Räuchergefäss made by me

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Krähengold
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Re: Räuchergefäss made by me

#1

Beitrag von Krähengold » Di 11. Okt 2016, 21:04

Eschengnom hat geschrieben:1. Wie weit muss die flamme von den kräutern weg sein?
Die Flamme sollte die Kräuter nicht berühren. Ich hab für sowas ein Teelicht und weil die in ihrer Qualität sehr unterschiedlich sind, leg ich manchmal noch einen flachen Stein unter das Teelicht. Die Flamme berührt aber die Kräuter nicht, die Hitze entzündet auch so das Kraut und es verkohlt dann langsam.
Eschengnom hat geschrieben:2. Wie grob/fein müssen die Kräuter geschnitten werden ?
Ist im Prinzip egal, es gehen auch ganze getrocknete Blätter. Das Räucherwerk sollte sinnvollerweise so klein sein, dass es nicht vom Sieb runterfällt, weil es überhängt. Und es sollte so grob sein, dass es nicht durch das Raster des Siebs durchfällt.

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Hekate
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Re: Räuchergefäss made by me

#2

Beitrag von Hekate » Mi 12. Okt 2016, 05:28

2. Wie grob/fein müssen die Kräuter geschnitten werden ?
Kommt eigentlich auf das Sieb/Gitter an, wie gross bzw feinmaschig es ist.

Gruss

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Waldgefühl
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Re: Räuchergefäss made by me

#3

Beitrag von Waldgefühl » Mi 12. Okt 2016, 09:28

Eschengnom hat geschrieben: Sie hat ein Aschenbecher genommen , eine Kerze drunter gestellt und dann
ein Sieb drüber (Auf dem die Kräuter kommen) .
Wenn es so ist, wie beschrieben, ist die Kerze UNTER dem Aschenbecher und kommt gar nicht mit den Kräutern in Kontakt.

Ich habe irgendwo noch ein altes Räuchergefäß, dass ähnlich funktioniert. Da schwenkt eine kleine Schale über der Flamme. Man kann dann entweder die Kräuter auf das Gitter legen und nach geraumer Zeit ist das ganze Heiß genug, damit die Kräuter ihren Duft frei geben. Dabei entsteht so gut wie keine Rauchentwicklung und man hat seeeeehr lange etwas vom Duft.
Die zweite Variante ist es, Wasser in die Schale zu geben und Kräuter oder Öle ins Wasser. Auch dabei entstehen angenehme Düfte und es hält viel länger, als eine normale Räucherung.

Das Ganze hat dann mehr etwas von einer Duftlampe, als von einer Räucherung.

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Lakeisha
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Re: Räuchergefäss made by me

#4

Beitrag von Lakeisha » Mi 12. Okt 2016, 10:10

Hallo lieber Eschengnom,

habe selbst Räucherstövchen aus Speckstein, auf dessen oberen Rand man alternativ eine Schale oder ein Sieb setzen kann.
Meinereiner mag das Räuchern mit Kohle nicht, weil ich nie weiß, was da wirklich alles drin ist (die meisten werfen am Anfang immer kleine Funken, so als ob Brandbeschleuniger drin wären... und evt. noch andere chem. Substanzen)
Eines meiner Räucherstövchen ist ca. 9cm hoch. Der Abstand der Flamme zum Sieb beträgt ca. 7 cm. Persönlich finde ich das ideal, so räuchert das Räuchergut schön und verbrennt nicht gleich. Ein Specksteinstövchen kann man sich auch selber machen - ist zwar etwas mit Arbeit verbunden, geht aber. Speckstein bekommt man auch so zu kaufen. Bohrer und Drehmel kann man gut einsetzen, Verzierungen kann man dann auch selber machen - Mundschutz beim Arbeiten nicht vergessen wegen Feinstaub - draußen arbeiten ist wegen der Staubentwicklung auch besser.
Die Specksteinstövchen bekommt man im Internet auch zu kaufen https://www.pranahaus.de/shop/frontend/ ... hen&page=1 - eines meiner ersten ist das Räucherstövchen "Sonne" (gab es mal im Angebot mit Schale).
Vielleicht kannst Du das als Arbeits-Anregung gebrauchen.

