Grundsätzliches zum christlichen Glauben

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Rotfuchs
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Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#1

Beitrag von Rotfuchs » So 8. Mai 2016, 11:38

Hallo liebes Forum :)

Weil ein paar Menschen die ich kennen gelernt habe sich sowohl als Christen als auch als Wicca/Heide oder was auch immer bezeichnen würde ich gerne mal Grundsätzliche Bildungslücken bei mir schließen. Ich hoffe ihr könnt mir dabei ein bisschen helfen.

Erstmal vorweg mit "dem Christentum" würde ich an erster Stelle mal alle Individuen und Gruppen definieren die: 1) Sich selbst als solche Verstehen, 2) Die an die Lehren eines (realen oder fiktiven) Jesus Christus glauben und 3) Die Religionswissenschaftlich als nicht-synkretistisch zu betrachten sind; also allgemein das was der Volksmund allgemein als "christlich" bezeichnen würde.

Kann mir jemand die Grundsätzliche Idee, bzw. den Mehrwert des Christentums gegenüber anderen Religionen erklären? Das ist nicht böse oder polemisch gemeint. Ich verstehe das grundsätzliche Alleinstellungsmerkmal dieser Glaubensform nicht.

Dazu gesellen sich mir mehrere Fragen, die vielleicht beantwortet werden können wenn sich schonmal damit beschäftigt wurde:

- Was hat es mit der Kreuzigung auf sich?
Jesus der zwar Gottes Sohn ist und nicht wirklich "Einer von uns", aber auch sterblich und ohne dessen Allmächtigkeit und Allwissenheit wird von den Römern verhöhnt und schließlich ans Kreuz geschlagen und ihm verschiedene Wunden zugefügt. Daraufhin stirbt er und erwacht wieder zum Leben und verschwindet dann wieder. Dies tilgt die Sünden aller Menschen die an ihn glauben? Wie, warum?

- Was hat es mit dem alten Testament auf sich? U.a. sind das doch auch die Glaubensschriften der jüdischen Religion aus der irgendwie das Christentum hervorgeht?
Bedeutet dass das es sich um den selben Gott handelt? Haben diese Schriften irgendeinen bindenden Charakter? Irgendwie ja, weil ja die Schöpfungsgeschichte irgendwie ein Teil dieser Religion ist? Verschieden Menschenopfergeschichten (2.Buch Mose, 2. Buch der Könige) werden ja die meisten Christen als "nichtchristlich" bezeichnen?

- Was ist der gemeinsame Kern? Was macht einen Christen zum Christen und unterscheidet ihn oder sie Grundlegend von einem Juden oder Muslim? (Klar Juden glauben nicht an Jesus und Christen kannten Mohammed nicht, aber im Kern beruft man sich ja auf eine gemeinsame Lehre)

- Kann sich jeder Mensch sein eigenes Christentum zusammenbauen mit Glauben an Wiedergeburt, Heiligung der Natur und Weglassen von Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Erbsünde?
Klar, Christentum ist nur ein Wort. Aber verliert da eine Religion nicht ihre Substanz als abgegrenzte Gruppe wenn quasi alles möglich wird und sich jeder seine eigene Religion macht? Ist dann nicht der Punkt erreicht an dem sich die einzelne Gläubige ihre eigene synkretistische Religion backt, die aber aus verständlichkeitsgründen lieber nicht Christentum genannt werden sollte?


Ich hoffe ihr könnt mir da ein bisschen Klarheit geben. :)
..."Gerade das ist es ja, das Leben, wenn es schön und glücklich ist ein Spiel! Natürlich kann man auch alles mögliche andere aus ihm machen, eine Pflicht oder einen Krieg oder ein Gefängnis, aber es wird dadurch nicht hübscher."

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#2

Beitrag von 3Schwestern » So 8. Mai 2016, 13:35

Lieber Rotfuchs

Ich glaube, dass in einem "Christen"-Forum Dir besser geholfen werden würde bezüglich Deiner Fragen. Aber versuche mich mal, obwohl ich keine Christin bin aber mich mit dem Christentum auseinandergesetzt habe.

ZUERST:
Das Christentum hat keinen Mehrwert zu anderen Religionen!!!

- Was hat es mit der Kreuzigung auf sich?
Antwort: Ob er wirklich gekreuzigt wurde und ob er wirklich je existiert hat, ist die andere Frage. Es gab/gibt gewisse chrstliche "Sekten", die glauben, dass Jesus glücklich und zufrieden mit Maria Magdalena verheiratet war und sie eine der Aposteln war. Desweiteren hat er ein hohes Alter erreicht.
Ich persönlich glaube, dass dieses ganze Kreuz-Ding auch sehr gerne genommen wird, weil es den Menschen sagen soll: Durch Leid findet Ihr Erlösung. Leid ist cooool und gibt Gooodies. Und an sich kann man soooo schön, die Menschen damit unterdrücken.

- Was hat es mit dem alten Testament auf sich?
Antwort: Schon vor dem Alten Testament hat es Geschichten des Alten Testaments in anderen Religionen gehabt.

- Was ist der gemeinsame Kern?
Im Islam ist Jesus ein Prophet. Im Grunde ist alles die gleiche Wüstenreligion.

