Auf den Spuren der Methusalem Ernährung

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Peregrin
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Auf den Spuren der Methusalem Ernährung

#1

Beitrag von Peregrin » Mi 27. Nov 2019, 19:01

Ich bin noch nicht durch mit dem Buch, meine aber, dass ich es schon jetzt empfehlen kann:

"Auf den Spuren der Methusalem-Ernährung. Gesund und allergiefrei. Die Wiederentdeckung der Heil- und Aufbaukräfte der Nahrung" ist der vollständige Titel.

Das Buch ist eher ein Nachschlagewerk mit seinen fast 600 Seiten. Er versucht den Spagat zwischen naturwissenschaftlichen Ansätzen und "alternativen" Sichtweisen und geht darum häufiger auch auf die feinstoffliche Wirkung von Nahrungsmitteln ein. (Welche Nahrungsmittel erden, welche beeinträchtigen energetisch, welche stärken das Durchsetzungsvermögen, etc.)

Der Autor erklärt unter anderem verschiedene Ernährungssysteme wie Rohkost, Anthroposophische Ernährung, Makrobiotik, Essener-Evangelium-Lehre, Hildegard-Lehre, chinesische Ernährungslehre mit Yin und Yang, die Sufi-Ernährungslehre (wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt) :shocked: schneidet er kurz an (mit wärmenden und kühlenden Nahrungsmitteln), Trennkost und so weiter. Er versucht da auch teilweise eine kompatible Synthese zu schaffen, obwohl das natürlich nicht möglich ist, da sich die verschiedenen Lehren teilweise deutlich widersprechen. (z.B. Salzverzicht der Rohköstler - viel Salz bei den Makrobioten, chinesisch: Keine Milch, da die verschleimt, indisch: Milch als unverzichtbares Grundnahrungsmittel, etc.)

Mir gefällt aber genau das, das da keiner ist, der sich auf eine bestimmte Ernährungsform versteift hat und nun meint, die sei für alle Menschen die richtige um gesund zu werden.

Er selbst schreibt:
Immer mehr Menschen sind heute auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und der „Wahrheit", die sich häufig auch auf eine möglichst optimale Ernährungsweise erstreckt. Um Ihnen bei dieser Suche zu helfen, versuche ich in diesem Buch so objektiv wie möglich die Essenzen der wichtigsten Ernährungsrichtungen mit unseren naturwissenschaftlichen Ergebnissen zu verbinden. Wenn Sie am Ende des Buches verstanden haben, dass viele angebliche Wahrheiten nur Teilwahrheiten darstellen und daher relativ sind, je nachdem, von welchem Standpunkt aus Sie diese betrachten, habe ich eines meiner Ziele erreicht. [...]
Auch wenn die Ernährung den Menschen in seiner seelischen und geistigen Entwicklung unterstützen kann, darf sie nie zur Religion werden! Die Nahrung sollte uns gesund erhalten und die notwendige physische oder auch seelische Kraft geben, unsere täglichen Aufgaben zu erfüllen. Falls man durch die Nahrung jedoch seine innere Seelenwärme verliert, egal, ob das durch Fleisch oder Alkohol geschieht oder eine fanatische Einstellung gegenüber irgendeiner Ernährungsrichtung, sollte man seine Ernährungsweise ernsthaft überdenken.
Auf den Spuren der Methusalem-Ernährung.Henning Müller-Burzler, S. 233


Ein andere Aspekt, der mir gefällt ist, dass der Autor quasi "Selbstversuche" betrieben hat, da er seit jungen Jahren Multiallergiker war, was aber durch die für ihn richtige Ernährung verschwunden ist. Es ist also nicht nur Theorie, was er schreibt.

Ein bisschen Contra: Ich habe manchmal den Eindruck, dass die naturwissenschaftlichen Aussagen nicht so ganz stimmen, müsste man im Einzelfall nachforschen, wenn man will.

Der Schreibstil ist manchmal recht "naiv", ich weiß nicht, ob das die Vorgabe des Windpferd-Verlags war, da einleitend vor jedem Kapitel "Geschichtchen" erzählen zu lassen, das liest sich etwas cringe worthy, wenn er da z.B. erzählt, dass, als er als Student beim Kaffeekränzchen seiner Oma etwas über die Wirkung von Zuckerformen referiert hat, die alten Damen natürlich immer genau die richtigen Fragen im richtigen Moment gestellt haben. :heu: Das ist ein journalistischer Trick, der m.E. nur zieht, wenn man ihn richtig beherrscht und vor allem auch einheitlich durchzieht. Als Einleitungen vor den fachlich geschriebenen Kapiteln sind sie völlig fehl am Platz und sorgen eher dafür, das man an der Sachlichkeit und fachlichen Richtigkeit des Folgenden zweifelt, da doch die Einleitung sehr geschönt ist, auch wenn sie im Kern auf einem realen Erlebnis basieren mag.

Da der Autor das Buch an seinem eigenen "ernährungstechnischem Entwicklungsweg" aufgebaut hat, fehlt sachlich etwas der rote Faden und er hüpft von Hauptpunkten zu Unterpunkten und kommt mit ständigen Verweisen. Hätte man besser machen können.

Ansonsten lässt das Werk einen auch nach dem ersten Überfliegen/Lesen mit dem Eindruck zurück: Ja verdammt noch mal, was und wie zum Geier kann ich denn jetzt eigentlich noch essen?!!!! :aufkopf: Das darf nicht mit dem zusammen gegessen werden, da muss man ein Pause von so und so viel Stunden zwischen den Mahlzeiten lassen, dass hat nur eine heilende Wirkung, wenn man es mit dem kombiniert, das nur in einer bestimmten Phase essen, sonst kommt es zu Entgiftungserscheinungen, dass nur bei kaltem Wetter, dass nur Morgens und auf keinen Fall spät Abends, das nur bei Yang-Mangel, das Getreide erhitzt nur mit dem, aber wenn es gekeimt ist mit was ganz anderem und wenn es roh ist kauf keinem Fall mit dem, und so weiter.
Das klingt, als sei Essen eine Wissenschaft, die einen mehrere Stunden Planung am Tag kostet und die kaum im Alltag umzusetzen sei.

Ich denke, der Eindruck entsteht hauptsächlich ,wenn man das Buch in einem Rutsch liest. Es ist wohl eher als "Handbuch" gedacht, das einem einen großen/groben Überblick gibt und dann als Nachschlagewerk, aus dem man sich rausschreiben kann, was auf einen selbst zutrifft.

Lesenswert finde ich es auf jeden Fall. Auch wenn einem nicht alles plausibel vorkommt oder man etwas als definitiv falsch erkennt, kann man dennoch aus dem Rest garantiert etwas mitnehmen.
Silence is the language of God, all else is poor translation. — Rumi

Solasard
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Re: Auf den Spuren der Methusalem Ernährung

#2

Beitrag von Solasard » Do 28. Nov 2019, 10:05

https://books.google.com/books/about/Bi ... KmDQAAQBAJ

Auch ein Buch zu diesem Thema.

Gruß Sola

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