HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

Zarina
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#31

Beitrag von Zarina » So 11. Mai 2014, 20:34

Ist vielleicht auch besser Hekate.
Heute sitzen verdammt viele Kinder verdammt lange vor dem Fernsehr. Kann mir nicht vorstellen, dass das so gesund oder fördernd ist, vor allem mit dem heutigen Kinderprogramm (zumindest, was ich so kenne...)

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Ashar Starchild
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#32

Beitrag von Ashar Starchild » So 11. Mai 2014, 20:37

Vielen lieben Dank nochmal @ all für Eure Antworten :) :thumbup:

@ Freie Atem: nein ... leider habe ich sie nicht "komplettiert" :( ... wobei das ein schöner Gedanke ist :girlie-nick:

werde nochmal ausführlich etwas schreiben, eher morgen oder übermorgen - bin müde Bild
möglicherweise auch per PN, da es hier - wie ich zu spät gesehen habe - im öffentlichen Teil des Forums ist...

LG Schneewölfin
"Wenn du einen Fehler in deinem Bruder siehst, so ist der Fehler, den du in ihm siehst, in dir selbst." Jalal Ad Din Rumi

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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#33

Beitrag von FreieAtem » So 11. Mai 2014, 21:13

Schneewölfin gerne :-)

Mir hat jemand mal vor ca 10 Jahren einen ganz tollen Satz mit auf dem Weg gegeben:

"Kämpfe nie gegen die Störung sondern immer für das Fehlende, das in und hinter der Störung verbogen liegt."

...wahrlich weise gesprochen :) ... er begleitet mich bis heute.
... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben ...

- Hermann Hesse aus Stufen -

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Nymphenkuss
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#34

Beitrag von Nymphenkuss » Mo 12. Mai 2014, 16:40

Wow! So viele Antworten!

Also zum Gendering:
Ich habe im Studium recht viel damit zu tun gehabt und meine Zusammenfassung des Ganzen ist - ganz kurz zusammengefasst: Die zugeschriebenen Eigenschaften von Männern und Frauen sind rein kulturelle Erfindungen. Eine japanische Frau des 19. Jahrhunderts hätte mit mir viel, viel weniger gemein als ein Mann, der nebenan wohnt. Das einzige, was ich mit dieser (fiktiven) japanischen Frau teile, ist die biologische "Grundausstattung", aber Sex, Schwangerschaft, Geburt, Kinderaufziehen erleben wir völlig anders.
Meine Grundüberzeugung ist also, dass es keine wirklichen geschlechterspezifischen Merkmale gibt. Es gibt Vorurteile in der Gesellschaft und auch die lösen sich immer mehr und mehr auf.

Und das erlebe ich auch in der Realität: Meine kleine Tigerin ist gerade vier geworden und liebt Cars. (Auch, wenn sie den Film gar nicht kennt.) Als einer der Jungs im Kindergarten zu ihr sagte, dass sie ihr geliebtes Cars-T-Shirt nicht tragen dürfe, weil das "nur für Jungen" sei, war sie todunglücklich, bis ich ihr erklärte, dass Cars für Mädchen und für Jungen sei und es nur wichtig sei, ob sie es möge oder nicht. Jetzt hat sie einen kleinen Jungen im Kindergarten verteidigt, der auch mit den Fillys spielen wollte/gespielt hat, denn es sei ja nur wichtig, ob man Spaß hat.

Meine KindheitsheldInnen waren mutig, abenteuerlustig, viel draußen unterwegs, kümmerten sich um andere, standen für sich und andere ein, waren ehrlich, aufrecht und hatten ihren eigenen Kopf. Sie waren schlau, clever und kreativ, sie hatten Spaß und wenn sie auch mal Angst hatten, standen sie alles tapfer durch und waren in ihrem Tun erfolgreich.

Bille von Bille und Zottel habe ich übrigens auch geliebt, aber vor allem, weil sie ein Pony hatte und so richtig reiten gelernt hat. Allerdings hatte sie auch Ausdauer und Durchsetzungsvermögen und war eine gute Freundin.

Bei Mädchen in Märchen fallen mir spontan Grete aus Hänsel und Gretel, Allerleirauh, und das Mädchen/die Prinzessin aus den Sieben Schwänen/Sieben Raben (Da gibt es schrecklich viele Varianten.) ein. Allerdings altern die Mädchen schnell, da es oft Coming of Age-Geschichten sind. Sie werden also zu Frauen.

Ich wünschte, ich hätte Ronja schon als kleines Mädchen gekannt! Sie hätte mir sicher gefallen. Mein inneres Kind hatte jedenfalls sehr viel Freude, als ich das Buch als junge Erwachsene gelesen habe.
Das wäre auch mein Vorschlag für dich. Mach dir doch mit deinem inneren Kind einen schönen Lese- oder Fernsehabend und schau, was ihr - und dir - gefällt.