- Kann sich jeder Mensch sein eigenes Christentum zusammenbauen mit Glauben an Wiedergeburt, Heiligung der Natur und Weglassen von Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Erbsünde?
Antwort: Jeder Mensch ist frei und kann sich zusammenwürfeln was er will, wenn er denkt es tut ihm gut und er glücklich damit ist :green:


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Hekate
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#3

Beitrag von Hekate » So 8. Mai 2016, 16:19

Oh je!

:yltype:
Was hat es mit der Kreuzigung auf sich?
Im Grunde ganz einfach.
Kreuzigung war mit eine Möglichkeit, wie "Nicht-Römer" + Slaven/Kriegsbeute im Römischen Reich hingerichtet wurde.
Mit Urteil waren es Verbrecher. Wobei Römer geköpft wurden.
Sklaven und Kriegsgefangene/Rebellen wurden eher zur Abschreckung gekreuzigt.
In den Arenen zur Unterhaltung.

De facto war Jesus von Nazaret ein verurteilter Verbrecher.
Jesus > alter Mann
Ja, Indien

Wobei, es auch die Meinung gibt, das damit sein Bruder Thomas gemeint ist.
Was hat es mit dem alten Testament auf sich?
Das ist eine Legimation.
Immer wieder überarbeitet.
- Was ist der gemeinsame Kern? Was macht einen Christen zum Christen und unterscheidet ihn oder sie Grundlegend von einem Juden oder Muslim? (Klar Juden glauben nicht an Jesus und Christen kannten Mohammed nicht, aber im Kern beruft man sich ja auf eine gemeinsame Lehre)
Der unterschied ist der Mantel/die "Kirche".
- Kann sich jeder Mensch sein eigenes Christentum zusammenbauen mit Glauben an Wiedergeburt, Heiligung der Natur und Weglassen von Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Erbsünde?
Klar, Christentum ist nur ein Wort. Aber verliert da eine Religion nicht ihre Substanz als abgegrenzte Gruppe wenn quasi alles möglich wird und sich jeder seine eigene Religion macht? Ist dann nicht der Punkt erreicht an dem sich die einzelne Gläubige ihre eigene synkretistische Religion backt, die aber aus verständlichkeitsgründen lieber nicht Christentum genannt werden sollte?
Ja, jeder kann sich was eigenes zusammen kleistern.
Was ja in den "Freikirchen" gnadenlos passiert.
Nur dieses Bedürfnis haben meistens nur bestimmte Art von Menschen.

Oder Opus DEA + die Pius Bruderschaft usw kann man da auch dazu zählen.

Die Mormonen auch.

Die Muslembrüder auch.

Zeugen Jehova's

Usw.

Gruß

Hekate
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Rotfuchs
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#4

Beitrag von Rotfuchs » So 8. Mai 2016, 16:52

@3Schwestern: Ich habe die Frage ganz bewusst hier gestellt. Weil ich eine Außenperspektive haben möchte. Ich finde nicht dass christliche Philosophen mir das mit genügend Nüchternheit und ohne verklärtes Blabla erklären können. Und ich habe nicht immer die Nerven wenn jemand nur labert und nichts sagt.. ich stehe mehr auf Diskussionen die ohne nennenswerte Abschweifungen das Thema behandeln.

Und die Frage ob man sich eine Religion bauen "kann". Ist einfach mit "Ja" zu beantworten. Aber, was ich wissen wollte ist eher, was sich vorallem Christliche Hexen/Heiden davon versprechen wenn sie die beiden Dinge miteinander kombinieren, da ja laut der christlichen heiligen Schrift Hexen verbrannt, Frauen an den Herd und Magie abgeschafft gehört. (...:D das ist hoffentlich alle Polemik die ich in dem Thread anbringen werde, will aber auch niemand auf den Schlips treten ich hoffe das kommt bei den Sympathisanten noch als augenzwinkernder Spaß an..)

Die Frage ist doch aber, was an komplexer Deutung hinter dieser ganzen Kreuzigungsgeschichte stehen muss um damit eine neue Religion und auch ein Symbol (Kreuz) zu rechtfertigen.
Vorallem weil dann zur weiteren Verwirrung auch noch eine Dreifaltigkeit eingebaut wird, bei der ich zwar die Definition nachschlagen kann, danach aber auch nicht wirklich schlauer bin.
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3Schwestern
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#5

Beitrag von 3Schwestern » So 8. Mai 2016, 17:24

Lieber Rotfuchs

Da ich eine Hexe bin, die keine christlichen Elemente hat, kann ich Dir die Frage nicht beantworten bzgl. was sie sich davon versprechen, die beiden Dinge miteinander zu kombinieren zumal Hexen verbrannt wurden.
Aber grundsätzlich denke ich, dass man unterscheiden muss zum Urchristentum und zum Kirchenchristentum. Im Kirchenchristentum sind Prostituierte verpönnt. Im NT hat Jesus eine Prostituierte vor der Steinigung gerettet und als gleichwertigen, gleich wertvollen Menschen betrachtet.

Im Urchristentum hat es kein Kreuz als Symbol gegeben sondern z.B. den FISCH. War auch das Geheimsiegel untereinander, da sie ja am Anfang verfolgt wurden. Die Verehrung des Kreuzes und dadurch die Verehrung des Leidens kam erst sehr sehr viel später.

