Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

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Stadteule
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Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#1

Beitrag von Stadteule » Mi 3. Mai 2017, 11:25

Macht jemand von Euch Küchen-Bokashi oder Terra Preta oder hat eine Wurmkiste/Wurmfarm?

Die schöne Entdeckung bester Komposterde in unserem Thermokomposter, der hier beim Haus bereits stand und dagegen die Erfahrung in den letzten Jahren, dass in unsrem alten Komposter quasi nichts kompostierte, hat mich in den letzten Wochen dazu veranlasst, mich mit dem Thema intensiver zu befassen, um das künftig besser steuern zu können. Besonders die Optimierung des Kompostierungsprozesses und die Möglichkeiten mehr als nur rohes pflanzliches Material zu Erde verrotten zu lassen, beschäftigt mich gerade. Dabei bin ich auf Terra Preta, Kohle-Bokashi und Bokashi gestoßen - als Möglichkeit alle organischen Stoffe zu kompostieren. Also auch das, was normalerweise nicht auf den Kompost darf, wie z.B. gekochte Küchenabfälle (auch tierischen Ursprungs). Die Idee finde ich wunderbar: es landet nicht mehr in der Müllverbrennungsanlage, sondern wird zu fruchtbarer Erde, die ich direkt hier wieder verwenden kann und der Kompostierungsprozess benötigt deutlich weniger Zeit als beim herkömmlichen Kompost. Das ist für mich für den ersten Kompostierungsschritt doch attraktiver als eine Wurmfarm, da der Speiseplan der Würmer nicht jeden Küchenabfall zulässt.

Meine Wahl fiel jetzt nach langem hin- und herlesen zunächst auf Bokashi (um eben alles organische kompostieren zu können) und im Speziellen auf Kohle-Bokashi, weil durch die Kohle der Bokashi-Eimer nicht stinkt (wichtig für mich, bin da empfindlich :mad3: ). Dann habe ich beim Weiterstöbern Erfahrungsberichte gelesen, die mehrheitlich aussagen, dass Kohle-Bokashi außer dem olfaktorischen Vorteil den es bietet, auch fruchtbarere Erde ergibt als normaler Bokashi-Kompost und es ist ein leicht umsetzbares Bindeglied zwischen unserer Erde und Terra Preta, die für ihre enorme Fruchtbarkeit bekannt ist. Daher ist das mein Einstieg in das Thema, auch wenn mich die Terra Preta-Geschichte auch wirklich interessiert - wir haben nämlich ein wunderbares Grundstück, aber genau da, wo ich unsere Nutzbeete anlegen will, ist die Erdqualität miserabel.
Mittelfristig spiele ich noch mit dem Gedanken mir zusätzlich für draußen eine Wurmfarm (so eine mit stapelbaren Kisten) für die bessere Vererdung des fertigen Bokashi-Materials anzuschaffen.


Mein erster Bokashi-Eimer-Inhalt fermentiert gerade frisch vor sich hin, ich bin also noch ganz, ganz, ganz am Anfang. Aber das Thema interessiert mich brennend und daher würde ich es sehr spannend finden, wenn wir hier gegebenenfalls Erfahrungen mit den verschiedenen Methoden austauschen könnten! :girlie-mr-miyagi: :girlie-nick:


LG, Stadteule

[editiert zur besseren Verständlichkeit. Manchmal ist meine Ausdrucksweise wirr, glaube ich...]
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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#2

Beitrag von Chailleagh » Mi 3. Mai 2017, 15:51

Ich hatte mich vergangenes Jahr auch mal über Bokashi informiert. Wie es bei den meisten Dingen ist, die man im Internet findet, gingen die Meinungen ziemlich auseinander. Von "stinkt nicht" bis hin zu "ekelhafte Gerüche" gab's da alle Schattierungen. Habe dieses Thema dann jedoch aus den Augen verloren. Da ich in einer Mietswohnung mit begrenzter Balkonfläche wohne, fällt ein Komposthaufen aus. Von Terra Preta höre ich jetzt zum Ersten mal. Muss da wohl mal die Suchmaschine anschmeißen.
Ich hänge mich mal dran und bin schon gespannt auf die Erfahrungsberichte.
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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#3

Beitrag von Hekate » Mi 3. Mai 2017, 15:57

Terra Preta ist eine spezielle Komposterde, aus Südamerika, wo mit einer Hand voll Terra Preta und einer Pflanze, in sonst sehr schlechter Erde grosse Ernteerfolge erzielt wurden.
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#4

