Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

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Hekate
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#21

Beitrag von Hekate » Sa 18. Mär 2017, 22:46

Also diese Anfrage regt mich wenig auf.

Ich wundere mich nur, wie es sich mit BTW vereinbaren lässt.

Bzw frage ich mich, ob man, wenn man die Eide usw einhält, da überhaupt gut mitmachen kann.

:girlie-gfk:
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Solasard
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#22

Beitrag von Solasard » So 19. Mär 2017, 01:56

Wenn es ein Vorurteil ist ; als Heide Ansinnen von Vertretern der Kirche gegenüber kritisch zu sein, dann habe ich welche.

Gruß Sola
Zuletzt geändert von Solasard am So 19. Mär 2017, 12:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Bodecea
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#23

Beitrag von Bodecea » So 19. Mär 2017, 10:51

Nur mal am Rande -

"Die Christen" gibt es in meinen Augen genauso wenig wie "die Heiden" oder "den Islam". Ich kenne ganz grausige Esospinner und Möchtegern-Gurus, die sich Heiden nennen - da fühle ich mich dem Papst unter Umständen inhaltlich näher!

Fast jede oder jede Religion bietet imho tiefe Möglichkeiten zu Einsicht und Weisheit und Mitgefühl. Wichtig ist für mich - wie lebt jemand seinen Glauben im Umgang mit seinen Mitmenschen? Ich sehe auch und gerade bei Christen vor Ort viel Aktionen (z.B. Flüchtlingshilfe), die ich sehr gut finde und die von denen auch aus dem Glauben heraus motiviert werden. Das gibt es aber auch humanistisch-atheistisch oder aber islamisch motiviert.

Die meisten, die mich beruflich kennen, wissen nicht, dass ich Heidin bin; ich gehe damit nicht hausieren, verstecke zwar nichts und trage auch ein Amulett, das Wissende erkennen dürften, reib aber niemanden meinen Glauben unter die Nase. Würden meine Mit-Dorfmenschen es erfahren, wären sie wohl überrascht - auch davon, dass ich recht rational und freundlich bin und keine "böse Hexe" oder Spinnerin.

Zu einem Uniseminar stehe ich aber als "Vorzeigeheidin" nicht zur Verfügung.

Liebe Grüße
Bodecea
Tu was du willst, aber trage dann auch die Konsequenzen.

Thorsten
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#24

Beitrag von Thorsten » So 19. Mär 2017, 18:17

Nochmals Hallo an alle,

eigentlich wollte ich hier keine Diskussion führen sondern lediglich eine offizielle Anfrage stellen aber ich muss doch wohl einige Dinge klarstellen obwohl dies doch in meiner Anfrage schon erwähnt ist.

Ich bin kein "offizieller" Kirchenverteter sondern Religionswissenschaftler. Die Betonung liegt auf Wissenschaft. Und ja, man kann Religion wissenschaftlich erforschen. Tun Theologen übrigens auch. Das die Religionswissenschaft oft noch an theologischen Fachbereichen angesiedelt ist liegt an ihrer Entstehungsgeschichte und würde jetzt hier zu weit führen um das im einzelnen zu erläutern.

Und ja, ich sehe geren Gäste in meinem Seminar die sich für das Thema interessieren. Wer sachlich diskutieren will, ist gerne willkommen. Meine offizielle Emailadresse ist: ostwaldt@em.uni-frankfurt.de

Viele Grüße,

Thorsten Ostwaldt

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Hekate
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#25

Beitrag von Hekate » So 19. Mär 2017, 18:54

Hallo Thorsten,

jetzt muss ich einiges klar stellen.

a) die Diskussion, die du nun ausgelöst hast, durch deine Anfrage, betrift nicht nur dich, bzw. in gewissen Teilen gar nicht. Sondern uns "Neopagane" selbst.

b) An deiner Fachbeschreibung interessiert mich nur der Teil, der mich als "Neopagane" betrift.
Also z.B. auch deine Anfrage.

c) Als offizieller Kirchenvertretter, wärst du - uninteressant.

d) Deine Vorlesungen, Seminare. Hier kann ich nur für mich sprechen.
Die würden mich am Anfang nur in dem Sinne interssieren, um mal zu hören, was ihr da so untersucht, so "verbreitet". Ich wäre also, wenn, nur ein stiller zu Hörer.

Gruss

Hekate
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#26

Beitrag von Thorsten » So 19. Mär 2017, 19:59

Hallo Hekate,

also meine Antwort war eigentlich hauptsächlich auf Post #14 gedacht. Ich wollte nur, das man mich richtig einordnet und kein falscher Eindruck entsteht. Entschuldige bitte, wenn das eventuell in meiner Antwort etwas missverständlich rüberkam.