Die Dreifaltigkeit mit Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist wurde auch zur Verwirrung erschaffen. Nicht mal die OBERSTEN Kirchenlehrer verstehen es und sagen dazu: ES IST EIN MYSTERIUM :green: Damit soll dann alles erklärt sein *lach*

Die Dreifaltigkeit kommt ursprünglich von der Göttin. Die Göttin als junge Frau, die Göttin als Frau, die Göttin als ALTE Frau. Oder auch die drei Nornen.

Hoffe ich habe ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht :green:

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Schneewoelfin
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#6

Beitrag von Schneewoelfin » So 8. Mai 2016, 18:59

Hi,

einen "Mehrwert" sehe ich persönlich nicht im Christentum

ich wollte eine PDF anhängen, was ich über die 21 ökumenischen Konzile vor Jahren im Web gefunden habe - geht nicht :girlie-gfk: - poste die PDF mal "in Scheibchen, sonst wird´s zu lang

Daraus ergibt sich bereits, dass vieles garnicht ursprünglich von Jesus (insofern es ihn gab) stammt, sondern erst viel später aus politischen Gründen hinzugefügt wurde:


Dann zum Kreuz: das Kreuz ist ein Symbol, dass viel älter, als das Christentum ist, man fand schon in ägyptischen Tempeln Kreuze. In der Hermetik bedeutet der senkrechte Balken die geistige Ebene, der horizontale die materielle und das Kreuz ist eine Verbindung von beiden

Jesus Kreuzigung: da scheiden sich die Geister.... iirc bedeutet es im Christentum, dass Jesus am Kreuz die Sünden der Welt, die Erbsünde (Eva gab im Paradies Adam den Apfel...Schlange etc) auf sich nahm
Sufis hingegen glauben nicht daran, dass Jesus gekreuzigt wurde, da es für sie unvorstellbar ist, dass ein Prophet einen derart schändlichen Tod fand, bzw dass Gott das zugelassen hat. Schliesslich hat er alle vorangegangenen Propheten auf wundersame Weise gerettet Jonas - Wal, Hesekiel (?) brennendes Feuer...

weitere Unterschiede:
Christen: das Alte Testament ist eine Sammlung von Schriften, die zT aus alt-ägyptischen und chaldäischen Schriften zusammengestellt wurden und iirc aus jüdischen. Das Neue Testament ist eine Sammlung von Schriften, die auf einem der Konzile als gültig beschlossen wurde und die nach Jesu (wenn dem so ist) Tod verfasst wurden.
Muslime: der Koran wurde Mohammad durch den Engel Gabriel übermittelt, niedergeschrieben wurde auch er erst später, ca 100-200 J nach seinem Tod
Interessant finde ich, dass es im Koran einen Hinweis auf vorislamische-altarabische Göttinnen gibt:
Koran, Sure 53, Vers 19 bis 23 und 27, 28:
(19) Habt ihr al-Lat und al-Uzza gesehen,
(20) und auch al-Manat, diese andere, die dritte?
(21) Ist denn für Euch das, was männlich ist, und für Ihn das, was weiblich ist, bestimmt?
(22) Das wäre dann eine ungerechte Verteilung.
(...) Jene sind nur leere Namen, welche ihr und eure Väter für die Götzen ausdachtet, wozu Allah keine Erlaubnis gegeben hat.
Man findet im Wiki hierzu einen Artikel über die altarabischen Gottheiten:

#https://de.wikipedia.org/wiki/Altarabische_Gottheiten

daher meine ich, dass das Christentum/Judentum und der Islam bezgl ihrer Bücher eben diese Gemeinsamkeit haben, dass sie monotheistische, patriachale Buchreligionen aus dem Nahen Osten sind.

über das Judentum weiß´ich nicht viel: nur dass es über die Mutter vererbt wird (Unterschied zum Islam und Christentum) und es gab mal einen Spiegel Online Artikel, in dem stand, dass es sich aus einer polytheistischen Lokalreligion entwickelt habe. Von den zahlreichen Göttern blieben zum Schluss noch Jahwe und seine Partnerin Ashera übrig, die dann auch "wegpatriarchalisiert" wurde.

LG Schneewölfin
Zuletzt geändert von Schneewoelfin am So 8. Mai 2016, 19:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#7

Beitrag von Schneewoelfin » So 8. Mai 2016, 19:07

Ökumenische Konzile Teil1

Konzile sind Versammlungen der Bischöfe und hoher kirchlicher Würdenträger zur Erörterung und Entscheidung vor allem zu Fragen der Doktrin, einem einseitig auf einen bestimmten Standpunkt festgelegten Lehrsatz mit Allgemeingültigkeitsanspruch. Ihre Beschlüsse gelten als gesamtkirchlich bindend. Die katholische Kirche zählt 21 ökumenische Konzile, die orthodoxe nur die ersten sieben vor dem Schisma von 1054, das zur Trennung von Ost- und Westkirche führte.

