Papierqualität

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Darindel
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Papierqualität

#1

Beitrag von Darindel » Fr 3. Nov 2017, 19:08

Die dunkle Jahreszeit hat begonnen und ich fange an ein paar Projekte wieder auf zu nehmen, die über den Sommer doch eher brach gelegen haben. Und wie sollte es auch anders sein, ich stehe (mal wieder) vor einem kleinen Problemchen:

Ich will mein aktuelle Blattsammlung in ein bessere Ordnung bringen und wollte den "Klemmordner", der hier im Forum schon einmal verlinkt wurde, nutzen, um dort lose Blätter als eine Art Buch zusammen zu fassen. Mein Problem dabei ist, dass mein aktuelles Papier einfach zu dünn ist, um es wirklich beidseitig beschriften zu können, da ich auch mit Finelinern und ähnlichen Stiften schreibe/male.

Wer hat da was das Papier angeht einen (oder mehrere) Tipps, auf was ich achten sollte, was die Beschaffenheit angeht, um es beidseitig beschreiben zu können und damit es auch länger "haltbar" ist

:help:


Gruß
Darindel

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Peregrin
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Re: Papierqualität

#2

Beitrag von Peregrin » Fr 3. Nov 2017, 19:22

Wenn du nicht möchtest, dass Tinte oder sonstige flüssige Farbe auf der anderen Seite sichtbar wird, solltest du schon 100g aufwärts nehmen. Und vor allem darauf achten, dass das Papier zum beidseitigen Gebraucht gedacht ist. Viele hochwertigere Papiere wie Büttenpapier oder Aquarellpapiere sind das nicht, da auf einer Seite die glatte, beschreibbare/bemalbare ist und auf der anderen die faserige, auf der die Farbe verläuft. Am besten mal im Schreibwarenladen oder im Künstlerbedarf-Laden vor Ort beraten lassen.

Solasard
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Re: Papierqualität

#3

Beitrag von Solasard » Fr 3. Nov 2017, 19:36

Hanfpapier

Gruß Sola

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atemkristall
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Re: Papierqualität

#4

Beitrag von atemkristall » Sa 4. Nov 2017, 15:02

Du solltest 1. auf die Grammatur achten. 120 g/qm ist sicher beidseitig zu beschriften. 2. kommt es drauf an, wie das Papier geleimt ist. Es gibt mattgestrichene Papiere und gläzendgestrichene. Ist letztlich Geschmacksache. Normales Kopierpapier, dass es auch in 120g/qm gibt, ist oft sehr passabel, günstig und in der Regel auch säurefrei. Ganz offene Naturpapiere, die gar nicht geleimt sind, können stark saugen. Das heißt, wenn Du mit Tinte schreibst, und Fineliner setzten oft Tinten ein - mehr oder weniger qualitätvolle halt, dann säuft das ins Papier ein, blutet durch oder läuft aus. Oft enthalten Naturpapiere zudem Säurebildner, das können Pflanzen- und Holzteile sein, und das zerstört das Papier über die Jahre - es wird brüchig, braun und zerfällt.
BG vom
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Peregrin
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Re: Papierqualität

#5

Beitrag von Peregrin » Sa 4. Nov 2017, 15:44

Wenn du unbedingt ein offenes Naturpapier nutzen willst, kannst du auch versuchen das nachzuleimen: Einfach eine Packung weiße Blattgelantine im Supermarkt kaufen, ein Blatt Gelatine auf ein Viertel Liter Wasser nach Packungsanleitung auflösen und mit breitem Pinsel auftragen. Bei Bedarf das Papier trocken/glattbügeln. Das ist jedoch ein ziemlicher Aufwand und eher für einzelne Bögen gedacht, als für die paar hundert Seiten eines Buches. ;)

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Re: Papierqualität

#6

Beitrag von atemkristall » Sa 4. Nov 2017, 17:43

Besser als Gelatine wäre natürlich Hasenhautleim... Den musst Du Dir kochen. Die Ausgangsbasis bekommst Du relativ problemlos im Maler- und KÜnstlerbedarf, z.B. bei Boesner., die Rezepte auch... Hasenhautleim hätte den Vorteil, ihn magisch sehr gut aufladen zu können. Klar kann man ordinäre Gelatine auch. Aber je nach dem ist Hasenhautleim eben Hasenhautleim...
BB
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Re: Papierqualität

#7

Beitrag von Schneewoelfin » Sa 4. Nov 2017, 19:02

ich würde auch vorschlagen, Dir in einem Schreibwaren-, Bastelbedarf- oder ähnlichem Laden mir je ein Blatt kaufen und es mit den entsprechenden Stiften/Tinten einfach ausprobieren, denn beides muss zusammenpassen
Es geht immer um die Quintessenz - ich beschäftige mich gerne mit den ursprünglichen Dingen, weniger mit dem "Tamtam" /me