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Feri
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#35

Beitrag von Feri » Mo 12. Mai 2014, 22:07

Hmm, also, ich glaub ich war da irgendwie "falsch gepolt"... :green:
Hier hab ich bis vor gar nicht so langer Zeit ganz selbstverständlich angenommen, dass Wickie (dieser kleine Zeichentrickwikinger) ein Mädchen ist. Davon, dass sie mit den ganzen Männern durch die Weltgeschichte gesegelt ist, war ich überhaupt nicht irritiert :green: . An Wickie fand ich toll, dass sie immer tolle Ideen hatte und irgendwie immer gut gelaunt und abenteuerlustig war, auch in Situationen, wo sie Angst hatte.
Sailor Moon hab ich erst geschaut, als ich schon 15 oder 16 war, die würd ich für mich aber nicht als Heldin einstufen, dafür war sie mir zu dusselig und hysterisch. Ansonsten fallen mir keine "Mädchenheldinnen" ein, wo ich die Serien regelmäßig geschaut hätte.
Meine generellen TV-Helden damals waren Spiderman und die Turtles, Catwoman fand ich cool, außerdem den Pharao aus irgendeiner Moses-Verfilmung (war nicht ganz das, was die Reli-Lehrerin sich vom Zeigen des Films erhofft hatte... :green: ).

Auf das Geschlecht hab ich dabei nie geachtet, und auch nicht groß überlegt, was ich tun oder lassen soll, weil ich ein Mädchen bin. Wo ich so drüber nachdenke fällt es mir auch echt schwer, klischeehaft weibliche, aber trotzdem im Kindesalter befindliche Zeichentrick- oder Buchfiguren zu finden. Einfach weil da noch nichts wirklich weiblich ist - Jungs und Mädchen sind da einfach nicht so verschieden, bzw. das "Kind sein" im allgemeinen überwiegt. Wie Mondgeist und Nymphenkuss schon sagten, die Sexualisierung hat man da noch nicht. Die kommt erst später, durch das, was einem die Gesellschaft an Erwartungen und Vorstellungen eben eingetrichtert hat (bzw. wenn man allergisch gegen gesellschaftliche Erwartungshaltungen ist, ignoriert man die weiterhin und betrachtet ein Geschlecht als größtenteils reine Äußerlichkeit :green: ). So wie ich es momentan sehe, kommt sie aber zunehmend früher. Wo ich damals in den 80ern noch hauptsächlich "geschlechtsneutrale" Sachen gespielt hab, wurde ja heute die Zielgruppe "Mädchen" quasi neu entdeckt und eifrig beworben. Wo man früher schon Barbies hatte (allerdings auch männliche Freunde von mir) muss nun sogar das Überraschungsei für die Mädchen pink sein (als wenn wir damals mit den unisex-Eiern nicht klargekommen wären!)...

Also, wenn du Helden für das Mädchen in dir suchst... dann frage ich mich, wie du denn denkst, dass dieses Mädchen in dir aussieht? Ist es nicht das von früher? Wo kommt es dann her? Warum möchtest du jetzt pinke fluffige Ponies haben, bzw. was meinst du kannst du daraus gewinnen, wenn du selbst damals nichts damit anfangen konntest?
Ich glaube, dadurch dass ich früher nie "so war", könnte ich heute gar keinen Draht zu Klischee-Mädchensachen kriegen. Aber dazu fällt mir ein, schau dir doch mal den Disneyfilm Merida an. Die ist zwar nicht mehr ganz Kind, aber letztendlich Disney-Prinzessin und darum Heldin vieler Mädchen. Mich hat sie sehr angesprochen, ist zwar auch, wie du es jetzt kategorisieren würdest, eher "jungenhaft", aber vielleicht ein schonender Einstieg in die pinke Glitzer-Pony-Barbie-Feen-Mädchenwelt :green:
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#36

Beitrag von Bodecea » Di 13. Mai 2014, 10:15

Nymphenkuss hat geschrieben: Ich habe im Studium recht viel damit zu tun gehabt und meine Zusammenfassung des Ganzen ist - ganz kurz zusammengefasst: Die zugeschriebenen Eigenschaften von Männern und Frauen sind rein kulturelle Erfindungen. Eine japanische Frau des 19. Jahrhunderts hätte mit mir viel, viel weniger gemein als ein Mann, der nebenan wohnt. Das einzige, was ich mit dieser (fiktiven) japanischen Frau teile, ist die biologische "Grundausstattung", aber Sex, Schwangerschaft, Geburt, Kinderaufziehen erleben wir völlig anders.
Meine Grundüberzeugung ist also, dass es keine wirklichen geschlechterspezifischen Merkmale gibt. Es gibt Vorurteile in der Gesellschaft und auch die lösen sich immer mehr und mehr auf.
Genau so sehe ich es auch. Ich habe mich im Studium u.a. mit den kognitiven Unterschieden bei Mädchen/Jungen bzw. Männern/Frauen beschäftigt, und heraus kam - bei ähnlichem Background (sprich Schulbildung usw.) kommt da nix Aussagekräftiges zustande. Das sieht man ja auch daran, wie die Geschlechter gleichziehen, wenn Vorurteile (Mädchen können kein Mathe!) wegfallen.

