Überkreuzte Beine

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atemkristall
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Überkreuzte Beine

#1

Beitrag von atemkristall » Fr 21. Apr 2017, 14:35

Wer weiss etwas darüber, was überkreuzte Beine bedeuten? Die Begleiter des Mithras, Cautes und Cautopates, werden oft so dargestellt. Und natürlich der Herrscher/Kaiser im Tarot. Es muss mehr als die arabische 4 und was mit ihr verbunden ist symbolisieren. Könnte es auf Astrologisch/Astronomisches hindeuten? Wär Euch dankbar für Hinweise.
Gruß vom
atemkristall

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Hekate
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Re: Überkreuzte Beine

#2

Beitrag von Hekate » Fr 21. Apr 2017, 18:39

Da muss ich mir die Fotos ansehen.

Fotos nun gesehen.

Im Grunde ist das - ein instabiler Stand.

Eine inzinierte Darstellung, ja, das ist bestimmt eine Kult-Variante.

Ein Krieger steht so nicht da, zu unstabil.

Aber da das Begleiter sind ...
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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atemkristall
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Re: Überkreuzte Beine

#3

Beitrag von atemkristall » Fr 21. Apr 2017, 19:02

Ok. Zu Cautes und Cautopates hier mal zwei Bilder:
Cautes.jpg
Cautes.jpg (37.6 KiB) 1345 mal betrachtet
7183061190_a399faa809_b.jpg
7183061190_a399faa809_b.jpg (30.79 KiB) 1345 mal betrachtet
Sie begleiten regelmäßig Darstellungen des Mithras.

Der Kaiser/Herrscher, die vierte Karte der großen Arkana, wird z.B. im Tarot de Marseille, im Rider Waite (Smith) und im Crowley Harris Deck so dargestellt. Die Stellung wirkt einerseits lässig, anderseit etwas unsicher. Aber sie ist so auffällig, dass sie etwas Bestimmtes bedeutet, oder? Aber was?
Gruß vom atemkristall

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Re: Überkreuzte Beine

#4

Beitrag von Schneewoelfin » Fr 21. Apr 2017, 19:50

im Wikiartikel, der sich auf Ehsan Yarshater: Encyclopædia Iranica und David Ulansey: Die Ursprünge des Mithraskults. Kosmologie und Erlösung in der Antikesteht bezieht, steht dazu:
In der persischen Mythologie (Mihr yašt) wird Mithras auf seinem Weg über den Himmel von Rašnu und Sraoša, den Göttern der Gerechtigkeit begleitet. Am Tage und in der Nacht wechseln sie dabei ihre Positionen. Möglicherweise stellt diese Art der Verbindung einen Präzedenzfall für alle Begleiter des Mithras dar.
Die erhobene und die gesenkte Fackel könnten die Sonne symbolisieren, die am Morgen im Osten aufgeht und am Abend im Westen untergeht. Nach dieser Deutung steht Cautes für die aufgehende Sonne, den Osten, den Tag, das Licht, die Hoffnung und das Leben. Ihm wird der Aldebaran ein Stern im Sternbild des Stieres zugeordnet, durch dessen Überwindung der Frühling zurückkehrt. Dieses Sternbild wurde in der Antike dem Sommer zugerechnet.[1][2]
Cautopates hingegen symbolisiert dann die untergehende Sonne, den Westen, die Nacht, Leiden und Tod. Er wird oftmals auch mit dunkler Hautfarbe dargestellt. Er wird mit dem Antares im Sternbild des Skorpions in Zusammenhang gebracht, der in der Antike den Beginn des Winters anzeigte.[1][2]
Nach der Deutung des Mithrasforschers David Ulansey symbolisieren Cautes und Cautopates die Tag-Und-Nacht-Gleichen im Jahreslauf. Cautes mit der erhobenen Fackel stellt die Frühlings-Tag-Und-Nacht-Gleiche dar, Cautopates mit der gesenkten Fackel die Herbst-Tag-Und-Nacht-Gleiche. Ihre gekreuzte Beinhaltung symbolisiert den Schnittpunkt des Himmelsäquators mit der Ekliptik am Frühlings- und Herbstpunkt.[3][4]
vllt findest Du ja in den beiden Büchern weiterführendes

LG Schnee
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Re: Überkreuzte Beine

#5

Beitrag von atemkristall » Fr 21. Apr 2017, 21:20

Ups, stimmt, ArionCGN, bei Rider Waite sind sie beim Herrscher nicht überkreuz. Die Jupiter-Symbolik leuchtet ein, Danke Dir. Und beim Gehängten?

Dass es bei den antiken Darstellungen ähnlich aussieht, muss in der Tat nicht heissen, dass es auch das Geiche bedeutet. Das stimmt wohl auch.
Vielleicht gibt es aber ja noch mehr Sinnschichten bei den gekreuzten Beinen?
Gruß vom atemkristall

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Re: Überkreuzte Beine

#6

Beitrag von Etain » Fr 21. Apr 2017, 22:15

Äh ich dachte es wäre diese klassische Hexenkreuzung, um den Energiefluss zu kanalisieren? Quelle müsst ich suchen...