Die 21 ökumenischen Konzile waren:

1. Konzil von Nicäa (325),
1. Konzil von Konstantinopel (381),
Konzil von Ephesos (431),
Konzil von Chalkedon (451),
2. Konzil von Konstantinopel (553),
3. Konzil von Konstantinopel (680-681),
2. Konzil von Nicäa (787),
4. Konzil von Konstantinopel (869-870),

Morgenländisches Schisma (Kirchenspaltung)

1. Laterankonzil (1123),
2. Laterankonzil (1139),
3. Laterankonzil (1179),
4. Laterankonzil (1215),
1. Konzil von Lyon (1245),
2. Konzil von Lyon (1274),
Konzil von Vienne (1311-1312),
Konzil von Konstanz (1414-1418),
Konzil von Basel-Ferrara-Florenz (1431-1449),
5. Laterankonzil (1512-1517),
Konzil von Trient (1545-1563),
1. Vatikanisches Konzil (1869-1870),
2. Vatikanisches Konzil (1962-1965).

Zu den Konzilen, auf denen Beschlüsse von nachhaltiger Bedeutung gefasst wurden, gehören: das 1. Konzil von Nicäa, welches Jesus Wesensgleich mit Gott definierte; das 2. Konzil von Nicäa, das die Bilderverehrung bestätigte; das 4. Laterankonzil, auf dem der Begriff der "Transsubstantiation" geprägt wurde; das Konzil von Konstanz, das das Abendländische Schisma beendete; das Konzil von Trient, das die Transsubstantiationslehre bestätigte und das Luthertum und den Calvinismus verwarf; und das 1. Vatikanische Konzil, das die Unfehlbarkeit des Papstes betonte, sofern er ex cathedra spreche.

Folgend eine detaillierte Liste mit allen Einflüssen ins Christentum, die im Laufe von 1600 Jahren von der Katholischen Kirche angenommen und verewigt wurden.

Der Zeitpunkt folgender Ereignisse können auch nur annähernd richtig sein. Viele dieser Einflüsse waren schon Jahre zuvor in der Kirche verbreitet; aber erst wenn sie auf einem Konzil offiziell angenommen und vom Papst als Glaubensdogmen verkündet wurden, wurden sie für die gesamte Kirche bindend.
Schon viele Gottesgläubige Persönlichkeiten haben diese Irrelehren verworfen, da sie mit der Religion von Jesus, wie sie in der heiligen Schrift seiner Zeit gelehrt wurde, nichts zu tun haben. Dafür wurden die meisten hingerichtet.

Jesus lehrte die Gebote Gottes und verwarf jene Bräuche, die gegen die heilige Schrift, dem damaligen Gesetzt Gottes handelten. Er wurde für diese Rebellion hingerichtet, weil er den Römern und dem jüdischen Hohenpriester eine Gefahr darstellte. Erst 300 Jahre nach seinem Tod, als die Macht der Kirche durch den römischen Kaiser Konstantin erhoben wurde, begann eine neue Religion zu wirken.

Ereignisse n. Chr.

Der römische Kaiser Konstantin lässt im Römischen Reich den Glauben an den einzigen Gott Israels zu. Die Verfolgung von Gottesgläubigen wird beendet. Konstantin erklärt sich zum Christ und prägt damit den Titel „Christus“ Dieser Titel stammt von griechisch christos, der Übersetzung des hebräischen Wortes mashiakh („der Gesalbte“ oder der Messias). Das Wort „Gesalbte“ wurde im alten Orient als Titel für Könige und Pharaonen verwendet.

313
Viele Briefe und Texte von Wanderpredigern, welche die Lehre des Jesus von Nazareth verkündeten, wurden gesammelt. Kaiser Konstantin erklärt einige dieser Texte als autoritär. Darunter auch die Briefe des römischen Bürgers Saulus (Paulus). Viele Texte, auch aramäische und hebräische Schriften wurden vernichtet, da diese für das römische Reich eine Gefahr darstellten.

Das erste Konzil von Nicäa
Das erste ökumenische Konzil wurde 325 abgehalten und von dem römischen Kaiser Konstantin I. einberufen. Das Konzil sollte die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Lehre von Arius um die Wesensart Jesu Christi beilegen. 318 der insgesamt 1800 Bischöfe des Römischen Reiches nahmen an dem Konzil teil. Die Kirche übernahm als offizielle Position das Nicäanische Glaubensbekenntnis (Nizäum), das Christus als wesensgleich mit Gott definierte und die Dreifaltigkeit prägte. Die Stellung des neuen Bekenntnisses als Dogma wurde durch den Bann gegen die, im heiligen Land verbreitete Lehre von Arius bekräftigt. Arius lehrte, dass Gott nicht selbst gezeugt und ohne Ursprung sei. Der Sohn, die zweite Gestalt der Dreifaltigkeit, könne daher, weil er gezeugt worden sei, nicht Gott im selben Sinne wie der Vater sein. Jesus sei nicht der Sohn, sondern schon immer ein Gesandter Prophet Gottes gewesen. Trotz der Verurteilung starb die Lehre des Arius bis ins 7.Jht. nicht vollständig aus.

325
Das Konzil legte weiterhin fest, dass das Osterfest am Sonntag nach dem jüdischen Passahfest gefeiert werden soll.

Das Passahfest wurde als besonderer Anlass von Jesus zum Abendmahl erklärt.

Der Sabbat (Samstag), der als heilig galt, wurde auf den Sonntag verlegt.

Die römische Todesstrafe mit der Kreuzigung wurde aus Respekt vor Jesus Christus abgeschafft.

