Wo nur beginnen..?

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Luce
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Re: Wo nur beginnen..?

#31

Beitrag von Luce » Sa 12. Aug 2017, 13:35

Peregrin hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 12:24
Eine spirituelle Praxis, die sich nicht in den Alltag einbauen lässt, würde ich aufgeben, da die nichts taugt. Beziehungsweise überlegen, wie wichtig einem diese "Spiritualität" ist.
Lieber Peregrin,

Magst du deinen ersten Satz mal ein wenig genauer erklären? Es interessiert mich, wie du ihn meinst, da ich ihn überraschend absolut formuliert finde.

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Peregrin
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Re: Wo nur beginnen..?

#32

Beitrag von Peregrin » Sa 12. Aug 2017, 14:13

Hi Luce,

es gibt den netten Spruch von Albert Schweitzer: "Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht." :)

Es ist nicht die Teilnahme an der Messe - dem Ritual - sondern das Leben nach christlichen Werten, was einen Christen ausmacht. Gilt meines Erachtens ebenso für andere Lebenswege.
Ich sehe "Spiritualität" nicht in irgendetwas, was viel Zeit und Vorbereitung brauchen. (Das ist höchstens der nette Bonus, der das Spielkind in uns allen befriedigt und uns eben auch bei der Stange halten kann, da wir mit etwas was Spaß und Freunde macht, uns selbst eher ködern können, als mit lästigen Pflichten.)

Spiritualität ist für mich hingeben wie man lebt, wie man denkt, wie man handelt, also nichts, was man von Privat- oder Berufsleben trennen könnte - eben weil es Privat- und Berufsleben IST.

Es sind nicht irgendwelche aufwendigen Rituale mit Kerzen und Roben und Tamtam sondern Sachen wie die langweilige, alltägliche Meditation, die genau so Teil des täglichen Lebens wird, wie eben das Zähneputzen.
Es ist nicht das Brimborium am Ahnenaltar mit aufwendig selbstgetöpfertem Ahnentopf und Anrufung an Samhain, sondern der Besuch bei Oma und Opa oder den alternden Eltern, den lebendigen, total uncoolen und manchmal nervigen Ahnen, denen man mit dem Besuch Respekt zollt.
Es ist nicht die lange Autofahrt in die unberührte Natur, in der man in der Schönheit des wunderbaren Sonnenuntergang schwelgt und sich darum der Natur so nah fühlt, sondern die Entscheidung, das Auto stehen zu lassen, um nicht die Luft unnötig mit Abgasen zu verpesten, weil man meint, die Natur nur ehren zu können, wenn man dabei erhabene Emotionen empfindet.
Es ist nicht das aufwendige Lammasritual oder sonstige Erntedankfest, sondern das kurze Gebet, in dem man seine Dankbarkeit für das tägliche Essen zollt, während man Mittags sein Tablett von der Kantinentheke zum Tisch trägt.
Zuletzt geändert von Peregrin am Sa 12. Aug 2017, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wo nur beginnen..?

#33

Beitrag von Luce » Sa 12. Aug 2017, 14:23

Peregrin hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 14:13

Es sind nicht irgendwelche aufwendigen Rituale mit Kerzen und Roben und Tamtam sondern Sachen wie die langweilige, alltägliche Meditation, die genau so Teil des täglichen Lebens wird, wie eben das Zähneputzen.
Es ist nicht das Brimborium am Ahnenaltar mit aufwendig selbstgetöpfertem Ahnentopf und Anrufung an Samhain, sondern der Besuch bei Oma, der lebendigen, total uncoolen Ahnin, der man mit dem Besuch Respekt zollt.
Es ist nicht die lange Autofahrt in die unberührte Natur, in der man in der Schönheit des wunderbaren Sonnenuntergang schwelgt und sich darum der Natur so nah fühlt, sondern die Entscheidung, das Auto stehen zu lassen, um nicht die Luft unnötig mit Abgasen zu verpesten, weil man meint, die Natur nur ehren zu können, wenn man dabei erhabene Emotionen empfindet.
Ähm...wieso entscheidest du jetzt, wie für "alle" Spiritualität aussieht? Verstehe ich jetzt grade nicht.
Wenn jemand z.B. ein aufwändiges Ritual anhalten möchte, weil ihm danach ist, kann er das doch intensiv tun - natürlich ist das nicht Alltag, aber deswegen braucht man es doch nicht aus seinem Leben zu verbannen. Ich denke nur an all die Jahreszeitfeste, die Rauhnächte, ...
Ich vermute, du meinst mit deiner Umschreibung, dass es vor allem um die Innere Haltung geht - aber wie jemand diese auslebt, bleibt doch jedem selber überlassen?!
Ganz davon abgesehen, gibt es viele Dinge, die man erst einmal intensiv in seiner "Freizeit" erlernen muss (ja, auch Meditation), bevor es alltagstauglich wird. Alles ist besonders, bevor es zum Ritual, zum Alltag wird. Jede neue Gewohnheit ist erst einmal "fremd" - und wenn man alles sofort wieder beenden würde, was besonders oder fremd ist, ist das auch nicht wirklich zielführend, oder?

