Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

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Stadteule
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#31

Beitrag von Stadteule » Mo 20. Mär 2017, 09:40

Das finde ich super, @Helena! :love4:
Wenn ich's irgendwie einrichten kann, komme ich zum Gasthören (wenn's Dich nicht stört).

LG, Stadteule
Wer sie nicht kennte, Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister. (J.W.v.Goethe)

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Rotfuchs
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#32

Beitrag von Rotfuchs » Mo 20. Mär 2017, 11:29

@ Thorsten:
Wie ich bereits sagte, ich würde gerne nach dem Seminar über die Erfahrungen hören, wenn du (oder Suppendrache) Lust haben da eine kurze Zusammenfassung zu geben. Nach Frankfurt in dein Seminar zu kommen ist mir dann doch ein bisschen zu aufdringlich.. Aber ich hoffe dass es sehr erhellend für deine Kommilitonen sein wird.. :)

Bodecea hat geschrieben:
So 19. Mär 2017, 10:51
Nur mal am Rande -

"Die Christen" gibt es in meinen Augen genauso wenig wie "die Heiden" oder "den Islam". Ich kenne ganz grausige Esospinner und Möchtegern-Gurus, die sich Heiden nennen - da fühle ich mich dem Papst unter Umständen inhaltlich näher!
Da kann ich fast nur zustimmen. Ich würde mich auch weigern mich mehr mit "Heiden" zu assoziieren als mit "Christen". Ich kenne ganz wunderbare Menschen die Heiden, Christen oder Atheisten sind. Und auch wenn es immer wieder zu hitzigen Diskussionen kommt, so ist mir das doch lieber als in ein Lagerdenken zu verfallen.

Aber um eins noch zu sagen: Dem Papst fühle ich mich nicht mal unter Umständen inhaltlich näher. Eine erschöpfende Kritik ist hier fehl am Platz, aber selbst wenn ich Christ wäre, würde ich mich hüten ihm in irgend einer Weise eine Plattform zu geben.
Bodecea hat geschrieben:
So 19. Mär 2017, 10:51
Zu einem Uniseminar stehe ich aber als "Vorzeigeheidin" nicht zur Verfügung.
Eine Wicca als "Vorzeigeobjekt", Verzeihung für die Formulierung, einzuladen finde ich auch ein bisschen problematisch. Klar ist es immer schön ein Experten in der Diskussion zu haben, aber dann wäre es ggf. besser eine Forscherin einzuladen die sich schon durch (Ethnografische/Theologische/etc.)-Forschung mit Wicca beschäftigt hat. Welcher Katholik könnte denn annährend zufriedenstellend (= wisschenschaftlich befriedigend) den Kern seiner Religion vorstellen? Die Frage würde ich mal offen lassen.
Didaktisch wiederrum ist es evtl. von Vorteil, da sich Uniseminare ja üblicherweise sowieso nicht durch herausragende Tiefe auszeichnen.
Moira hat geschrieben:
Mo 20. Mär 2017, 07:10
aber aus eigener Erfahrung habe ich die Kirche zum großen Teil mittlerweile als sehr koopperativ erlebt und auch als äußerst offen und zwar die katholische Kirche mehr als die Protestanten. Berlin ist seit drei Jahre ein Vorreiter in Deutschland was die interreligiöse Kommunikation angeht. Die berliner lange Nacht der Religionen geht von einer Initiative der Franzskaner aus und umfasst sehr viele religiöse Gruppen.
Ich will auf keinen Fall sagen dass ein Dialog zwischen den Religionen nicht wichtig und machbar ist. Wenn wir eines tun sollten, dann noch viel mehr Dialoge führen. Auch mit dogmatischen Lagern, eben um selbst nicht auf eine niedrige Stufe der Argumentation zu verfallen.
Es ist eine sehr sehr schöne Entwicklung zu sehen dass selbst die katholische Kirche den Dialog sucht - was wir wie gesagt heutzutage bitter nötig haben wenn wir keinen Keil in die Gesellschaft treiben wollen.