Die biblischen Speisegebote (5Mo14, 3-21), die das Essen von unreinen Tieren wie Schweine oder Fische ohne Schuppen verbieten, wurden aufgehoben. Bestimmte Tiere galten zur Zeit Jesu als unrein und durften daher nicht gegessen werden. Erlaubt (hebräisch: kascher) war bis zum Konzil das Fleisch von Tieren mit gespaltenen Hufen, die ihr Futter wiederkäuen, jedoch nur, wenn der Schlachter strenge Regeln zu Gunsten des Opfers beachtet und das gesamte Blut vor dem Verzehr vollständig entfernt hat (Schächten). Die Abschaffung der Speisegebote begründet das Konzil aus dem Markusevangelium. (Mk 7,19)

Die tägliche rituelle Reinigung (3Mo11, 25-40; 15, 5-7), die bis anhin jeden Tag durchgeführt wurde, wird als Ritus der Taufe weitergeführt. Der neue Sinn bekam die Initiation (Beitrittserklärung) in die Kirche.

Der eigentliche Bund Gottes, der durch die Beschneidung nach der Bibel (1Mo17,9–14) auch bei Jesus vollzogen wurde, hatte aus der Sicht des Konzils keine Bedeutung mehr und wurde allmählich nur noch in einzelnen Priester- Klöstern vorgeschrieben.

Die Grabeskirche wurde im Garten des Joseph von Arimathaia (Jerusalem) erbaut, wo sich das Grab Christi befunden haben soll.

Verehrung von toten Heiligen in der Gestalt von Engeln entwickelte sich. Davor befahl die Schrift, nichts ausser Gott zu Verehren. (2Mo20,4)


1. Konzil von Konstantinopel
Dieses Konzil war das 2. ökumenische Konzil der Kirche. Es wurde von Theodosius I. einberufen, dem Kaiser des Oströmischen Reiches. Die 150 Bischöfe, die bei dem Konzil zusammenkamen, bestätigten die Resolutionen des 1. ökumenischen Konzils von Nicäa (325) und definierten den Heiligen Geist zusammen mit Vater und Sohn als substantiellen Bestandteil der göttlichen Dreieinigkeit (Trinität).

381

Das Konzil erkannte dem Bischof von Konstantinopel den höchsten Rang nach dem Bischof von Rom zu.

Der nichtbiblische Begriff "Ursünde" wurde erstmals geprägt und 1545-1563 als Erbsünde am Konzil von Trient bestätigt.

Sechs gefälschte Paulusbriefe werden von Augustinus als autoritär erklärt. Diese Schriften sind heute im Neuen Testament enthalten.

Weiter wurde der 25. Dezember, der Tag des römischen Sonnengottes als Geburtstag von Jesus Christus festgelegt.

Es wurde die von Augustinus gelehrte Theorie, dass die Erde eine flache Scheibe sei im Dogma aufgenommen, obwohl frühere Gelehrte und Philosophen die Erde als eine Kugel darstellten. Zudem wurde festgelegt, dass die Erde im Mittelpunkt steht und sich die Sonne um die Erde dreht.

Die Messe wird öffentlich in Basilisken zelebriert. Zuvor wurde sie in grösseren Privathäusern gefeiert.
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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#8

Beitrag von Schneewoelfin » So 8. Mai 2016, 19:11

Ökumenische Konzile Teil 2 - es gibt noch wesentlich mehr, aber das spielt sich dann noch später ab, bei Interesse poste ich es gerne, einfach "hier" schreiben ;)

Konzil von Ephesus
Drittes allgemeines oder ökumenisches Konzil der christlichen Kirche, das in Ephesus (heute Türkei) abgehalten wurde. Die Versammlung wurde von Theodosius II., dem Kaiser von Ostrom, einberufen, um die Auseinandersetzung zu beenden, die durch den Nestorianismus hervorgerufen worden war. Der Streit nahm seinen Anfang, als Nestorius (gestorben um 451), der Patriarch von Konstantinopel, sich weigerte, den Titel „Gottesmutter“ für Maria, die Mutter von Jesus Christus, zu akzeptieren. Verfechter seiner Ansicht hoben die Verschiedenartigkeit der menschlichen und der göttlichen Natur Christi hervor und gingen davon aus, dass er zwei voneinander getrennte Wesen darstelle, ein göttliches und ein menschliches, die in Übereinstimmung miteinander gehandelt hätten. Dementsprechend betrachteten sie Maria als Mutter des Menschen Jesus, nicht des göttlichen Jesus. Dem stand jedoch der bereits anerkannte Lehrsatz entgegen, dass Christus eine einzige Person gewesen sei, gleichzeitig Gott und Mensch. Unter der Führung Kyrills, des Patriarchen von Alexandria, setzte das Konzil Nestorius ab und verurteilte seine Lehre. Die Versammlung erklärte, dass Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch sei, dass er zwei Naturen (eine menschliche und eine göttliche) in seiner Person vereine. Als logische Konsequenz dieser Ansicht bestätigte das Konzil den Titel Marias als „Gottesmutter“ (griechisch theotokos: Gottesgebärerin). Da das Konzil jedoch die Gegensätze nicht überbrücken konnte, traten die Gegensätze auf der Räubersynode von Ephesus (449) erneut zutage.