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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#27

Beitrag von Schneewoelfin » So 19. Mär 2017, 20:01

Hi Sola,
Solasard hat geschrieben:
Sa 18. Mär 2017, 09:47
ICH BIN DEIN HERR UND GOTT
DU SOLLST KEINE GÖTTER HABEN NEBEN MIR
was durch die Aussage selbst bereits impliziert, dass es andere Götter neben dem christlichen gibt.
Solasard hat geschrieben:
Sa 18. Mär 2017, 09:47
Das ist die Kernaussage jeglicher Art von Christentum, wo soll denn da bitteschön ein Konsens oder gar ein gleichberechtigtes Nebeneinander möglich sein.
vllt hast Du es (noch) nicht erlebt, aber in unserer Mittelaltergruppe ist ein Christ, der mit uns die Jahreskreisfeste feiert, wenn wir Ende April auf unserem Stamm Markt lagern
wobei er den obigen Satz eben genauso interpretiert und dann während so einem ökumenischen Fest an Beltaine (bei dem mehrere Christen teilnehmen) eben mit seinem Gott kommuniziert
Solasard hat geschrieben:
Sa 18. Mär 2017, 09:47
Auch ist es meiner Meinung nach auch völlig gleichgültig ob die Person die sich gemeldet hat initiiert ist oder nicht,
vllt aus Deiner Sicht, aber aus der Sicht von echten = initiierten Wicca, die ihre Linie auf Gardener zurückführen können spielt das sicherlich bei den meisten eine mehr oder mindergrosse Rolle
Das ist vergleichbar, wenn ein Christ in einem Seminar über Katholiken seine Sicht der Dinge präsentiert, er selbst aber kein Katholik ist.

LG Schnee
Es geht immer um die Quintessenz - ich beschäftige mich gerne mit den ursprünglichen Dingen, weniger mit dem "Tamtam" /me

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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#28

Beitrag von Moira » Mo 20. Mär 2017, 07:10

Solasard hat geschrieben:
Sa 18. Mär 2017, 12:13
Wenn dogmatische Religionen oder deren Vertreter in einem Dialog gehen, ist die Dialogfähigkeit im Vornherein bis zu ihrem Dogma begrenzt.

Ein Bauer würde sagen:
Leeres Stroh dreschen

Gruß Sola

Solasad, ich muss dich leider enttäuschen, aber aus eigener Erfahrung habe ich die Kirche zum großen Teil mittlerweile als sehr koopperativ erlebt und auch als äußerst offen und zwar die katholische Kirche mehr als die Protestanten. Berlin ist seit drei Jahre ein Vorreiter in Deutschland was die interreligiöse Kommunikation angeht. Die berliner lange Nacht der Religionen geht von einer Initiative der Franzskaner aus und umfasst sehr viele religiöse Gruppen. Unter anderem seit 3 Jahren auch pagane Gruppen wie Candomble, Asatru und eine Cooperative von mehreren paganen Richtungen zusammengefasst unter dem Synonym "Pagane Wege und Gemeinschaften". Die PFI ist seit fast Jahrzehnten über die Interfacearbeit am interreligösen internationalen Kontakt beteiligt. PFI Deutschland auch seit drei Jahren sehr intensiv und in all diesen Ebenen sind sehr offene Menschen der verschiedensten christlichen Organisationan mit am Start. Ich denke du solltest dich darüber WIRKLICH informieren und nicht von einem dummen Dorfpfaffen auf alle schließen. Das wird dem Ganzen nicht gerecht und ehrlich gesagt finde ich das heidentum wesendlich mehr zu bieten hat als die Abgrenzung vom Christentum. Sprich wer sich als Heide bezeichnet nur um sich abzugrenzen hat es wesendlich einfacher sich garnicht oder als Atheist zu bezeichnen als sich im paganen Kontex zu bewegen.

LG Moira
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#29

Beitrag von Moira » Mo 20. Mär 2017, 07:20

Hekate hat geschrieben:
Sa 18. Mär 2017, 22:46
Also diese Anfrage regt mich wenig auf.

Ich wundere mich nur, wie es sich mit BTW vereinbaren lässt.

Bzw frage ich mich, ob man, wenn man die Eide usw einhält, da überhaupt gut mitmachen kann.

:girlie-gfk:
Hekate, man kann als Wicca durchaus im Rahmen seiner Eide an interreligiösen Gesprächen Teilnehmen und seinen Glauben auch vorstellen um Vorurteile abzubauen. Die Interfachebeauftragte und internationale Koordinatorin der PFI macht es sehr gut vor. Sie ist 3. Grad Wicca und geht regelmäßig in die Öffendlichkeit oder auch zum Austausch mit Studenten etc. Google mal nach Morgana Syrthove ;) Da sind einige sehr schöne Artikel über ihre Arbeit im Netz zu finden. Ich kenne sie auch persönlich und habe sie als sehr liebenswerten und offenen Menschen wahrgenommen.
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#30

Beitrag von Suppendrache » Mo 20. Mär 2017, 09:20

Guten morgen zusammen,

ich bin diejenige, welche Thorsten für sein Seminar hilt.

Sollten Fragen bestehen "was, wieso, weshalb", bin ich für sachlichen Austausch gerne unter suppendracheätgmx.de erreichbar, wobei ich das Telefongespräch dann bevorzuge.

Und kurz zu mir: Ich bin Katholikin (gewesen), habe mein Kulturwissenschaftliches Studium zum Thema Neopaganismus abgeschlossen (aus sozialwissenschaftlicher, nicht theologischer Sicht) und bin Wicca und kenne auch den Spagat den ich mache daher aus verschiedenen Perspektiven ;-)

Thorsten ist ein wunderbarer, feinfühliger, respektvoller, reflektierter und professioneller Gesprächspartner. Es ist für mich immer wieder berfruchtend, solche interreligiösen Dialoge zu führen. Und im Anschluss daran vielleicht auch noch jungen Akademikern dabei zu helfen, Vorurteile abzubauen und ihren Horizont zu erweitern.

Gruß und dicke hugse an meine lieben Geschwister hier ;-)
Helena

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