Met - Wie geht das.

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Waldgefühl
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Met - Wie geht das.

#1

Beitrag von Waldgefühl » Do 15. Jun 2017, 20:39

Aloha meine Lieben,

bei mir stehen im Keller jetzt ein 30l und sieben 4l Ballons mit Met. Das wird eine Sause.
Vielleicht hat der eine oder andere ja auch einmal Lust, dass selbst zu machen. Tutorials gibt es viele und die erklären auch fast immer ganz viel Hintergrundwissen. Jetzt mal in aller Kürze, ohne es zu Wissenschaft zu machen.

Was brauche ich?
Das wicht je nach Rezept ab. Im Grunde braucht die Hefe Süßigkeiten, Nährsalz und Säure. Je nach Rezept kann man auf einiges Verzichten. z.B. braucht Wikingerblut mit Sauerkirschsaft weder extra Salz, noch Säure.
Mehr gibt es im Grunde nicht zu wissen. :p

Also, wie geht das? Im Grunde ist es immer die gleiche Arbeit.

Hefe Vorbereiten, Honig auflösen, Zutaten rein, am Ende die Hefe rein. Fertig
Welche Hefe man nimmt, ist fast egal. Die Edelhefen geben aber mehr Alkohol. Ich nehme meist Portweinhefe aber es geht auch mit Backhefe, bei der es lieblicher aber weniger %ig wird.

Was brauche ich?
Gärbehälter, Gärspund, Hefe, Nährsalz und Säure. (Messbecher usw sollte jeder daheim haben).

Hier mal meine beiden Lieblingsrezepte für normalen Met und für Wikingerblut (Kirschmet).

Normaler Met - 30l Ansatz (kann man für kleine Mengen runter rechnen)

1. Hefe rehydrieren:
Man 10g Trockenhefe in ein Glas und füllt dieses mit 100-150ml handwarmen Wassers. Gut rühren und ca. 30-40min stehen lassen, bis man sie zum Met gibt. Ob die Hefe noch lebt, sieht man daran, dass sie leicht aufschäumt.

2. 6kg Honig verflüssigen:
Nehmt den billigsten Honig, den ihr bekommt. Die Qualität hat kaum Einfluß auf euren Met. Waldhonig gibt einen etwas herberen Geschmack, als Blütenhonig.
Nun nehmt einen großen Nudeltopf und füllt heißes Wasser rein. Stellt das ganze auf den Herd und gebt den Honig hinzu. Dabei gut rühren und nicht über 40° kommen, da die Qualität des Honis sonst leidet.
Ist der Honig flüssig, füllt man ihn in den Gärballon.

3. 6 Liter Apfelsaft (100% Saft!!! Kein Chemiemist!!!) Ich nehme in der Regel den Naturtrüben von Aldi:
Einfach in den Ballon kippen... fertig

4. Wasser
Einfach den Ballon auf ca. 30l mit Wasser auffüllen.
Achtung! Manche Ballons sind nicht für 30l gemacht, sondern fassen maximal so viel. Man braucht etwas Luft. Also nicht randvoll machen!

5. Nährsalz, Milchsäure und Hefe
10g Nährsalz in den Ballon kippen und 45-90ml Milchsäure rein.
Wenn die Hefe 30-40min stand, kippt man sie auch mit rein.

6. Veredeln:
Im Grunde sind wir fertig und können direkt zu 7. Aber man kann noch ein wenig veredeln. Sei es mit Hollunderblüten, Rosinen (ungeschwefelte!!!), Himbeeren oder was auch immer euch in den Kopf kommt.
Ich fülle ca. 500g Rosinen mit rein. Macht alles noch etwas herber.

7. Gummipropf mit dem Gärspung auf die Blase und den Gärspund mit einem bis zwei Fünftel mit Wasser füllen.
Nun stellen wir das Ganze an einen dunklen Ort und lassen es bei ca. 20° dort stehen. Im Sommer bietet sich der Keller an. Im Winter einfach unter der Spüle hinstellen.

8. Nachzuckern
Nach 7-10 Tagen sollte der Gärspund deutlich weniger "furzen". Ich schaue so nach dem 5. Tag immer vorbei und dann jeden Tag. Sobald das furzen deutlich nachläßt, hat der Met Hunger.
Also füttere ich ihn noch einmal mit 2kg Honig, wie in Schritt 2. Diesmal darf der Honig auch gerne hochwertiger sein, denn dieser fließt nun auch mehr in den Geschmack mit ein.
Spund wieder drauf. Fertig.

9. Nach ca. 30 Tagen sollte der Gärprozess fast zum Stillstand gekommen sein.
Nun kann man den Met filtern und abfüllen. Trinkbar ist er schon und schmeckt auch okay. Aber er wird mit der Zeit nur noch besser. ein halbes bis ein Jahr geduld und ihr habt richtig geilen Honig.

Weidenblüte
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Re: Met - Wie geht das.

#2

Beitrag von Weidenblüte » Sa 1. Sep 2018, 13:16

Hallihallo,

das ist ja mal ein mega interessanter Beitrag, denn ich liebe Met.
Ich wollte mir dieses Jahr eh so einen Ballon kaufen, da werd ich das mal in einer kleineren Menge testen.

Ich könnte mir vorstellen, dass das im Winter heiß mit Zimt gut schmecken würde :)

LG Kathy

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Rotfuchs
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Re: Met - Wie geht das.

