Verbote einiger Kräuter

Sarf
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Re: Verbote einiger Kräuter

#1

Beitrag von Sarf » So 9. Okt 2016, 00:33

Schwieriges Thema.
Allgemein denke ich, dass die Kontrolle von Stoffen sinnvoll und notwendig ist. Die Kontrolle von Pflanzen allerdings wider die Natur ist, da sie natürlicher Teil und Bestandteil unserer Umwelt sind. Als Raucher bin ich auch für persönliche Freiheit der Entscheidung, allerdings müssen diese Freiheiten in einer funktionierenden Gesellschaft beschränkt werden.

Das Problem an der Sache ist, dass gewisse Stoffe unser Bewusstsein zu sehr im Alltag beeinflussen als dass man sie einfach erlauben könnte. Unter dieser Prämisse ist es mir noch immer schleierhaft, warum Alkohol erlaubt, toleriert und zum Konsum sogar noch ermutigt wird. Ein weiteres Problem ist wohl auch, dass wir in einer Gesellschaft leben, die jedes Gefühl für Mäßigkeit verloren hat. Es wird entweder vollkommen verzichtet (Vegetarier, Veganer, und was es nicht sonst so da draußen gibt) oder es wird maßlos konsumiert (Alkohol, Klamotten, Medien, Internet, Drogen, ... eigentlich alles). Die Voraussetzung für ein liberaleres Betäubungsmittelgesetz wäre eine maßvolle, wenn schon nicht vernünftige Gesellschaft, die ihre Verantwortung, die mit dem Konsum einhergeht, anerkennt und ernst nimmt.

Eigentlich ist es wie im Kindergarten: Wer sein Spielzeug kaputt macht, muss eben ohne spielen.
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Re: Verbote einiger Kräuter

#2

Beitrag von Bodecea » So 9. Okt 2016, 10:54

Hallo,

ich bin durchaus einverstanden, dass Stoffe nur nach einer Unbedenklichkeitsprüfung verkehrsfähig sind, so wie das bei uns nun mal gang und gäbe ist, sprich; dass nicht irgendein Giftkraut plötzlich im Kräuertee auftaucht.

Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man (erwachsene) Menschen nicht staatlich vorschreiben kann, womit sie sich berauschen. Ich würde Ab-18-Läden befürworten, wo man sich neben Tabak und Alkohol auch mit anderen Drogen eindecken kann. Welche man so verkehrsfähig machen könnte und welche nicht, sollte Resultat einer gesellschaftlichen Debatte sein, die die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen einer Freigabe reflektiert. So denke ich, für einen freien Konsum von Marihuana bei Erwachsenen spricht wenig, viel dagegen gegen eine Freigabe von Crack, grenzwertig wären in meinem Augen Halluzinogene wie Pilze usw.

Ich denke, eine (wieder-)Legalisierung von (THC-haltigem) Hanf ist nur eine Frage der Zeit, nachdem sogar die USA in manchen Staaten den Handel de facto legalisieren.

LG
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Re: Verbote einiger Kräuter

#3

Beitrag von Lakeisha » So 9. Okt 2016, 11:39

Hallo Ihr Lieben,

möchte einfach mal einen Gedanken einwerfen....

Bist Du mal jemandem im Straßenverkehr begegnet, der volltrunken war?
Bist Du mal jemandem im Straßenverkehr begegnet, der vollgekifft war?

Wo ist der Unterschied? Meines Erachtens gibt es keinen - beide gefährden gleich sich und ihre Mitmenschen dadurch, daß ihre Wahrnehmung, ihre Handlungsfähigkeit sowie das Urteilsvermögen (.... Folge u.a. Selbstüberschätzung) eingeschränkt sind.

