Salbenherstellung

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hollytrap
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Salbenherstellung

#1

Beitrag von hollytrap » Mo 21. Dez 2015, 09:47

Salbenherstellung
Grundsätzliches - Auf Sauberkeit achten
Sorgen Sie für eine saubere Arbeitsfläche, saubere Geräte und Behältnisse. Seifenreste und Dreck (Bakterien) führen dazu, daß die hergestellte Salbe schnell schimmelig wird.

Grundsätzliches - Erhitzen der Materialien
Die Bestandteile der Salbe werden nicht direkt am Feuer, sondern in einem Wasserbad erhitzt, da dann die Erwärmung schonender ist und keine zu hohen Temperaturen auftreten können. Benutze am besten hitzefestes Material, aber auch Marmeladegläser sind durchaus verwendbar.
Salbenherstellung
Zur Herstellung einer Salbe kann ich folgende 3 Varianten vorschlagen:

Herstellung einer Salbe mit Festemfett
Geben Sie die gewünschte Menge an Fett in ein Gefäß und erhitzen sie es so lange, bis das Fett flüssig ist. Geben Sie dann das entsprechende Kraut bzw. die Kräuter dazu. Lassen Sie diese Mischung aufkochen und 10 Minuten ziehen. Sie können danach die Mischung abkühlen lassen. Filtern Sie vor der Verfestigung des Fettes die festen Bestandteile heraus. Danach können Sie die Salbe in ein Gefäß geben. Kühl aufbewahrt hält sich so eine Salbe bis zu einem Jahr.

Herstellung einer Salbe mit Öl und Bienenwachs
Zuerst sollte man sagen, daß eine Herstellung auf diese Weise wesentlich komplizierter ist, da das Mischungsverhältnis von Öl und Wachs dafür verantwortlich ist, wie fest die Salbe zum Schluß wird. Man sollte also immer zwischendurch etwas von der Mischung auf einem Teller abkühlen lassen und prüfen, ob die Salbe die richtige Konsistenz hat. Ist sie zu fest, fügt man mehr Öl hinzu, ist sie zu weich, dann entsprechend mehr Wachs.
Als Anhaltspunkt sollte man mit ca. 50 ml Öl und ca. 4 g Wachs beginnen oder ca. 50 ml Öl, 2 g Wachs und 6 g Lanolin.
Geben Sie das Öl und das Wachs in ein Gefäß und erhitzen sie es in einem Wasserbad, bis sich das Wachs aufgelöst hat. Dann gut umrühren, damit sich alles gut vermischt. Jetzt könnte man schon mal testen, ob die Salbe, wenn sie erkaltet ist, die richtige Konsistenz hat. Nehmen sie also etwas von der Mischung und lassen Sie sie abkühlen. Wenn die Konsistenz der Salbe in Ordnung ist, lassen Sie die Mischung abkühlen, bis sie ungefähr handwarm ist. Geben Sie jetzt ätherische Öle und Wirkstoffe hinzu und verrühren alles gut miteinander. Danach können sie die Salbe gut verschlossen aufbewahren.

Etwas aufwendiger, aber mit mehr Inhaltsstoffen, kann man eine Salbe herstellen, indem man anstatt des Öles einen Auszug oder Essenz der gewünschten Pflanzen verwendet. Hier werden die Wirkstoffe schon vorher in dem Öl angereichert und haben so eine höhere Dosierung. Besser für die Haut, cremiger und leichter zu verstreichen, aber etwas teurer und komplizierter bei der Herstellung, ist die Zugabe von Lanolin oder Kakaobutter zu der Salbenmischung. Die Herstellung unterscheidet sich aber nicht von der Herstellung nur mit Bienenwachs.

