Mythologie-Mix

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Honor
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Mythologie-Mix

#1

Beitrag von Honor » Do 17. Aug 2017, 11:58

Habe festgestellt, dass viele Hexen Teile aus allen möglichen Mythologien heutzutage hinzugefügt haben. Aber wie kommts? Hexen gab es zwar überall, aber ich kann mir nicht vorstellen iwie, dass das alles zu Wicca gehört. oder irre ich mich da?
Versteht mich nicht falsch, ich finde alle diese Richtungen wie ägyptische Mythologie, Arthur Saga, nordische Götter absolut interessant. Aber gehört das wirklich dazu?

Zauberhafte Grüße,

Honor

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Luce
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Re: Mythologie-Mix

#2

Beitrag von Luce » Do 17. Aug 2017, 13:14

Honor hat geschrieben:
Do 17. Aug 2017, 11:58
aber ich kann mir nicht vorstellen iwie, dass das alles zu Wicca gehört.
Nicht jede Hexe ist Wicca. Das sind ja keine Synonyme.
Ich für mich denke, dass besagter Mix eher mit der magischen Ausrichtung der Person denn mit dem Hexentum zu tun hat. Manchmal ist beides jedoch nicht eindeutig voneinander zu trennen, bzw spielt es für die Person keine Rolle, beide Bereiche zu trennen.

LG Luce
I can´t go back to yesterday because I was a different person then.
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Phosphora
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Re: Mythologie-Mix

#3

Beitrag von Phosphora » Do 17. Aug 2017, 13:18

Verstehe, was du meinst. Ich würde sagen "nö, gehört nicht dazu", sondern jeder klaubt sich für sein Götterpaar die Götter aus den favorisierten Mythologien zusammen und das wird dann eine der vielen Richtungen des Wicca.
Jetzt kommt sicher irgendwo die Aussage "DAS Wicca gibt es eh nicht", weil es nirgendwo die eine klare Religionsrichtung gibt. Ursprünglich war Wicca aber keltisch orientiert, weshalb ich sagen würde, dass die anderen Mythologien nach Belieben hinzugefügt wurden, damit jeder seinen individuellen Wicca-Weg finden kann.

Jede Mythologie hatte früher ja eine eigene Ethnie/Gruppe/Kult, der nicht Wicca war. Es gibt ja auch heute das Germanische Heidentum für alle, die die nordische Mythologie mögen. Das ist dann auch nicht Wicca.

Aber Menschen mögen es, so denke ich, gerne, sich ihre eigene passende Religion "zusammenzustellen", weil sie Elemente aus mehreren Richtungen ansprechend finden. Abgefahren finde ich besonders, wenn in Wicca auch christliche Elemente, wie die Verehrung von Jesus, miteinfließen. Das führt m. E. irgendwo zu weit und alles ad absurdum. Aber das ist natürlich nur meine Meinung!
Suche nicht nach Argumenten, die dein Weltbild stützen, sondern suche nach Argumenten, die es zerstören! Nur so kannst du der Gefahr entgehen, dich in eine Illusion zu verrennen.

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Sarf
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Re: Mythologie-Mix

#4

Beitrag von Sarf » Do 17. Aug 2017, 13:26

Auf Wicca möchte ich hier nicht speziell eingehen, da es hier initiierte Wicca gibt, die da mit Sicherheit mehr dazu sagen können als ich. Trotzdem würde ich es gern aus der Perspektive des Hexentums erläutern (Und nein, Wicca und Hexentum ist nicht das Gleiche).

Ich glaube nicht, dass die Arbeit mit Göttern unbedingt notwendig ist, was man auch an vielen traditionellen Hexen sieht, die sich als Agnostiker oder Atheisten definieren. Nichtsdestotrotz bietet Mythologie einen Rahmen, ein Paradigma, ein System. Die meisten - wenn nicht sogar alle - Mythologien liefern neben einem moralischen Kompass, auch Rituale, Feste, Bräuche, diversen Gegenständen, Pflanzen, Tieren, usw. werden Sinn und Bedeutung verliehen, die nicht unbedingt gleich sein müssen in einem anderen Paradigma (spontan fällt mir der unterschiedliche Umgang mit Füchsen in europäischer und fernöstlicher Mythologie ein). Mythologie ist somit der Hintergrund der Praxis, die Quelle aus der immer wieder Neues geschöpft werden kann (durch neue Einblicke, Interpretationen, usw.) und der Kleber zwischen den einzelnen Elementen der tatsächlichen Praxis.