Aber dennoch sollte man im Hinterkopf behalten dass die katholische Kirche(n) (und mit Abstrichen auch die protestantischen Lager) ein "Big-Business" sind. Es geht hier nicht (nur) um unglaubliche Menschenliebe sondern darum ein Image zu vermitteln und bestimmte Interessen zu vertreten (zum großen Teil finanzielle). Was auf Seiten der nicht christlichen Glaubensgemeinschaften weit weniger der Fall ist.
Der Grund warum die christliche Kirche irgendwann handzahm und humanistisch geworden ist liegt darin begründet dass zu Zeiten der Aufklärung immer mehr Nationen säkular geworden sind und sie Einfluss verloren haben und nicht weil der Religion eine Gutherzigkeit zu grunde liegt.
Und der Grund warum heute soziale Arbeit von Seiten der Kirche geleistet wird ist ganz sicher nicht ausschließlich aus Selbstlosigkeit sondern auch viel PR.

Trotzdem will ich nochmal sagen dass ich nicht die einzelne Christin für irgendwas verurteilen möchte. Und keiner der heutigen Priester(innen) ist weder für das verantwortlich was historisch geschehen ist noch für die verfehlten Äußerungen der Päpste etc.

Glaube und Kirchenpolitik muss hier stark getrennt werden. Nicht jede Christin sieht sich ja von der Kirche als Institution vertreten und auch nicht alle gläubigen Christen unterstützen alles was "die Kirche" so treibt.

Um kurz den Bogen zurück zum Thema zu schlagen: Meine große Kritik wäre hier nicht dass sich eine Wicca für die Forschung zur Verfügung stellt, sondern dass bei dieser Diskussion so viele in diese dualistische Denkfalle tappen: "wir die Heiden gegen "die Kirche"".

Meine Streitbare Meinung: Religion und Ideologie sind Denkgefängnisse von denen sich jedes Individuum so gut es geht fernhalten sollte. Spirituelle Erfahrungen findet man doch nicht durch starre und vorgefertigte Institutionen? Was man damit aber prima machen kann ist Menschen voneinander zu entfremden.

Liebe Grüße
:liebegrüße:
..."Gerade das ist es ja, das Leben, wenn es schön und glücklich ist ein Spiel! Natürlich kann man auch alles mögliche andere aus ihm machen, eine Pflicht oder einen Krieg oder ein Gefängnis, aber es wird dadurch nicht hübscher."

Suppendrache
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#33

Beitrag von Suppendrache » Mo 20. Mär 2017, 12:20

Mich verwundert die ganze Diskussion hier doch etwas, denn:

1. Nicht "die katholische Kirche" lädt ein zu der Veranstaltung und es geht auch nicht um eine Diskussionsveranstaltung mit der Tragweite eines Konzils, sondern
2. Um eine Seminar-Einheit an einer staatlichen Hochschule. Für Studenten. 1, 5 Stunden. Eingebettet in ein ganzes Seminar.

Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Soooo wichtig ist diese nicht für die Katholische Kirche, die Wicca-Gemeinschaft, die Zukunft des Neopaganismus in Deutschland etc. auch nicht.

Wer studiert hat, wird einschätzen können, welche Rolle so eine Veranstaltung für das Multiversum hat. Keine. Also- wozu die Diskussion? Wobei ihr Freunde des Internets gerne disutieren könnt, mir ist das immer zu mühsam. Ich danke daher immer so lieben Leuten wie der Schneewölfin, der Stadteule und Arion etc für ihr Engagement.

Zurück: Was stellt ihr euch denn vor, was da für Ergebnisse rauskommen können? Es wird einen Überblick geben darüber, wie sich Wicca begründet und entwickelt hat und das durchaus aus wissenschatlicher Sicht. Es gibt es dazu auch Forschung seit 25 Jahren jenseits von Wiccapedia und Hexenzirkel ;-) Da gibt es nicht viel zu interpretieren.