#3

Beitrag von Rotfuchs » So 2. Sep 2018, 13:13

Danke für den Beitrag!

Jetzt bereue ich es fast dass ich keinen Gärballon mehr "frei" habe für einen Met. Hast du schon mal einen Met mit "Mädesüß" gewürzt? Ich finde dass ist absolut empfehlenswert.
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Re: Met - Wie geht das.

#4

Beitrag von Lakeisha » So 2. Sep 2018, 19:11

Also, wenn es von Interesse ist, krame ich mal mein Metrezept hervor *tiefgrab*.......

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Re: Met - Wie geht das.

#5

Beitrag von Lakeisha » Di 4. Sep 2018, 08:54

Hallo Ihr Lieben,

gefunden (Rezept, was ich mal 2005 bekommen habe, Quelle unbekannt):

"Altgermanischer Met

Man lasse in einen recht reinlichen kupfernen Kessel 50 – 60 Liter weiches Wasser bringen. Ist dies ziemliche warm geworden, so werden etwa 6 Liter Honig hineingerührt, und man lässt Wasser und Honig recht gelinde 1 ½ Stunden sieden. Zeitweilig wird der schmutzige Schleim, der sich oben ansetzt, abgeschöpft. Sobald dieser Sud dann so weit abgekühlt ist, dass er noch mehr Wärme hat als jenes Wasser, das in starker Sonnenhitze erwärmt wurde, so wird er in ein sehr sorgfältig gereinigtes Faß gebracht, der Spund wird darauf gelegt, aber nicht befestigt. Ist der Keller ziemlich warm, dann beginnt nach 5 – 10 Tagen die Gärung („wilde“ Gärung ohne Hefezusatz). Nach ungefähr 14 Tagen wird dieser junge Meth in ein anderes Faß abgezogen – die „Grundhefe“ muß natürlich zurückbleiben.

Im zweiten Faß dauert die Gärung ungefähr 10 – 14 Tage, und wenn der Honigwein ruhig wird, dass man im Fasse nichts mehr hört, wird das Spundloch geschlossen.

Nach 3 – 4 Wochen kann der Meth hell und trinkbar auf Flaschen abgezogen werden. Gut verkorkt und in kalten Sand gebracht, moussiert er in einigen Tagen ziemlich stark. Meth ist nicht nur ein gutes Getränk für Gesunde, sondern wird, leicht gekühlt, auch von Fieberkranken gern getrunken. Er hat allgemein einen Alkoholgehalt von 8 – 12 Vol. %."

Das scheint ein ziemlich altes Rezept zu sein, wenn Ihr mich fragt....

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Re: Met - Wie geht das.

#6

Beitrag von Rotfuchs » Di 4. Sep 2018, 16:14

Lakeisha hat geschrieben:
Di 4. Sep 2018, 08:54
Man lasse in einen recht reinlichen kupfernen Kessel 50 – 60 Liter weiches Wasser bringen. Ist dies ziemliche warm geworden, so werden etwa 6 Liter Honig hineingerührt, und man lässt Wasser und Honig recht gelinde 1 ½ Stunden sieden.
Ich hätte ernsthaft sehr gerne einen Kessel in den 50 Liter passen... Und damit dann auf echtem Feuer kochen :)
:kessel1:


Danke für das Rezept Lakeisha. Ich spiele gerade echt mit dem Gedanken noch einen Met anzusetzen. Vielleicht könnten wir ja noch mehr Rezepte sammeln falls die Eine oder Andere noch ein Rezept oder Erfahrungen zum Teilen hat?
"If the fool would persist in his folly he would become wise. "

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Peregrin
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Re: Met - Wie geht das.

#7

Beitrag von Peregrin » Sa 15. Sep 2018, 19:59

Hi Waldgefühl,
Waldgefühl hat geschrieben:
Do 15. Jun 2017, 20:39
Nun kann man den Met filtern ...
Mit welcher Methode filterst du denn deinen Met?

Hast du eine bestimmte Hefe, mit der du gute Erfahrungen gemacht hast? (Ich habe bisher immer die Flüssighefe von Kitzinger genutzt, da es die in meinem örtlichen Bioladen gibt - mit mehr oder weniger Erfolg... Ist eher ein Lottospielen, darum würde ich auch auf Trockenhefe umsteigen wollen.)

P.S.: Nutzt du gar keinen Zucker, nur Honig allein?



@ Lakeisha: Das Rezept klingt ziemlich ... theoretisch.

Solche großen Menge würde ich wirklich nichts mit Wildhefe ansetzen wollen. Da kannst du dann, wenn du Pech hast, die ganzen 60 Liter weggießen. Solche Versuche würde ich wirklich nur in kleinen Mengen machen.

Abgesehen vom Kupferkessel ( 60 L Kupferkessel = 800 Euro) brauchst du noch zwei 30 Liter Holzfässer (300 - 400 Euro). Der Authentizität wegen ja sicher keine aus Plastik, oder? :green: Ich glaube mit Equipment in der Preisklasse würde niemand Experimente machen wollen. :girlie-oh-my-god:

Wenn das mit der Wildhefe nichts wird, erklärt das alte Rezept dann auch, wie man authentisch mit alten Mitteln die Holzfässer wieder desinfiziert..?

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