Wenn man sich die Vergangenheit anschaut, so hast du Recht, dass es schon immer überall Hexen gab und ich würde auch so weit gehen zu behaupten, dass diese vorwiegend oder der größte Teil von ihnen durchaus mythologisch eingebunden war. Das war dann der lokale Glaube, der sich natürlich mit der Zeit wandelte (Man siehe z.B. alte Aufzeichnungen aus Cornwall und anderswo in Europa; da mischen sich heidnischer Glaube mit christlichen Symbolen und Namen). Ich bin aber davon überzeugt, dass eine Hexe im 16. Jhd in Polen eher was mit Perun anfangen konnte als mit Osiris. Diese Vermischung der Götter und Mythologien wie wir sie heute beobachten können (Da werden mal in nem Ritual locker Osiris und Freyja symbolisch[?] verheiratet; jaja, alle Götter sind ein Gott und alle Göttinnen eine Göttin :schock: ) kommt meiner Meinung nach durch die Globalisierung (also die globale Verfügbarkeit dieser Inhalte) und die notorische Unzufriedenheit mit dem was man hat, sowie der weitverbreiteten Unfähigkeit eine Entscheidung treffen zu wollen, weil man könnte ja was verpassen, wenn man nicht alles auf einmal macht.
"Mit der Maid spiel im Dunkeln: manch Auge hat der Tag.
Das Schiff ist zum Segeln, der Schild zum Decken gut,
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Re: Mythologie-Mix

#5

Beitrag von Stadteule » Do 17. Aug 2017, 14:53

Honor hat geschrieben:
Do 17. Aug 2017, 11:58
Aber gehört das wirklich dazu?
Es ist nirgends definiert, was genau dazu gehört, daher würde ich eher sagen: es gehört nicht nicht dazu :)

Ansonsten kann ich mich Sarfs Beitrag in weiten Teilen anschließen.
Was die Vermischung der Gottheiten aus verschiedenen Pantheons (der Duden sagt tatsächlich das ist der korrekte Nominativ plural) betrifft, ist meine Erfahrung bisher die, dass es sich manchmal so ergibt, wenn Wiccapriester miteinander arbeiten, deren jeweilige Hauptgottheit aus unterschiedlichen Pantheons stammt. Dann kann das auch ganz fluffig funktionieren. Ich kenne aber auch Wicca und Wiccacoven, die es grundsätzlich ablehnen, in einem Ritual mit Göttern aus unterschiedlichen Pantheons zu arbeiten und gerade bei größeren Ritualen habe ich es bisher meistens so erlebt, dass man schon Gottheiten aus dem gleichen mythologischen Kontext gewählt hat.

Darüber hinaus kann aber die Haltung 'alle Göttinnen sind Aspekte der großen Göttin und alle männlichen Götter Aspekte des großen Gottes' nicht nur oberflächlich betrachtet eine Begründung für so eine scheinbar wirre Zusammensetzung oder die Arbeit mit Göttern aus völlig fernen Kulturkreisen sein, bei vielen ist das eine authentische innere Überzeugung und die Namen sind die Bezeichnung für die jeweiligen Aspekte. Ich persönlich erlebe das anders, kann die Überzeugung aber nachvollziehen und hatte sie ebenfalls lange. Ein weiterer Aspekt, der diesem ähnelt ist der, dass in manchen Kulturen, die wir mythologisch versuchen zu erschließen, die Götternamen auch in einem solchen Sinne (all-Göttin und all-Gott) genutzt wurden und diese Gottheiten bieten dann natürlich auch eine gewisse "Flexibilität", wenn man mit ihnen arbeitet.


LG, Stadteule
Wer sie nicht kennte, Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister. (J.W.v.Goethe)

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Re: Mythologie-Mix

#6

Beitrag von Hekate » Do 17. Aug 2017, 16:46

Nun ja,

In den Punkt könnte ich den Punkt anführen, das bei manchen, eben manche Götter einfach da sind.
Und/oder einfach mal vorbei schaun.