Vielleicht hat ja dieses vehemente Vorgehen gegen Drogenkonsum auch etwas mit dem Auftrag des Staates zu tun, Menschen in ihrer körperlichen Unversehrtheit zu schützen.... nicht nur die Konsumenten, sondern auch diejenigen, die indirekt oder direkt vom Handeln der Konsumenten betroffen sind.
Überdies sind die Abgründe der Menschheit in der Tat tief - Rechtsmedizin sei Dank kann man viele davon schon aufdecken. Manche Menschen kommen auf Ideen, ihren Mitmenschen Übles anzutun, daran würden "normale Menschen" (was ist eigentlich normal??) noch nicht mal im Traum denken!

Ich habe Beifuß im Kräutergarten, mein Hamster lebt auf Hanfeinstreu...was man damit alles "anstellen" könnte :girlie-gfk: :girlie-oh-my-god: ... ;)

Aber das ist nur eine Meinung von vielen und nur mal so am Rande der Diskussion eingeworfen....

Ganz liebe Grüße,
blessed be,
Lakeisha
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Re: Verbote einiger Kräuter

#4

Beitrag von dissidentin » So 9. Okt 2016, 13:09

@eschengnom:

rauchen und kiffen sind das gleiche und das ist daher erlaubt, da der konsum selbst nicht unter strafe steht, allerdings der besitz, anbau und weitergabe. du darfst also den joint zwar rauchen, aber sobald du ihn in der hand hältst, um daran zu ziehen, machst du dich wg. besitz strafbar.

allerdings kommt auch bei konsum das ordnungsamt, wenn du auto fährst, und nimmt dir deinen führerschein ab. es kam sogar (natürlich in bayern) auch schon vor, dass leuten der führerschein abgenommen wurde, obwohl keine aktiven bestandteile im blut waren, sondern nur bekannt wurde, dass sie irgendwann vor annudazumal gekifft hatten, was nix als reine willkür ist, v.a. wenn alkohol, eine weit gefährlichere substanz, legal ist.
Lakeisha hat geschrieben:Hallo Ihr Lieben,

möchte einfach mal einen Gedanken einwerfen....

Bist Du mal jemandem im Straßenverkehr begegnet, der volltrunken war?
Bist Du mal jemandem im Straßenverkehr begegnet, der vollgekifft war?

Wo ist der Unterschied? Meines Erachtens gibt es keinen - beide gefährden gleich sich und ihre Mitmenschen dadurch, daß ihre Wahrnehmung, ihre Handlungsfähigkeit sowie das Urteilsvermögen (.... Folge u.a. Selbstüberschätzung) eingeschränkt sind.
das stimmt nicht ganz. es gab zahlreiche studien, die die fahrtüchtigkeit auf thc im verhältnis zu alkohol geprüft haben.

https://hanfverband.de/nachrichten/news ... ogenkonsum

thc ist keine bewusstseinseinschränkende droge wie alkohol, sondern eine bewusstseinserweiternde. man ist sich bewusst, dass man berauscht ist und fährt gehemmter, während bei alkohol die hemmungen sinken.

trotzdem finde ich, dass man das nicht generalisieren kann, kann mir daher gut vorstellen, dass menschen auch verwirrt von den mehreindrücken sein können, die sie nach hanfkonsum haben und dann auch bei wenig konsum nicht mehr fahrtüchtig sind, bei alkohol übrigens das selbe. die grenzwerte von 0,5 promille, also quasi zwei normale bier innnerhalb von zwei stunden, sind schon recht hoch. nach zwei bier in zwei stunden kann man ganz schön bedudelt sein, verträgt man wenig.

das verbot berauscht zu fahren unterstütze ich daher bzw. zumindest eine grenze, wie bei alkohol. einen vergleichsweisen grenzwert für cannabis fände ich gut.

ich halte jegliche verbote der drogen an sich für sinnlos, da die prohibition lediglich eine sache schützt, und zwar den schwarzmarkt.
zumindest in der großstadt kommt man an alles auch ran, wenns illegal ist, nur dass man halt auf dem schwarzmarkt keine qualitätskontrolle hat.
wären die drogen legal könnte für qualität garantiert werden.

