Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

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Frenna
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Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#1

Beitrag von Frenna » Fr 19. Feb 2016, 15:57

Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich mal wieder mit einer Frage bzw. einem für mich kniffligen Problem, über das ich schon länger nachdenke.

Ich bin in der Stadt geboren, aufgewachsen und wohnhaft, derzeit noch dazu mitten in der Innenstadt.
Ich hab zwar die Flusspromenade und Parks in der Nähe, allerdings ist mir das zu wenig "Natur".

Hier fangen meine Probleme an:
Je mehr ich über das Hexe sein lerne und je mehr ich mich mit Naturheilkunde und Pflanzen etc. beschäftige, um so größer wird mein Drang, in die Natur zu gehen. Einfach raus!

Da ich aber in der Innenstadt wohne, ist es mir nicht möglich, im Freien zu beten, Rituale abzuhalten oder zu meditieren. In den Parks bin ich nicht ungestört. Im Dunklen, wenn alle weg sind, in den Park zu gehen ist nicht sicher, da sich bei uns übles Gesindel herumtreibt.

Für Ausflüge ins Grüne fehlt mir ein Auto (was auch wegen Pflanzen sammeln echt blöd ist). Außerdem habe ich auch noch einen Hund, der zwar mit arbeiten geht, am Abend aber trotzdem beschäftigt und bewegt werden will. Ich könnte zwar den Bus für Ausflüge nehmen, aber da kann ich den Hund nicht mitnehmen, weil er panische Angst vor Bussen und Straßenbahnen hat.

Momentan mache ich alles im Haus (Rituale, beten etc.), habe auch einen kleinen Indoor-Altar.
Trotzdem fühlt sich das auf Dauer nicht so gut an. Wäre lieber draußen!
Ich wohne in einer Mietwohnung in einem mehrstöckigen Haus, das zwar einen Innenhof hat, jedoch von Balkonen eingerahmt wird. Und dort stehen die Mülltonnen. Nicht wirklich ungestört und neben dem Müll auch nicht so meins.

Das zweite Problem ist die wenige Freizeit. Ich arbeite meistens bis 17 Uhr. Dann noch Hund, kochen, ev. meinen Hobbies nachgehen, Freunde/Familie/Partner treffen, Haushalt, Termine... Es bleibt einfach so wenig Zeit für Hexenstudien und den Rest. Ich habe echt permanent ein schlechtes Gewissen, weil ich gerne mehr dafür tun würde, oft aber einfach keine Zeit habe oder zu müde bin, weil es zu spät geworden ist.

Ich habe immer das Gefühl, als könnte ich mich als Hexe nicht richtig entfalten und auch nicht richtig arbeiten. Aber mir fällt einfach keine Lösung ein, wie ich naturverbundener leben (wegziehen kommt momentan nicht in Frage) bzw. die Natur und das Hexe sein, auch das Beten etc., besser in mein Leben integrieren könnte. Ich will natürlich den Hund und Partner (wir wohnen nicht zusammen und sehen uns nicht jeden Tag) nicht vernachlässigen.

Meine Frage daher an euch:
Wie kann man als Stadthexe naturverbunden leben bzw. die Natur mehr mit einbeziehen?
Und wie schafft ihr es neben dem stressigen, zeitraubenden Alltag das Hexe sein besser in euer Leben zu integrieren, damit es nicht zu kurz kommt?

LG Frenna
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ArionCGN
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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#2

Beitrag von ArionCGN » Fr 19. Feb 2016, 16:41

Hallo Frenna,

vielleicht hast Du auch eine Vorstellung davon, was Hexe-Sein bedeutet, die sich mit Deinem Alltag gar nicht vereinbaren lässt?! Also ich wohne ja auch im Kölner Stadtbereich, 6 Jahre davon alleine in Zentrumsnähe. Du hast natürlich Recht... Naturverbundenheit ist ECHT schwierig... auch nimmt man die Jahreszeiten ganz anders wahr... sieht kaum Sternenhimmel... findet wenig Ruhe.

Trotzdem hatte ich zu dem Zeitpunkt einen permanenten Altar und habe jeden Tag eine Andacht gehalten. Allerdings muss man sich auch eingestehen, dass morgens 10-15 min Meditation und Chanten ausreichend sind... es muss kein komplettes Ritual sein. Bücher habe ich immer abends vor dem Einschlafen gelesen...

Manchmal muss man etwas weiter fahren, um sich den Naturinput zu holen.
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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#3

Beitrag von Sehnsucher » Fr 19. Feb 2016, 16:52

Hallo Frenna :)

Ich habe leider keine Antwort für dich, möchte Dir aber für deinen Beitrag danken. Ähnliche Gedanken wie du sie beschrieben hast, gingen und gehen mir auch durch den Kopf. Ich hoffe, wir bekommen beide gute Inspirationen, wie unser Leben als Hexe/Hexer besser leben können.



