Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

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Peregrin
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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#31

Beitrag von Peregrin » Mo 6. Nov 2017, 13:33

izento hat geschrieben:
Mo 6. Nov 2017, 12:55
Ich versuche es mal vorsichtig zu erklären, ohne zu tief in Details fallen zu wollen.
Schön das wir geklärt habe, dass du weißt, dass Gothic kein Glaube ist und ich es auch weiß. Also ist es wohl auch für niemanden ironisch, dass "Gothic" gar nichts mit Glauben zu tun hat. :green:

FreieAtem hat geschrieben:
Mo 6. Nov 2017, 13:15
Ich glaube das Problem sind nicht die Christen, sondern die Extreme.

Wobei da die Grenzen, was als extrem angesehen wird, natürlich auch davon abhängt, wie weit man im eigenen Spektrum davon entfernt ist, was ein anderer vertritt.
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izento
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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#32

Beitrag von izento » Mo 6. Nov 2017, 15:00

Na, dann will ich mal ganz ontopic noch auf zwei Absätze aus dem Artikel eingehen die mir aufgefallen sind.
Bevor ich Jesus kennenlernte und Christ wurde, war ich viele Jahre lang eine praktizierende Hexe. Ich beschäftigte mich intensiv mit okkulten Praktiken, weisser Magie und dem Wikka-Kult.
... Für Hexen, Neu-Heiden, Luciferianer und Satanisten ist dieser Tag bis heute der höchste Feiertag im Jahr. ...
Es ist eine grausame Realität, dass am 31. Oktober sehr viel Böses praktiziert wird. Menschen verschwinden. Kinder und Jugendliche werden in satanischen Riten missbraucht.
In diesem Zusammenhang frage ich mich doch, welchem merkwürdigem "Wicca-Kult" sie angehört hat und ob der Missbrauch von Kindern zur "weissen Magie" gehört.
Und als "höchsten Feiertag" für Hexen würde ich doch eher Beltane ansehen.
Ich kenne ja einige Satanisten und Luciferianer und da spielt Kindesmissbrauch praktisch keinerlei Rolle. Das ist wohl eher den katholischen Priestern zuzuordnen mit ihren merkwürdigen "Riten".
Wenn man sich zudem das Weltgeschehen ansieht, dann wird an Samhain/Halloween wohl eher weniger "Böses" praktiziert als an den meisten anderen Tagen des Jahres.

Es liest sich in Summe dann doch eher so, als ob sie in irgendeiner merkwürdigen (angeblich magischen) Sekte war und ihr "Heil" nun beim fundamentalistischen Christentum sucht. Mit echter "Hexe", Heide, Satanist oder Luciferianer hat das Ganze wohl nichts zu tun.
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#33

Beitrag von FreieAtem » Mo 6. Nov 2017, 16:05

Naja .. wie gesagt, das was die Frau geschrieben hat, ist ein "Zeugnis ihres Glaubens".

Das ist eine hoch emotionale Angelegenheit. Da gehts in erster Linie nicht um Fakten ... noch nicht mal um Hexen und Heiden (ist nur ein Nebenschauplatz).
Da geht es um ein Bekenntnis vor der Gmeinde, um einen möglichst emotionalen Text, der zeigen soll wie persönlich berührt man von Gott ist und immer auch um "Umkehr" ... und manchmal auch um Selbstdarstellung und darum Eindruck vor der Gemeinde zu machen :teufelchen:
Die, die zuhören möchten das auch so. Die wollen keinen trockenen Vortrag mit Fakten :worried: . Die wollen gerührt werden. In Live-Gottensdiensten werden solche Reden oft mit Musik untermalt. ... da geht es manchmal regelrecht euphorisch zu.

Und ihr musst doch zu geben, dieser Artikel ist wesentlich eindrucksvoller, wie so ein schnödes:
"Ich war da mal ne Hexe. Schon ok. Aber war dann doch nicht so ganz meins. Und jetzt, jetzt bin ich halt bei euch. Thank you Jesus!" *Applaus :green:
... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben ...

