re: Litha verspätet feiern?

#13

Beitrag von Schneewoelfin » So 24. Jun 2018, 15:27

Chailleagh hat geschrieben:
Sa 23. Jun 2018, 09:32
In Anbetracht dessen, dass Litha ein altes Fest ist
hast Du dafür eine Quelle? ich konnte bis jetzt dazu nix in Bezug auf den Jahreskreis finden ... im Wicca wurden die Sonnenfeste erst später hinzugefügt und historisch finde ich nur, dass die Ägypter um den 21.6 herum die Nilschwemme feierten, den Beginn der fruchtbaren Jahreszeit

LG Schnee
PS: hab noch weiterrecherchiert und wurde bei Mc Claudia fündig, in ihrem 8 Feste Kulturen Buch (frei als pdf auf ihrer Homepage Cretima Celtica herunterladbar) auf S 51 f schreibt sie, dass:
Beda schrieb bzgl der Bezeichnung der Monate, wie sie die vorchtistlichen Engländer benannten:
Lida heißt sanft/mild oder schiffbar, weil in dieser Zeit immer eine sanfte Brise weht und diese Zeit gut für die Schifffahrt ist. Lida gibt es zweimal hintereinander.
6. (Ærra-)Liða - „(Vor-)Lida“, Juni 7. (Æftera-)Liða - „(Nach-)Lida“, Juli

und auf S 53 hat sie den altisländischen Kalender abgebildet , wobei die Monate, an denen in Skandinavien und Island historisch fassbare heidnische Jahresfeste bekannt sind, da ist für den Juni ein Fest benannt:
9. Sólmánuður Sonnenmonat Montag zwischen 18. u. 24. Juni

auf S 54 f weist sie auf einen isländischen Festtag im Juni hin:
Zur Sommersonnenwende gibt es nur einen einzigen historischen Festtags-Hinweis, nämlich das isländische Althing, die Hauptversammlung aller freien Männer Islands.Fraglich ist, ob das Datum aus religiösen oder eher aus praktischen Gründen gewählt wurde (eine Volksversammlung mitten in der langen Winternacht wäre vielleicht weniger sinnvoll gewesen). Obwohl Sonnwendfeiern heutzutage sehr beliebt sind und allerlei „heidnisches“ Feuerbrauchtum hervorgebracht haben, wundert es sehr, dass nicht mehr über ein solches Fest in heidnischer Zeit bekannt ist. Im Anhang habe ich als Lückenfüller daher das schwedische Midsommar-Fest angeführt, das heutzutage um den 21. Juni begangen wird (früher aber auch am Johannestag gefeiert wurde).
LG Schnee
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Re: Litha verspätet feiern?

#14

Beitrag von JamesVermont » Di 26. Jun 2018, 09:21

Aloha :-)

Für mich fühlen sich die Feste immer wie Gezeitenbewegungen. Zwei / drei Tage vorher spürbar, mit einer ganz besonderen Nacht an der Spitze und danach klingt es langsam aus, bevor dann wieder so eine Art "Nichtzeit" eintritt.
An Litha lässt sich das in meinen Breitengraden besonders gut ablesen, finde ich: Die ersten zwei Juniwochen "heiß" in jeder Hinsicht, das Johanniskraut blüht und mit der Sonnenwende kommt der Regen und das Land fühlt sich danach an wie ein Englischer Sommer.
Und all die beschrieben Zustände kann man feiern - sind Aspekte ein und desselben Festes.

Meine Salongäste und ich sind am 24. in einem schamanistischen Ritual zur Sonne gerudert, haben wortwörtlich die Sonne gewendet und sind dann wieder zurück gerudert. Mein schönstes Litha seit langem. *dankbardafürbin *

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