LG
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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#4

Beitrag von RavenView » Fr 19. Feb 2016, 18:26

Einen ähnlichen Zwiespalt habe ich auch.

Ich habe nur aktuell noch den Vorteil in der Nähe eines kleinen Waldes zu wohnen und noch in meiner Findung zu sein, so dass es mich noch nicht so sehr belastet.

Aber seit jeher bin ich sowohl der Stadt als auch der Natur verbunden.

Vielleicht ist die Idee eines festen Altars für dich genau die richtige.
Du könntest dir dafür ja Bestandteile aus einem Wald in dem du dich wohl fühlst holen, damit du zumindest einen Teil der dir so lieben Natur dorthin holst, wo du bist.

Ich wünsche dir, euch, Ja eigentlich uns allen, dass wir unsere Wege so gehen können, wie wir es brauchen.
Auf dass am Ende des Weges etwas ist was uns zeigt, dass wir richtig waren.

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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#5

Beitrag von Bodecea » Fr 19. Feb 2016, 18:35

Hallo,

nur ein Gedanke - gibt es in deiner Stadt vielleicht Menschen, die "Urban gardening" betreiben? Das wäre zumindest eine Chance, dass du mit den Händen in der Erde wühlen kannst und auch Kräuter anbauen. Ich habe beim Leben in der (Klein-) Stadt immer gerne Wildnis gesucht, Ruderalflächen, die sich die Wildnis zurückerobert. Wirklich wilde Natur gibt es ja auch im ländlichen Bereich nicht furchtbar viel. Zwischen Maisfeld und Rübenacker kommt nicht unbedingt automatisch spirituelle Verbundenheit auf, und Wildnis gibt es in Städten manchmal mehr als in der hochintensiven Landwirtschaft.

Aber ich gestehe, die waldreiche Gegend hier im Odenwald wollte ich nicht mehr missen.

LG
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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#6

Beitrag von Vala Sive » Fr 19. Feb 2016, 20:59

Ja, das ist wirklich ein interessantes und für sehr viele Menschen relevantes Thema.

Ich habe eine Lösung für mich gefunden, indem ich die Lebensmittel, mit denen ich täglich umgehe, als magisch betrachte. Ich baue Küchenkräuter auf der Fensterbank an. Gebete zu Mahlzeiten sind auch eine gute Möglichkeit, ein schönes (Familien-) Ritual zu erschaffen. Oder morgens, wenn du deinen Kaffee trinkst, begrüßt du die Göttin, die Vögel, die Bäume oder Sonne, die du vom Küchenfenster aus siehst...

Es gibt einige Bücher über Katzenmagie, aber wenn man einen Hund als Haustier hat, kann man sich ja mal überlegen, wie man den ein bisschen in Magie einbeziehen kann. Oder versuchen, telepathischen Kontakt aufzunehmen. (Hat mit meinen Hasen bisher leider nicht geklappt... :shocked: aber ich find Tiere an für sich schon magisch ;))

"Man kann Magie auch auf einem Schrottplatz finden", das ist ein Ratschlag den ich, glaub ich, in dem Buch 'Stadthexen' von Claire Seifert gelesen habe. Es gibt auch noch andere Autoren, die zu dem Thema was geschrieben haben, mir fallen im Moment aber nur englischsprachige Bücher ein.

Betrachte es einfach als Herausforderung, so viel Magie wie möglich in deinen aktuellen Alltag einzubringen, kreativ zu werden. Aus PTBS-Gründen habe ich oft Angst, überhaupt nur das Haus zu verlassen, und habe schon den Ratschlag aus der geistigen Welt erhalten, dass ich immer und in jeder Situation das Beste machen kann, auch was Magie angeht, und mir für meine Grenzen auch keinen Druck machen soll, denn jeder hat hier und da seine Einschränkungen.

Das sind so meine Gedanken zum Thema... Ich würde mich über weitere hexische Inspiration freuen. :hex:

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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#7

Beitrag von Hekate » Sa 20. Feb 2016, 15:09

Hallo Frenna,

Das Problem ist bzw.sind deine eigene Vorstellungen.

Welche hexischen Interessen hast du eigentlich?

Gruss

Hekate
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#8

Beitrag von Frenna » Mo 22. Feb 2016, 12:05

Danke für eure Antworten! :thumbup:

@Arion:
Seit ein paar Monaten habe ich auch einen permanenten Altar.
Seltsamerweise bete ich weniger, seit ich den Altar habe. Keine Ahnung, woran das liegt?

Meine Vorstellung von Hexe sein ist neben "sein Wissen erweitern/vertiefen" eben auch, die Natur zu ehren und miteinzubeziehen.
Das geht ohne Garten oder Wald in der Nähe leider sehr schwer. :( Ich glaube das man viele Dinge erst in der Natur erfahren kann.