Anfang der 80iger, bei einen Ritual, kam Kali vorbei.
Den Ritualleiter hat sie total ignoriert.
Als er sie zurück schicken wollte und als das nicht klappte, bannen. Hat sie nur gelacht und er war fertig.
Nach einer Weile ging sie wieder.
Der zweite Leiter hat das Ritual zu Ende gebracht.

Sie ist dann wochenlang bei mir aufgetaucht.
Im Grunde bei allem.

Als ich mal maulte, im Zirkel, gab mir ein Älterster den Tipp, mich mal mit Hinduismus + Kali zu beschäftigen.
Damit wurde es dann besser.

Als ein Beispiel.
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Re: Mythologie-Mix

#7

Beitrag von Runeninteressierter » Do 17. Aug 2017, 19:29

Ich denke man sollte nicht alles mischen.
Jedes magische system ist ja ein System und ein System ist ja in sich geschlossen.
Ich arbeite zum beispiel noch nicht lange mit den runen aber allein durch das kennen lernen schimmert da etwas durch was systematisch ist. Ich kann zwar noch nicht sagen was genau aber da ist etwas. Würde ich das jetzt mit yoga mischen würde ich nur durcheinander geraten.
Man muss auch lernen bei einer sache zu bleiben und das zu vertiefen. Sonst kann man sich kein system aufbauen. Und wenn man planlos handelt und alles kombiniert wird es gefährlich. Dann kann man die Magie nicht mehr kontrollieren.

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Re: Mythologie-Mix

#8

Beitrag von Schneewoelfin » Do 17. Aug 2017, 20:55

Hi,

historisch gesehen betrieben nicht nur die Römer die Interpretatio Romana und einverleibten fremde Götter in ihre Religion, indem sie diese mit ihren eigenen identifizierten, wie zB:

Aset = altägyptische Göttin, die in Isis helenisiert wurde und der (soweit es mir bekannt ist) nördlichste Isis Tempel stand im heutigen London aus der Zeit der römischen Besatzung

oder bei der Völkerwanderung, Besetzung der jeweiligen Gebiete "Kelten" - "Germanen" - Römer: so steht in der Keltenschanze auf dem Greinberg bei Miltenberg ein Altar, der dem "Mercurius Teutonicus" geweiht ist, früher Teutates

in der Hoodoo/Voodoo/Santeria - für mich etwas schwierig genau zu differenzieren (sic!) - wurden deren Loas, Veje etc einfach in christliche Heilige gemorpht

als Irland zwangschristianisiert wurde, wechselten die Iren einfach ihre Götternamen mit christlichen Heiligen aus, oder eine keltische Göttin Brigid wurde kurzerhand heiliggesprochen und konnten so weiterhin verehrt werden

spirituell gesehen: für mich sind GöttInnen Archetypen und ich gehe davon aus, dass wir uns mehrmals in diversen Dimensionen in"karnieren" und wenn auf diesem Planeten dann durchaus in verschiedenen Ländern. Daher folgt für mich dann auch, dass meine GöttInnen/Archetypen durch diese verschiedene Länder geprägt sind, bzw Götterbildern der jeweiligen Zeit entsprechen

LG Schnee
Es geht immer um die Quintessenz - ich beschäftige mich gerne mit den ursprünglichen Dingen, weniger mit dem "Tamtam" /me

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Re: Mythologie-Mix

#9

Beitrag von Hekate » Do 17. Aug 2017, 22:53

Schneewoelfin hat geschrieben:
Do 17. Aug 2017, 20:55
als Irland zwangschristianisiert wurde, wechselten die Iren einfach ihre Götternamen mit christlichen Heiligen aus, oder eine keltische Göttin Brigid wurde kurzerhand heiliggesprochen und konnten so weiterhin verehrt werden
:lach:

Das haben aber nicht nur die Irren so gemacht, sondern z. B. auch die Bayern.

Wenn man alle Heiligen ansieht, die älter als 1100 Jahre sind, dann sind die Mehrheit - wohl alte Ortsgötter.
Selbst die kat. Kirche kann nur einen winzigen Bruchteil als Heilige belegen.

Und in anderen Gegenden liefs genauso.
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Re: Mythologie-Mix

#10

Beitrag von Runeninteressierter » Sa 19. Aug 2017, 19:28

Ich nutze auch für meditation und Energiearbeit ein anderes system als für die magie (runen).
Meditation kann auch Energiearbeit sein wenn man die chakren mit einbezieht.

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