Und ja, natürlich kann der Besuch bei Oma spitituell sein, aber das "Brimborium" am Ahnenaltar doch auch.
Vielleicht habe ich den Punkt noch nicht begriffen, denn ich verstehe wirklich nicht, wieso du Spiritualität gerade so "ausschließlich" siehst.

Oder um es mit dem Christenbeispiel zu sagen: Natürlich ist man nicht Christ, nur weil man in die Kirche geht - aber man darf als Christ schon hingehen, oder? ;)

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Peregrin
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Re: Wo nur beginnen..?

#34

Beitrag von Peregrin » Sa 12. Aug 2017, 14:44

Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 14:23
Ähm...wieso entscheidest du jetzt, wie für "alle" Spiritualität aussieht?
Tue ich nicht. Ich habe Beispiele dafür gebracht, was ich unter Spiritualität verstehe.
Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 14:23
Wenn jemand z.B. ein aufwändiges Ritual anhalten möchte, weil ihm danach ist, kann er das doch intensiv tun
Es redet doch keiner davon, dass niemand aufwändige Rituale abhalten sollte. Wer will und die Zeit dafür hat, kann das ja gerne tun. Nur Solomon hat geschrieben, dass er keine Zeit hat, worauf hin ich ihm den von dir hinterfragten Satz geschrieben habe.
Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 14:23
Ich vermute, du meinst mit deiner Umschreibung, dass es vor allem um die Innere Haltung geht
Vor allem um die praktische Umsetzung dieser inneren Haltung.
Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 14:23
- aber wie jemand diese auslebt, bleibt doch jedem selber überlassen?!
Natürlich. Ich denke nur, dass es nichts bringt, wenn man Spiritualität und Magie als eine Freizeitbeschäftigung sieht, für die man sich wie für jedes andere Hobby Zeit in seinem Alltagsleben schaffen muss. Wer das aber kann und damit zufrieden ist, soll das tun.
Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 14:23
Ganz davon abgesehen, gibt es viele Dinge, die man erst einmal intensiv in seiner "Freizeit" erlernen muss (ja, auch Meditation)
Ich weiß nicht, welche Form der Meditation du betreibst, aber ich denke mal, die Zeit für das Erlernen von Meditation sollte schon für jemanden drin sein, wenn er das wirklich will. Wir sind ja keine Arbeiter mehr im 19. Jahrhundert, die nach einem 15 h Arbeitstag und einem 2h Fußmarsch nach Hause da im Stehen einschliefen. (Guck, wir haben sogar Zeit, uns nebenbei in Foren herumzutreiben und da mehr oder weniger sinnvolle Diskussionen zu führen.) ;)

Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 14:23
Oder um es mit dem Christenbeispiel zu sagen: Natürlich ist man nicht Christ, nur weil man in die Kirche geht - aber man darf als Christ schon hingehen, oder? ;)
Solange man nicht glaubt, kein Christ sein zu können, weil man keine Gelegenheit zur Teilnahme an der sonntäglichen Messe hat, sehe ich da kein Problem.
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Re: Wo nur beginnen..?