@RavenView:
Ich liebe es, in der Stadt zu wohnen. Man hat alles in der Nähe, kann das meiste zu Fuß erledigen...
Sehr praktisch. Aber fürs Hexe sein eher hinderlich. :help: Eine Naturreligion beinhaltet für mich eben auch "draußen" zu arbeiten.

Die Idee, den Altar mit Sachen aus dem Wald zu schmücken find ich aber wirklich super! Wieso bin ich da selbst noch nicht draufgekommen? :liebegrüße:

@Bodecea:
Urban gardening klingt interessant, das werde ich auf jeden Fall googlen.
Muss aber dazu sagen, dass ich Pflanzen über alles liebe und daher meine Wohnung und mein Minibalkon sehr vollgestopft sind. Hab mir sozusagen schon ein bisschen Natur in die Bude geholt. :green:

@Vala Sive:
Die Idee mit den Lebensmitteln gefällt mir sehr gut. Ist ja schließlich auch Natur. Man könnte beim Verarbeiten ja Gebete und Rituale machen... Da ich auch viele Marmeladen etc. einkoche, ist das ein guter Gedanke (irgendwo hab ich mal etwas über "Küchenmagie" gelesen, das ist dann wohl sowas?)
Und das mit den Mahlzeiten hab ich auch noch nie gemacht... Das ist ein schöner Anlass, um zu danken. Vor allem für den Kaffee in der Früh, ohne den bin ich nur ein halber Mensch. :green:

Mhmmm. der Hund ist ja eigentlich auch ein Stück "Natur" bzw. göttlich, das ist auch eine interessante Sichtweise. Mal sehen, ob ich da ein gutes Buch finde. Gefällt mir, den Hund mit einzubeziehen was das betrifft, anstatt ihn auszuschließen. So müsste ich Hexe und Hund nicht trennen und würde schon wieder Zeit sparen, da ich beides machen kann.

Hat das schon mal jemand versucht, telepathischen Kontakt zu einem Tier herzustellen? Müsste mit dem eigenen Tier ja machbar sein, da man sowieso eine enge Bindung hat?

Behandelt das Buch "Stadthexen" auch mein Dilemma? Würdest du es empfehlen?

Eine Herausforderung ist es auf jeden Fall, die Magie trotz Zeitmangel einzubeziehen und das "Hexe sein" zu leben.

@Hekate:
Man steht sich meistens selbst im Weg. ;)

Momentan beschäftige ich mich gerade mit Naturheilkunde, Runen und lese das Buch "Der alte Pfad" von Vicky Gabriel.

Danke für eure Ideen zu diesem Thema!

LG Frenna
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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#9

Beitrag von ArionCGN » Mo 22. Feb 2016, 14:26

@ Frenna:

Sagen wir so, für Stadtmenschen ist es vielleicht eine größere und stetigere Aufgabe, das Heilige im mundänen Alltag zu finden. Vielleicht kann einem eine größere Naturnähe dabei helfen, muss sie aber nicht unbedingt. Es gibt ja Heiliges nicht nur in direkter Naturnähe.

Meinen permanenten Altar hatte ich über 10 Jahre und habe auch täglich etwas daran gemacht. Das war vielleicht manchmal nur morgens den Göttern hallo sagen und abends Atemübungen und Gute Nacht zu den Göttern sagen... keine täglichen langen Rituale. Seit zwei Jahren habe ich den Altar nicht mehr, weil ich den Platz für einen Schreibtisch benötigte. Mein Arbeitszimmer ist leider recht klein... Schreibtisch UND Altar geht nicht... ist mir aber auch kein großes Bedürfnis gewesen. Zumal meine zwei wilden Fellnasen, die zwischenzeitlich bei uns eingezogen sind, den Altar regelmäßig abräumen würden...

Sollten wir umziehen, würde ich wohl einen geschlossenen Schrein haben wollen... aber das steht erstmal nicht in näherer Zukunft zur Debatte...
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Re: Stadthexe - in Einklang mit der Natur?

#10

Beitrag von Merlin vom Harrl » Mo 22. Feb 2016, 18:36

Also, eigentlich ist auch eine Stadt nichts anderes als Natur. Die Menschen, die dir begegnen, sind Natur. Die Steine, aus denen die Häuser sind, sind Natur. Der Teer der Straßen kommt urpsünglich auch aus der Natur. Die Pflanzen in Balkonkästen, Zimmerpflanzen, der einzelne Baum in der Mitte vom Straßenkreisel, alles Natur. Ok, auf dem Kreisel kann man sich schlecht mit dem Baum unterhalten. Zu laut und zu öffentlich. Regen und Wind kann man in der Stadt genauso erleben wie auf dem Land. Vielleicht hilft dir diese Sichtweise irgendwie weiter und du findest deinen Zugang zur Natur auf unkonventionelle Art. ;)

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