Ich bin eine Freiheitsfetischistin. Daher nerven mich alle sinnlosen Vorschriften, die mich einengen sollen, nur weil ich zum Beispiel eine Frau bin.

:-)
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Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#37

Beitrag von Bodecea » Di 13. Mai 2014, 10:15

PS: Wickie fand ich super. Mein erstes Bild sind Strichmännchen mit Hörnerhelmen, das habe ich mit 2 1/2 gemalt.
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#38

Beitrag von Stadteule » Di 13. Mai 2014, 10:24

@Bodecea und @Nymphenkuss, das finde ich sehr, sehr spannend, gerade auch in Bezug auf tiefere magische Arbeit und Wicca, weil da ja immer wieder mit Archetypen und/oder männlichen und weiblichen "Prinzipien" gearbeitet wird.
Vielleicht habt Ihr mal Lust, das doch in einem gesonderten Thread irgendwie zu thematisieren?

@Schneewölfin,
ich bin ehrlich gesagt ganz froh darüber, dass dieser Thread aus versehen im offenen Bereich gelandet ist, da er so eine größere Leserschaft findet. Bei mir zumindest blieb Deine Frage nicht bei der einfachen biographischen Antwort stehen, sondern hat wirklich spannende Überlegungen aufgeworfen und ich könnte mir vorstellen, dass es nicht nur mir so geht. :girlie-nick:


LG, Stadteule
Wer sie nicht kennte, Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister. (J.W.v.Goethe)

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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#39

Beitrag von Ashar Starchild » Di 13. Mai 2014, 11:07

Hi Stadteule, Feri und Ihr anderen :)

ich bin dadurch, dass es im öffentlichen Bereich ist, gehemmt :mad3: , darauf einzugehen, was mit dem kleinen Mädchen von damals passierte, bzw warum ich jetzt wieder eine kleine Schneewölfin gesucht habe und integrieren möchte, warum ich keine "Mädchenphase" hatte, bzw mir Hercules als Vorbild suchte etc

Da habe ich ja nun auch schon einen Fortschritt gemacht: ich weiß, dass sie Feen mag, weil deren Flügel so schön glitzern :girlie-mr-miyagi:
und ich denke, Eure Beispiele, Anregungen etc haben mir geholfen, das herauszufinden :thumbup:

jaaaa - es freut mich auch, dass das Thema so viele Überlegungen angestossen hat und sooo viele Erinnerungen geteilt wurden/werden :thumbup:

daher übergebe ich den Thread jetzt der Allgemeinheit und wünsche weiterhin eine spannende Diskussion! :girlie-nick:

LG Schneewölfin
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Re: HeldInnen/Vorbilder der Kindheit

#40

Beitrag von Rhian » Di 13. Mai 2014, 11:31

Hmm falle hier bestimmt wieder total aus der Rolle... meine Heldinnen (die zwei einzigen die ich je hatte) kommen eigentlich aus einem Genré was eigentlich nichts für Kinder ist... und ich durch Glück meine Pfötchen dran bekommen habe. War halt schon immer anders ^^

Taarna aus dem Film Heavy Metal war meine Heldin - erst habe ich Comic Ausschnitte aus einer Zeitschrift (Schwermetall) meines Onkels gesehen und war total hin und weg. Vorteile wenn man einen nur 9 Jahre älteren Onkel hat.

Irgendwann habe ich dann auf einem Trödelmarkt die Kasette mit dem Film für 1 mark gekauft :D Ich war damals glaub ich zwischen 9 und 10 Jahren alt.

Dann mit ca. 15 Jahren wurde Druuna (Comic Serie von Paolo Eleuteri Serpieri) meine zweite Heldin. Ist zwar auch wieder ein Erwachsenen-Comic, weil doch recht grausam und gruselig - aber ich fands damals sehr cool und naja... bin ja auch seit meinem 6ten Lebensjahr Fan von H.R. Giger (Alien Designer - Ich liebe Aliens).

Helden deswegen, weil sie mich inspiriert haben. Weil sie in mir den Wunsch weckten Englisch zu lernen (bereits auf der Grundschule), zu Schreiben, zu Zeichnen und später mit 10 am PC zu arbeiten. Weil ich durch sie mich für Themen interessierte die ein Kind meist nicht mal in betracht ziehen würde mangels "Kenntnis". Weil sie mir die Augen geöffnet haben was Relatität ist und wer die wirklichen Monster unserer Welt sind.

@Feri
Habe übrigens auch geglaubt das Wickie ein Mädchen ist... sah einfach nicht jungenhaft aus der Knabe ^^ und die freche Klappe hätte auch super von einem Mädchen sein können.

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