#35

Beitrag von Luce » Sa 12. Aug 2017, 17:18

Lieber Peregrin,

ich bin der Meinung, dass sich Spiritualität entwickelt - und ebenso das Gefühl, wie sich diese anfühlt und wie man diese auslebt.
Nehmen wir das Beispiel Meditation:
Wenn mir jemand sagen würde, er habe keine Zeit (obgleich ich Solomon etwas anders verstanden habe), würde aber z.B. meditieren wollen würde ich ihm nicht raten, nur weil es am Anfang schwer ist, diese gleich sein zu lassen. Anstatt absolut zu formulieren "Was nicht möglich ist, schmeiße ich raus" würde ich meinem Gegenüber erst einmal dazu raten, langsam anzufangen und in kleinen Portionen zu beginnen. So lange eben bis es völlig selbstverständlich in den Alltag gehört und auch dann nicht stört, wenn die Tage voll sind (wenn er das will).
Ist das ein generelles Problem (Ich habe z.B. auch so einen fordernden Beruf, dass ich mitunter gar nicht mehr "Spirituell" drauf bin, wenn ich nach Hause komme - also auch nicht zu Oma fahre. ;)), empfinde ich es auch nicht als Problem, Spiritualität am Wochenende stattfinden zu lassen. Wäre anders besser, aber da sind wir m.M.n.nicht im Bereich "Wie ernst nehme ich meine Spiritualität", sondern im Bereich Lebensentscheidungen: Was ist mir wann wichtig?

Darüberhinaus kann es ja vielleicht sein, dass du seitdem du klein bist, das Meditieren beigebracht bekommen hast und es deshalb als "normal" ansiehst. Ich für mich habe es am Anfang als ganz schön schwer erlebt. Das hatte nichts mit Megakomplexität der entsprechenden Meditation zu tun (dein Post ist geändert sehe ich grade), sondern mit runterkommen, nicht abschalten können usw.
aber ich denke mal, die Zeit für das Erlernen von Meditation sollte schon für jemanden drin sein, wenn er das wirklich will.
Das z.B. ist nun etwas vollständig anderes. Es ist doch ein Unterschied, Dinge noch erlernen zu dürfen, als zu deiner Ausgangsposition - jedenfalls für mich. Denn etwas Spirituelles lernen findet für mich defintiv nicht im Alltag statt und ist auch eben nicht der o.g. Besuch bei Oma.
Wir sind ja keine Arbeiter mehr im 19. Jahrhundert, die nach einem 15 h Arbeitstag und einem 2h Fußmarsch nach Hause da im Stehen einschliefen.
Ich weiß nicht, als was du arbeitest - aber bei mir ist es manchmal so. Auch wenn ich nicht zur Arbeit laufe, sondern fahre. ;)
An solchen Tagen stehe ich dann um Viertel vor 6 auf und den ganzen Tag lang findet nichts außer Arbeit statt. Ist so. Macht mich glücklich. Ein völlig unspiritueller Tag, aber dennoch erfüllend.

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Re: Wo nur beginnen..?

#36

Beitrag von Peregrin » Sa 12. Aug 2017, 17:42

Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 17:18
ich bin der Meinung, dass sich Spiritualität entwickelt - und ebenso das Gefühl, wie sich diese anfühlt und wie man diese auslebt.
Gut. Da können wir gerne unterschiedlicher Meinung sein.

Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 17:18
, empfinde ich es auch nicht als Problem, Spiritualität am Wochenende stattfinden zu lassen.
Dann haben wir eine völlig anderes Verständnis von dem Begriff und dem Inhalt von Spiritualität und du kannst dir nicht vorstellen, wie absurd so eine Aussage für mich klingt. Das wäre für mich so, als würde ich sagen: "Ich habe jetzt keine Zeit ein netter Mensch zu sein, das lasse ich am Wochenende stattfinden."

Ich kann mir Spiritualität nicht als Hobby vorstellen, dass man in seiner Freizeit betreibt.
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Re: Wo nur beginnen..?