es gibt keine kultur weltweit, welche keine rauschdrogen konsumiert und das zu allen zeiten, die uns bekannt sind.
ich persönlich finde auch, dass die legalisierung nicht nur deswegen erfolgen sollte, weil es natürliche stoffe sind, sondern auch der rausch legitimiert sein sollte.

gäbe es eine kontrollierte abgabe, würde der schwarzmarkt sich einigermaßen zurückziehen und jugendliche kämen dadurch evtl. nicht mehr so leicht ran. dies sollte aber bitte auch gepaart sein mit einer guten aufklärung für jugendliche und nicht so einem quatsch an "aufklärung", wie bspw. ich sie in der schule anfangs noch bekam. dort gab es tatsächlich lehrer, welche uns mit 12/13 jahren den film "christiane f." zeigten und deren lebensgeschichte als standardweg drogenkonsumierender präsentierten. als ich mit knapp 16 das erste mal wirklich mit illegalen rauschmitteln in kontakt kam und in der runde der erste joint rumging, wusste ich, dass die horrordarstellung von hanf nicht der wahrheit entsprach und dementsprechend zweifelt man dann halt auch alles andere an, was einem an "aufklärung" so zukam.

hatte glücklicherweise just zu dieser zeit allerdings auch eine klassenlehrerin, die das mit der aufklärung etwas ernster nahm und wir bekamen als referatsaufgabe unter anderem ein thema zur auswahl, welches das pro und contra der prohibition und legalisierung beinhaltete, wodurch es erforderlich wurde, dass wir das thema richtig recherchieren mussten und durch das abwägen von pro und contra insgesamt auf eine zutreffendere bestandsbeschreibung kamen. alles hat seine zwei seiten, gute lehrer bringen einem das auch bei und nicht nur die negativen oder nur die positiven.

der lebenslauf von christiane f. ist kein standardlebenslauf, die meisten leute, die konsumieren, kennen ihre grenzen, einige wenige kennen sie nicht und verbauen dann tatsächlich ihr komplettes leben. die kriminalisierung von staatswegen eignet sich allerdings auch hervorrragend dazu, leben zu verbauen, die sonst ihren normalen gang gegangen wären. es muss nicht sein achtzehnjährige in den knast zu werfen, nur weil sie ein paar pflanzen daheim stehen haben.

fazit: ich bin prinzipiell für die legalisierung aller drogen, um eine qualitätskontrolle zu ermöglichen. auch heroinjunkies stürzen nicht so gravierend ab, wenn sie reines heroin konsumieren. ich kannte auch junkies sowie auch alkoholabhängige, die leichter aufhören konnten, weil sie als "ersatzdroge" cannabis zur verfügung hatten und so ihre entzugserscheinungen etwas kompensieren konnten. dass die toleranzschwelle insgesamt gesenkt wird wg. der legalisierung glaube ich nicht. anfangs vielleicht, aber langfristig würde sich das einpegeln.

wobei man das schon auch als argument für ein verbot sehen könnte... ^^

Marsimoto - Illegalize It

https://www.youtube.com/watch?v=92Hvcb8TU0Y

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Re: Verbote einiger Kräuter

#5

Beitrag von Bodecea » So 9. Okt 2016, 17:23

Lakeisha hat geschrieben: Bist Du mal jemandem im Straßenverkehr begegnet, der volltrunken war?
Bist Du mal jemandem im Straßenverkehr begegnet, der vollgekifft war?

Wo ist der Unterschied? Meines Erachtens gibt es keinen - beide gefährden gleich sich und ihre Mitmenschen dadurch, daß ihre Wahrnehmung, ihre Handlungsfähigkeit sowie das Urteilsvermögen (.... Folge u.a. Selbstüberschätzung) eingeschränkt sind.
Bin ich sicherlich - und dazu kommen Menschen auf legalen Arzneimitteln und solche, die aufgrund einer beginnenden Alterssenilität oder aber Schlafmangel nicht fahrtauglich sind. Wenn man das gänzlich verhindern wollte, müsste man alle potenziell die Verkehrstüchtigkeit einschränkenden Substanzen prinzipiell/im Straßenverkehr verbieten und das häufig kontrollieren.