Habe bisher nichts, was ich auf das Stövchen gelegt habe, kleiner gemacht. Manche räuchern auch mit im Mörser zerriebenen Zutaten. Denke, das ist Geschmackssache. Allerdings ist was dran, daß die Feinheit des Räucherguts von der Feinheit des Siebs abhängig gemacht werden sollte - sonst fällt alles durch.
Wenn man mit Harzen auf einem Sieb räuchert, sollte man sich ein Bürstchen zum Saubermachen besorgen, sonst ist irgendwann das Sieb verklebt.

Hoffe, ich konnte Dir ein paar Anregungen geben,
ganz liebe Grüße,
blessede be,
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Re: Räuchergefäss made by me

#5

Beitrag von Sarf » Mi 12. Okt 2016, 11:24

Lakeisha hat geschrieben: Meinereiner mag das Räuchern mit Kohle nicht, weil ich nie weiß, was da wirklich alles drin ist (die meisten werfen am Anfang immer kleine Funken, so als ob Brandbeschleuniger drin wären... und evt. noch andere chem. Substanzen)
In der herkömmlichen - selbstbrennenden - Räucherkohle befinden sich tatsächlich brandfördernde Stoffe. Meist handelt es sich um Nitrat-Salze, wie etwa das Kaliumnitrat. Wer das vermeiden möchte, kann auch japanische Räucherkohle kaufen. Diese ist meist kleiner als unsere Kohletabletten, rechteckig und ist reine Kohle ohne Zusatzstoffe.
Lakeisha hat geschrieben:Manche räuchern auch mit im Mörser zerriebenen Zutaten. Denke, das ist Geschmackssache.
Ich räcuhere z.B. nur mit pulverisierten Zutaten, die ich dann meisten entweder zu Kugeln drehe oder aus denen ich Räcuherkegel dann mache (bei denen braucht man dann überhaupt keine Wärmequelle, wenn sie einmal entzündet sind). Ich habe festgestellt, dass auch die Geruchsentwicklung, sowie die Duftverschmelzung desto besser zu Stande kommt, je feiner die Zutaten sind.
So sieht z.B. eine meiner Räucherungen aus:
Bild
Die Zutaten wurden fein gemahlen und mit einem Bindemittel zu einer knetbaren Masse gebunden. Anschließend wurden die fertigen Kugeln in Rosenblüten gewälzt, die ich wegen des Kontrasts absichtlich nicht zerkleinert habe.
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Re: Räuchergefäss made by me

#6

Beitrag von Krähengold » Mi 12. Okt 2016, 13:39

Waldgefühl hat geschrieben:Ich habe irgendwo noch ein altes Räuchergefäß, dass ähnlich funktioniert. Da schwenkt eine kleine Schale über der Flamme. Man kann dann entweder die Kräuter auf das Gitter legen und nach geraumer Zeit ist das ganze Heiß genug, damit die Kräuter ihren Duft frei geben. Dabei entsteht so gut wie keine Rauchentwicklung und man hat seeeeehr lange etwas vom Duft.
So eins hab ich auch und ich hab mich immer gewundert, warum die Flamme so tief ist, ich hab unters Teelicht deshalb ein bis zwei flache Steine gelegt. Die Flamme berührt die Kräuter dann immer noch nicht, aber sie fangen an, langsam zu verräuchern.