Beitrag von izento » Mi 3. Mai 2017, 16:00

Terra preta ... wird ein im Amazonasbecken anzutreffender, anthropogener Boden, genauer ein Hortic Anthrosol genannt. Der Boden besteht aus einer Mischung von Holz- und Pflanzenkohle, menschlichen Fäkalien, Dung und Kompost durchsetzt mit Tonscherben und gelegentlich auch Knochen sowie Fischgräten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta
Mhmmm ... lecker. :lach:
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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Der alte Narr sagt: Ich bin ein alter Weiser. Der alte Weise sagt: Ich bin ein alter Narr.

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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#5

Beitrag von Atemwasser » Mi 3. Mai 2017, 16:45

Also, ich hatte ca. 20 Monate lang eine Wurmfarm und war sehr glücklich mit meinen Wurmies. September 2015 bis letztes Wochenende - ich habe allerdings die letzten Monate nur noch minimales Wurmies-überleben lassen gemacht und sie letztes Wochenende "ausgewildert". Das ganze habe ich als Experiment angelegt, weil wir noch keinen eigenen Garten haben und die Farm deshalb ausschliesslich in der Wohnung (die letzten Monate im Keller) war.

Geruchlich komplett neutral haben meine Wurmies allerdings auch nur ausgesuchtes Futter bekommen - vor allem Kaffeeprütt haben sie genossen. Die Farm war absichtlich (weil Experiment) klein angelegt und dementsprechend habe ich nur relativ wenig Biomasse reingegeben und herausgenommen. Aber was ich bekommen habe war echt super - eine Pflanze ist in der Erde regelrecht explodiert vor Wachstum! Ich habe eine einfache "Stapelkisten-mit-Löchern-Farm" selber gebaut, die Kisten waren vom Ikea.

Die Wurmies selber habe ich als "Aufzuchtkit" von www.superwurm.de gekauft, ist ne Firma hier um die Ecke: http://www.superwurm.de/garten/regenwur ... s-zuchtset

Also, wer Lust auf 1000 neue Haustiere hat, ist bei einer Wurmfarm goldrichtig. Die Größe sollte man allerdings auch im Auge behalten, als Faustregel sagt man "500 Gramm Würmer (etwa 1000 Stück „Eisenia foetida“) fressen ca. 100 g Abfall pro Tag" - und mal checken, wie viel euer Haushalt so in etwa erzeugt. Praktisch ist aber, wenn man mehr "produziert" und Platz da ist vermehren sich die Wurmies mit der Zeit und passen sich dem Futter- & Platzangebot an - aber wenn man weniger produziert, sinkt die Population halt auch.

Sobald wir einen Garten haben, werd ich das im größeren Stil wiederholen!

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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#6

Beitrag von Solasard » Mi 3. Mai 2017, 16:59

In einem Eimer ist das schwierig, da man in der Regel keinen Ablaufhahn dran hat. Am besten wäre ein runder Mörtelkübel mit selbst montiertem Hahn dabei darauf achten das es ein Kugelhahn mit mindestens einem Zoll ist. Die verstopfen nicht so leicht.

Gruß Sola

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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#7

Beitrag von Solasard » Mi 3. Mai 2017, 17:14

Obwohl ich einen Misthaufen habe landen unsere Küchenabfälle auch in so einem Thermokomposter außerdem noch das hufhorn vom Pferde und Eselchen ausschneiden dazu noch ab und zu Pferdeäpfel. Bin mit dem Ergebnis zufrieden, allerdings muss ich zugeben das sich das so ergeben hat, weil mein Hund ständig die Küchenabfälle und das Hufhorn stibitzt hat und dann in der Nacht die Bude vollgekotzt hat. Der Thermokomposter hat einen Deckel, nu is ruh.

Gruß Sola

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Stadteule
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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#8

Beitrag von Stadteule » Mi 3. Mai 2017, 19:12

Terra Preta vom Amazonas ist geschützt und darf nicht exportiert werden, aber der Begriff wird auch synonym genutzt, um die Methode zu bezeichnen, diese Form von Humus zu erzeugen. Weshalb Terra Preta überhaupt soviel Aufmerksamkeit bekommt ist, dass die Gegenden, in denen TP vorkommt, eigentlich ziemlich unfruchtbare Böden haben und dennoch diese dicke humöse TP-Erde an einigen Stellen ist - und zwar da, wo früher Siedlungen waren, in denen Abfälle und Fäkalien mit Kohle gemischt vergraben wurden.