#37

Beitrag von Luce » Sa 12. Aug 2017, 18:08

Peregrin hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 17:42
Das wäre für mich so, als würde ich sagen: "Ich habe jetzt keine Zeit ein netter Mensch zu sein, das lasse ich am Wochenende stattfinden."
Ich kann mir Spiritualität nicht als Hobby vorstellen, dass man in seiner Freizeit betreibt.
Lieber Peregrin,

nun vermischt du in meinen Augen zwei Sachen miteinander. Vielleicht ist das das Ding, an dem ich die ganze Zeit hake.
Richtig ist, dass man die Eigenschaften, die man aus seiner Spiritualität heraus erworben hat, mit in den Alltag nimmt - z.B. um eben ein "netterer" Mensch zu sein. Das lässt sich wohl auch kaum verhindern.
Es ist aber doch etwas völlig anderes, wenn es um Tätigkeiten geht, die irgendwie mit dem Spirituellem zu tun haben. Wenn ich keine Zeit habe, um Karten zu legen etc, habe ich eben gerade keine Zeit dafür. Wenn es regnet, gehe ich eben vielleicht heute nicht in den Wald und wenn ich den ganzen Tag arbeite, bin ich eben abends zum müde für irgendwas. So what?
Dann haben wir eine völlig anderes Verständnis von dem Begriff und dem Inhalt von Spiritualität
Ehrlich gesagt finde ich, dass es gar nicht wirklich um unsere Vorstellung des Begriffes geht - es geht darum, dass ich es (ich bin jetzt einmal so direkt) es übergriffig finde, einer Person zu sagen, Tätigkeiten, die sie nicht in den Alltag einbinden könnte, sollte sie lassen, denn dann habe es sowieso keinen Sinn.
Ebenso finde ich es vermessen, einen relativ offenen Begriff wie "Spiritualität" zu nehmen, der eigentlich Wertungslosigkeit beinhaltet und erst einmal festzulegen, was er beinhaltet und wie damit umzugehen sei. Kein Ding, für dich kannst du es halten, wie du willst, als Rat empfinde ich das aber als "kein Rat", denn diese Einstellung nimmt Menschen den Mut. Wer ist schon in der Lage, irgendetwas von Anfang an einfach zu tun, ohne dass es schwer fällt, weil man Gewohnheiten ändern muss? Es ist doch normal, dass der eigene Kopf dem Neuen erst einmal hinterherkommen muss. Übung macht immer den Meister. Das gilt auch für die Spiritualität.
und du kannst dir nicht vorstellen, wie absurd so eine Aussage für mich klingt.
Ein problematischer Satz. Er impliziert: "Ich habe Ahnung und weiß Bescheid. Wenn du auch schlau wärst, würdest du es verstehen, aber so bleibt dir die Absurdität leider verschlossen. Hat jetzt auch keinen Sinn das zu erklären, denn das kannst du dir sowieso nicht vorstellen. ich gehe jetzt einmal ein bisschen über dich lachen." Und selbst wenn er netter gemeint ist als von mir formuliert, bleibt immer noch das Überlegenheitsdenken.
Was mich angeht, fällt so eine Aussage in den Bereich der Totschlagargumente - mir ist es egal und es zeigt null Wirkung. Bei Menschen, die sich ihrer selbst unsicherer sind, zeigt so etwas eine andere Wirkung. Sie zweifeln an sich und denken, du seist im Besitz der universalen Wahrheit. Und da wir uns im Bereich der Spiritualität bepfinden, ist dieses "ich habs kapiert und du nicht"-Gehabe einfach nur fehl am Platze, denn Spiritualität ist kein Studiengang, sondern SELBSTerfahrung. Für mich persönlich klingt es eher absurd, eine Allgemeingültigkeit in diesem Bereich von den eigenen Erfahrungen ableiten zu wollen.

Lass doch einfach bitte jedem seine Art der Spiritualität und seine Art der Selbstentwicklung. Und wenn jemand etwas Neues lernen möchte und ein Problem hat, es zu integrieren, gib der Personen einen Rat, wie sie es integrieren kann - oder lass es. Ansonsten ist der "Rat" in etwa so hilfreich wie ein "Du willst Arzt werden? Mit einem Schnitt von 2,3 würde ich das mal gleich lassen". Herjeh, es ist doch keine Hilfe, anderen ihren Weg auszuquatschen.

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Re: Wo nur beginnen..?