431
Die von dem engl. Mönch und Kirchenschriftsteller Pelagius u. a. gegen Augustinus vertretenen Anschauungen (Pelagianismus), dass der sittlich freie Mensch, kraft der Gnade, durch eigene Bemühungen zum Heil gelangen kann, wurde vom Konzil von Ephesus (431) verurteilt. Der Begriff „Ursünde“ wurde durch Augustinus am 1. Konzil von Konstantinopel geprägt.


Der Begriff der Inkarnation Gottes, der Menschwerdung Gottes durch Jesu wurde geprägt. Dies war die Folge ungeklärter Eigenschaften Jesu, nachdem beim ersten Konzil Jesus wesensgleich mit Gott dogmatisiert wurde.


Konzil von Chalkedon, 4. ökumenisches Konzil
Vom Ostkaiser Markian auf Geheiss Papst Leo I. einberufen, um die Beschlüsse der so genannten „Räubersynode“ von Ephesus wieder aufzuheben und die eutychianische Kontroverse zu beraten. An die 600 Bischöfe nahmen an den 17 Sitzungen teil, die zwischen dem 8. Oktober und 1. November abgehalten wurden. Das Konzil verurteilte den Eutychianismus (von der Räubersynode noch anerkannt), auch Monophysitismus genannt, jene Lehrmeinung, nach der Jesus Christus nur eine einzige, und zwar göttliche, jedoch keine menschliche Natur besitze. Die Definition von Chalkedon, die sich auf Papst Leos Formulierungen in seinem Brief an Flavian, den Bischof von Konstantinopel, gründete, sowie auf die Synodalbriefe des heiligen Kyrill von Alexandria an Nestorios, legte fest, dass Jesus Christus sowohl eine göttliche, als auch eine menschliche Natur besitze, die untrennbar voneinander seien.

451
Das Konzil verkündete darüber hinaus 27 kirchenrechtliche Vorschriften, welche die kirchliche Disziplin und Hierarchie, und das geistliche Verhalten regelten, welche alle von der Westkirche angenommen wurden. Abgelehnt wurde dagegen die 28. Vorschrift, die dem Bischof von Konstantinopel den Titel eines Patriarchen, und damit im Osten einen Status gleich dem des Papstes von Rom verliehen hätte.

Die Lehre vom Leiden Christi am Kreuz wurde nach langem Streiten bestätigt. Zuvor gab es geteilte Meinungen um den Tod am Kreuz. Es gab Bischöfe, welche die Lehre vertraten, einer von Jesu Anhänger, möglicherweise Judas Ischariot oder Simon von Kyrene, sei für ihn am Kreuz gestorben. Andere vertraten die Ansicht, Jesus hatte die Kreuzigung überlebt (auferstanden = ins Leben zurückgerufen), weil er nicht wie üblich mehrere Tage am Kreuz hängen musste, sondern nach einigen Stunden vom Kreuz genommen und in die Grabhöhle gelegt wurde. Diese Bischöfe wurden vom Konzil verurteilt und derartige Lehren exkommuniziert.

Neue Gewänder wurden für die Bischöfe und Priester eingeführt.


2. Konzil von Konstantinopel
Diese Zusammenkunft in Konstantinopel war das 5. ökumenische Konzil der Kirche und wurde von Justinian I., dem byzantinischen Kaiser, einberufen, um die Schriften der griechischen Theologen Theodor von Mopsuestia, Theodoret von Cyrrhus und Ebas von Edessa zu diskutieren. Diese Schriften, die man auch als „Die drei Kapitel“ bezeichnet, waren vom 4. ökumenischen Konzil angenommen worden, das 451 in Chalkedon abgehalten worden war. Das Konzil von 553 verurteilte die drei Kapitel jedoch und belegte die Autoren mit dem Kirchenbann. Die Schriften von Theodor von Mopsuestia zeigten historische Kriterien, welche das Leben und Sterben des Jesus von Nazareth beschrieben. In seinen biblischen Kommentaren lehnte Theodor jede Form der allegorischen Interpretation ab und hob stattdessen den wörtlichen Sinn sowie den geschichtlichen Kontext hervor.

553
Die Lehre vom Fegfeuer wurde von Gregor dem Grossen erklärt. Sie sagt, dass jeder nach seinem Tod durch Gottes Feuer von den Sünden gewaschen, und dann nach Einsicht der schlechten Taten wieder in den Himmel gelangen kann.

Die lateinische Sprache als die Sprache des Gebets und Sprache der Anbetung in den Kirchen wurde von Papst Gregor I. festgelegt. Sie galt als die autoritäre heilige Sprache. Jesus sprach nur aramäisch und konnte hebräisch lesen.