Mischen mit einer Fertigen Basissalbe
Essenz und/oder Kräuter in eine Salbe geben. Dazu die Kräuter zu einem feinen Brei (frisch)
oder feines Pulver (trocken) rühren. Bei Essenzen nur wenige Tropfen in die Salbe geben damit sie
nicht so verwässert.
Quelle:Dieser Text stammt aus Hollytraps Textsammlung "antworten für Faule" die bei Bedarf aktualisiert werden und auf Anfragen in dieversen Foren immer mal veröffendlicht werden! Letzte Aktualisierung des Pdf 17.5.15
Zuletzt geändert von hollytrap am Mo 21. Dez 2015, 11:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Maya88
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Re: Salbenherstellung

#2

Beitrag von Maya88 » Mo 21. Dez 2015, 09:53

Danke, hollytrap :)
Das werde ich mir direkt abschreiben und gut wegpacken ^^
LG, Maya

Silberschein

Re: Salbenherstellung

#3

Beitrag von Silberschein » Fr 25. Mär 2016, 15:15

Ich mache mir meine Körpersalbe seit einiger Zeit immer selber. Früher gab ich ein Heidengeld aus. Das hat sich jetzt erübrigt.

Meine Salbe geht so:

Ein Teil Milch (UHT wegen der Haltbarkeit) und 2 Teile Öl (z.Bsp. Raps- oder Sonnenblumenöl) in ein schmales, hohes Gefäss geben. Mit dem Mixstab ganz nach unten fahren und den Stab, während er mixt, langsam hochziehen. So wird auch eine Mayonnaise gerührt. Sinnvollerweise rührt man nur kleine Mengen, denn die Creme hält sich etwa eine gute Woche im Kühlschrank.

Es entsteht eine homogene, viskose Masse, welche im Kühlschrank noch etwas nachdickt und eine cremeartige Konsistenz erhält.

Ich parfümiere die Creme nicht. Wenn man will, kann man ätherische Öle beigeben.

Gruss
Silberschein

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hollytrap
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Re: Salbenherstellung

#4

Beitrag von hollytrap » So 27. Mär 2016, 08:39

Moin
Also stellst du eine Butter her... einfach nur um die Haut zu Fetten und Pflegen?
Ist dieses Fettgemisch schnell einzeihend?
Für welche Hauttypen ist es besonders geeignet?
Wie hoch sollte der Fettgehalt sein?
Wozu giebst du das Pflanzenöl zu?
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Silberschein

Re: Salbenherstellung

#5

Beitrag von Silberschein » So 27. Mär 2016, 11:39

Tag Holly,

Ja, das Fettgemisch zieht schnell ein.

Ich habe im Winter trockene Haut und diese Creme ist eine der einzigen, welche mir das Spannungsgefühl nimmt. Zudem habe ich an den Füssen keine Hautrisse mehr.
Meinst du den Fettgehalt der Milch? Ich nehme Milchdrink, weil ich nur fettreduzierte Milch zu Hause habe. Du kommst vermutlich aus Deutschland und kannst mit dieser Angabe nicht viel anfangen. Bin jetzt grad in Deutschland und kann auf der Packung nicht nachsehen, wie hoch der Fettgehalt ist. Man kann aber auch Vollmilch nehmen. Komme übrigens aus der Schweiz.
Das Pflanzenöl dient der Pflege, ebenso wie auch die Bestandteile der Milch.

Für den Sommer suche ich nach einer anderen Formel, eine leichtere, fettärmere. Hier werde ich vermutlich mit Emulgatoren arbeiten müssen. Ein Öl-in-Wasser-Gemisch schwebt mir da vor.