#38

Beitrag von Peregrin » Sa 12. Aug 2017, 18:52

Ich dachte es reicht, wenn ich schreibe: "Eine spirituelle Praxis, die sich nicht in den Alltag einbauen lässt, WÜRDE ICH aufgeben - nicht MUSST DU aufgeben.
Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 18:08
... als Rat empfinde ich das aber als "kein Rat", denn diese Einstellung nimmt Menschen den Mut.
Weiß du, da sehe ich Spiritualität ähnlich wie Kreativität. Zu der gehört eine gewisse "Getriebenheit". Man macht es um des Machens willen. Mal schreibt oder malt weil es nicht ohne geht, weil dann etwas elementares fehlt.
Jemand der sich von dem Satz eines Unbekannten in irgendeinem Internetforum davon abhalten lässt, etwas in der Art zu tun oder zu beginnen - sei es nun das Schreiben oder das Malen oder "spirituell zu sein" - der hätte früher oder später meines Erachtens ohnehin aufgehört und sich einem anderen Hobby zugewandt. Da sehe ich also keinen Schaden angerichtet.
Luce hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 18:08
Ein problematischer Satz. Er impliziert: "Ich habe Ahnung und weiß Bescheid. Wenn du auch schlau wärst, würdest du es verstehen, aber so bleibt dir die Absurdität leider verschlossen.
Ich habe nichts in der Art implizieren wollen und frage mich, warum dir so sehr daran gelegen scheint, mir irgendeine negative Absicht zu unterstellen.
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Re: Wo nur beginnen..?

#39

Beitrag von Luce » Sa 12. Aug 2017, 21:21

Lieber Peregrin,
"Eine spirituelle Praxis, die sich nicht in den Alltag einbauen lässt, WÜRDE ICH aufgeben
Ich wäre vollkommen bei dir, wenn der Satz an dieser Stelle geendet hätte. Tat er aber nicht. Er ging weiter mit einer Wertung und einer Unterstellung. Und da bist du dann eben auch nicht mehr bei dir geblieben:
Eine spirituelle Praxis, die sich nicht in den Alltag einbauen lässt, würde ich aufgeben, da die nichts taugt. Beziehungsweise überlegen, wie wichtig einem diese "Spiritualität" ist

Inhaltlich weiter:
und frage mich, warum dir so sehr daran gelegen scheint, mir irgendeine negative Absicht zu unterstellen
Mir ist daran gelegen, dass in einem Thread, in dem es um Anfänge geht, nicht so getan wird, als gäbe es nur eine Richtung. Negative Absicht unterstelle ich dir gar nicht - allenfalls in dem Punkt eine klitzekleine Überschätzung des eigenen Blickwinkels. ;)


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Re: Wo nur beginnen..?

#40

Beitrag von abendhirsch » Sa 12. Aug 2017, 21:35

Peregrin hat geschrieben:
Sa 12. Aug 2017, 18:52
Jemand der sich von dem Satz eines Unbekannten in irgendeinem Internetforum davon abhalten lässt, etwas in der Art zu tun oder zu beginnen - sei es nun das Schreiben oder das Malen oder "spirituell zu sein" - der hätte früher oder später meines Erachtens ohnehin aufgehört und sich einem anderen Hobby zugewandt.
Hei!

Wir sind hier nicht "in irgendeinem Internetforum", in dem man sich über Hobbys austauscht. Meines Erachtens kommen hier viele Leute vorbei, die nicht nur Gleichgesinnte suchen, sondern oft auch für sich grundsätzliche Orientierungshilfen erhoffen. Da wäre ich schon etwas vorsichtiger mit den Formulierungen.

Für mich hat ernsthafte Spiritualität nichts mit einem Hobby zu tun. Ein Hobby tausche ich ggf. aus, wenn mir die Umstände unpassend erscheinen. (Z.B. geben manche Risikosportarten auf, wenn sich Nachwuchs einstellt.) Meine Spiritualität oder andere Aspekte meines Glaubens / meiner Religion tausche ich auf gar keinen Fall aus ... Sie gehört essentiell zu meiner Persönlichkeit. (Ich konvertiere z.B. nicht, nur weil nebenan eine Kirche oder Moschee steht und kein Wald.) Eher versuche ich die Umstände meiner Spiritualität anzupassen ... so fern es geht.

Ich wünsche euch die Ruhe der Nacht und den Segen der Götter.

Gesegnet sei es!

abendhirsch
)O( Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als unsere Wissenschaftler uns erklären können.

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