Der Titel Papst oder Weltbischof wurde dem Bischof von Rom zum erstenmal von dem Kaiser Phoklas verliehen. Er tat dies Bischof Ciriacus von Konstantinopel zum Trotz, der ihn wegen dem an seinem Vorgänger, Kaiser Mauritius, verübten Meuchelmord rechtmässig in den Kirchenbann getan hatte. Gregor I., damals Bischof von Rom, verweigerte diesen Titel, aber sein Nachfolger, Bonifatius III., nahm zum erstenmal den Titel, Papst an. Das Konzil ernannte rückwirkend Petrus zum ersten römischen Papst, obwohl nirgends in der Schrift oder in der Kirchengeschichte erwähnt wird, dass Petrus je in Rom war. Auch nicht, dass er dort 2.5 Jahre lang Papst gewesen wäre. Clemens, der dritte Bischof von Rom, bemerkt, dass es im 1. Jahrhundert keinen eigentlichen Beweis dafür gibt, dass sich Petrus je in Rom befand. Jesus ernannte Petrus nicht zum Haupt der Apostel und verwarf derartige Absichten. (2Mo 2,20,4; Luk. 22, 24-26; Eph. 1, 22-23; Kol. 1, 18; 1. Kor. 3, 11)


3. Konzil von Konstantinopel
Das 3. Konzil von Konstantinopel war das 6. ökumenische Konzil. Es wurde von Konstantin IV., dem Kaiser von Byzanz (Regierungszeit 668-685), einberufen und verurteilte den Monotheletismus (Jesus als göttliche und irdische Natur) sowie dessen Anhänger.

680
4. Konzil von Konstantinopel
Die vierte Zusammenkunft in Konstantinopel wurde vom byzantinischen Kaiser Justinian II. (Regierungszeit 685-695; 705-711) einberufen, um einen Gesetzeskodex für die Kirche zu erlassen. Dieser Kodex wurde später Bestandteil des kanonischen Rechtes der orthodoxen Kirche. Das Konzil von 691 wurde in Ostrom als Zusatz zu den vorhergehenden ökumenischen Konzilen betrachtet (dem 5. und 6.) und ist daher unter der Bezeichnung Quinisext-Synode bekannt (lateinisch: „fünft-sechste“). Dieses Konzil wurde auch nach dem Versammlungsort im trullum („Kuppel“) des Kaiserpalastes als Trullan-Synode bezeichnet.

691
Das Küssen der Füsse des Papstes wird üblich. Es war eine königliche Sitte, die Füsse der Kaiser zu küssen. Das Wort Gottes verbietet solche Handlungen. (2Mo 20,4; Apg. 10, 25-26; Offb. 19, 10; 22, 9.)

Die Anbetung vom Papst, dem Stellvertreter von Jesus Christus, und die Anbetung der toten Heiligen wurde zur Pflicht. Kritiker wurden hingerichtet, nachdem diese die ersten Gemeinden als Vorbild sahen und sich weigerten, Gebete an Maria oder an tote Heilige zu richten. Die Bibel lehrt, dass allein zu Gott gebetet werden darf. (2Mo 20,3-4; Matth. 11, 28; Luk. 1, 46; Apg. 10, 25-26; 14, 14-18)


5. Konzil von Konstantinopel
Das 5. Konzil von Konstantinopel wurde vom byzantinischen Kaiser Konstantin V. (Regierungszeit 741-775) einberufen und beschäftigte sich mit dem Problem der Bilderverehrung. Die Verehrung von Bildern wurde vom Konzil abgelehnt, dies wurde jedoch vom 7. ökumenischen Konzil in Nicäa 787 widerrufen. Das Konzil von 754 wurde im Westen nicht als ökumenisch anerkannt.

754
Stephan II. (III.) sicherte sich die Unterstützung Pippins des Jüngeren, der 751 den fränkischen Thron bestiegen hatte, indem er 754 seine Königssalbung erneuerte. Pippin besiegte die Langobarden und zwang sie, Teile des Exarchates von Ravenna und andere Territorien an den Papst abzutreten. Die Übergabe, die 756 erfolgte, und als Schenkung Pippins in die Geschichte einging, führte zur Gründung des Kirchenstaates und begründete die weltliche Machtposition des Papstes, der dadurch von seiner Abhängigkeit vom Byzantinischen Reich befreit wurde. Die heilige Schrift verwirft Machtpositionen (Matth. 4, 8-9; 20, 25-26; Joh.18, 36.)


Zweites Konzil von Nicäa
Das zweite der Konzile, das siebte ökumenische Konzil, fand 787 statt. Es wurde von der oströmischen Kaiserin Irene einberufen und entschied im Bilderstreit, dass die Bilderverehrung erlaubt sei. Das führte dazu, dass in der Bibel das zweite der „Zehn Gebote“ entfernt und das letzte Gebot geteilt wurde. Das Kreuz durfte nun geschaffen, in Kirchen aufgerichtet und verehrt werden. Diese Entscheidung des Konzils brachte noch grossen Widerstand bis ins 11.Jahrhundert. (2Mo 20, 4; 5Mo 27, 15; Psalm 115.)

787
Weiter wurde der endgültige Sieg der Kirche gegenüber der frühen christlichen Lehre des Arius aus dem 4.Jahrhundert nach langanhaltendem Widerstand bestätigt.