Jetzt wo Du das so erzählst, verstehe ich erst, dass das wohl absichtlich so eingerichtet ist. Wäre ich gar nicht drauf gekommen. Ist natürlich auch eine Möglichkeit. Wieder was gelernt, allerdings liebe ich den rauchigen Duft.

simon magus

Re: Räuchergefäss made by me

#7

Beitrag von simon magus » Mi 12. Okt 2016, 13:52

sarf hat geschrieben: "Wer das vermeiden möchte, kann auch japanische Räucherkohle kaufen. Diese ist meist kleiner als unsere Kohletabletten, rechteckig und ist reine Kohle ohne Zusatzstoffe."
Die ist sehr gut, und wenn man mal die Menge in einer solchen Packung bedenkt, nicht allzu teuer.
Es gibt außerdem noch natürlichen Kohleersatz auf Torfbasis, der jedoch schwerer anzuzünden ist - man muss die Tablette halt lang genung mit einer geeigneten Zange (sollte einen isolierten Griff haben) über eine Flamme halten.
Alternativ kannst Du sehr einfache Räucherkegel selbermachen: Dazu musst Du die Zutaten (nur Blätter, Blüten, Hölzer udn Rinden) in einer Kaffeemühle staubfein mahlen und dann abbinden mit etwas warmem Wasser, in dem eine Messerspitze voll Gummi Arabicum gelöst ist. Wichtig ist, die richtige Dosis Gummi Arabicum zu finden - ist es zu wenig, bindet es nicht bzw. der Kegel zerbröselt beim Trocknen, ist es zuviel, brennt der Kegel nicht mehr von selber ab.
Du formst Kegel und lässt sie an einem dunlen Ort trocknen. Beim anzünden musst Du darauf achten, dass der Kegel oben gut durchglüht, aber dann brennt er ab.

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Re: Räuchergefäss made by me

#8

Beitrag von Lakeisha » Mi 12. Okt 2016, 23:48

Lieber Sarf,

die Beschreibung Deiner Räucherkugeln hat mich neugierig gemacht - würdest Du verraten, wie genau Du diese wundervollen Gebilde formst bzw. wie Du sie zubereitest? Wie halten sie so gut und wie bekommst Du es so hin, daß sie wie Räucherkegel verglühen?
Das ist eine grandiose Idee!

Ganz lieben Gruß,
blessed be,
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Re: Räuchergefäss made by me

#9

Beitrag von Sarf » Do 13. Okt 2016, 13:00

Wie bereits gesagt handelt es sich um sehr fein gemahlene Kräuter und Harze, welche ich mit Bindemittel versetze um sie knetbar zu machen. Dabei benutze ich oft Honig, Mischungen aus Honig und in aromatischen Alkohol eingelegte Früchte, klebrige Harze wie etwa Labdanum, Galbanum, Perubalsam oder auch selbstgemachte Tinkturen, wie etwa Myrrhe- und Propolis-Tinktur. So hergestellte Mischungen kann man - mit etwa Übung - in gut knetbare Massen überführen, formen und dann sanft trocknen und in einem hermetisch dichtem Gefäß reifen lassen. DUrch die Reifung verschmelzen die verschiedenen Duftkomponenten und bilden einen homogenen Duft aus.

Wenn ich selbstbrennende Kegel oder auch Stäbchen (dafür braucht man allerdings etwa mehr Geduld und Übung) herstellen benutze ich entweder Nitrokalit (Kaliumnitrat) in geringsten Mengen oder aber Makkô (抹香). Makkô ist ein Holzpulver aus Japan welches ähnliche Eigenschaften wie Traganth hat. (Bindet viel Wasser und macht Mischungen knetbar.). Anders als Traganth verleiht Makkô der Mischung aber auch selbstbrennende Eigenschaften und ist dabei geruchsneutral.

Welches Bindemittel ich benutze hängt dann immer von den restlichen Zutaten, der Wirkung und dem Duft, den die Räucherung haben soll. Die oben gepostete Räucherung wurde zum Thema "Bienen und Blüten" hergestellt. Sie enthielt neben typischen Bienenprodukten wie etwa Honig und Propolis, auch viele Blüten und süßriechene Harze, sowie verschiedene Früchte, die in Met und Honigwhiskey eingelegt wurden.
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simon magus

Re: Räuchergefäss made by me

#10

Beitrag von simon magus » Do 13. Okt 2016, 15:39

Wo bekommst Du hier Makko?

Irgendwie bin ich da nie rangekommen, ich wäre dankbar für Bezugsquellen.

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