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hollytrap
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Re: Salbenherstellung

#6

Beitrag von hollytrap » Mo 28. Mär 2016, 12:51

Danke füge ich meiner Fette/Öle Liste erstmal so zu. Bisher hatte ich immer nur mit Butter oder Schmalz wenn überhaubt gearbeitet.
Silberschein hat geschrieben:Für den Sommer suche ich nach einer anderen Formel, eine leichtere, fettärmere. Hier werde ich vermutlich mit Emulgatoren arbeiten müssen. Ein Öl-in-Wasser-Gemisch schwebt mir da vor.
Evtl. mit Buttermilch oder Molke?
Sojaöl dringt in Haut und Hornschicht ein und macht sie wieder geschmeidig, vitaminreich und enthält Lecithin, ist ein trocknendes Öl.
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Silberschein

Re: Salbenherstellung

#7

Beitrag von Silberschein » Di 12. Apr 2016, 22:04

Hmm, weiss nicht Hollytrap. Mit Buttermilch und Molke wird die Milchcreme kaum funktionieren. Ich habe deine Vorschläge zwar nicht ausprobiert, denke aber, dass der Wasseranteil in Buttermilch und Molke zu hoch ist. Sojaöl ist ein guter Tip; das werde ich ausprobieren. Zurzeit überlege ich mir, eine Rosenölsalbe für den Sommer herzustellen. Allerdings werde ich dabei Tegomuls und Biokons verwenden, damit die Creme länger haltbar ist.

Mein Freund hat gestern Tofu selber gemacht und dabei ist die Sojamolke angefallen. Kann man diese wohl auch für Kosmetika benutzen?

Das Tofu war übrigens himmlisch. Wir werden dieses Projekt weiter verfolgen. Zurzeit bastelt er eine Sojapresse aus Holz.

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Stadteule
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Re: Salbenherstellung

#8

Beitrag von Stadteule » Di 12. Apr 2016, 23:17

Silberschein hat geschrieben:Mein Freund hat gestern Tofu selber gemacht und dabei ist die Sojamolke angefallen. Kann man diese wohl auch für Kosmetika benutzen?
Du sagst ja, dass Du Biokons verwendest, daher würde ich nicht pauschal 'nein' sagen, sondern sagen: stelle nur eine geringe Menge her, konserviere die Creme und stelle sie kühl :girlie-nick: Generell sind halt Flüssigkeiten, die Schwebstoffe enthalten, immer schneller dem mikrobiellen Verderb ausgesetzt als Flüssigkeiten ohne Schwebstoffe.
Aus dem Kopf weiß ich gerade nicht die kosmetisch wichtigsten Inhaltsstoffe in Molke - aber Du könntest mal gucken, wie temperaturstabil sie sind und dann vielleicht die Molke vor dem Rühren Deiner Creme sterilisieren, damit wäre auf jeden Fall ziemlich viel gewonnen :girlie-nick:

Übrigens spannend! Ich habe noch nie Tofu selbst gemacht (Quark aber schon unendlich häufig und der Vorgang dürfte ja derselbe sein, denke ich), werde das jetzt aber als Anregung nehmen, das demnächst mal zu testen.

LG, Stadteule
Wer sie nicht kennte, Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister. (J.W.v.Goethe)

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Re: Salbenherstellung

#9

Beitrag von hollytrap » Do 21. Apr 2016, 09:19

Moin
Stadteule hat geschrieben: Du sagst ja, dass Du Biokons verwendest, daher würde ich nicht pauschal 'nein' sagen, sondern sagen: stelle nur eine geringe Menge her, konserviere die Creme und stelle sie kühl :girlie-nick: Generell sind halt Flüssigkeiten, die Schwebstoffe enthalten, immer schneller dem mikrobiellen Verderb ausgesetzt als Flüssigkeiten ohne Schwebstoffe.
Aus dem Kopf weiß ich gerade nicht die kosmetisch wichtigsten Inhaltsstoffe in Molke - aber Du könntest mal gucken, wie temperaturstabil sie sind und dann vielleicht die Molke vor dem Rühren Deiner Creme sterilisieren, damit wäre auf jeden Fall ziemlich viel gewonnen
Evtl. die Molke reduzieren (einkochen lassen)???
Tofu ist nicht so meins... bin mehr für natürlichen Tofuersatz :D
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Re: Salbenherstellung

#10

Beitrag von Hekate » Do 21. Apr 2016, 13:21

Tofuersatz
:?: :?: :?:

Was?
Wo?
Wie?
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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