Wobei auch ich Studien kenne, die Kiffern im Rausch durchschnittlich eine bessere Fahrleistung bescheinigen als Betrunkenem, da die meisten nach Cannabis-Konsum eher zu langsam und übervorsichtig fahren.

Aber natürlich sollte niemand berauscht hinters Steuer/an die Maschine/whatever. Ich sehe halt Prohibition nicht als die beste Lösung an, dann lieber Grenzwerte in bestimmten Situationen (oder, noch besser, ein Reaktionstest) und eine Aufklärung, die v.a. Jugendliche sensiblisiert, ihren Rausch (wenn's denn sein muss) mit Vernunft anzugehen. Ich glaube (wider besseren Wissens) an die Vernunft der (meisten) Menschen, die sich freier entfalten könnte, wenn sie nicht wie Kinder am Gängelband eines wohlmeinenden Staates gehalten werden. Und wer sich dafür entscheidet, sich mit einer Droge zu schaden, darf das meinetwegen auch tun. (Daher lehne ich auch diese ganzen Horrorbilder auf Zigaretten ab, aber das ist ein anderes Thema).

LG
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Re: Verbote einiger Kräuter

#6

Beitrag von Sarf » So 9. Okt 2016, 17:43

ArionCGN hat geschrieben:Nur mal so am Rande... Nikotin macht wesentlich schneller abhängig als Heroin
Auf welcher Studie basiert diese Aussage?

In der Studie von Nutt aus dem Jahr 2007 hat Heroin das höchste Abhängigkeitspotential mit einem Mittelwert von 3,0. Tabak in der gleichen Studie einen Mittelwert von 2,21. Zwischen Heroin und Nikotin sind noch Methamphetamin und Kokain angesiedelt. Wenn man sich das Wirkungsprinzip und die entsprechenden Rezeptoren ansieht, ist dieses Ergbenis auch nachvollziehbar, bzw. bestätigt die Theorie.

Quelle: Studie
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Re: Verbote einiger Kräuter

#7

Beitrag von dissidentin » So 9. Okt 2016, 19:28

ArionCGN hat geschrieben:Nur mal so am Rande... Nikotin macht wesentlich schneller abhängig als Heroin... aber eine "normale" Zigarette löst ja keine Rauschzustände aus, daher ist Rauchen und Kiffen für mich eben nicht dasselbe.
eine zigarette rauchen und einen joint kiffen ist nicht das selbe, das stimmt. ich bezog das allerdings auf die konsumart. ob man nen joint raucht oder nen joint kifft, ist das selbe, es sind nur zwei verschiedene worte für den selben vorgang.

wenn mans aber ganz genau nehmen wollte, löst nikotin als nervengift bei seltenem gebrauch durchaus auch rauschzustände aus (schwindligkeit), bei dauergebrauch merkt man diesen rausch nur nicht mehr so.

dass nikotin schneller abhängig macht als heroin wär mir neu, würd mich aber nicht wundern. allerdings ist das aufhören nicht mit so starken körperlichen schmerzen verbunden, daher seh ich ne heroinsucht schon als gravierender an für den einzelmenschen.
Eschengnom hat geschrieben:Ich meine natürlich es sollte kiffen/Drogen nehmen im Auto verboten sein. Aber das man einen wegen
wegen Besitz einer Pflanze ,die verboten ist, anklagt finde ich ... . Und einige die Hanf anbauen brauches um Medikamente
Herstellen , weil 1 MEDIKAMENT ,DAS FÜR SIE LEBENSNOTWENDIG IST, PRO STÜCK 30€ KOSTEN!
inzwischen ist bestes gras in den apotheken erhältlich, da es als medikament zugelassen wurde. wenn kein anderes medikament bei dir anschlägt und du nen guten arzt hast, der dir das bescheinigt, kannst du dir dein gras in der apotheke bestellen. allerdings darfst du damit nicht autofahren...