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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#34

Beitrag von Solasard » Mo 6. Nov 2017, 17:48

Liebe Freie Atem
Nach deinem Beitrag musste ich sofort an "blues brothers" denken und zwar an die Stelle in der Kirche : "Siehst Du dieses Licht" :lach:

Gruß Sola

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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#35

Beitrag von Rafael_Chiron » Mi 8. Nov 2017, 21:55

Hallo alle beieinander,
izento hat geschrieben:
Mo 6. Nov 2017, 15:00
Ich kenne ja einige Satanisten und Luciferianer und da spielt Kindesmissbrauch praktisch keinerlei Rolle. Das ist wohl eher den katholischen Priestern zuzuordnen mit ihren merkwürdigen "Riten".
@izento: Statistisch dürftest Du damit absolut recht haben. :thumbup:
FreieAtem hat geschrieben:
Mo 6. Nov 2017, 16:05
Naja .. wie gesagt, das was die Frau geschrieben hat, ist ein "Zeugnis ihres Glaubens".

Das ist eine hoch emotionale Angelegenheit. Da gehts in erster Linie nicht um Fakten ... noch nicht mal um Hexen und Heiden (ist nur ein Nebenschauplatz).
Da geht es um ein Bekenntnis vor der Gmeinde, um einen möglichst emotionalen Text, der zeigen soll wie persönlich berührt man von Gott ist und immer auch um "Umkehr" ...... und manchmal auch um Selbstdarstellung und darum Eindruck vor der Gemeinde zu machen :teufelchen:
Die, die zuhören möchten das auch so. Die wollen keinen trockenen Vortrag mit Fakten :worried: . Die wollen gerührt werden. In Live-Gottensdiensten werden solche Reden oft mit Musik untermalt. ... da geht es manchmal regelrecht euphorisch zu.
@FreieAtem: Genau da liegt für mich der Hase im Pfeffer: Der ganze Text ist für mich nämlich weder besonders emotional, noch sehe ich da irgendein echtes "Zeugnis ihres Glaubens". Sie hätte auch ganz einfach schreiben können:
Früher habe ich zu den Bösen gehört, jetzt bin ich bei den Guten. Wollt Ihr nicht auch zu den Guten gehören? (Wobei natürlich die Frage offen bleibt, was an den Guten denn so gut ist?)

Genau das war auch immer mein Erleben, wenn ich mit Leuten aus diesen charismatischen Bewegungen (neuchristliche Gemeinschaften, Pfingstbewegung etc.) diskutiert habe, oder mich wieder mal auf ein Gespräch eingelassen habe. Während ich über persönliche spirituelle Erfahrungen und Erlebnisse sprechen konnte, waren die immer auf der unpersönlichen Seite, indem sie mit "Jesus" oder Bibelzitaten geantwortet haben. So funktioniert keine Begegnung :worried:.

Wobei, wenn man den Kernaussagen des Neuen Testaments folgt, Jesus im wesentlichen in der echten Begegnung wirkt. Interessant ist, dass man darin durchaus auch Stellen findet, wo selbst der Teufel :teufelchen: korrekt die Bibel zitieren kann. Deshalb mein Fazit zu solchen Gruppierungen: Weiche von mir Satan! (Similia similibus curentur)

:liebegrüße: Rafael Chiron

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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#36

Beitrag von Peregrin » Mi 8. Nov 2017, 22:06

Hallo Rafael Chiron,
Rafael_Chiron hat geschrieben:
Mi 8. Nov 2017, 21:55
So funktioniert keine Begegnung :worried:.
Was meinst du da, eine Begegnung zwischen wem? Dem Bekehrer und dem zu Bekehrenden oder zwischen dem Göttlichen und dem Mensch?