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Re: Papierqualität

#8

Beitrag von Siora » Sa 6. Jan 2018, 23:56

Sofern das Thema für dich noch aktuell ist...
Ich würde persönlich auch eine Papierqualität um die 100-120g/m² wählen. 80g/m² wie normales Kopierpapier wäre mir persönlich zu dünn für beidseitiges Beschreiben (je nach Papiersorte drücken da manche Tinten u.U. durch und bemalen lässt es sich oft auch nicht so gut ohne dass man es von der Rückseite aus sehen kann), aber 160g/m² starkes Papier ist schon ein ziemlicher Karton, das ist dann schon wieder recht steif, das macht sich höchstens gut, wenn man ein Ordnersystem nutzt, wo man die Seiten auch öfter mal rein und raus heftet.
Sehr qualitativ hochwertiges Papier gibt es aber auch in 80-100g/m² ohne dass es durchdrückt. Um dir mal einen Namen zu nennen, ich habe einen Stapel Papyrus OptiPremium 90g/m² Papier für solche Zwecke. Nicht wesentlich dicker als normales Kopierpapier, aber sehr schön feste, sehr glatte Haptik und toll zum Schreiben und Bemalen geeignet.
ArionCGN hat geschrieben:
So 5. Nov 2017, 11:36
Das Problem ist, dass es je nach Anzahl der Seiten und der Papierdicke schwierig wird, dass das Buch offen aufgeklappt liegen bleibt. Im Bereich der Buchmitte ist es weniger das Problem, aber am Anfang und am Ende bleibt das Buch nicht offen liegen, sondern das Gewicht zieht den Buchdeckel zu.

Würde ich auch noch u.U. berücksichtigen an Deiner Stelle. Bei mir ist das Format recht groß (11x14 inch)... bei einem kleineren Din A4 Format könnte ich mir vorstellen, dass man zu dickes Papier erst recht nicht mehr gut aufschlagen kann.
Ganz deiner Meinung Arion.
Dabei möchte ich aber anmerken, dass da die Bindung auch einen großen Unterschied dabei macht.
Eine Buchschrauben-Bindung wird bei so starkem Papier kaum vernünftig aufzuklappen sein. Eine normale Hardcover-Bindung lässt sich zwar ordentlich klappen, aber das Gewicht macht sich da schon sehr bemerkbar und die inneren 2cm wirst du kaum vernünftig wegen der Biegung beschreiben können, wenn es ein dickeres Buch werden soll.
Interessant könnte eventuell ein Softcover-Rücken sein, bei dem die Blätter fest mit einem elastischen Kleber direkt am Buchrücken verklebt sind. Diese weichen Buchrücken lassen sich weiter aufklappen, weil der Rücken unter dem Papiergewicht nachgibt und knickt. Da wirken aber sehr starke Kräfte auf die Klebung der Seiten, d.h. wenn der Kleber austrocknet und mit den Jahren seine Elastizität verliert, können sich Seiten lösen.

Ich würde da bei der Auswahl danach gehen, wie ich das Buch nutzen möchte (also entweder als Wissenssammlung einmal reinschreiben und nur ab und an mal reingucken und sonst im Regal stehen haben oder eher tägliches Arbeitstagebuch, das zu jeder möglichen Gelegenheit mitgenommen wird, o.ä.) und danach dann meine Auswahl treffen.
Ggf. könntest du auch mal beim Buchbinder deines Vertrauens anfragen und dich beraten lassen.

CatEye
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Re: Papierqualität

#9

Beitrag von CatEye » So 7. Jan 2018, 09:36

Eine gute, insbesondere auch für dickere Bücher geeignete Bindung, wäre das Sprungrückenbuch. Für mich persönlich ist es am schwierigsten gewesen, abzuschätzen wie viele Seiten mein BoS haben soll und mich dahingegen dann für eine Bindung zu entscheiden. Softcover-Bindungen eignen sich überwiegend für Taschenbuchforrmate und dünnere Werke, zumindest wenn man länger etwas von seinem Buch haben möchte.

Grüße
CatEye
Wenn Ihr Lust habt, schaut vorbei: https://www.facebook.com/MFArtPhoto

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Darindel
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Re: Papierqualität

#10

Beitrag von Darindel » So 7. Jan 2018, 16:47

Vielen Dank für eure Rückmeldungen, ich wollte mich eigentlich in der Zeit wischen den Jahren etwas in Ruhe damit beschäftigen, aber ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich hoffe, dass ich im laufe der nächsten Zeit etwas Ruhe habe und dann etwas "rumtesten" werde, mit welchem Papier ich glücklich werde.

Gruß
Darindel

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