Zur Didaktik: Da wird ein Religionswissenschftler mit einer Wicca sitzen. Die zufällig auch noch im Stande ist zwischen "Außern" und "Innen" zu unterscheiden. Thorsten hat es bereits erlebt ;-) Das Thema "Kirche" ist gar nicht gesetzt, sondern Wicca wird als Teil des Phänomens "Neopaganismus" betrachtet. Eine Zutat in diesem Eintopf.

Und wie soll ich sagen: Alternativ sitzt da der Religionswissenschaftler, die Forscherin und? Hm. Das wäre quantitative Forschung? Ist es nicht nett und wirklich höflich noch jemanden einzuladen, der an den Kram "glaubt". Qualitative Sozialforschung hat auch was. Und für die Studies ist das auch vieel spannender :-) Viel kritischer bei sowas finde und fand ich immer, wie man mit diesem "Vorzeigeobjekt" umgeht. Da ich nun schon mehrfach das Vergnügen hatte- die Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen waren bislang netter, höflicher, toleranter, offener, respektvoller, als manch selbsterklärter Neopaganer-Polizist und Möchtegern-Alleswisser im Internet :-)

Zu meiner persönlichen Motivation vielleicht noch was: Ich wurde angesprochen, da ich zum einen selbst Akademikerin bin. Zugesagt habe ich, weil ich weiß, was es so für Personen und Typen gibt, die gerne als Wicca in der Öffentlichkeit auftreten und unseren Ruf begründen ;-) Das wollte ich vermeiden. :green:

Ich werde nicht als Morgana die Dritte in Pannesamt und Pentagrammkette dort etwas von der Großen Mutter Blafaseln. Und auch nicht die Initiation nachtanzen. Oder Liebeszauber vorführen....
Und auch nicht irgendwelche Mythen als Wahrheit deklarieren, denen jede Wissenschaftliche Grundlage fehlt (Meine Favouriten: 9 Millionen weise Frauen, heidnische Priesterinnen und Hebammen wurden auf Scheiterhaufen verbrannt, Wicca ist 20.000 Jahre alt, mega geheim und exklusiv :aufkopf: ).

Viele hier kennen mich "in echt" und wissen hoffentlich, dass es schlimmeres geben kann, als mich auf so einem Seminar zu wissen ;-)

Hoffe zur allgemeinen Verspannung beitragen zu können und verschwinde nun wieder im real live ihr Lieben.

LG und einen tollen Frühlingsanfang- THAT COUNTS
SD

Suppendrache
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#34

Beitrag von Suppendrache » Mo 20. Mär 2017, 12:33

Ergänzung:

Ich habe noch etwas, um euch vielleicht auch zum schmunzeln zu bringen. Die letzten Tage habe ich auch überlegt, wie ich so meinen Part gestalte. Und ich werde schlichtweg ein Bild zeigen, an dem ich erklären werde "Was Wicca ist". Denn Wicca ist ja mehr als das, was ich als "BTW" so sehe, sondern auch das, was da draußen aus Wicca gemacht wird ;-)

Und jetzt mal ehrlich: Dieses Bild ist KÖSTLICH.

Leider bin ich zu doof, es hier so einzustellen, dass man es sehen kann. Kann das einer von euch?

Miss you, family (((()))))

http://i1.kym-cdn.com/photos/images/ori ... 70/a50.jpg

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Satyr
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Re: Anfrage nach einer Selbstdarstellung von Anhängern von "Neopaganen Religionen"

#35

Beitrag von Satyr » Mo 20. Mär 2017, 12:34

Hi,

da sich das Anliegen geklärt hat, schließe ich den Thread.
Danke @Suppendrache für Deine Postings und Erklärungen.
BB
Satyr

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