Ich hoffe, meine Frage wir nicht als off topic angesehen?
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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#37

Beitrag von Rafael_Chiron » Mi 8. Nov 2017, 22:25

Peregrin hat geschrieben:
Mi 8. Nov 2017, 22:06
Hallo Rafael Chiron,
Rafael_Chiron hat geschrieben:
Mi 8. Nov 2017, 21:55
So funktioniert keine Begegnung :worried:.
Was meinst du da, eine Begegnung zwischen wem? Dem Bekehrer und dem zu Bekehrenden oder zwischen dem Göttlichen und dem Mensch?

Ich hoffe, meine Frage wir nicht als off topic angesehen?
Beides Peregrin: Eine Begegnung hat immer das "Du" zum Gegenüber - egal ob zwischen Menschen oder gegenüber dem ewigen Du (=Göttlichen), wie es Martin Buber (Ich und Du) ausdrücken würde. Was natürlich auch ein Hinweis darauf ist, dass in jeder menschlichen Begegnung das Göttliche mitschwingen kann, da wir alle das Göttliche auch in uns tragen.

:liebegrüße: Rafael Chiron
Apropros Bekehren: Wie willst Du jemanden bekehren, wenn Du keinen Besen mehr hast... :sauber:

EDIT: Zurück, da zu spät!
Zuletzt geändert von Rafael_Chiron am Mi 8. Nov 2017, 22:37, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#38

Beitrag von Peregrin » Mi 8. Nov 2017, 22:33

Ich will ganz sicher überhaupt niemanden bekehren. :green:

Ich versuche nur herauszufinden, was du von Christen erwartest, die ein mehr oder weniger wörtlich ausgelegtes Buch über ihre eigenen Erfahrungen setzen.

Selbst ein in Zungen sprechender Charismatiker, der sich als Gefäß des Hl. Geistes erlebt hat, wird sicher nicht mit dem, was er dabei verkündet hat, auf andere Menschen zugehen - erst recht nicht, wenn das nicht irgendwie abgesegnet ist durch das, was in der Schrift steht.
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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#39

Beitrag von Rafael_Chiron » Mi 8. Nov 2017, 22:45

Das wollte ich vorher noch ergänzen:
Hingegen gibt es zwischen Bekehrer und dem zu Bekehrenden keine echte Begegnung, denn es geht (nach Buber) nur um das Ich und Es, Verbreitung einer Ideologie, Auslegung eines Buches, Weltanschauung etc.
Peregrin hat geschrieben:
Mi 8. Nov 2017, 22:33
Ich versuche nur herauszufinden, was du von Christen erwartest, die ein mehr oder weniger wörtlich ausgelegtes Buch über ihre eigenen Erfahrungen setzen.

Selbst ein in Zungen sprechender Charismatiker, der sich als Gefäß des Hl. Geistes erlebt hat, wird sicher nicht mit dem, was er dabei verkündet hat, auf andere Menschen zugehen - erst recht nicht, wenn das nicht irgendwie abgesegnet ist durch das, was in der Schrift steht.
Deshalb erwarte ich mir von diesen Christen auch nichts. Allerdings habe ich eben auch schon echte Erfahrungen der Begegnung gehabt, weshalb ich Christen eben nicht pauschal ablehne. (Wie ich überhaupt niemanden pauschal ablehnen möchte!)

:liebegrüße: Rafael Chiron
Zuletzt geändert von Rafael_Chiron am Mi 8. Nov 2017, 22:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ex-Hexe und ihre Äußerungen zu Hexen

#40

Beitrag von Schneewoelfin » Mi 8. Nov 2017, 22:46

mal allgemein dazugesenft:
ich will jetzt keine Lanze für Christen oder irgendeine Weltanschauung, die sich letztendlich vor ihrem unsichtbaren, grossen Bruder/Freund/Beschützer (oder was auch immer) ... fürchten, aber:
ich verstehe nicht, wieso man diesen Leuten ihren spirituellen Masochismus nicht einfach lässt .... ;)
LG Schnee
Es geht immer um die Quintessenz - ich beschäftige mich gerne mit den ursprünglichen Dingen, weniger mit dem "Tamtam" /me

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