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Re: Verbote einiger Kräuter

#8

Beitrag von Sarf » So 9. Okt 2016, 22:11

@Arion
In zwei der Links finde ich nichtmal einen Verweis auf Heroin, die anderen sind von (nichtwissenschaftlichen) Medien. Vielleicht war meine Frage nach der Quelle missverständlich, aber ich habe nach Studien gefragt, da mich nicht nur das Ergebnis interessiert, sondern die Studie an sich. Heißt: ich will mir die Methodik anschauen und selbst bewerten können. Medien oder gar Wikipedia sind keine wissenschaftlich relevanten oder vertraunswürdigen Wissensquellen. Hättest du mir hingegen einen Artikel aus "Advanced Chemistry" verlinkt, wäre das natürlich wieder ein anderes Thema.

Somit sehe ich deine Behauptung nach wie vor als Weitergeben von Hörensagen und höchstens als Halbwahrheit an. Sorry.
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Re: Verbote einiger Kräuter

#9

Beitrag von dissidentin » Mo 10. Okt 2016, 06:59

ArionCGN hat geschrieben:
dissidentin hat geschrieben: Dann würde ich Dir vorschlagen, Dich demnächst verständlicher auszudrücken. Einen Joint zu rauchen nennt man halt kiffen, darüber braucht man nicht lange zu diskutieren und hat ja wohl auch mit dem Grundthema nichts zu tun, bzw. damit, inwieweit man durch den Konsum von Hanf noch geeignet ist, PKWs/Zweiräder/Maschinen oder sonst etwas zu führen... kann ja auch ne Kreissäge sein, die man nach Drogenkonsum nicht mehr bedienen sollte, es sei denn, man steht auf abgetrennte Finger.
hättest du meinen ganzen beitrag gelesen, statt an meiner rauchen/kiffen-definition festzukleben, hättest du gesehen, dass ich mich sehr wohl aufs grundthema bezog, inklusive der verlinkung mehrerer studien, die sich auf die fahrtüchtigkeit unter thc-einfluss beziehen... vielleicht hilfts, wenn du ihn nochmal liest...

by the way... ich hab in meiner jugend am fließband gejobbt zu ner zeit als ich noch gekifft hab. meine finger sind alle noch dran. es ist echt ein unterschied, ob du zwei bier trinkst oder ob du zwei joint kiffst, nach letzteren schwebst du nicht gleich im delirium, dass dir gleich die finger abfallen, wenn du sie rührst... passieren aber kann natürlich immer was, ob bekifft oder auch nüchtern...

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Re: Verbote einiger Kräuter

#10

Beitrag von Stadteule » Mo 10. Okt 2016, 07:25

Ich sehe (oder empfinde) einen Unterschied darin, den Konsum von Stoffen rechtlich einzuschränken, deren Wirkung gefährlich ist oder Pflanzen per se zu verbieten, die bestimmte Stoffe enthalten. Pflanzen zu verbieten finde ich falsch (es ist als würde man Natur verbieten), den Konsum gefährlicher Stoffe zu verbieten finde ich dagegen richtig in einem Staat, der wie unserer organisiert ist und sich daher in der Fürsorgepflicht für seine Bürger sieht.

Bei einigen Pflanzen, die in den letzten Jahren vom Markt genommen wurden, erschließt sich mir die Entscheidung auch überhaupt nicht (salvia divinorum z.B. ist jetzt nicht gerade eine Massendroge) und den Verbot von Kräutern, die potentiell auch wild wachsen, finde ich schlicht absurd. Zudem sehe ich keine Logik darin, warum gesellschaftlich anerkannte Rausch- oder Aufputschmittel davon ausgenommen sind (Tabakpflanzen oder Kaffee z.B.), wogegen Pflanzen verboten werden, deren Konsum weitaus unüblicher und oft ungefährlicher ist.


LG, Stadteule
Wer sie nicht kennte, Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister. (J.W.v.Goethe)

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