Chailleagh hat geschrieben:
Mi 3. Mai 2017, 15:51
Ich hatte mich vergangenes Jahr auch mal über Bokashi informiert. Wie es bei den meisten Dingen ist, die man im Internet findet, gingen die Meinungen ziemlich auseinander. Von "stinkt nicht" bis hin zu "ekelhafte Gerüche" gab's da alle Schattierungen. Habe dieses Thema dann jedoch aus den Augen verloren. Da ich in einer Mietswohnung mit begrenzter Balkonfläche wohne, fällt ein Komposthaufen aus. Von Terra Preta höre ich jetzt zum Ersten mal. Muss da wohl mal die Suchmaschine anschmeißen.
Ich hänge mich mal dran und bin schon gespannt auf die Erfahrungsberichte.
Mit dem Geruch hätte ich auch Schwierigkeiten, ich bin da wirklich empfindlich. Bisher riecht (danke Kohle?) nichts, aber ich werde berichten, wie sich das entwickelt.

izento hat geschrieben:
Mi 3. Mai 2017, 16:00
Terra preta ... wird ein im Amazonasbecken anzutreffender, anthropogener Boden, genauer ein Hortic Anthrosol genannt. Der Boden besteht aus einer Mischung von Holz- und Pflanzenkohle, menschlichen Fäkalien, Dung und Kompost durchsetzt mit Tonscherben und gelegentlich auch Knochen sowie Fischgräten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta
Mhmmm ... lecker. :lach:
Es geht auch ohne menschliche Fäkalien ;) (in der flüssigen Form von TP-Anhängern gerne auch euphemistisch "Goldwasser" genannt :umfall: ), v.a. wenn man Hühnermist, Pferdeäpfel oder Viehdung zur Verfügung hat. Meine Nachbarn haben Tiere und das wäre auch die für mich in Frage kommende Option. Meinen Urin in einem Fass mit Kohle aufzubewahren :girlie-lala: :shocked: ... hm. Soweit geht meine Begeisterung dann doch nicht.

Solasard hat geschrieben:
Mi 3. Mai 2017, 16:59
In einem Eimer ist das schwierig, da man in der Regel keinen Ablaufhahn dran hat. Am besten wäre ein runder Mörtelkübel mit selbst montiertem Hahn dabei darauf achten das es ein Kugelhahn mit mindestens einem Zoll ist. Die verstopfen nicht so leicht.
Gruß Sola
worauf beziehst Du Dich da gerade?


@Atemwasser, ich hatte irgendwie noch im Hinterkopf, dass Ihr eine Wurmkiste habt oder hattet, war mir aber nicht mehr sicher, weil Ihr nur vor em knappen Jahr mal was davon erzählt habt. Mir würde für den Garten auch eine vorschweben, die größer ist, um die Vererdung zu beschleunigen. Anscheinend lieben die Kompostwürmer Bokashi, von daher hätten wir dann alle was davon :green:


LG, Stadteule
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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#9

Beitrag von Hekate » Mi 3. Mai 2017, 23:53

Die man nach einiger Zeit ausgegraben hat und dann genutzt hat. - In die im Grunde unfruchtbare Erde, ein Loch gegraben, eine Pflanze/Steckling genommen, den Wurzelballen mit TP ummantelt und eingeplatz und nur noch etwas gegossen.

Sieht wie ein Schokomuffins in einen Bleck mit Sandkuchen aus.

Manche Forscher sind sich nicht einig ob es nicht auch der Schweinedung ist, der da mit wirk, nicht nur allgemeiner Dung, und WC.
Das alles sind meine,
persönlichen Einstellungen, Einsichten und Meinungen.
Niemand braucht mir da zu zustimmen.
Ich, sehe es so und meine es so.
Und das ist schon alles.

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Re: Bokashi - Wurmkiste - Terra Preta

#10

Beitrag von Solasard » Do 4. Mai 2017, 04:22

Bei der Herstellung von Bokashi tritt Flüssigkeit aus, welche sich natürlich mit der Zeit aufstaut. Um ein kippen des fermentierprozeses zum Fäulnisprozes zu verhindern muss man von der Flüssigkeit etwas ablassen.

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