Weihwasser, mit einer Prise Salz gemischt und vom Priester gesegnet, wurde eingeführt. Die heilige Schrift hingegen lehrt, dass man sich vor jedem betreten der Kirche die Hände und das Gesicht waschen soll. Sonst galt man als unrein.
Es geht immer um die Quintessenz - ich beschäftige mich gerne mit den ursprünglichen Dingen, weniger mit dem "Tamtam" /me

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#9

Beitrag von FreieAtem » So 8. Mai 2016, 20:05

Hallo Rotfuchs

Ich bin auch keine Christin aber ich mags mal versuchen .. nicht sehr wissenschaftlich eher so wie ich Christen in ihrem Glauben erlebe :) :
Rotfuchs hat geschrieben:Kann mir jemand die Grundsätzliche Idee, bzw. den Mehrwert des Christentums gegenüber anderen Religionen erklären? Das ist nicht böse oder polemisch gemeint. Ich verstehe das grundsätzliche Alleinstellungsmerkmal dieser Glaubensform nicht.
Das ist sehr einfach zu erklären. Im Christlichen Glauben geht man davon aus, dass man Gott nur durch den Glauben an Jesus finden kann und nach dem Tod auch nur durch Jesus zu Gott kommen kann (was das Ziel in diesem Glauben ist).

Eine Möglichkeit zur Gleichstellung mit anderen Religionen gibt es daher schon rein inhaltich nicht wirklich ... wobei es aber sicher(!) Christen-Menschen gibt die das nicht so streng sehen und kein Problem damit haben andere mit sich gleich zustellen und diesen wertschätzend begegnen können.
Rotfuchs hat geschrieben:Was hat es mit der Kreuzigung auf sich?
Im Weltbild der Christen ist jeder Mensch sündig. Der Mensch kommt schon mit einer Erbsünde auf die Welt. Mit jeder Sünde "stirbt" eine kleine Verbindung zu Gott. Um wider rein zuwerden, bzw. nach dem Tod im christlichen Himmel aufgenommen zuwerden, muss die Sünde wieder gut gemacht werden.
Der Mensch alleine kann das nicht wieder gut machen, bzw. die Verbindung wiederherstellen. Darum hat Gott-Vater seinen Sohn geschickt, der selbst ohne Sünde war. Dieser nahm alle Sünden der Welt auf sich und starb am Kreuz. Er opferte sich bzw. sein Leben und baute damit für die Menschen eine Brücke zu Gott. Das Krez ist also ein Symbol der Sünde und Leid und gleichzeitig ein Symbol der Brücke und Erlössung.

Ein kleines bischen erinnert mich das immer an das Opfer heidnischer Götter, z.b. des Kornkönigs. Oder wenn in Göttermyten jemand aus Liebe zu irgend jemand in die Unterwelt hinabsteigen und dort etwas wieder heile macht.

Rotfuchs hat geschrieben:Was hat es mit dem alten Testament auf sich? [...] Was ist der gemeinsame Kern? Was macht einen Christen zum Christen und unterscheidet ihn oder sie Grundlegend von einem Juden oder Muslim?
Das Alte Testament ist sozusagen die Vorgeschiche. Es bezieht sich auf eine Zeit in der es Jesus noch nicht gab... aber in der (wenn man bei dem bleibt was die Christen glauben) ein Messias, bzw. ein Retter bereits angekündigt war. Jesus hat also zunächst mal keine neue Religion gegründet, sondern aus einer bereits vorhanden aggiert... Er war Jude.

Aber wie das halt so ist, wirkliche Beweise dass Jesus der versprochene Mesisas war gibt es nicht. Ganz platt erklärt:
Die Juden warten immer noch.
Die Christen glauben dass er es war.
Die Muslime glauben das später Mohamed das war und Jesus nur ein Prophet.

Alle drei Relligionen berufen sich in mehr oder weniger unterschiedlichen Wortlauten auf die selben Wurzeln und die selben Ursprünge ihrer Religions-biographie.
Was man dabei aber nicht vergessen darf ist, dass Teile der Bibel und ich glaube auch Teile des Korans (bei der Tora weiss ich es nicht) erst viele viele Jahre nach den beschriebenen Ereignisen aufgeschrieben wurden.
Das was da geschrieben steht ist also ein Blick zurück, keine Dokumentation aus der damaligen Gegenwart ... und wenn drei Reisende ein Stück den selben Weg gegangen sind, sich dann an einer Kreuzung teilen und zurückblicken, ja ... dann ist das was man erinnert immer auch eingefärbt von der eigenen Gegenwart und dem Wegstück das man alleine gegangen ist. (Wie das Leben bei den beschriebenen Personen wie z.B Jesus wirklich aussah weiss niemand)
Das macht das Gemeinsame und Gleichzeitg auch den Unterschied aus.
Rotfuchs hat geschrieben:Kann sich jeder Mensch sein eigenes Christentum zusammenbauen mit Glauben an Wiedergeburt, Heiligung der Natur und Weglassen von Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Erbsünde?
Wir haben Religionsfeiheit .. also grundsätzlich ja klar. Allerdings gibt es unter den Christen mehr als eine Richtung, die diese Frage wohl verneinen würde ;) .

LG FreieAtem
... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben ...

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Re: Grundsätzliches zum christlichen Glauben

#10

Beitrag von Dux Bellorum » So 8. Mai 2016, 20:08

Hm :nixweiss:

Soviel ich mitbekommen habe, hängt Jesus am Kreuz und
der Asen-Gott Thor hat den Hammer :green:
Bild
Wenn ich aus der Schlacht heut nicht mehr wiederkehre,
fand ich den Regenbogen, der mich nach Asgard führte,
so hab ich platz genommen an der Tafel in Walhalla.

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