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Re: Überkreuzte Beine

#7

Beitrag von Schneewoelfin » Fr 21. Apr 2017, 22:27

Etain hat geschrieben:
Fr 21. Apr 2017, 22:15
Äh ich dachte es wäre diese klassische Hexenkreuzung, um den Energiefluss zu kanalisieren? Quelle müsst ich suchen...
das würde mich interessieren :thumbup: :girlie-nick: , denn mir sind die Tarotkarten nicht im "hexischen", sondern eher im hermetischen/kabbalistischen Kontext und auch aus dem Orient kommend bekannt
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Re: Überkreuzte Beine

#8

Beitrag von Etain » So 23. Apr 2017, 10:41

Ich find' den Text nimmer... tut mir leid. :( Sollt' ich zufällig drüber stolpern, reich' ich ihn nach. Ich glaube, es war beim Museumsbesuch.

Woran ich mich erinnere:
(Auf das Thema kam ich über den Film "Die 9 Pforten" und meine Waite-Tarotkarten (der Gehängte).)

Mit dieser Stellung wird erreicht, dass man "bei sich" bleibt. Es ist ein "Einschließen" von Energie. Keine Erdung oder Öffnung nach außen.
Im Mittelalter soll das auch in Hospizen (u.a. in Beaune in Frankreich) praktiziert worden sein, weil damit einen angenehmerer Tod (schmerzfreier) verknüpft wurde.
Darstellungen von Gehängten mit angewinkeltem Bein könnte darauf hinweisen, dass sie nicht bei Bewusstsein waren, als sie gehängt wurden. (symbolische Bedeutung)
Um den Tod nicht gleich negativ zu belegen bzw. eine Ambivalenz zu erreichen, wird daher die Tarotkarte so dargestellt.
Bei der Darstellung von Cautes und Cautopates geht man von einer mythologischen Bedeutung aus, da sie auch im Zusammenhang von Sonne und Mond gesehen werden.

Meines Wissens gibt es kein Zusammenhang zu irgendwelchen gängigen anderen Praxen. Ich meine kein Zusammenhang zu Asanas imYoga oder zu Runen etc.

Ist das wie im hermetischen/kabbalistischen Kontext ? Wie verhält es sich denn da?

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Re: Überkreuzte Beine

#9

Beitrag von Schneewoelfin » So 23. Apr 2017, 13:57

Etain hat geschrieben:
So 23. Apr 2017, 10:41
Ist das wie im hermetischen/kabbalistischen Kontext ? Wie verhält es sich denn da?
Der KLB, bzw ähnlíche Darstellungen tauchten im alten Sumer auf, Tarotdarstellungen etwa zeitgleich in Ägypten, wo man sich auch eher mit der Alchemie beschäftigte, alles im Sinne von Initiations- und weniger dals Divinationssystemen
als im Mittelalter dann in Spanien jüdische Kabbalisten auf arabische Alchemisten trafen, entstand das Modell der Sephirot des KLB mit den Tarotkarten, wobei den Tarotkarten bestimmte Pfade zwischen den Sephirot zugeordnet wurde

Quelle: Christian Rebisse Geschichte und Mythos der Rosenkreuzer; Von den Anfängen bis zur Gegenwart

soviel erstmal zum Kontext von KLB und Tarot

dann ist die Grosse Arkana im Tarot in 3 Bereiche unterteilt: Übungen, Initiationen und Aufgaben, wobei die "0" - der Narr aussen vor bleibt
der Gehängte ist eine Initiationskarte, die nicht nur eine andere Perspektive der Welt darstellt, sondern eine viel tiefgreiffendere Änderung der Wahrnehmung und des Denkens meint.
Die gekreuzten Beine beziehen sich auf die Verbindung von materieller (horizontaler) und geistiger (vertikaler) Ebene, auf dessen Schnittpunkt sich die Seelenpersönlichkeit entfaltet


LG Schnee
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Re: Überkreuzte Beine

#10

Beitrag von Hekate » So 23. Apr 2017, 18:01

Mit dieser Stellung wird erreicht, dass man "bei sich" bleibt. Es ist ein "Einschließen" von Energie. Keine Erdung oder Öffnung nach außen.
Das kenn ich aber aus der energetischen Praxis mit einer anderen Beinstellung/Haltung.

Ich finde, diese Stellung (überkreuzte Beine), ist eher eine "Umleitung'" bzw. Teilumleitung.

Und ein erster Gedanke, war da eher - Venus, als Mond. => Morgenstern, Abendstern.

Wobei aber auch ein anderer Hintergrund sein könnte. Die ältere Variante - Recht, Ordnung.
Da wäre die Figuren, eher - Frau (Mutter) und ihre Zwillingssöhne - Mitra + Bruder.

Gruss

Hekate
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